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2. Weihnachtstag 2002-03-24 17:50:30 read : 19 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 15 1. Bisher haben wir von diesem Fest gehört, erstlich die Geschichte, wie der Sohn Gottes Mensch geworden und von der Jungfrau Maria in diese armselige Welt geboren sei; welc
2. Weihnachtstag 2002-03-24 17:50:30 read : 19 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 15 1. Bisher haben wir von diesem Fest gehört, erstlich die Geschichte, wie der Sohn Gottes Mensch geworden und von der Jungfrau Maria in diese armselige Welt geboren sei; welcher darum geschrieben und jährlich in der Christenheit gepredigt wird, auf das wir dieselbe wohl zur Herzen fassen, und Gott für solche Gnade und herrliche Wohltaten von Herzen lernen danken, die er uns durch solche Geburt seine Sohnes erzeigt hat. 2. Nach der Geschichte haben wir die himmlische Predigt des Engels gehört, durch welche solche Geburt den Hirten verkündigt worden ist, mit großer Klarheit auf dem Felde. Das ist auch etwas Neues, daß Gott die großen Herren zu Jerusalem sitzen läßt, und schickt so eine herrliche Botschaft vom Himmel herunter zu den armen Bettlern, den Hirten, auf das Feld. Das also der heilige Engel sich demütigt dem Beispiel seines Herrn Christi nach, und läßt sich gar nicht verschmähen, daß er den armen Hirten so eine schöne Predigt tun soll, die noch bleibt und bleiben muß unter den Christen, bis an der Welt Ende. 3. An solcher Geschichte lernen wir, wie die lieben Engel sehr feine Geister sind, da keine Hoffart innen ist. Deswegen alle die, so sich gelehrt, heilig und große Herren lassen heißen, billig dieses Beispiel wahrnehmen, und daran lernen sollten, daß sie ihrer Kunst, Weisheit, Gewalt und anderer Gaben sich auch nicht überheben, noch andere darum verachten. Denn so die Gaben zur Hoffart werden sollten, so hätten je die lieben Engel Ursache genug, daß sie solches getan und die armen Hirten verachtet hätten. Aber sie tun es nicht. Ob nun wohl die Hirten geringe, einfältige Leute sind, gleichwohl halten die Engel sich selbst nicht für so heilig und hoch, daß sie nicht sollten von Herzen willig und fröhlich sein, solche Botschaft ihnen anzusagen. 4. Also sollen wir auch tun, und in aller Demut unsere Gaben anderen zu Trost und Hilfe gern brauchen und niemanden verachten. Denn solches heißt dem Beispiel Christi gefolgt, wie wir in der ersten Predigt gehört haben. Der verachtet niemand; sondern gleich wie er vom Himmel herunter arm und elend in diese Welt gekommen ist, also will er auch arme, elende Leute um sich haben, die Hilfe suchen und bedürfen. Denn eben darum führt er auch den Namen, daß er ein Helfer oder Heiland heißt. 5. Solches Heilandes, lassen sich die großen Herren zu Jerusalem bedenken, sie bräuchten sein nicht. Die armen Hirten aber dürfen sein. Darum wird denselben solcher Schatz am ersten vom Engel in seiner kurzen Predigt, verkündigt, in welcher er uns dahin weiset, wie es alles darum zu tun sei, daß wir uns solches Heilandes freuen sollen, der uns von Sünde, Tod, Teufel und Hölle erlösen will. Denn also heißt diese Predigt:. " Fürchtet euch nicht. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr ". 6. Dies sind nicht Worte, die in eines Menschen Herzen gewachsen sind; denn auch die weisesten Leute auf Erden wissen davon nichts: sondern es sind engelische Worte, vom Himmel herab erschollen, welcher wir, Gott sei ewig Lob, auch sind teilhaftig geworden. Denn es ist eben so viel, du hörst oder liest heute diese Predigt, als hättest du sie vom Himmel selbst gehört. Denn die Hirten haben die Engel auch nicht gesehen; sie haben nur das Licht und den Glanz gesehen. Die Worte aber die der Engel haben sie gehört. Du hörst es noch in der Predigt, du liest es noch im Buch, wenn du nur willst die Augen und Ohren auftun, und solche Predigt lernen und recht brauchen. 7. Es gelingt aber solche Predigt weit anders, denn als Mose Predigt, die er von den Engeln auf dem Berg Sinai gehört hat. Denn hier ist es umgekehrt. Dort war es also getan, daß die Leute sich fürchten mußten, Leibes und Lebens nicht sicher waren vor dem Blitz und Donner und anderen greulichen Wesen. Hier aber predigen sie, die lieben Engel, man soll sich nicht fürchten, sondern guter Dinge sein, trotzig und hoffärtig werden, als man immer kann, um des Kindleins willen, daß unser Heiland ist, und von den Engeln hier mit einem sonderen Namen getauft und " Christus, der Herr " genannt wird. 8. Mit diesem Namen greifen sie in die Schrift, und fassen auf einen Haufen alle Propheten zusammen. Denn alles, was geschrieben ist, zielt dahin, daß man hoffen soll und warten auf den Mann, der da Christus heißt. Denn das Gesetz konnte wieder Sünde und Tod nicht helfen; eigene Werke und Frömmigkeit konnten auch nicht helfen. Solches war allein auf Christum gesetzt, der sollte es tun. Da sehen die Engel hin und predigen hier:. Dieser ist es, der es tun soll, an dem jedermann alles finden sollen, was zur Vergebung der Sünden und ewigem Leben gehört. 9. Das heißt hinweggeworfen allerlei Lehre und Religion, dadurch man die Menschen außerhalb von Christus zum ewigen Leben führen will. Denn so es dieser Christus sein soll, so wird es nicht seine Mutter Maria, kein anderer Heiliger, wo doch die Katholiken auf der Heiligen Fürbitte, auf Möncherei und anderes die Leute weisen. 10. Aber wie reimt sich dies mit der Engelpredigt? Ja, wie reimt es sich mit dem schönen Gesang:. Ein Kindlein so löblich? Da wird also unserem Herrn Christus zu Ehren, und zum Zetergeschrei über uns selbst, über den Papst und alle Werkheiligen singen:. Wär uns das Kindleins nicht geboren, so wären wir alle zumal verloren. Sind wir nun außer Christus alle zumal verloren, so muß ja der Mensch mit seiner Regel, mit seiner Kappe und Messe auch verloren sein. Denn wer alle nennt, schließt niemand aus. Sollen sie aber selig werden, so müssen sie nicht durch Mönchsorden, Fasten, beten selig werden, sondern allein durch Christum, der den Namen hier hat, und heißt ein Seligmacher oder Heiland. 11. Man hat diese Engelpredigt im Papsttum auch gehabt, man hat auch jedes Jahr in Deutschland dies schöne christliche Lied:. Kein Kindleins so löblich, überall gesungen, und singt es noch, aber niemand hat es verstanden. Ursache, es hat an treuen Predigern gefehlt. Wo nun der Predigtstuhl liegt und schnarcht, daß der die Worte nicht aufweckt und erklärt, so singt und liest man es zwar, aber ohne allen Verstand. Denn wir müssen bekennen, daß wir auch im Papsttum die Taufe, Sakrament, den Text des Evangelium, daß Vaterunser, den Glauben, die zehn Gebote gehabt haben, und noch heutigen Tages haben die Katholiken es wie wir, ausgenommen, daß sie das Abendmal des Herrn geändert und sein Testament verrückt haben. Aber solches alles schläft bei ihnen, sie haben es und wissen es nicht, was sie haben. Denn sie trösten sich nicht, wie sich Christen solches Schatzes trösten sollen; sondern gehen frei und sicher daher, denken nicht einmal, was die Taufe, Evangelium, Vater Unser und Glauben ist. Darum wissen sie auch nicht, was sie davon singen oder sagen. 12. Woran fehlt es denn? Daran, daß der Predigtstuhl gefallen ist, der den Leuten die Ohren auftun und das Wort aufwecken muß, daß sie verstehen, was sie hören, lesen oder singen. Der nun andere aufwecken soll, muß auch nicht schlafen, sondern wacker und munter sein, sonst kann ein schläfriger Prediger einen lustigen Zuhörer mit sich schläfrig machen. Wie ist es denn mit dem Papst gegangen. Der ist im Rosengarten und Paradies, das ist, in aller Ruhe und Fülle gesessen; darum hat er geschnarcht und geschlafen und diese herrliche Predigt fallen lassen, daß ob sie gleich davon singen und lesen wie wir, dennoch nichts davon wissen oder verstehen. Daß es also beides miteinander bei den Katholiken geht. Im Evangelium lesen sie, wie der Heiland geboren ist. In der Kirche singen sie:. Wär uns das Kindlein nicht geboren, so wären wir allzumal verloren, daß Heil ist unser aller. Gehen doch nichts desto weniger hin, rufen die Jungfrau Maria an, Fasten, feiern der Toten Heiligen Feste, bestellen und hören Messe. Das heißt ja andere Heilande machen, und dieses Lied und den Gesang verkehren, und anstatt dieses Heilands oder Kindleins die Jungfrau Maria und anderer Heilige, ja, wohl auch die armen und elenden Menschen Werke setzen. 13. Darum ist es hoch vonnöten, daß man Gott von Herzen bitte, daß er tapfere Prediger geben wolle, die solche Worte in uns aufwecken und erklären, daß wir es nicht allein hören und lesen, sondern auch verstehen. Wo aber solche Prediger nicht sind, da geht es zu wie bei den Katholiken, die das Evangelium, Taufe, Sakrament haben, verstehen aber nichts davon. Darum ist ihnen das Wort " Taufe ", " Sakrament " eben wie ein Schatz, den einer im Hause hat sein doch nicht nutzt, weil er ihm verborgen ist. 14. Des Engels Predigt ist klar und deutlich genug:. Euch ist der Heiland geboren. Aber wenn es noch so klar und deutlich wäre, ist es doch dem Papst und seinem Haufen unverständlich, sonst würden sie die Leute nicht heißen die Heiligen anrufen, Menschenwerk und Verdienst kaufen, und anderer Heilande suchen, sondern sie würden sich an diesem Heiland genügen lassen. Wo aber Gott einen wackeren und munteren Prediger gibt, der solche Worte bei den Zuhörern im Herzen recht aufwecken und erklären kann, der bringt aus dieser Engelpredigt die hohe Kunst, daß er allerlei andere falsche Lehre und Geister eigentlich richten und urteilen kann, und ist nicht möglich, daß der Teufel sich sollte so seltsam vertrehen, daß er ihn nicht fassen, kennen und mitten in sein Herz sehen soll, ob er gleich noch so verschlagen und arglistig ist. Daher rühmt Paulus 2. Korinther 2,11., und spricht:. " Uns ist nicht unbewußt, was der Satan im Sinn hat ". 15. Also auch wir dürfen nicht mehr zur Sache tun, denn daß wir allerlei Lehre, sie heiße jüdisch, türkisch, katholisch oder wie sie wolle, gegen des Engels Predigt halten, ob sichs auch mit ihr reimen oder leiden wolle. Das Papsttum hat über die Maßen viel Gepränge mit den Gottesdiensten, auch viel großer, köstlicher Werke. Aber wer sieht nicht, daß es alles Abgötterei ist, besonders weil sie solche Gottesdienste für ihren Heiland halten? Das ist, sie verlassen sich darauf, als hätte Gott einen Gefallen daran, und sie dadurch seine Gnade erlangen und ins Himmelreich kommen könnten; so doch hier vom Kind der Engel predigt, und sonst niemand, sei der Heiland. Deswegen können wir Papst und Bischöfe mit Wahrheit beschuldigen, daß sie in irriger Lehre und Leben sind. Denn es reimt sich weder ihr Leben noch ihre Lehre mit dieser Engelpredigt. Wer sich nun hält und richtet nach des Engels Predigt, der kann nicht fehlen noch irren, er nehme vor sich und urteile, was er wolle. Deswegen mögen wir Gott wohl für solche Gnade danken, und von Herzen bitten, daß er uns wolle bewahren, daß wir dies Kindleins und selig Licht ja nicht aus den Augen und Herzen lassen, welches uns vorleuchtet wider alle List des Teufels und Schalkheit der Welt, daß wir sicher wandeln, und aller anderen Lehren, so dawider sind, leicht und bald urteilen können, daß sie unrecht sind; dürfen nicht mehr tun, denn daß wir sagen:. Der Engel predigt nicht so, daß meine, deine oder einiger Kreatur Werke unser Heiland sei; sondern er weist uns auf das Kindlein, von dem er sagt: " euch ist heut der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr ", der hat alles getan und ausgerichtet, was unsere Seligkeit betrifft. Dem englischen Doktor will ich Glauben und mich an seine Predigt halten, sonst keine hören, die anders lautet. 16. Das ist die köstliche Engelpredigt, da kommen viel tausend andere Engel und heben eine schöne Musik an, daß, gleich wie die Predigt eine Meisterpredigt ist, also folgt auch ein schöner Meistergesang darauf, ein englischer Gesang, den man vorher in der Welt nie gehört hat, und lautet also: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen
Am 1. Weihnachtstag 2002-03-24 17:50:04 read : 23 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2, 10-12 1. Wir haben zuvor die Geschichte gehört, wie Jesus Christus, Gottes Sohn, in diese Welt geboren ist und was wir daraus lernen sollen. Als nun solches zu Bethlehem
Am 1. Weihnachtstag 2002-03-24 17:50:04 read : 23 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2, 10-12 1. Wir haben zuvor die Geschichte gehört, wie Jesus Christus, Gottes Sohn, in diese Welt geboren ist und was wir daraus lernen sollen. Als nun solches zu Bethlehem geschehen, meldet der Evangelist, wie ein Engel vom Himmel zu einigen Hirten, die nahe dabei auf dem Felde bei ihren Herden waren, mit einem herrlichen, großen Licht kommen und von solcher Geburt den Hirten mit diesen Worten gepredigt habe: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen:. Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. 2. Das ist die erste Predigt von diesem geborenen Kindlein, unseren Herrn Jesu, welche von den Engeln vom Himmel zu uns auf Erden gebracht worden ist. Deswegen sie wohl wert ist, daß wir es mit Fleiß lernen, und uns ja davor hüten, daß wir nicht denken, wir könnten es auslernen. Denn ob man es gleich alle Jahre, ja, alle Tage predigt, so werden wir es doch hier auf Erden nicht zu Ende lernen können. 3. Es ist aber diese Engelpredigt sehr nötig gewesen: denn wenn Christus zwanzigmal geboren wäre, so wäre es doch vergebens gewesen, wenn wir nichts davon wüßten. Denn was ist es, daß einer einen Schatz im Hause oder Keller hat, da er nichts von weiß? Dieser Schatz wird ihm wenig Freude machen. Wie das Sprichwort heißt: ein verborgener Schatz ist ein unnützer Schatz, weil man über ihn hinläuft, wie über den Dreck auf der Gasse, den man nicht achtet. Also ist es hier mit dieser heiligen, freudenreichen Geburt auch. Wenn die lieben Engeln nicht davon gepredigt und solchen Schatz den Leuten nicht geoffenbart hätten, hätte niemand diesen Schatz begehren, viel weniger genießen, niemand wäre darüber froh geworden. Ursache, was einer nicht weiß, daß ficht ihn nicht an; es gibt wieder Lust noch Unlust, sondern ist, als wäre es nie gewesen oder sollte es nimmermehr etwas werden. 4. Darum ist dies der vornehmsten Stücke eins in dem heutigen Evangelium, daß der Engel mit seiner Predigt diese Geburt offenbart und zeigt uns diesen Schatz; daß wir nicht so vorüber gehen, den Schatz haben, und dennoch nichts davon wissen, uns weder darüber freuen noch trösten, und spricht:. " Dich verkündige euch große Freude ". 5. Diese Worte sind sehr wohl gesetzt. Die Hirten sind über dem großen Licht und Glanz, als über einem ungewöhnlichen Ding, sehr erschrocken, daß Himmel und Erde in einem Augenblick die Nacht so hell als der Tag geworden ist. Solches sieht der Engel, spricht deswegen fröhlich an, und sagt:. " Fürchtet euch nicht ". Als sollte er sprechen:. Wir habt kein Ursache, daß ihr euch fürchten sollt; daß ihr euch aber fürchtet, ist ein gewisses Zeichen, daß ihr von dem edlen, teuren Schatz noch nichts wisset, den euch Gott geschenkt hat; sonst würdet ihr euch nicht fürchten, ja, ihr würdet euch von Herzen freuen und guter Dinge sein. Denn eben darum bin ich gekommen, daß ich euch eine große Freude verkündigen soll, ein großes Werk und Wunderzeichen, welches, so ihr es recht in euer Herz bilden werdet, so werdet ihr guter Dinge darüber sein und eine große, überschwengliche Freude haben. 6. Daß es also den Engeln vornehmlich darum zu tun ist, daß er gern eine solche Predigt tun wollte, die da haften bleibt und nicht umsonst wäre, sondern ausrichtet, was sie soll. Darum sagt er nicht von einer schlechten, sondern von einer großen Freude und nötigen Sache. 7. Und das darum: denn der Teufel hat durch die Sünde uns Menschen sehr herunter geworfen, und einen schrecklichen Jammer angerichtet, daß wir nicht allein in der Erbsünde stecken und den ewigen Tod auf uns haben, sondern noch täglich in der Welt allerlei Unglück von ihm erwarten müssen; also, daß niemand einen Augenblick sicher ist, weder des Leibes noch des Gutes wegen, welches alles in einer Gefahr schwebet. Über solchen Jammer ist noch ein größerer, wie im Evangelium geschrieben ist, daß der Teufel in die Leute fährt, macht sie toll und töricht, daß man mit Wahrheit sagen kann, ein solcher Mensch sei nichts, denn ein stinkendes heimliches Gefäß des Teufels. So schändlich hat er durch die Sünde uns Menschen zunichte gemacht, daß wir hier auf Erden nicht einen Bissen Brot können mächtig sein, müssen danach recht auch Gottes Zorn und ewigen Tod tragen. Das lasse ein schrecklich, jämmerlich und greulich Teufelsreich sein. 8. Dennoch, wenn wir es recht bedenken und beides gegeneinander abwägen, so ist solcher Jammer, welchen wir vom Teufel haben, keineswegs der Herrlichkeit und diesem trefflichen Schatz und Freude zu vergleichen, da der Engeln hier von predigt, und sagt:. " Fürchtet euch nicht, ich verkündige euch große Freude, euch ist der Heiland geboren ". Mit solcher Predigt wollte der Engel gern unseren Herzen abwenden von allem solchen Teufelsjammer auf dies Kindlein; und meint, der hätte alsdann ein Werk eines christlichen Predigers ausgerichtet, wenn er uns dahin bringen könnte, daß wir diesen Heiland recht ansehen und als unser Fleisch und Blut erkennen lernten. Und es ist gewiß wahr: wenn es sein sollte oder könnte, daß dies fröhliche Bild in eines Menschen Herz recht ginge, so würde dieser Schatz allen gering sein, welchen wir vom Teufel haben, ob es gleich ein großer und ewiger Schade sei. 9. Wer nun den Teufel überwinden, sein Gift und Zorn verlachen und vor ihm sicher sein will; der muß es allein mit diesem süßen Anblick und Trost tun, wovon der Engel hier predigt und sagt:. Euch ist der Heiland geboren. Wenn dieser Blick recht in das Herz fällt, so ist die Sache schon gewonnen. Denn da denkt der Mensch also:. Der Teufel hat mich und alle Menschen geschändet und erwürgt, in Gottes Zorn und ewiges Urteil geworfen: aber so groß ist dieser Schade nicht; der Schatz, welchen mir Gott gegeben hat, ist noch größer, nämlich, daß Gott, mein Herr, nicht das menschliche Geschlecht besitzt, wie der Teufel pflegt die Menschen zu besitzen; sondern er selbst wird wahrer Mensch, daß also aus Gott und menschlicher Natur eine Person wird. So nahe kann der Teufel einem Menschen nicht kommen. Denn ob er gleich einen Menschen besitzt, so bleibt doch der Mensch Mensch, der Teufel Teufel, und so sind zwei unterschiedliche Personen und Naturen. Dagegen ist nun der Sohn Gottes Mensch geworden, daß ich mit der Wahrheit sagen kann:. Dieser Mensch ist Gott, und Gott ist Mensch. 10. Deswegen hat sich unser lieber gnädiger Gott im Himmel viel näher zu uns getan und ist viel tiefer in unser Fleisch gekommen, denn als der Teufel hineinkommen kann. Der mag einen Menschen besitzen und martern, aber er kann nicht ein persönlicher Mensch werden, die Naturen bleiben immer geschieden, nicht allein nach dem Wesen, sondern auch in der Personen. Solches aber ist hier eins, der Sohn Gottes ist unser Fleisch um Blut, von Maria, der Jungfrau, geboren, natürlicher Weise, wie ich und du, ausgenommen, daß er ohne männlichen Samen vom Heiligen Geist empfangen, und das Gift des leidigen Teufels nicht mit hat angenommen, sondern hat ein ganz und gar rein unschuldig Fleisch und Blut. Außer diesem einigen Stück, daß unser Fleisch und Blut unrein und sündig ist, ist er ein Mensch wie ich und du, er hat essen müssen, trinken, schlafen, aufwachen, wie andere Menschen von Natur aus tun müssen, wie Paulus sagt:. " Der ist erfunden wie ein Mensch "; das wer ihm gehört oder gesehen, hat müssen sagen:. Das ist ein wahrhaftiger natürlicher Mensch, kein Gespenst. Denn er hat alle Art dieses Lebens an sich. 11. Das ist die Freude, da der Engel von sagt. Ich rede aber jetzt nur allein von der Ehre, der wir uns freuen sollen, noch nicht von der Frucht, von welcher man predigt, wenn man von seinem Leiden und Auferstehen predigt. Jetzt sagen wir allein von der Ehre, daß Gott uns so nahe geworden ist, daß er unser Fleisch und Blut, und ein persönlicher Mensch ist, wie ich und du sind, allein das ausgenommen, daß er ohne alle Sünde ist. Mit dieser unaussprechlichen Ehre hat er das menschliche Geschlecht geziert. Das wollte der Engel den Leuten gern einbilden und spricht: . " Ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird ". 12. Der ist fröhlich und guter Dinge darüber, brennt und springt vor lauter Freude, schämt sich der armen Hirten nicht, daß er ihnen predigen soll, sondern ist guter Dinge darüber, und wollte gern, daß jedermann solches zu Herzen ginge, wie ihm, und alle Menschen solche große Ehre erkennen lernten, daß die menschliche Natur zu der Herrlichkeit gekommen ist, daß der Sohn Gottes, durch welchen alles erschaffen ist, die hohe Majestät, unser Fleisch und Blut geworden ist. 13. Denn da wäre nicht wunder, wenn wir gleich sonst nichts davon hätten, daß wir Menschen unter einander uns so lieb gewinnen sollten, daß eines das andere vor Liebe, wie man sagt, fressen sollte. Ich rede aber noch nicht von dem Nutzen und Brauch, sondern allein von der Ehre. Wenn dieselbe uns recht zu Herzen ginge, da sollten wir nie einem Menschen feind sein können. Ursache, wer wollte doch dem Bild feind sein oder Böses tun, das Leib und Seele hat, wie mein und dein Gott? Sollten wir nun nicht um solcher Ehre willen, die Gott uns bewiesen hat, alle Menschen auch lieben und ihnen alles Gute tun? 14. Die Engel sind eine viel herrlichere Kreatur denn wir Menschen; das hat Gott nicht angesehen. Gott ist nicht ein Engel geworden. Dazu sind die Engel auch unschuldige und heilige Geister, die nicht gefallen sind, wie die anderen Engel und wir armen Menschen. Da läßt es sich ansehen, als wäre es billiger gewesen, daß Gott ein Engel sollte geworden sein. So fährt er zu, nimmt die geringe, arme Kreatur an, die in Sünden steckt, in des Teufels Reich und unter des Todes Gewalt ist, die der Teufel auf das äußerste plagt und schändet. Das heißt ja tief sich zu uns herunter gebeugt. Sollte denn uns solches nicht erweichen, daß wir mit aller Brunst unter einander uns lieb hätten, alle Freundschaft und Dienst unter einander beweisen, nicht so unter einander verachten, neideten? 15. Etliche Väter, meinen, der Teufel, der im Himmel gesehen habe, daß der Sohn Gottes soll Mensch werden, habe er aus solcher Ursache einen Neid gegen die Menschen und einen Haß gegen Gott bekommen, daß er nicht mehr ein Engel sein wollte sondern ein Mensch hat werden wollen, sei also aus Hoffart und Neid herunter gefallen. Solches mag wohl ein Gedanke unter wahr sein. Es habe aber dennoch die lieben Väter die große Freude und Ehre damit anzeigen wollen, welches uns in dem wiederfahren ist, daß Gott ist ein Mensch geworden, eben das arme Fleisch und Blut an sich genommen hat, daß wir arme Menschen haben, welche vom Teufel besessen und dem Tod der Sünde wegen übergeben waren. 16. Was für unselige Leute müssen diese sein, die von solcher Ehre nichts wissen? Die aber sind viel unseliger, die solches von den Engeln, Aposteln, oder anderen Predigern hören, daß Gott die menschliche Natur so gnädig heimsucht, an sich genommen und über alle Kreatur zum Herren gemacht habe, und haben dennoch keine Freude daran. Ja, unselige Leute müssen es gewiß sein, die solches nicht fühlen, nicht Trost und Freude davon haben. 17. Wenn unter vielen Brüdern einer zum großen Herren wird, wie froh werden die anderen Brüder? Wie können sie sich so hoch trösten? Wie man an Josef seinen Brüdern im ersten Buch Mose sieht, da er sich ihnen zu erkennen gibt. Und ist wahr, solches ist eine natürliche Freude. Wie kommt es aber, daß wir uns dieser unaussprechlichen Ehre und Herrlichkeit nicht auch freuen, daß sie uns nicht zu Herzen gehen will, wir Gott nicht darum loben und danken, daß mein Gott mein Fleisch und Blut geworden, und jetzt droben sitzt zur rechten Hand Gottes, ein Herr über alle Kreatur? 18. Der solches recht in sein Herz fassen könnte, der sollte ja um des Fleisches und Blutes willen, daß droben zur rechten Gottes ist, alles Fleisch und Blut hier auf Erden lieb haben, und keinem Menschen mehr zürnen können. Das also die zarte Menschheit Christi, unseres Gottes, mit einem Anblick alle Herzen billig fröhlich und freundlich machen sollte, es und mit Freude so erfüllen, daß nie mehr ein zorniger Gedanke da sein möchte also, wer in seinem Herzen dies Bild wohl gefaßt hätte, daß Gottes Sohn ist Mensch geworden, der sollte sich nie vom Herrn Christus etwas Böses, sondern nur etwas Gutes erhoffen. Denn ich weiß ja wohl, daß ich nicht gern mit mir selbst zürne, noch mir Arges begehre zu tun. Aber ist Christus eben der, der ich bin, ist auch ein Mensch; wie kann er es denn mit sich selbst, das ist, mit uns, die wir sein Fleisch Blut sind, übel meinen? Also würde solches Bild, wo es recht im Herzen wäre, in einem Augenblick alle greulichen Beispiele des Zornes Gottes verschmelzen, als da ist, die Sintflut, die Strafe von Sodom und Gomorra. Solches alles müßte in dem einigen Bild verschwinden, wenn wir denken an diesen einigen Menschen, der Gott ist, und die arme menschliche Natur so geehrt hat, daß er ist ein Mensch geworden. 19. Sind aber das nicht unselige Leute, wie gesagt, die solches hören, und achten es dennoch nicht, sondern lassen solchen Schatz liegen, denken nur, wie sie den Kasten mit Geld füllen, schöner Häuser bauen und große Pracht führen mögen? Solches kommt daher, daß der leidige Teufel die Herzen blendet, daß sie gar keinen Blick von solcher Freude, da der Engel hiervon predigt, sehen können. 20. Dies ist nun ein Stück, daß uns bewegen sollte zu großer Freude und seliger Hoffart, daß wir also geehrt sind über alle Kreatur, auch über die Engel, daß wir nun können mit der Wahrheit rühmen:. Mein Fleisch, mein Blut sitzt zur rechten Gottes und regiert über alles. Solche Ehre hat keine Kreatur, kein Engel nicht, es sie mein Fleisch und Blut aber hat es. Das sollte doch wohl allein schon ein Backofen sein, wo unser Herz drin schmelzen, und eine solche Brunst unter uns Menschen anrichtete, daß wir von Herzen einander liebten. Aber da hat, wie gesagt, der leidige Teufel sein Gespenst, daß wir es in der Kirche hören, danach nicht weiter daran denken, sondern bald vergessen. Das verdirbt uns diese Freude mit anderen Sorgen, auf das wir dies Bild nicht in unser Herz einschließen, wie wir sollten. Wenn wir nun nicht mehr denn diese Ehre hätten, so sollten wir vor Freuden springen und tanzen. 21. Nun aber über diese natürliche Ehre und Freude ist noch dies dabei, daß er, der Mensch Jesus, auch unser Heiland sein will. Das ist aller erst daß Rechte Stück und größte Ursache, daß wir sollen fröhlich sein. Daher sind es unselige Leute, die davon nicht hören noch wissen. Aber wie zuvor gesagt, viel unseliger sind die, die es hören und wissen, und doch nicht achten. Denn diese Worte sollten Himmel und Erde zerschmelzen, und uns aus dem Tode eitel Zucker, und aus allem Unglück, welches doch unzählig ist, eitel köstliche Perlen machen. Denn welcher Mensch ist, der dieses alles ausdenken kann, daß uns ein Heiland geboren ist? Solchen Schatz gibt der Engel nicht allein seiner Mutter, der Jungfrau Maria, sondern uns Menschen allen. " Euch, euch ", spricht er, " ist der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr ". 22. Der Engeln redet mit den Hirten; die waren Juden und kannten daß Wort " Christus " in ihrer Sprache sehr wohl, daß es heiße einen König und Herrn. Aber da irrte der meiste Teil der Juden, daß sie dachten, er würde ein Herr und Heiland im leiblichen Regiment sein. Das war die Meinung nicht. Der Engel sieht auf ein Höheres, da er spricht:. " Euch ist der Heiland geboren "; als wollte er sagen:. Ihr seid bisher des Teufels Gefangene gewesen, der hat euch geplagt mit Wasser, Feuer, Pest, Schwert, und wer kann die Unglücke alle erzählen? Da liegt ihr armen Menschen unter seiner Tyrannei. Die Seele verführt er mit Lügen, das ist unzählig mehr schädlicher, denn alle Pestilenz dem Leib sein kann. So hat der arme, dürftige, schwache Leib auch keine Ruhe vor ihm. Wenn er nun Seele und Leib so geplagt hat, so steckt noch der ewige Tod dahinter. Euch nun, spricht der Engel, euch, die ihr mit Seele und Leib unter solchem schädlichen, bösen, giftigen Geist, der der Welt Fürst und Gott ist, gefangen liegt, ist der Heiland geboren. 23. Das Wörtlein "euch" sollte uns ja fröhlich machen. Denn mit wem redet er? Mit Holz oder Steinen? Nein, sondern mit Menschen, und nicht mit einem oder zwei allein, sondern mit allem Volk. Was wollen wir nun daraus machen? Wollen wir auch weiter zweifeln an der Gnade Gottes und sprechen:. Über den Heiland mag sich wohl St. Peter und St. Paul freuen; ich darf es nicht tun, ich bin ein armer Sünder, dieser edle, teure Schatz geht mich nicht an? Lieber, wenn du es so willst sagen:. Er ist nicht mein; wessen ist der dann? Ist der um der Gänse, Enten oder Kühe willen gekommen? Denn du mußt hier sehen, wer er sei. Hätte er wollen eine anderen Kreatur helfen, so wäre er dieselbe Kreatur geworden. Aber ist allein eines Menschen Sohn geworden. 24. Nun, wer bist du? Wer bin ich? Sind wir nicht Menschen? Ja. Wer soll sich denn dieses Kindleins annehmen, eben die Menschen? Die Engel dürfen nicht, die Teufel wollen sein nicht. Wir aber dürfen sein, unseretwillen ist er Mensch geworden. Deswegen gebührt es uns Menschen, daß wir mit Freuden uns seiner annehmen, wie der Engel hier sagt:. " Euch ist der Heiland geboren ". Um kurz davor:. " Ich verkündige euch große Freude, welche allem Volk widerfahren wird ". Ist es nicht ein großes, herrliches Ding, daß ein Engel von Himmel solche Botschaft den Menschen bringt? Und danach so viel tausend Engel so fröhlich darüber sind, wünschen und predigen, daß wir Menschen auch sollen fröhlich sein und solche Gnade mit Dank annehmen, wie wir hören werden. 25. Darum ist es ein trefflich, teures Wort, daß wir hier hören:. "Euch ist der Heiland geboren ". Als wollte der Engel sagen:. Diese Geburt ist nicht mein, darf mich ihrer nicht annehmen, ohne daß ich es euch von Herzen gerne gönne. Aber euer ists, die ihr arme, verdorbene und verlorene Menschen seid. Diesen ist er ein Heiland geworden. Darum nehmet ihn an, ihr bedürfet solchen Heiland, so euch von Sünden und Tod sollte geholfen werden. Jenes, davon zuvor gemeldet ist, ist an sich selbst ein herrlich, großes Ding, daß Gott ist ein Mensch geworden. Aber dies ist weit darüber, daß er soll unser geistlicher und ewiger Heiland sein. Wer solches recht fühlt und glaubt, der würde davon zu sagen wissen, was eine rechte Freude wäre, ja, sollten nicht lange vor großer Freude leben können. Aber, wie am Anfang gesagt, wir werden diese Predigt hier auf Erden nicht völlig fassen, noch auslernen können. Dies Leben ist zu eng, so sind unsere Herzen zu schwach dazu. Sonst wenn es möglich wäre, daß es ein Herz recht annehmen könnte, müßte es vor Freude zerspringen, würde auch nimmermehr keinen traurigen Gedanken fühlen. 26. Es sollte, wenn wir glaubten, und zum wenigsten diese Frucht daraus folgen, daß wir freundlich unter einander leben würden, aufhörten mit Lügen und Trügen und allerlei Unrat, um des Bildes willen, daß Gott selbst ist ein Mensch geworden. Aber da sieht man, wie schwach es mit uns fortgeht, daß diese Freuden nicht recht ins Herz will, und wir beide, der Predigt des lieben Engels und des Heilands, vergessen, und der meiste Teil der Menschen dem alten Geiz und anderen nachgehen. Welches ein gewisses Zeichen ist, daß wir solche Predigt nicht fest, oder ja schwach glauben, sonst würden wir fröhlich sein, uns nicht bekümmern, wenn wir glaubten, daß wir einen solchen Heiland hätten. Wie sollte wohl ein Mensch sich freuen wenn die Glocken bei seinem Sterben läuten, wenn er eine gewisse Arznei gegen diesen Tod hätte! Solche Freude würde man fühlen, daß sie von Herzen ginge. Aber hier, der wir eine gewisse Versicherung gegen Sünde und den ewigen Tod haben, freut sich niemand, oder nur wenige. Der meiste Haufe sucht eine andere Freude, daß er hier Friede, Ruhe und gutes Leben habe, und ist sich doch keines Augenblicks hier sicher. Das ist ein Zeichen, daß wir diese freudenreichen Predigt, gleich als im Schlaf, hören, bleiben heillose Leute, die den Schatz vor Augen haben und achten sein doch nicht. 27. Wer nun also geschickt ist, daß er solches hört und keine Freude davon empfindet, der mag sich wohl für einen unseligen Menschen achten. Denn was will doch ein Herz fröhlich machen, wenn es sich dessen nicht freuen, davon der Engel hier sagt:. " Euch ist der Heiland geboren "? Wer sich nun dieser Predigt nicht bessern und frömmer werden will, wem dieser Schatz nicht schmecken und dies Feuer das Herz nicht erwärmen will, den mag der Henker frömmer machen, sonst ist ihm nicht zu helfen. Darum so lerne es für ein böses Zeichen zur achten, wo du dich dermaßen so kalt und erstarst befindest, und bitte ja Gott von Herzen um seine Gnade, daß er durch seinen Heiligen Geist dir dein Herz ändern und helfen wolle. 28. Daß der Engel aber weiter meldet, er sei geboren, dieser Heiland, in der Stadt David, und nennt ihn Christum, den Herrn: mit den Worten weist er uns in die Schrift. Denn also war durch den Propheten Micha zuvor geweissagt, er sollte zu Bethlehem geboren werden. 29. Besonders aber heißt der Engel das Kindlein Jesum einen Herrn. Solches sollen wir nicht verstehen, als würde er ein weltlicher König sein, der sich als ein Tyrann erzeigen würde und mit der Keule dazwischen schlagen. Nein, sondern wie Gott zu Adam spricht:. " Des Weibes Same soll der Schlange den Kopf zertreten "; und des Teufels Feind, aber unser Herr und Erlöser sein wolle, der mich und dich für das Seine ansprechen und als die Seinen vom Teufel abfordern wolle, und ihn sagen:. Gib mir diesen her, den du gefangen hälst; er ist sich dein, sondern mein eigen Geschöpf, den ich nicht allein erschaffen, sondern auch mit meinem Leib und Blut erkauft habe; darum lasse ihn fahren und gib ihn mir wieder, denn er steht mir zu. Das also Christus ein tröstlicher Herr sei, der dem Teufel in das Regiment mit Gewalt greife, und das Seine zu sich nähme; der ihm unter die Augen trete und sagen:. Du verfluchter Geist hast sie geführt in die Sünde und Tod, du betrügst und belügst sie, und sind doch nicht dein; ich bin der Herr, dem es nicht allein von Natur, sondern auch von Rechts wegen gebührt, und dir nicht, daß ich über die Menschen regieren soll, denn sie sind mein verdientes Gut. 30. Ja, sprichst du, hat doch der Sohn Gottes die Engel nicht erlöst, wie kann man denn das Wörtlein Herr also deuten? Antwort:. Gegen uns hat solches Wörtlein keinen anderen Verstand, und ist recht also gedeutet. Aber weil der Engel einfach hin redet, und dem Kindlein Jesus einen so hohen Titel gibt, und Herr nennt, so ist es eine gewisse Anzeigung, daß dies Kindlein, von Maria der Jungfrau leiblich geboren, natürlicher, wahrer, ewiger Gott sei, sonst würde der Engel ihn bestimmt nicht Herr heißen. 31. Unser Heiland ist er, und der Engel nicht, wieder Engel hier klar sagt:. " Euch ist der Heiland geboren ". Aber ist nicht allein unser Herr, sondern auch der Engel Herr; die sind nun mit uns und wir mit ihnen dieses Herrn Hausgesinde, zählen sich unter diesen Herrn zugleich mit uns, daß wir Menschen, die wir zuvor des Teufels Knechte waren, durch dies Kindlein zu solchen Ehren kommen, daß wir nun in der Bürgschaft der lieben Engeln angenommen sind. Die sind jetzt unsere besten Freunde, daß wir uns mögen rühmen um dieses Kindleins willen, daß wir mit den Engeln und sie mit uns einen einigen Herrn haben, einerlei Hausgesinde miteinander sind. 32. Die lieben Engel sollten billig hoffärtig sein, daß sie viel edler sind denn wir Menschen: erstens ihrer Natur und Wesens wegen, danach auch, daß sie ohne Sünde sind. Aber da spürt man keine Hoffart, sie verachten uns Menschen um unseres Jammers willen nicht, unser Sterben, Sünde und Not ist ihnen von Herzen leid. Darum haben sie auch so eine herzlichen Freude über die Hilfe, so uns durch dies Kindlein widerfährt, gönnen uns die Seligkeit wohl, als sich selbst, daß wir das Kindlein zu eigen bekommen, welches ihr Herr ist, und zu hohen Ehren bringt, daß wir ihre Mitgenossen sein sollen. Sie sagen nicht:. Ich mag die Sünder nicht, die stinkenden Toten, die im Grabe liegen, die Hurer, die Buben. Nein, so sagen sie nicht, sondern sind von Herzen fröhlich darüber, daß sie solche Sünder zu Frieden kriegen, und loben Gott darum, daß wir von der Sünden los werden, und zu ihnen in ein Haus und unter einen Herrn gekommen sind. Um solcher Gnade willen danken und preisen sie Gott, deren sie doch nicht genießen. 33. Wie viel mehr will sichs nun gebühren, daß wir auch Gott dafür danken und loben, und unter einander auch lieben und Dienst beweisen, wie der Sohn Gottes uns bewiesen hat, der unser Fleisch und nächster Freund geworden ist. Wer aber solches nicht achten, den Nächsten nicht auch so lieben und ihm helfen will, dem ist, wie ich oben gesagt habe, nicht zu helfen. 34. Das ist die erste Predigt nach Christi Geburt von diesen Kindlein, die geht nun durch die Welt durch und durch, bis an der Welt Ende. Darum sollt ihr fleißig merken; denn hier steht, wie die lieben Engel unsere Freunde geworden, und mit der fröhlichen Botschaft zu uns gekommen sind, und gesagt:. Wir sollen uns nun nicht mehr fürchten, weil das Kindlein uns geboren ist und unser Heiland sein will. Dies ist der rechte, höchste und beste Trost, da man Gottes Gnade und Barmherzigkeit ganz gewiß dran prüfen kann, daß Gott, der allmächtige, ewige Vater, sich über uns erbarmt, und uns seinen Sohn gegeben hat auf eine so freundlicher Weise, durch ein zartes, keines, junges Jungfräulein, den legt er in ihren Schoß hinein, und läßt uns predigen:. Er sei unser Heiland; was uns mangelt, daß sollen wir an ihm finden; er wolle unsere Hilfe und Trost sein, daß von nun an zwischen Gott und uns aller Zorn aufgehoben und nur lauter liebe und Freundlichkeit sein soll. 35. Da denke du nun, ob Gott denen unrecht tue, wenn er sie gleich ewig verdammt, die solches hören und sich doch solches nicht annehmen, wie die blinden verstockten Katholiken tun, die sich an diesem Heiland nicht genug sein lassen, suchen sich andere Heilande, darauf sie sich verlassen. Des Engels Predigt lautet anders, nämlich, daß dies Kindlein allein unser Heiland sei, an dem wir allein allen Trost und Freude haben sollen, als an dem höchsten Schatz; wo der ist, da sehen alle Engel und Gott selber hin. 36. Solchen Schatz aber legt er nicht allein der Mutter in den Schoß, sondern mir und dir, und sagt:. Er soll dein eigen sein, sollst sein genießen, und alles, was er hat, im Himmel und auf Erden, daß soll dein sein. Wer nun solches hört, doch keine Freude davon hat, oder diesen Heiland fahren läßt und sucht einen anderen, der ist wert, daß ihn der Donner neun Ellen unter die Erde schlage. Deswegen sollen wir Gott um seine Gnade danken und bitten, daß er diese Engelpredigt selbst in unsere Herzen reden und schreiben wolle, auf das wir uns dieses Heilandes recht trösten und durch ihn Tod und Teufel überwinden mögen. Das helfe uns unser lieber Herr und Heiland Christus, Amen.
Am 11. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:41:14 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 18,9-14 Er sagte aber zur etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm währen, und verachteten die anderen, ein solches Gleichnis:. Es gingen zwei Menschen h
Am 11. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:41:14 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 18,9-14 Er sagte aber zur etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm währen, und verachteten die anderen, ein solches Gleichnis:. Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also:. Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faßte zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, daß ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach:. Gott, sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch:. Dieser ging gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhen wird, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. 1. Im heutigen Evangelium lehrt uns unser lieber Herr Christus, wie wir rechtschaffene Christen und demütig sollen sein. Denn durch diese Tugend allein kommt man zu Gnaden. Wo aber diese Tugend, nämlich Demut, nicht ist, da kann Gott keinen Gefallen haben noch gnädig sein. Wie wir hier an diesen zwei Personen sehen, am Pharisäer und Zöllner. 2. Die Pharisäer waren bei den Juden, gleichwie im Papsttum die Mönche, hatten sonderliche Kleidung, sonderliche Tage zum fasten und beten, und trieben der Heiligkeit soviel, daß die anderen Menschen sich dagegen wie Sünder vorkamen. Daher hatten sie auch den Namen, daß sie Pharisäer hießen. " Pharisäus " aber heißt in hebräischer Sprache so viel als ein Sonderling, der sich ausgesondert aus dem allgemeinen Volk und will etwas besonderes sein. 3. Dagegen waren die Zöllner eben wie bei uns die Amtleute sind, welche den Leuten nur dann schnell helfen wenn sie dafür extra Geld bekommen. Darum sie jedermann für Geizhälse und öffentliche Sünder hielt, die ein solches Amt hätten, darin sie geizten und den Leuten viel Plage anlegten. Darum war es nicht zu vermuten, daß einer unter ihnen fromm wäre; gleichwie sich nicht vermuten ließ, daß unter den Pharisäern ein Schalk wäre. 4. Aber unser lieber Herr Christus macht hier gar ein anderes Urteil, sagt:. Der Zöllner sei fromm und gerecht; der Pharisäer aber sei ein Sünder, dazu ein sehr großer, schändlicher Sünder. Denn also zeigt er das Gleichnis an:. " Es waren etliche, die sich vermaßen, daß sie fromm während, und verachteten die anderen ". 5. Das sind der zwei häßliche Untugenden der Pharisäer, daß sie nicht allein von sich selbst hoch hielten, welches Sünde genug wäre, denn Hoffart ist eine teuflisches Sünde: sondern verachteten auch die anderen. Da bedenke du, was soll einem solchen Heuchler helfen, wenn er sich gleich zu Tode betet und fastet, weil der Teufel ihm im Herzen sitzt mit einer solchen Hoffart, daß er sich selbst aufbläst und sagt:. Wenn ich mich nicht selbst heilig machte, so müßte ich lang auf unseren Herrn Gott warten; aber da faßte ich soviel, der bete ich soviel, da tue ich dies, da daß, daß andere nicht tun: ich gebe meinen Zehnten treulich. Könnten die anderen den Priestern nichts denn Stroh und Stoppeln geben, sie täten es; aber ich bin nicht so, ich bin frömmer. 6. Also kommen die zwei greulichsten und Tugenden in dem Heiligen Mann zu Hauf, daß er so trefflich hoffärtig und vermessen ist, und andere so tief verachtet, und sagt:. Sie sind nichts denn Räuber, Ungerechte und Ehebrecher; sonderlich aber malt er den Zöllner meisterlich aus. Der, spricht er, steht da, schindet und schabt jedermann, nimmt es, wo er kann. So ein böser Bube bin ich nicht, Gott Lob! Nicht: ich bin ein lebendiger Heiliger gegen den zu rechnen. Solcher Stolz und Hoffart ist auch vor der Welt ein sehr verdrießliches Laster, wie das gemeine Sprichwort sagt, da man sagt:. Bist du etwas, so sei es; aber laß andere Leute auch etwas sein. Wie mag es denn vor unserem Herrn Gott sein? Dem muß es tausend und aber tausendmal mehr entgegen sein, wo man gegen ihn vermessen und hoffärtig sein will. 7. Das also dies Evangelium vornehmlich dahin geht, daß unser lieber Herr Christus uns vormalt, was da sei die rechte Gerechtigkeit, und wie man sie von der Heuchelgerechtigkeit unterscheiden und erkennen soll. Als sollte er sagen:. Du sollst wohl einen Mann finden, der dahergeht als ein lebendiger Heiliger; er fastet, er gibt Almosen, er bricht die Ehe nicht, tut niemand Unrecht, geht gern zur Predigt. Wer kann dies alles anders deuten, denn daß er ein frommer Mann sei? Aber ich sage dir, willst du ihn recht erkennen, so muß du nicht auf solchen Schein sehen, welchen auch ein Schalk führen kann, sondern du mußt darauf sehen, was da heiße, vor Gott gerecht sein. Denn des äußerlichen Lebens halben ist dieser Pharisäer fromm, daß man wünschen sollte, so viel den äußerlichen Wandel belangt, es wäre alle Welt, wie er ist. Aber das ist noch nicht genug, und hüte dich ja daß du dich darauf nicht verläßt. Denn hier siehst du, wie unter solchem Heiligen Leben eine so großer Teufels Hoffart steckt. Um solcher Hoffart Willen konnte der Teufel nicht im Himmel bleiben; Adam und Eva konnten nicht im Paradies bleiben; wie sollte denn dieser in der Kirche bleiben? 8. Fasten ist recht, beten ist recht, Zehnten geben ist recht, die reine Ehe halten, nicht Rauben, niemand Unrecht tun, ist alles recht und gut. Aber der Pharisäer zieht es mit Hoffart an, daß lauter Teufelsdreck daraus wird. Denn so es in der Welt also geht, wer einem anderen darum Gutes tut, daß er ihn damit fangen und sich zur eigen machen will, der tut ihm mehr Schaden, denn Gutes. Wie das Sprichwort heißt: geschenktes Gut kommt am teuersten. Wie kann Gott einen Gefallen haben an der Heiligkeit, da man ihm mit pochen und wieder ihnen stolzieren will? Da wird aus der Heiligkeit eine zweifache Schalkheit. 9. Also tut der Heuchler hier auch: o Gott, spricht er, siehst du auch, daß du an mir einem frommen Mann hast? Die Welt ist doch nichts denn Räuber, Ungerechte und Ehebrecher; ich aber bin fromm. Er tue nun in solcher Hoffart, was er wolle, ja, wenn er auch Blut schwitzte und sich mit Feuer verbrennen ließe, so ist es vor Gott ein Greuel und die größte Sünde. Darum spricht Christus hier:. Wenn ihr wollt fromm sein, so seid es recht, und hütet euch, daß ihr nicht hoffärtige Heilige seid. Denn ob ihr schon strauchelt, oder zuweilen gar in den Dreck fallet, so soll es mich nicht so verdrießen, als so ihr alle Heiligkeit hättet und wäret hoffärtig dabei. 10. Beschließt deswegen diese Lektion mit seinem, merklichen Spruch: " wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt, der sich aber selbst erniedrigt, der wird erhöht ". Auf das jedermann lerne demütig sein und niemanden verachtet. Denn das heißt Demut, daß ich von mir nichts, aber von anderen viel halte. Wer aber von sich selbst viel hält, und denkt, wie er gelehrt, schön, reich, fromm sei, d. h. Hoffart. Wie der Pharisäer tut, der sieht sein fasten, Zehnten geben und anderes an, hält deshalb viel und hoch von sich. Das will der Herr verboten haben. Dagegen sieht man an dem Zöllner keine Hoffart, sondern eine rechte Demut. Denn er rühmt nichts, und bittet nur darum, daß Gott ihm wolle gnädig sein. Das, spricht der Herr, lernet ihr auch, daß ihr sagt:. Ich kann mich nichts rühmen; denn ob ich schon mich wollte rühmen, ich wäre gelehrt, reich, mächtig; so kann unser Herr Gott sagen:. Lieber, woher hast du es? Hast du es von dir selbst? Nein. Woher denn? Ist es nicht mein Geschenk? Ja, Herr, dein ist es. Warum rühmst du dich denn? Sollte jemand sich rühmen, so sollte ich es tun, der ich dir alles gebe. Du sollst es nicht tun, sondern solltest sagen:. Ob ich schon reich bin, so weiß ich doch, daß du mich in einer Stunde arm machen kannst; ob ich weise und gelehrt bin, so kannst du mich mit einem Wort zum Narren machen. Das hieße demütig sein und sich nicht selbst brüsten und andere verachten, darum daß du schöner, frömmer, reicher bist denn andere. 11. Das wäre wohl fein, wenn wir solcher Hoffart wider den Teufel brauchten, und sprächen:. Ich habe Gottes Wort, daß weiß ich; habe damit so viel Gutes ausgerichtet, da den, dort einen anderen unterrichtet, getröstet, vermahnt; ich habe da, dort mit Almosen geholfen; daß weiß ich, daß es ein gutes Werk ist; und trotz Teufel, daß du es lästern solltest! Gegen den Teufel, sage ich, geht solches hin, daß man es rühme; denn wir haben es nicht von ihm. Aber wieder Gott, da wir alles von haben, soll man nicht rühmen, sondern sich demütigen. 12. Danach soll man den Nächsten auch nicht verachten, sondern also denken:. Weil alle Gaben unseres Herrn Gottes eigen sind und von ihm allein kommen: ob ich gleich derselben mehr denn mein Nächster habe, so weiß ich doch, daß unser Herr Gott ein Urteil sprechen kann zwischen dir und meinem Nächsten, der kaum den Zehnten Teil meiner Gaben hat, und ihm gleich so günstig sein, als mir. Warum wollte ich denn etwas mich rühmen oder überheben? Fürchten sollte ich mich, wenn ich viel habe, daß ich desselben nicht mißbrauchen, und immerdar denken: Gott macht es nach seinem Gefallen; einem gibt er viel, dem anderen wenig. Aber wohl kann es kommen, daß er dem gnädiger sei, der wenig hat. Ursache: jener, der viel hat, muß desto mehr Rechenschaft geben; da er aber wenig hat, darf desto weniger Gefahr ausstehen. 13. Aber solche ist tut der Pharisäer hier nicht; er fährt auf das allergröbste heraus:. Ich bin nicht wie andere Leute; bin auch nicht wie dieser Zöllner. Ich gebe den Zehnten; der Zöllner raubt allein. Ich betrüge niemand; so klagt er diese ganze Welt an. In der Summe; der Pharisäer denkt bei sich, er sei allein und habe alles; der Zöllner sei nichts und habe nichts. Aber, du Schalk, solltest du nicht sagen:. Wahr ist es, ich gebe meinen Zehnten fleißig, ich faßte und tue, so viel ich kann; aber ich weiß darauf nicht zu bauen. Lieber Herr Gott, es ist deine Gabe und es steht wohl darauf, daß dir dieser Zöllner besser Gefallen, denn ich? So sollte er den Zöllner über sich gehoben, oder ja neben sich haben gehen lassen, und gesagt:. Es ist daran nicht gelegen, ob mich viel oder wenig, sondern ob jemand einen gnädigen Gott habe. Was will ich denn trotzen und andere verachten, weil es alles an Gottes Barmherzigkeit liegt, und nicht an dem, was ein jeder für Gaben habe. Er aber tut es nicht, sondern trotzt auf seine Frömmigkeit, und eben, da er vor Gott steht und betet. 14. So will nun der Herr uns verbieten, daß wir unserer Frömmigkeit halben nicht sollen vermessen sein. Wiederum auch will er, daß niemand darum zweifeln soll, ob er schon in Sünde Gefallen und vom Teufel ist betört worden. Denn wir haben alle einen Gott, der seine Barmherzigkeit über uns, wie einen Mantel, ausbreitet, über Fromme und Sünder, über Gelehrte und Ungelehrte, über Reiche und Arme; denn er ist unser aller Gott. Darum sollen wir uns nicht überheben, sondern demütig sein: nicht dahin sehen, ob wir viel und andere wenig haben. Denn Gott kann dem gnädiger und holder sein, dem er wenig gegeben hat, denn der viel hat; ja, er kann wohl dich wieder nackend ausziehen, und einen, der nackend und bloß ist, schöner kleiden und mit trefflicheren Gaben zieren, denn dich. Warum wolltest du denn andere verachten und dich hervorheben? 15. In der Welt muß solche Ungleichheit der Personen, Stände und Gaben bleiben, daß einer mehr und höher, denn der andere, gehalten wird. Aber darum sind ihr vor unserem Herrn Gott nicht ungleich. Denn weil nichts denn Gnade bei ihm gilt, ist es unmöglich, daß jemand sich vor ihm rühmen und stolz sein könnte. Alle sollen sich demütigen, und wissen, obgleich wir unter einander ungleich sind, daß Gott darum nicht ungleich wird: er hat kein anderes Herz noch Auge auf den, der viel hat, denn auf dem, der wenig hat. Das also wir alle lernen sollen, uns an seine Gnade und Barmherzigkeit halten. Denn beide, Gerechte und Sünder, Reiche und Arme, Starke und Schwache, sind unseres Herrn Gottes. Was wir haben, daß haben wir alles von ihm; aber von uns selbst haben wir nichts als Sünde. Darum soll sich keiner über den anderen erheben, sondern sich demütigen und fürchten. Denn obgleich was Gutes da ist, so ist es doch alles unseres Herrn Gottes Gabe. Der soll davon rühmen, du nicht: sondern sollst desselben brauchen mit Danksagung und in der Furcht Gottes; denn er kann kein Stolzieren, kein Pochen noch trotzen Leiden. 16. Gleich aber wie niemand sich seiner Frömmigkeit oder anderer Gaben wegen überheben soll: also will Gott nicht, wenn du meinst, was für ein armer Sünder du bist, daß du nicht verzweifeln sollst, sondern daß du auf seine Güte trauen und dich sein trösten sollst, und sagen:. Wohlan, habe ich nicht so viel als der oder jener, so habe ich doch eben denselben Gott, der will mir auch gnädig sein. Darum will ich zufrieden sein, hingehen, meines Standes und Amtes warten in dem Maß, den mir Gott beschert hat; will niemand verachten, mich über nichts überheben, will mich auch darum nicht bekümmern, daß andere mehr, denn ich, haben. Denn ich will zufrieden sein, daß ich eben den Gott habe, den sie haben; und daß Gott nicht darum ein ungleicher Gott ist, obschon wir Menschen unter einander ungleich sind. Das meint der Herr, da er dies Gleichnis beschließt, und spricht:. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; aber wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht ". Als sollte er sagen:. Wenn ich solche Heiligen finde, die mir es können heimgeben, je weniger dieselben von sich halten, je mehr will ich ihnen geben. Dagegen aber, der etwas hat und will darum hoffärtig und hoch gehalten sein, dem will ich eins nach dem anderen wieder nehmen, bis ich ihn endlich in Ungnaden in den Abgrund der Hölle stoße. 17. Wenn der Pharisäer nicht so hoffärtig gewesen, sondern in aller Demut Gott seine Gaben hätte heimgetragen, und gesagt: Herr, du hast mir viel Gnade getan, daß du mich vor dieser und anderen Sünden so gnädiglich behütet hast; solches ist deine Gabe, der freue ich mich, ich überhebe mich aber dessen nicht, verachte auch deswegen niemand; denn du kannst es wieder nehmen, wenn du willst. So hätte ihm Gott von Tag zu Tag der Gaben noch mehr gegeben und ihm nicht können feind sein. Weil er aber damit Hoffart treibt, und andere darüber richtet und verachtet, und spricht:. Ich bin alles, der Zöllner ist nichts, da zieht ihn unser Herrn so rein aus, daß nichts mehr an ihm bleibt, daß noch zu loben wäre. Denn da steht unseres Herr Christi Urteil:. " Der Zöllner ging gerechtfertigt hinab vor jenem ". Das ist, der Pharisäer ist ungerecht, verdammt und gehört in die Hölle zum Teufel. Was hat er nun von seinem Rühmen? Dagegen aber der Zöllner, der da spricht: " Gott, sei mir gnädig ", wird zum Heiligen in der Kirche, und hat einen gnädigen Gott, wie er betet. 18. Das will Christus uns alle lehren, daß wir sollen von Tag zu Tag erkennen, was wir sind und haben. Hast du Geld, gesunden Leid, Haus und Hof: brauche desselben, gönne dir es wohl, gebe es dir gern und will dir noch mehr geben, allein rühme dich nicht und verachte keinen lebendigen Menschen darum. Gedenke, wenn du einen siehst, der nicht hat, was du hast, daß er ebenso einen gnädigen Gott haben kann, als du. Darum verachte ihn nicht, lasse ihn eben dir gehen, so wird Gott gepriesen von beiden; da sonst die falschen Heiligen Gott schmähen, ob sie es gleich mit dem Munde und öffentlich nicht tun. 19. Darum wer bloß nach den Worten beurteilen wollte, der muß sagen, daß es nicht unrecht geredet ist, daß der Pharisäer hier sagt: Gott, ich danke dir. Denn solche Worte führen die rechten Heiligen in ihrem Gebet auch, aber mit einem anderen Herzen. Denn wo sie Gott für etwas danken, bekennen sie damit, es sei sein Werk und Gabe, sie haben es nicht von sich selbst. Aber das ist des Pharisäers Meinung nicht; sonst würde er gesagt haben:. Das ich kein Ehebrecher, kein Räuber noch Ungerechter der bin, Herr, daß habe ich niemand denn dir zu danken. Meinetwegen, wo es außer deiner Gnade gewesen, würde ich eben haben hausgehalten, wie andere Leute. Denn wir sind alle gleich, einer darf sich nicht über den anderen rühmen. Aber so denkt dieser Pharisäer nicht, sondern er dreht es noch um, und spricht:. " Ich danke dir, daß ich nicht bin, wie andere Leute ". Zieht also alle seine Tugend in sich selbst, als hätte er sie von sich selbst und nicht von Gott. Denn sonst würde er ihrer sagen:. Du hast es gegeben. Das tut er nicht, stellt sich nicht anders, denn als sei er so reich und könne Gott geben; dankt also nicht Gott, sondern sich selbst, seiner Vernunft, seinem freien Willen und Kräften, daß er so viel habe tun können. 20. Nun ist es wahr: wem Gott etwas besonderes gibt, der soll es erkennen und hoch achten. Denn was sollte das sein, daß du leugnen wolltest, du wärest nichts gelehrter oder besser denn ein Esel, oder ein anderes Tier? Also wem Gott Geld und Gut beschert, der soll nicht so unvernünftig sein, daß er wollte sprechen:. Ich bin ein armer Bettler und haben nichts. Wer etwas Gutes getan, armen Leuten geholfen und geraten hat, soll solches auch nicht versprechen, daß er wollte sagen:. Ich habe nichts Gutes getan. Nein, so soll es nicht sein; Gottes Gaben soll man erkennen, rühmen und hoch halten. Aber neben dem soll man sich demütigen und sagen:. Mein Gott, es ist dein und nicht mein; du hast es gegeben, sonst müßte ich es wohl als andere sein, ich danke dir dafür. Das wäre recht getan, wo wir also uns demütigen. Aber unseres Herrn Gottes Güte soll man nicht klein noch gering achten, sondern erkennen und Achten; und doch nicht dabei stolz sein, noch andere verachten, sondern, wie nun oft gemeldet, sagen:. Lieber Gott, es ist deine Gabe, die du mir gegeben hast; so ein anderer dies nicht hat, daß schadet nicht: denn er hat doch ebenso einen gnädigen Gott, als ich: warum wollte ich ihn denn verachten? 21. Solche Demut will der Herr uns im heutigen Evangelium lehren und vor Hoffart und Stolz uns warnen. Denn es ist beschlossen:. Wer sich selbst erhöht, der soll wieder herunter geworfen werden. Gott hat es seinem eigenen Volk nicht geschenkt, sondern hat es um der Hoffart willen zerstört. Andere große Königreiche sind auch solcher Sünde wegen zerstört worden. Luzifer mußte darum aus dem Himmel, Adam und Eva aus dem Paradies. 22. Darum so lerne, daß du sagst: Herr was habe ich, das ist dein, du hast mir es gegeben, kannst mir es auch wieder nehmen. So wird die Hoffart draußen bleiben. Denn wer wollte auf so etwas Ungewisses pochen? Wer aber solches nicht tun und sich dafür halten will, als habe er es alles von sich selbst, der findet hier sein Urteil, daß Gott ihn so rein will ausziehen, daß er nichts behalten, und noch dazu ungerecht und des Teufels soll sein. Gott gebe seine Gnade, daß wir solche Lehre merken und uns danach halten, Amen Zurück zur Homepage
Am 14. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:26 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 17, 11-19 Und es begab sich, dar er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläum. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige
Am 14. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:26 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 17, 11-19 Und es begab sich, dar er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläum. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne, und erhobenen ihre Stimme und sprachen:. Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen:. Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, dar er sahe, daß er gesund geworden war, kehrte um, und preiste Gott mit lauter Stimme, und viel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach:. Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm:. Stehe auf, gehe hin; deinem Glaube hat dir geholfen. 1. Im heutigen Evangelium hörete ihr am Ende, wie der Herr den Glauben preiset. Dein Glaube, spricht er zum Samariter, der aussätzig gewesen war, hat dir geholfen. Gibt also die Ehre, daß dieser gesund geworden ist, nicht sich selbst (sonst würde er sagen:. Ich habe dir geholfen), sondern dem Glauben. Will uns damit reizen, daß wir auch solchem Beispiel nach mit ganzer Zuversicht Gott Glauben, und gewiß sein sollen, was wir glauben, daß wir es durch Christum haben sollen. Glauben wir durch Christum Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben, so soll es ja sein; Glauben wir, daß Gott um Christi Willen uns gnädig und barmherzig sei, so will er gnädig und barmherzig sein. Daß es also alles aus dem Glauben soll zugeeignet werden, nicht Gott, der es doch allein tut. Auf das jedermann lerne, wo wir etwas nicht erlangen, daß wir doch gerne hätten und wohl bedürften, daß es nicht an Gott mangelt, sondern allein an unserem Unglauben; sonst, wo wir fest glaubten, würden wir es gewißlich haben. 2. So ist nun dies die erste Lehre aus dem heutigen Evangelium, daß wir wissen sollen, es soll ja sein alles, was wir uns zu Gott versehen und trösten können. Wer aber Gott nicht glauben, und sich nichts Gutes zu ihm versehen will, der denke nur nicht, daß er etwas werde kriegen. Wie Jakobus in seiner Epistel sagt, Kapitel 1. denn wer mit Gott handeln und etwas von ihm mitten will, der muß nicht zweifeln noch wanken, und sagen:. Wer weiß, ob mir es Gott geben will, oder auch ich es Wert bin? Nein, bei Leibe nicht; sondern also sollst du sagen:. Ich weiß, was ich Gott bitte, daß er es um Christie Willen gern tun und geben will. Und ob er es schon jetzt und auf diese Weise nicht tut, wie ich es gerne hätte, so wird er es auf eine andere Zeit und Weise tun. 3. Denn ein Wankelherz, daß nicht glaubt, noch Gewissen dafür hält, daß es etwas erlangen werde, daß wird nimmermehr gewährt. Denn Gott kann es ihm nicht geben, wenn er gleicht gern wollte. Es ist eben wie ein Gefäß, daß man in Händen hält, und will es doch nicht still halten, sondern bewegt es immerhin und wieder, da wird man nichts eingießen können; und auch man schon gern hineingießen wollte, so läuft es doch daneben hin und kommt vergebens um. So ist es auch bei einem ungläubigen, wankenden Herzen. Gott wollte gern geben, was wir bedürfen; aber da stehen wir, wie ein toller Bettler, wir halten den Hut auf, daß er uns etwas hinein werfe, und wollen doch nicht still halten. So will unser Herr Gott seine Gaben auch nicht so vergebens hinschütten, daß sie daneben fallen und verloren sind. Eben als wenn du eine Flasche den Händen hättest, und begehrst, man sollte dir Wein hineingießen, und wolltest sie doch immer mit der Hand hin und her schleudern. Das würde einen Wirt böse machen, besonders wenn er dir den Wein noch schenken und kein Geld dafür nehmen wollte. Er würde sagen:. Nun verschwinde, meinst du denn, ich will den Wein auf die Erde gießen? Eben so ein Ding ist es auch um ein wankend, ungläubig Herz, da kann Gott nichts hinein gießen, auch wenn er es gern wollte. 4. Wiederum, wo man nicht wanket, sondern fein still hält, da will er gern geben. Wie wir hier an den 10 Aussätzige sehen; die stehen und schreien:. " Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser ". Sie halten fein still, und zweifeln gar nicht daran, er werde helfen. Darum, wie sie glauben, so geschieht es ihnen auch. Das sollen wir wohl merken, auf das wir auf Gottes Güte lernen fest trauen, und mit dem Herzen nicht wanken, sondern fein still halten und in allem, daß wir bitten, es sei um Gesundheit, Nahrung, Glück, Weisheit, Gerechtigkeit. Denn Gott will solches gern geben, sofern es zu seiner Ehre gereichen soll, und unserer Seligkeit nütz und gut ist. Ohne daß er es zuweilen verzieht, uns also zu versuchen, ob wir mit dem Gebet und Glauben auch anhalten wollen. Das ist das erste Stück aus dem heutigen Evangelium, daß wir im festen Glauben beten, und an Gottes gnädigen Willen durch Christum nicht verzweifeln sollen. 5. Das andere Stück ist ein sehr schreckliches Beispiel, daß ihrer zehn am Anfang so einen festen Glauben haben und gesund werden, und doch die neun wieder abfallen, und dem Herrn Christus solcher Wohltat wegen keinen Dank sagen. 6. Es soll aber solches Beispiel uns dazu dienen, daß wir dankbar sind und vor dem schändlichen Laster der Undankbarkeit uns hüten sollen. Denn es will unser Herr Gott, und nicht billig, die Ehre haben, daß wir ihm wir alle seinen Wohltat danken sollen. 7. Solche sollten wir auch gern und williglich tun. Denn es ist ein Ding, daß nicht viel Mühe macht. Denn was kann es dir doch Schaden, daß du dich zu Gott zu erste und sagst:. Ach Herr, du hast mir gesunde Augen, gesunde Hände und Füße, dies und anderes gegeben; ich danke dir von Herzen dafür, denn es ist ja deine Gabe. Also, was kann es dir Schaden, daß du deinem Vater und Mutter, deinem Herrn und Frau, deinem Nachbar dankest, wenn dir eine Wohltat von ihnen widerfahren ist? Bricht ist dir doch kein Bein, und ist allein darum zu tun, daß man sehe, ob es wohl auch an dir angelegt sei, also tut der Samariter hier, kehrt um zum Herrn und dankt. Das hat ihn keinen Pfennig, sondern wenig Worte gekostet; und gefällt doch dem Herrn sowohl, daß es ein Wunder ist. 8. Den Leuten gefällt Dankbarkeit auch wohl, und tut ihnen sanft; werden auch dadurch gereizt, daß sie ein anderes mal mehr helfen. Die Heiden haben gesagt: der Undank sei das größte Laster. Darum, wenn man einen undankbar schimpft, so habe man ihn auf das höchste beschimpft. Den auch so erfahren wir, daß solche Untugend sehr gemein ist, und denen am meisten begegnet, die allen Dank an uns verdient haben; als da sind: Vater und Mutter, die an ihre Kinder Leid, leben, Ehre und gut, und was sie haben, wagen. Aber wie lohnen ihnen die Kinder? Was erleben sie an ihnen? Selten geschieht es, daß ein Kind dankbar ist. Das macht der leidige Teufel. In anderen Ständen geht es auch so zu. 9. Darum lerne dich hüten vor dem großen und schändlichen Laster, davon die Quelle versieget, da alle Treue und Wohltat unter den Menschen herfließt. Denn wo man ein undankbares Herz findet, da vergeht Lust und Liebe, daß man ferner helfen und solchen Leuten etwas sollte zu gut tun. Denn wer anderen Leuten helfen soll, und soll keinen anderen Dank davon bekommen, denn daß man ihm dafür die Hand schmeiße, das ist ein sehr verdrießliches Ding. Das ist das erste Wort, daß man sagt:. Es ist alles verloren mit dem heillose Menschen. Laßt ihn immerhin fahren, er wollte ihn nicht ansehen, daß ich ihm mit einem Heller helfe. Also werden die Leute unwillig. Das richtet der schändliche Undank an, und ist doch in der Welt ein sehr gemeines Laster. 10. Darum, wenn ihr fromme Christen sein wollt, soll lerne, daß ihr dankbar seid, erstlich Gott, unserem gnädigen Vater im Himmel, der Leib und Leben schenkt und erhält; gibt danach auch alles, was gehöret zum ewigen Leben. Danach seid auch dankbar gegen eure Eltern, Freunde, Nachbarn, und alle, die euch Gutes bewiesen haben, und erweiset ihnen wieder Gutes; auf das, wo ihr es gleich mit Werken nicht vergelten könnte, dennoch ihr mit Worten euch dankbar und freundlich erzeiget. Solches steht euch wohl an, und Gott will es von euch haben. Aber der wenigste Teil tut es. Denn weil man es bei der Welt nicht erheben kann, daß sie zum wenigste mit Worten sich dankbar erzeigen, ist es kein Wunder, daß man die Leute zum Danken nicht bringen kann; wie das Sprichwort heißt:. Wohltat ist bald vergessen. 11. In Klöstern gewöhnt man die jungen Mönche, wer ihnen nur eine geschnittene Feder schenkte, daß sie sich bücken und sagen mußten:. Gott sei gelobt um alles daß, daß er uns schenket. Solches war nicht eine böse Weise; denn es geschah darum, daß das junge Volk sich gewöhnen sollte, alles mit Danksagung gegen Gott und die Menschen anzunehmen. Darum, ob es gleich nicht immer so im Herzen war, so war es doch fein, daß man die Worte sagte. Also steht im 116. Psalm Vers 12,13.: " wie soll ich den Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er mir tut? Ich will den heilsamen Kelch nehmen, und des Herrn Namen predigen "; das ist, ich will ihm darum loben, preisen und danken, und sagen, er habe mir gütlich getan. Gern, liebes Kind, spricht unser Herr Gott, da habe ich eben genug an. 12. Aber der gütige Vater kann es bei wenigen Leuten erlangen. Der meiste Teil verfolgt sein Wort, und lästert ihn, unangesehen daß alles, was wir haben, wir allein durch ihn und aus seinen Gnaden haben. Und ist an solchem noch nicht genug; seinen eingeborenen Sohn, den er uns zum Trost wieder Sünde und ewigen Tod geschenkt hat, hängen sie noch an den Galgen. Das mag je eine Welt sein, der Gott sollte billig feind sein und ihr nichts Gutes tun. Aber er läßt sich nicht erzürnen, er bleibt gütig und gnädig, und hilft überall. 13. Darum ist es an dem nicht genug, daß wir lernen dankbar zu sein, sondern wir müssen uns auch zu der Tugend gewöhnen, die den Undank leiden kann. Das ist alle ein Gottes und der rechten Christen Tugend. Denn da sind Beispiele genug vor Augen, die da zeugen, daß die Welt solches nicht kann. Die Griechen haben sehr feine Leute gehabt, die dem Vaterland treu beigestanden, und Leib und Leben gewagt haben. Aber sobald sie merken, daß der Dank außen bleibe und sie solcher Wohltat nicht genießen, sondern man ihnen noch zusetzen und sie drücken wollte, wurden sie ungeduldig darüber. Also das gleich wie sie zuvor das Vaterland wieder die Feinde geschützt hatten, sie danach den Feinden wieder das Vaterland halfen, und wurden die ärgsten Feinde. Das ist unserer Art und Natur, aber es ist eine böse Art, der wir uns absagen, und Gottes Art an uns nehmen sollten, der, ob er wohl dem Undank, als einem schändlichen, großen Laster, feind ist, dennoch läßt er sich dadurch nicht bewegen, daß er auch wollte böse sein, er bleibt immer gut und gnädig gegen jedermann, der seiner Hilfe bedarf. 14. Wer nun ein Christ sein will, der lerne, daß er sich dieses erzeiget, daß er mit all seiner Wohltat, Treue und Dienst nicht überall werde Dank verdienen, sondern müsse auch Undank leiden. Solches aber sollen wir uns nicht betrüben lassen, daß wir anderen nicht mehr dienen noch helfen wollten. Denn das ist eine christliche Tugend und eine rechte Frucht des Glaubens, daß wenn du dein Bestes getan hast und man dir dagegen die Hand verweigert, du Geduld habest, und sagst:. Nein, damit sollst du mich nicht erzürnen noch unlustig machen; ich will es leiden, und dennoch helfen, wo ich kann. Willst du undankbar sein? Ich weiß einen über uns im Himmel, der wird mir an deiner statt danken; das soll mir lieber sein, denn so du mir dankest. Das heißt, christlich sich halten, und wie es Salomon nennt, brennende Kohlen auf des Undankbaren Haupt schütten. 15. Diese Kunst wirst du von der Welt nicht lernen. Sie tut das Gegenteil. Will man nicht dankbar sein, so denkt sie, was sie getan habe, daß sei hin und verloren. Sie will hinfort ihre Wohltat nicht mehr so schlecht anlegen. Aber unser Vater im Himmel ist es, da wir solche Kunst von lernen sollen, der läßt seine Sonne erscheinen, nicht allein über die Frommen, die ihm dafür danken, sondern auch über die Bösen, die ihm nicht danken, sondern aller Gaben mißbrauchen. Er könnte des Rechtes wegen auch sagen:. Ich habe die Sonne so viele Jahre scheinen lassen, Korn, Wein und allerlei Früchte und Wohltat gegeben; aber ich verdiene kleinen Dank; darum will ich sie nicht mehr scheinen, und die Undankbaren Welt des Hungers Sterben lassen. Aber er tut es nicht, der gnädige Vater. Nein, spricht er, so groß soll der Welt Undank nicht sein, daß sie mich damit sollte zornig machen. Will sie nicht dankbar sein, so will ich dennoch gnädig sein, und die Undankbaren zu seiner Zeit wohl finden. 16. Diese Kunst sollen wir auch lernen, wollen wir anders Christen sein. Denn das ist der christlichen Liebe Art, daß sie alles trägt und duldet, und läßt sich dennoch nicht bitter machen. Aber sehr wenige sind ihrer, die solche Liebe haben; darum sind auch sehr wenig rechte Christen. Sonst würden wir den Leuten gerne Gutes tun und helfen, und doch uns den Undank nicht verdrießen, noch seltsam denken lassen, wie die Welt: der tut es weh, und verdrießt sie sehr, wo die Wohltat nicht vergolten wird. Aber denke du und gewöhne dich daran, hast du einem heute Gutes getan und er gibt dir den Undank, laß dich durch solches nicht anfechten. Denn er wird es wohl finden, wie er solches Undankes genießen werde. Du Fahrer Forte, und spricht:. Ist es an diesem verloren, schnell eine anderen her, und dem auch wohl getan. Will der dir auch nicht gut tun, wohl her mit dem Dritten, und so weiter, auf das du lernest sagen, wie unser Herr Christus hier sagt:. Sind ihrer nicht 10 gesunden geworden, wo sind die neun? 17. Der liebe Herr verdienet auch ein wenig Dankes; aber er läßt sich genügen, daß doch einer aus den 10 wieder kommt und ihm danket. Er würde auch nach den anderen nicht gefragt haben, wenn er es nicht darum getan hätte, daß er wollte damit zeigen, wie er dem Undank so feind ist. Als wollte er sagen:. Harre, wollt ihr undankbar sein, ihr werdet mir nicht so entgehen; ich will einmal danach fragen, wo ihr geblieben seid, daß ihr mir noch nie dafür gedankt habt, daß ich euch Leib rund Leben gegeben, und alles erschaffen habe, was euch nötig ist. Da wird es sich dann finden, was für eine schändliche Untugend der Undank ist. 18. Darum müssen wir uns daran gewöhnen, und an dem Beispiel unseres Herrn lernen, daß wir den Undank verachten können. Denn die Erfahrung gibt es und jedermann sieht es vor Augen, da wo unser Herr Gott 10 gute Jahre gibt, wir ihm kaum für eines oder ein wenig danken; ja, daß noch mehr ist, der besten Jahre mißbrauchen wir immer auf das schändlichste. Gibt Gott ein reiches Jahr mit Wein, kaum und anderem, da finden sich Geizhälse, die kaufen es auf und warten bis läßt teuer wird. Andere denken, weil viel gewachsen sei, müssen sie noch mehr umbringen, Schwelgen und Saufen; damit danken sie Gott für seinen Segen. Also wird kaum für den zehnten Teil seiner Gaben und Güter unseren Herrn Gott gedankt. Darin sollen wir uns auch gewöhnen, und uns es nicht weh sein lassen, sondern uns genügen lassen, wenn wir unter 10 einen finden, die er uns für unsere Wohltat dankt. Die anderen werden es zu seiner Zeit finden. Denn sie sollen es unseren Herrn Gott, der den Dank haben will, nicht also hinweg tragen. 19. So hat nun eure Liebe aus dem heutigen Evangelium diese zwei Lehrern: die erste, vom Glauben, die andere, von den zwei schönsten Tugenden, daß wir sollen dankbar sein und daneben lernen den Undank zu leiden. Die Dankbarkeit sollen wir vom Samariter lernen, und uns seinem Beispiel nach halten, daß wir gegen Gott und die Menschen nicht undankbar erfunden werden. Von Christus aber sollen wir lernen, ob hier gleich jemand Gutes tun, und doch keinen Dank bekommen, daß wir uns darüber nicht ärgern, und doch Gutes weiter tun. Denn wie ich zuvor gesagt, in der Welt ist es ein sehr gemeines Laster, daß man durch Undank die Leute unwillig und verdrossen macht, und oft ihrer 10 eines Undankbaren Menschen entgelten müssen. Aber bist du ein Christ, so tue also nicht. Ob dich gleich neun betrügen, so lasse dich genügen, daß nur der zehnte gut undankbar ist. Denn Christus selbst findet die Leute nicht, die für so eine große Wohltat dankbar wären; wolltest du es denn besser haben als er? Darum lasse es auch bis auf die neun kommen, du wirst ebensowenig Schaden davon haben, als Christus. Sie aber müssen Schaden haben, daß weder Glück noch Heil bei den Undankbaren Leuten sein wird. 20. In der Summe, dann werden wir feine Christen sein, wenn wir zuerst einen festen Glauben und Vertrauen auf Gottes Güte haben; danach nicht allein dankbar sind, sondern auch den Undank leiden können. Denn wir werden es nicht besser haben, denn als Christus, unser Herr. Den Leuten sollen wir alles gute beweisen, dann neben doch warten, daß ihrer unter 10 kaum einer ist, der so gestellt ist und sich dankbar erzeigen wird. Und kann wohl kommen, daß es eben der sei, der danket und da es wohl angelegt ist, da man am wenigsten den Trauen und die Hoffnung zu hat; wie der Samariter hier ist. Unser lieber Herr Gott gebe seine Gnade, daß wir uns bessern, und den schändlichen Undank gegen Gott und die Menschen mit ernst meiden und fliehen, Amen.
Am 5. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:38:34 read : 10 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 5,1 - 11 Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fisc
Am 5. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:38:34 read : 10 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 5,1 - 11 Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welche Simons war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon:. Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knien und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander getan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne Zebadäi, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon:. Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgten ihm nach. 1. In dieser Geschichte zeigt Lukas an, wie Petrus und andere zum Apostelamt berufen und gekommen sind. Es ist eine sehr feine Geschichte. Denn mit einem solchen reichen Fischzug hat der Herr ihnen wollen anzeigen, wie das Evangelium mit Gewalt in der Welt gehen, und die Menschen aus des Teufels Reich abfangen und in Gottes Reich bringen werde. Denn der Herr sagt es selbst an, daß Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes künftig Menschen fangen sollen. 2. Dies ist ein sonderlicher Trost wider die Anfechtung, welche allen frommen Prediger haben, daß sie sich besorgen, die Welt sei zu böse, das predigen werde vergebens und umsonst sein, niemand werde sich bessern. Solches, will Christus sagen, mag man bei einer Predigt von Mose sorgen, aber wo mein Wort geht und ich heiße predigen, da sollte es geraten, wie es hier mit dem Fischzug geraten ist, welchen Petrus auf meinen Befehl getan hat. 3. Ehe nun der Evangelist die Geschichte anfängt, sagte er, wie viel frommer Leute und Haufen dem Herrn Christus nachgelaufen sind, daß sie gern gehört haben wenn er predigt. Will also mit diesem Beispiel uns reizen, daß wir auch gerne Gottes Worten hören und fleißig uns zum selben halten sollen. Denn wer Gottes Wort fleißig hört, die er hat zwei große Vorteile, zu welchem man ohne daß Wort nicht kommen kann. 4. Das erste ist, daß man lernt Gottes Willen erkennen wie er gegen uns gesinnt ist und was er mit uns nach diesem Leben machen will. Solches ist unmöglich, daß Gott mit uns zürne und uns strafen will, aber das Wort belehrt, wie wir nachher hören werden, daß Gott mit uns, obwohl wir Sünder sind, nicht zürnen, sondern uns gnädig sein, und uns helfen will von Sünden und Tod zum ewigen Leben. Das ist eine Frucht, die wir haben durchs Wort, und sollen deswegen dieses gern und fleißig hören. 5. Der andere ist, daß wir aus dem Wort lernen, wie unser äußerliches Leben, Stand und Wesen, ins Wort gefaßt und durch das Wort geheiligt, ein rechter Gottesdienst sei, da Gott ein Wohlgefallen an habe; daß es nicht vonnöten ist, wer Gott dienen will, daß er des äußerlichen Lebens bewegen etwas besonderes anfange, wie die Mönche getan haben. Er bleibe bei seinem Beruf, tue, was seine Obrigkeit, sein Amt und Stand erfordert und haben will. Dieses heißt Gott recht gedient, und geschieht ihm ein besonderes Wohlgefallen, wird auch Glück und Heil dazu geben. 6. Das ist eine nötige Lehre, an der sehr viel gelegen ist, daß wir unseren Beruf in Gottes Wort fassen, und ein jeder dessen gewiß sein soll, daß alles, was er tut und läßt, in Gottes Namen und aus Gottes Befehl getan und gelassen hat. So kann das Herz dem Teufel Trotz bieten, und guter Dinge sein, und sagen:. Ich habe heute dies und das getan, daß mich Gott geheißen und mir befohlen hat in seinem Wort; weiß deswegen, daß es ein gut und Gott wohlgefälliges Werk ist. Wer aber solches nicht sagen kann, der höre nur beizeiten auf, er habe vor, was er wolle; denn es ist Sünde, und Gott hatte keine Lust und Willen daran; wie Paulus sagt:. " Was nicht aus dem Glauben ist, das ist Sünde ". 7. Hier aber müssen wir wissen, wer nicht in die Lüfte will, wie die Heiden, leben, sondern sein Tun und Lassen in das Wort fassen und im Glauben alles tun will, der muß vor allen Dingen Gottes Wort recht haben und wissen. Denn der Glaube kann nicht sein, wo kein Wort ist. Bedenke du selbst, was doch solches Wort ist, daß alle Stände und das ganze äußerliche Leben faßt. Aber man kann es dir sehr bald sagen. Denn erstlich steht das vierte Gebot da. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Dieses Gebot faßt alle Stände. Denn der Ehestand ist die Quelle, aus der alle Stände wachsen. Und Gott hatte es sonderlich also in einander gebunden: gleich wie der Ehestand allen anderen Ständen dienen muß (denn wo nicht Eheleute, würde kein Regiment noch bürgerlich Leben bestehen können); also sollen wiederum alle Stände in dem einigen Ehestand dienen. 8. Zum anderen, neben solchen Wort, daß alle Stände faßt, haben wir ein anderes Wort, daß fast alle Werke, nämlich, daß Wort, daß da heißt und gebietet, wir sollen unseren Nächsten lieben als uns selbst. Diese zwei Befehle sollen uns immer vor unseren Augen leuchten, so geht unser Leben recht nach Gottes Wort und Befehl. 9. Wer es nun dem Werk nach will rechnen, ist es ein sehr geringes Ding, daß eine Magd im Hause kocht, spült, kehrt, Kinder trägt, wischt, badet. Denn solches tun die Heiden und Unchristen auch; aber sie tun es ohne Gottes Wort, das ist, sie glauben nicht, daß Gott ein Dienst und Gehorsam an solchen Werken geschieht, und kennen seinen Befehl nicht. Eine Magd aber, daß eine Christin ist, weiß aus dem vierten Gebote, daß Gott für solche Werke gebietet und von uns haben will, und sieht, daß es die Liebe gegen den Nächsten auch so fordert. Darum macht es ein heilig Werk daraus, und Bedarf keines Gehorsams dazu. Denn das Wort ist der rechte Gehorsam, daß der Herr sagt durch den Heiligen Paulus:. " ihr Knechte, seid Gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens ", Epheser 6,5. 1. dieses Wort und der Glaube machen die schlechten Werke (welche die Heiden genauso tun) heilig und Gott angenehm; da sie dort, wo das Wort und der Glaube nicht ist, Gott nicht gefallen können. Denn auf Erden ist nichts heilig, denn Gottes Name und Wort. Was soll nun geheiligt werden, muß durch solchen Namen und Wort Gottes geheiligt werden. 10. Der Befehl nun des vierten Gebots der geht durch und über alle Stände und Werke und segnete sie also, daß es heilige und Gott wohlgefällige Stände und Werke sind, so du an Christus glaubst und in Gottes Namen den Gehorsam leistest. Stirb deswegen in solchen Stande, wann Gott will, so stirbst du selig und wohl; denn du stirbst in dem rechten Glauben und Gehorsam, und bist ein Kind des ewigen Lebens: nicht wegen der Werke, sondern wegen des Glaubens, aus welchem nachher solcher Gehorsam und Werk folgt. 11. Das ein Mönch eine Kappe anzieht, sich die Haare besonders schneidet, zur Messe des Nachts aufsteht, mit dem Essen besondere Regeln hat: diese Werke haben wohl einen großen Schein; denn es fällt den Leuten schwer: aber der Mangel ist daran, daß solche Werke geschehen nicht nach unseres Herrn Gottes Wort; darum sind es auch nicht heilige Werke. Das aber ist ein heiliges Werk und macht heilig, daß du an Jesus Christus glaubst, und dir das vierte Gebot vornimmst und da deinen Gehorsam leistest; weil du hörst, daß dein Stand, darin du bist, mit Gottes Wort geschmückt und darum ein heiliger Stand ist. 12. Also muß man vor allen Dingen auf das Wort sehen. Denn wenn nur auf die Werke sieht, sieht keinen Unterschied zwischen Christen und Unchristen. Denn beide tun, was Vater und Mutter, Knechte und Mägde, Herr und Frau im Hause tun. Aber da sieht man den Unterschied. Die Heiden und Unchristen tun es in Sünde und Unglauben; denn sie wissen von Gottes Wort nichts. Ein Christ aber tut es im Glauben, und hält seine Werke nach dem Wort Gottes für ein gehorsam und Gott wohlgefälliges Werk. Darum ist dies ein heiliges, jenes aber ein unheiliges Werk. 13. Darum sollte man diesem Beispiel nach Gottes Wort hier gern und fleißig hören, so könnten wir mit Petrus noch heutigen Tages dazu kommen, daß wir zu unserem tun einen gewissen Befehle hätten, und würde danach vielmehr Glück bei allem unserem Tun sein; da sonst, wo Gottes Wort nicht ist, kein rechter Segen, sondern nur Fluch und Ungnade, und ein böses Gewissen sein muß. Dieses sei genug vom Beispiel, daß der Evangelist im Anfang meldete, wie dies Volk sich fleißig zum Wort gehalten hat, und Petrus selbst daß Wort so hoch achtet, und tut, was ihn Christus heißt. 14. Nun wollen wir die Geschichte uns vornehmen. Worin zwei Stücke sind: zum ersten ist ein leiblicher Trost und Lehre, daß Gott uns nicht verhungern lassen will; danach eine geistliche, daß er uns um der Sünde willen nicht will verdammen, sondern uns mit Gnaden annehmen. Dieses sind zwei Lehren, die sehr nötig und nütze sind; deswegen sollen wir sie fleißig merken und uns danach halten. 15. Der leibliche Trost ist, daß Christus Petrus heißt einen Zug tun, und Petrus folgt und fängt über den Maßen viele Fische. Das mag ein feiner Hausvater sein: wer ihn nur in seinem Beruf und bei seiner Arbeit haben könnte, der würde bestimmt alles genug haben und keinen Mangel leiden. Aber der Evangelist gibt soviel zu verstehen, daß unser lieber Herr Christus nicht jedermann solches tun will; sondern allein denen, die eine ganze Nacht zuvor vergebens gearbeitet und danach Gottes Wort gehört haben. Das ist, er will den Frommen und Armen, die zuvor Not gelitten haben, mit seinem Segen helfen. Denn die Christen müssen hier auf Erden leiden und versucht werden. Wenn sie aber versucht sind, und dennoch treu am Wort bei ihrem Beruf und an der Arbeit bleiben, dann will Christus da sein und durch reichen Segen helfen. 16. Das ist der eine Trost, der uns hier vorgehalten wird, daß wir glauben sollen; und obschon zuweilen wir Mangel haben, daß wir doch nicht verzweifeln noch ungeduldig werden sollen, sondern hoffen, es werde der Segen noch kommen. Denn also geht es Petrus und seinen Gesellen auch: die arbeiten die ganze Nacht umsonst, und können nichts fangen; aber da kommt Christus, unser lieber Herr, und gibt ihnen zuerst sein Wort und macht Christen aus ihnen; danach heißt er sie auf das Meer fahren und versucht sie noch einmal. Da folgt Petrus, und es gerät ihm sehr wohl. Also soll es mit uns auch gehen. Gott will uns nicht alle Fülle schon im Anfang geben. Denn wenn er es sofort gebe, wenn wir getauft und Christen geworden sind, würden wir meinen, wir hätten es von uns selber. Darum läßt er uns zuvor eine Zeitlang mangeln und daß wir uns an das Unglück gewöhnen, daß ein Mensch bei sich selbst verzagen und sagen muß:. Wer weiß, wie es mir noch gehen wird, wie ich versorgt werde? Wo wir dann in der Hoffnung und am Wort festhalten, so will der liebe Herr und gute Haushalter bei uns sein, und sprechen:. Sei du zufrieden, tue einen Zug, laß dich von der Arbeit nicht treiben und warte meines Segens. 17. Denn das soll bei den Christen nicht sein, ob sie schon Mangel leiden, daß sie darum verzagen, Christus verleugnen, und ungeduldig darüber werden wollten; sondern hoffen sollen sie, es werde der Herr mit der Zeit noch geben, was sie bedürfen; sollen deswegen mit der Arbeit immer fortfahren und dabei bleiben. Denn Christus gibt dem Petrus hier die Fische nicht also, daß sie von selbst in den Kahn hinein springen: er muß auf die Höhe fahren, sein Netz ausbreiten, und sich, wie andere Fischer, zu dem Handel schicken, obwohl er jetzt zu einem Christen geworden ist; und muß den Herrn dafür sorgen lassen, ob er etwas fangen werde. 18. Also solle es mit uns auch sein, in was für einen Stand Gott einen jeden gesetzt hat. Bist du Knecht, Magd, Herr, Frau, Bürgermeister, Fürst: so tue, was dein Amt ist, denn es hindert dich an deinem Glauben nicht, und kannst Gott in solchem Stand recht und wohl dienen; lasse Gott danach für dich sorgen, wie er dich ernähren und dir deine Notdurft schaffen werde; und erschrick nicht davor, ob du gleich eine Zeitlang Not leiden und mangeln mußt. Denn es kann eine Zeit kommen, die du nicht weißt, da Glück und Segen sich finden wird, wie es sich hier findet. Bleibe allein treu an Gottes Wort, und laß dich nicht müde noch ungeduldig machen. Wer aber solches nicht tut, sondern will bald, wenn es ihm einmal mißrät, das Netz wegwerfen, und in Ungeduld von seinem Beruf und Handel lassen und ein anderes anfangen, der müßte sein Lebtag ein Stümper bleiben, und würde nicht nach vorne kommen. 19. Das ist die erste Lehre, daß wir sollen unverzagt sein, ob wir gleich Mangel spüren und uns Gott den Segen nicht sofort gibt, wie wir es bedürfen und gerne hätten. Denn es wäre nicht recht, daß Gott uns so bald geschehen läßt, wenn wir wollten. Arbeite eine Weile auch umsonst, wie Petrus, leide und sprich: ich muß meine Nacht auch haben und aufstehen, mit der Zeit wird es mein Vater im Himmel wohl anders machen. Wie man sagt:. Man muß arbeiten, etwas leiden und wagen; alsdann will Gott mit seinem Segen auch kommen: doch sofern, daß man des ersten Stückes nicht vergesse, und mit Petrus dem Herrn Christus das Schifflein leihe, daß er sich darin setze und predige, und wir dem Wort fleißig zu hören und es wohl lernen. 20. Und hier sehen wir eine besonders große Tugend an Petrus, der muß ja ein frommes Herz gewesen sein, daß er sich so fein brechen lassen kann und an das Wort so steif halten. Denn hier geht es wie sonst, daß unser Herr seine Gebote und Werke (wie es die Vernunft ansieht) sehr närrisch zu. Sonst hat es so eine Meinung mit dem Fischen, daß man am Mittag nicht viel fängt, die Nacht ist viel besser dazu. Auch pflegen die Fischer nicht mitten auf die See oder auf das Meer zu fahren; sondern bleiben am Lande, da gibt es viel Fische. Dieses aber dreht der Herr hier um, heißt Petrus auf die Höhe, das ist, wohl hinein auf die See fahren; und da sie zuvor die ganze Nacht nichts gefangen hatten, heißt er jetzt um den Mittag das Netz auswerfen. Solches fehlte Petrus wohl, daß es nicht aus der Kunst und aus dem Beruf geredet ist, antwortet deswegen sehr höflich: Ei,Herr, spricht er, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; und so es unserer Kunst nach gehen soll, ist wenig Hoffnung dabei, daß wir jetzt etwas fangen sollen. Aber dennoch auf dein Wort will ich es wagen; wo dasselbe nicht etwas besonderes schafft, so ist es verloren. 21. Dies ist eine sehr feine, höfliche Antwort; denn sonst sollte er anders geantwortet haben:. Lieber, lehre mich nicht; ich weiß gewiß, wie man Fische fangen soll, was du mir nicht lehren kannst. Predigen und Fischen ist zweierlei. Jenes kannst du; so kann ich das. Ich will dich nicht lehren predigen; lehre du mich auch nicht Fische fangen. Also würden wir vielleicht unserem Herrn auch geantwortet haben. Denn das ist unsere Art und Natur, daß wir immer klüger sein wollen, denn unser Herr Gott. Aber Petrus ist frömmer, läßt solche Gedanken alle fallen, und denkt:. Ich kann vom Fischfang wissen was ich will, so will ich doch dies Wort nicht verachten, sondern ihm folgen. Hängt sich also mit ganzem Herzen an das Wort, und läßt Vernunft, Erfahrung und alles fallen. 22. Dies ist ein feines Stücklein des Glaubens, wer es nur dem lieben Petrus nachtun, und alles, was uns einfällt, lassen und sich allein an das Wort halten. Denn das erfahren wir: ein Mensch hat es gern vom andern, daß man ihm glaube und folge; und wenn es gleich mißraten sollte, so zürnt man doch nicht darum. Wiederum ist es sehr verdrießlich, wenn der Herr im Haus etwas befiehlt, daß der Knecht nicht folgen will, spricht: Ei, Herr, er tut es nicht, ich habe es auch versucht und es ist mir nicht gelungen, darum will ich es nicht tun. Einen solchen Knecht würde niemand gern im Hause haben. Aber fürwahr, wir tun immer gegen Gott im Himmel, lassen uns die Vernunft irren, daß wir dem Wort nicht folgen, wie wir sollen. Wie man an den Sakramentsschwärmern sieht. Christus spricht: " Nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, daß es mein Blut ". Nein, nein, sprechen sie, es ist sein Leib und sein Blut nicht, sondern nur ein Zeichen seines Leibes und Blutes; denn Christus sitzt zur rechten Gottes. Wollen also das Wort nach ihrer Vernunft beurteilen. Pfui dich mal an! Das heißt die Hühner lehren wie sie Ei legen und die Kühe lehren wie sie kalben sollen, wenn man unserem Herrn Gott will predigen lehren. Wie sollte uns so wohl gefallen, wenn unser Knecht und Magd sich also gegen uns hielten, das, was wir heißen, sie alles anders machen wollten? 23. Darum achtet es Gott für eine große Ehre, wenn wir gegen ihn und sein Wort tun, wie Petrus hier: obgleich die Vernunft uns anders wo hin führen will, daß wir doch an uns halten, und sprechen:. Vernunft hin, Vernunft her; da steht Gottes Wort und Befehl, dabei will ich es lassen. Wer also sich an das Wort halten kann, da lacht unser Gott und das ganze himmlische Heer. Den Leuten gefällt solcher Gehorsam auch wohl. Wenn ein Fürst seinen Diener etwas heißt, und er schnell hingeht und tut es, diskutiert nicht lange, wie es wohl werden soll, sondern denkt:. Mein Herr hat es so gesagt, ich will es im Namen Gottes tun; gerät es, so gerät es ihm und mir; gerät es nicht, so mißrät es ihm; es ist närrisch befohlen, so ist es närrisch ausgerichtet. Was geht es mich an? Ich bin darum da, daß ich folgen soll. Wer gegen Gott und sein Wort solches auch tun könnte, wie wir denn zu tun schuldig sind, so würde größerer Friede auf Erden sein. Es würden weder Rotten noch Ketzer aufstehen, sondern alle Kirchen würden in der Lehre fein einträchtig und gesund bleiben. Aber weil man es nicht tut, und der meiste Teil klüger und diskutiert, und dem Wort nicht folgen will, kommt aller Irrtum und Uneinigkeit. 24.Wohl ist es wahr, ohne Anfechtung geht es nicht ab. Wenn es uns geht, wie Petrus, daß wir auch eine Nacht vergebens gearbeitet: da fehlte es nicht, wir bekümmern uns, und murren bald, werden ungeduldig, und Denken, wir wollen alles stehen und liegen lassen, und davon gehen. Aber dieser Anfechtung sollen man nicht Raum geben, sondern im Beruf bleiben, einen Weg wie den anderen, und Gott dafür sorgen lassen. Denn da sehen wir oft, daß feine, fromme, gehorsame Kinder sind, denen nichts gelingt, dagegen anderen Bösen und ungehorsamen Buben gerät alles gut. Aber es dauert nicht lange, und es findet sich am Ende, daß sich das Blatt wendet. Deswegen, wenn es sich auch bei dir so zuträgt, daß es nicht so geht wie du willst, so halte nur fest und laß dich nicht müde machen; denn das Mißraten ist besser, wo du nur im Gehorsam bleibst, denn daß es nach deinem Willen geht. Ursache, Gott stößt doch zuletzt den Ungehorsam mit dem Glück zu Boden, es sei so Es auch will. Dem Gehorsam aber hilft er endlich auf und gibt Glück dazu. 25. Darum sollen wir solches merken, und dem schönen Beispiel folgen, daß Petrus allein auf das Wort sieht und demselben folgt, läßt die anderen Gedanken, die mir und dir eingefallen wären und ihm einige Zweifel auch eingefallen sind, jedoch an seinem Gehorsam nichts hindern. Denn da steht Gottes Wort und Befehl, auch über uns, als über Petrus, daß Gott uns befiehlt, wir sollen arbeiten und tun, was unser Beruf erfordert. Wer nun auf solchen Beruf sieht, und fleißig anhält, obgleich das Glück sich sperrt und der Segen eine Zeitlang ausbleibt, so wird es doch endlich wohl und gut gehen. Denn Gott kann es nicht lassen, er hat Lust am Gehorsam und gibt auch Glück dazu, wenn er ers auch eine Zeitlang aufschiebt, und uns versucht, ob wir auch an seinem Befehl fest halten wollen. Darum soll niemand darüber unlustig oder unwillig werden, wenn er gleich mit Petrus eine Nacht vergebens fischt. Denn sollte Petrus diesen reichen Fischzug bei Nacht getan haben, würde er gedacht haben, es wäre seine Kunst und Arbeit gewesen, er bedürfte sonst niemand anderen dazu. Weil er aber die ganze Nacht fischt und nichts fängt, und der Herr ihn zuvor das Wort gibt und heißt ihn es noch einmal versuchen: da muß Petrus begreifen, daß er es nicht getan hat; das Wort Gottes und der Segen Gottes haben es getan, seine Arbeit nicht. Das sei genug von dem ersten Trost und Lehre, die leiblich ist und auf die Nahrung geht: das Christus seine Christen nicht will vergebens arbeiten lassen, er will mit seinem Segen bei ihrer Arbeit sein und sie nicht des Hungers sterben lassen. 26. Der andere Trost und Lehre ist geistlich. Denn da hört ihr Lieben, wie Petrus über den Fischzug erschrickt, und lernt den Herrn Jesum daran kennen, daß er mehr als ein gemeiner Mensch ist. Weil er aber sich als einen armen Sünder erkennt, fällt er dem Herrn Jesu zu Füßen und spricht: " Herr, gehe von wir hinaus, ich bin ein sündiger Menschen ". Das ist ein geistliches Stück, welches wenig Leute verstehen. Denn es hat einen solchen Schein, als sei Petrus so andächtig und demütig, daß er von dem Herrn Christus gern fliehen wollte. Aber es hat eine andere Meinung. 27. Im Gewissen geht es so zu:. Wenn Gott mit seiner Gnade kommt, Vergebung der Sünden und ewiges Leben umsonst durch Christus verheißt, da wird die Gnade so groß, daß man denkt, es sei zuviel, und können es nicht annehmen. Das kann man wohl glauben, daß Gott gnädig und barmherzig sei; aber daß er uns so überaus wollen gnädig sein, daß will in das schlechte Herz nicht hinein. Jedermann denkt:. Wenn ich so rein und fromm wäre wie die Jungfrau Maria, so wollte ich mich solcher Gnade auch trösten und annehmen; aber ich bin ein Sünder, bin der Gnade nicht wert, sondern der Ungnade und des Zorns. Da schlägt dann der Teufel auch zu, der bläst die Sünde im Herz dermaßen hoch, daß du nichts anderes sehen kannst als deine Unwürdigkeit, und muß also vor der großen, überschwenglichen Gnade erschrecken . Dies ist eine geistliche Anfechtung, von der rohe Leute nichts wissen und merken. Denn der meiste Teil der Menschen leben so dahin, daß sie weder an ihre Sünde, noch an Gottes Gnade denken. Aber die richtigen Christen erschrecken davor, und denken immer, der sei zuviel, daß Gott um ihretwillen das tun soll. Was bin ich? Denken sie; bin ich es doch nicht wert, daß Gott mir soll so gnädig sein. 28. Der geht nun dieser Trost und Lehre mit Petrus hin, daß der Herr hier sich so freundlich hören läßt:. Ach, Petrus bin ich doch nicht darum da, daß ich dich würgen, oder wegen deiner Sünden dich strafen will, fürchte dich nicht. Bis du ein Sünder, sei zufrieden: ich kann und will dir davon helfen und einen großen Mann aus dir machen; darum stelle dich meinetwegen zufrieden, es soll nicht Not haben. 29. Das also dieser Trost dazu dient, daß wir lernen sollen, wo solche Gedanken unserer Herzen schrecken und kleinmütig machen wollen, daß wir es forttun, und ihnen nicht Raum geben. Denn solch eine Meinung hat es mit Christus nicht, daß er arme Sünder nicht leiden kann. Er ist um ihretwillen auf Erden gekommen. Darum tröstet er Petrus hier gegen solche Gedanken, und Lukas 12,32 spricht er:. " Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben ". Da redet der Herr auch mit solchen furchtsamen Herzen, wie Petrus hier hat, die da denken:. Wer? Solltest du in den Himmel kommen? Mit den lieben Engeln in ewige Freude und Wonne im Himmel droben leben? Ja, wenn du fromm und heilig wärest! Wie du jetzt aber bist, so wird daraus nichts. Nein, spricht Christus, ihr fürchtet euch; aber ihr sollt nichts tun. Mein Vater will euch das Reich geben; und will es euch aus gnädigem Wohlgefallen geben. Denn weil ihr als arme Sünder nicht würdig seid, ist es sein gnädiger Wille, daß er es euch umsonst und aus Gnaden geben will. Darum erschreckt nicht davor; nehmt es mit Liebe und Dank an. Denn so Gott uns nicht sollte etwas geben, wir hätten es denn verdient und wären es würdig, so sollte er uns kaum das liebe Brot und bloß Wasser geben. Aber er will nicht auf unser Verdienst und Würdigkeit, sondern auf unsere Not und seine Gnade und Barmherzigkeit sehen, und über den leiblichen Segen auch das ewiges Leben schenken. 30. In solcher Anfechtung steckt Petrus hier. Er merkt, daß es des Herrn Christi Gaben und Segen ist, daß er auf sein Wort samt seinen Gesellen so eine große menge Fische auf einen Zug fängt, bedenkt doch, er sei solcher Wohltat unwürdig, will deswegen verzweifeln. Was, spricht er, soll ich, Herr, bei dir machen? Geh du zu den frommen Leuten, ich bin leider ein böser, sündiger Mensch. Aber Christus tröstet ihn, und zeigt sich ganz anders gegen ihn, als er denkt; spricht:. Er soll ohne Furcht und zufrieden sein. Als sollte er sagen:. Es ist ein geringes Ding um die Fische; ich will dich noch zu einem Menschenfischer machen. Jetzt hast du das Amt, daß du ein Fischer bist; aber ich will dir ein anderes Amt befehlen, daß du in ein anderes Wasser gehen, und Leute fangen, den Himmel voll Fische machen, und meine Reich so füllen sollst, wie jetzt diese Fische dein Schifflein füllen. Zu solchen Fischzug will ich dir ein anderes Netz geben, nämlich das Evangelium, dadurch sollst du die Auserwählten fangen, daß sie sich taufen lassen, glauben und ewig leben sollen. Und nicht an einem Ort allein, sondern in der ganzen Welt, daß du hier eine Stadt, dort ein ganzes Land fangen und bekehren sollst. 31. Das ist der geistliche Trost, welchen der Herr seinen Jüngern gibt, daß er sie nicht allein des Hungers sterben lassen will, sondern sie setzen in das geistliche Regiment, und in die Welt schicken, unter den Königen und Fürsten das Evangelium rumoren lassen. Ob nun der Teufel darüber zornig ist und sich mit aller Macht dagegen setzt, das schadet nicht: dennoch soll das Wort, es zürne oder lache der Teufel, hindurch brechen und Frucht schaffen, daß viele an Gottes Sohn glauben, und so Vergebung der Sünden empfangen, gerecht, selig und Erben des ewigen Lebens werden. Als Zeichen hat uns der liebe Gott sein Wort, Taufe, Abendmahl, Absolution gegeben, welche seine Netze sind, damit er die Seinen aus der Welt, da der Teufel Fürst und Gott ist, versammelt, sie dadurch vor des Teufels List und der Welt Tyrannei bewahrt, im Glauben erhält und stärkt, daß sie mit der Welt nicht verdammt werden. Und ob sich noch gleich die Sünde in ihnen regt und der Glaube schwach ist, daß sie denken, sie sind des großen, herrlichen Schatzes nicht wert; so tröstet sie doch Christus in Lukas 12, wie gesagt, und spricht:. Fürchtet euch nicht, sehet nicht dahin, ob ihr es wert oder unwert seid; sondern höret, was ich euch sage:. Eures Vaters Wohlgefallen ist, euch das Reich zu geben. Ist dem also, so wird euch euer Vater nicht lassen in die Hölle fahren, obwohl ihr es gleich verdient habt. Darum halte euch nur an mich, kriecht in die Taufe, gehet zum heiligen Sakrament, lasset euch durch mein Evangelium ziehen und fangen, so soll es nicht Not haben. 32. Also haben wir neben dem Exempel, daß man Gottes Wort gern hören soll, diese zwei Stücke: das erste, obgleich Gott uns eine Zeitlang Mangel leiden und vergeblich arbeiten läßt, daß er dennoch zu rechter Zeit mit seinem Segen bei uns sein und uns helfen will; das andere, daß er auch wieder die Sünde uns helfen, und nicht verdammen will. Darum gibt er uns auch sein Wort und tröstet uns damit, daß wir gewiß sollen glauben, wir seien seine Kinder. 33. Solche Leute tun danach auch rechtschaffene gute Werke, wenn sie zuvor durch das Wort und den Glauben wissen, daß sie durch Christus einen gnädigen Gott und Vater im Himmel haben, dessen Fische sie sind, welche in seinem Wort, als in seinem Netz, wohl verwahrt sind vor allem Unglück. Die können auch in Mangel, Hunger und Kummer fröhlich und guter Dinge sein, und sagen: ob ich gleich hier Armut leide, schadet nicht; dennoch weiß ich, daß mich mein lieber Gott nicht wird immer Not leiden. Denn er hat mir Christus gegeben und alle Seligkeit in ihm: er wird mir also auch so viel zuwerfen, daß der Leib die kurze Zeit meines Lebens seine Notdurft haben wird. 34. So ist es nun dem Herrn am meisten darum zu tun, daß er unsere Herzen tröste und gewiß mache, daß wir fest glauben und ja nicht daran zweifeln sollen, wir haben einen gnädigen Gott in Himmel. Wer das also glaubt, der wird sich nicht wegen eines zeitlichen Mangels anfechten lassen, sondern auch nichts danach fragen, ob der Teufel und die Welt zürne: wenn nur Gott uns gnädig ist. Daß wir nun solches auch fest glauben, und in aller Anfechtung, leiblich und geistlich, uns also trösten mögen, daß verleihe uns unser von lieber Vater im Himmel, durch Jesum Christum, seinen Sohn und unseren lieben Herrn, Amen. Zurück zur Homepage
Am 6. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:00 read : 38 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 5,20 - 26 denn ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. I
Am 6. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:00 read : 38 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 5,20 - 26 denn ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist:. Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch:. Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig; wer aber sagt:. Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Alter deine Gabe und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf das dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir:. Wahrlich, du wirst von dannen heraus kommen , bis du auch den letzten Heller bezahlest. 1. In diesem Evangelium sehen wir, daß unser lieber Herr Christus seine Christen also will lehren, wenn sie glauben und getauft sind, und haben nun den Namen und die Herrlichkeit daß sie Christen heißen, und allerlei geistliche Güter und Gaben empfangen haben: daß sie denken, auch ein rechtschaffenes Leben untereinander zu führen, daß nicht falsch noch heuchlerisch sei. Denn er hat uns nicht eine falsche Gnade widerfahren lassen, die nur den Schein hätte; sondern gleichwie unsere Sünden rechte, große, verdammliche, und nicht gemalte Sünden sind: also ist es auch mit seiner Gnade eitel Ernst und ein rechtschaffen wahrhaftig Wesen. Darum sollen wir denken, daß wir nicht fälschlich gegen unserer nächsten Handeln, sondern treulich und wahrhaftig; wie Gott mit uns, unsere Sünden wegen, gehandelt hat. 2. Um dieser Ursache willen nimmt der Herr im heutigen Evangelium das fünfte Gebote vor sich, und stellt uns ein Beispiel vor, vor dem man sich hüten soll, und spricht:. " Ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen ". Das ist ein kurzer Sinn:. Wer in den Himmel will, der muß eine bessere Frömmigkeit haben, denn als die Pharisäer. Was ist nun der Pharisäer Frömmigkeit? Das war nicht unrecht, daß sie sich in einem feinen, züchtigen, ordentlichen Leben und Wandel hielten. Denn solches will Gott in allen Wegen von uns haben; wie sein Wort da steht: du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen. Wer in solchem Gehorsam sich hält, der tut recht. Aber das war Unrecht an den Pharisäern, daß sie sich um solcher äußerlichen Werke, Zucht und Ehrbarkeit willen brüsteten, fromm und gerecht vor Gott dadurch sein wollten, gingen fein sicher dahin, als hätte das Gesetz keine Anklage gegen sie, sie hätten es nun vollkommen erfüllt; so doch Gott nicht allein die Werke, sondern ein neues, reines Herz haben will. 3. Vor solcher Sicherheit will der Herr uns warnen. Ob wir gleich mit Werken niemand ärgern und vor jedermann sträflich sind, daß wir doch darum uns nicht lassen fromm dünken, als hätten wir Gott vollkommenen Gehorsam geleistet. Denn Christus spricht hier:. Ob jemand gleich mit der Hand nicht totschlägt, kann er dennoch ein Mörder und Übertreter dieses Gebotes vor Gott sein. Ursache, Gott hat nicht allein den Totschlag, welcher mit der Hand geschieht, sondern auch den Zorn im Herzen, ein zornig Wort, einen zornigen Anblick in diesem Gebote verboten. 4. So ist nun die pharisäische Gerechtigkeit, äußerlich fromm seien, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, und denken, wegen solcher Werke seien man fromm und heilig, und bedarf nichts mehr; das Gesetz habe keinen Anspruch mehr an uns, wir haben es völlig erfüllt, Gott sei wohl zufrieden und zürne nicht; obgleich das Herz inwendig voll Sünde und böser Lüste ist. Diese Gerechtigkeit, spricht Christus, gehört nicht in den Himmel, sondern in die Hölle. Denn Gottes Gebote lassen sich mit den bloßen Werken nicht erfüllen; es muß das Herz rein sein von allem Zorn, Haß und Neid, Unzucht und allerlei bösen Lüsten. Wer es dahin bringen kann, der mag sagen, er sei fromm. Weil aber im Herzen die Sünde und böse Lüste noch nicht alle tot sind, sondern regen sich, so hüte dich, daß du dich für fromm halte ist, oder in den Himmel zu kommen denkest. Es gehört eine höhere und bessere Gerechtigkeit dazu, spricht Christus; mit der Schriftgelehrten und Pharisäer Gerechtigkeit kommt ihr nicht in den Himmel. 5. Was ist nun die bessere Gerechtigkeit? Diese, da Werke und Herz zugleich fromm und nach Gottes Wort gerichtet ist: das nicht allein die Hand totschlage, sondern auch das Herz von allem Zorn frei ist; das nicht allein du mit dem Werke nicht ein Ehebrecher werdest, sondern dein Herz ganz rein sei, ohne alle böse Lust und Begierde. Also ist es in allen Geboten; denn solches fordert das Gesetz. Es will nicht allein das Werken haben; sondern eine reines Herz, daß durchaus mit dem Wort Gottes und Gesetz sich vergleicht. 6. Jahr, sprichst du, wo findet man ein solches Herz? Ich finde es in mir nicht, du in dir auch nicht. Denn es ist über die Maßen bald geschehen, daß dir die Gallen überläuft, daß du zu Zorn bewegt wirst. Also läßt sich die böse Lust in Herzen auch sehr bald erregen, auch wider unseren Gedanken und Willen, wir wollen es wohl gern und werden doch letztlich darüber mit uns feind. Wie sollen wir ihm denn tun? Solche hohe Gerechtigkeit (das ist, ein reines Herz) haben wir nicht, und hören doch hier das Urteil:. Wo unsere Gerechtigkeit nicht besser sei, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werden wir nicht in das Himmelreich kommen. Also sollen wir ihm tun: wir sollen den Schriftgelehrten und Pharisäern nicht gleich werden, daß wir uns unserer Werke wegen für fromm hielten; sondern neben allem Guten, daß wir tun und können, sollen wir uns vor Gott demütigen und sprechen:. Lieber Herr, ich bin ein armer Sünder, sei du mir gnädig, und richte mich nicht nach meinen Werken, sondern nach deiner Gnade und Barmherzigkeit, die du in Christus uns verheißen und geleistet hast. 7. Also geht diese Lehre vornehmlich dahin, daß der Herr uns vor der geistlichen Hoffart warnen und zur Erkenntnis unseres unreinen bösen Herzens und sündlichen Natur bringen, und also zur Hoffnung seiner Gnade uns leiten will. Dieses ist dann die rechte Gerechtigkeit, die in den Himmel gehört. Die steht nicht in unseren Werken, obwohl diese heilig sein, sondern in Vergebung der Sünden und auf der Gnade Gottes. Denn ob wir es schon soweit bringen, daß wir äußerlich niemand ärgern und uns in Gottes Wort und Willen fleißig üben; so ist doch der größte Mangel daran, daß das Herz noch voll böser Lust und Sünden ist. 8. Wer nun aus dem Wort Christi den Bericht hat, und glaubt, daß solche Sünden ihm vergeben sind, der ist gerecht: nicht seinethalben, denn Sünder hat er; sondern der Gnade halben, daß solche Sünden durch den Glauben an Christus vergeben sind. Darum spricht Petrus in der Apostelgeschichte Kapitel 15,9.: Gott reinige die Herzen durch den Glauben. Dies Reinigen aber geht nicht so zu, daß wir keine bösen Gedanken noch Lust mehr im Herzen fühlen; welches wird nicht ihr Herr geschehen, bis wir begraben, und zum anderen und ewigen Leben auferstehen werden; da wird das Herz wahrhaftig gereinigt sein. Hier aber geht solches im Wort und Glauben, daß Gott die Sünde um Christus willen nicht zurechnen noch strafen, sondern vergeben und nachlassen will. Doch dazu folgt die Frucht des Glaubens, daß wir durch die Hilfe des Heiligen Geistes anfangen, fromm zu sein und Gott seinen Gehorsam zu leisten; aber, wie gemeldet, es ist ein unvollkommener Gehorsam, darum muß die Vergebung der Sünde sein. 9. Nun sind die Worte, die der Herr spricht: " Es sei denn, daß eure Gerechtigkeit besser sei, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich komm ", nicht so zu deuten, als wären der Pharisäer Werke an sich selbst böse. Denn daß der Pharisäer Lukas 18, 11 berühmt, er sei kein Ungerechter, kein Räuber, keinen Ehebrecher, er faßte zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, daß er habe, daß zwar nicht unrecht gelebt, und wäre zu wünschen, daß alle Menschen im äußerlichen Wandel sich also hielten: so würden weltliche Obrigkeit, der Henker, Vater und Mutter, Herr und Frau im Hause mit bösen Buben und unartigen Leuten nicht viel zu schaffen haben. Aber daran mangelte es, daß derselbe Pharisäer solches Lebens wegen sich für gerecht hielt, und dachte, er bedürfte nicht, daß ihm Gott gnädig wäre und seine Sünden und bösen Lüste im Herzen vergeben. Davor warnt der Herr, daß wir bei solcher Gerechtigkeit nicht bleiben, sondern nach einer besseren trachten sollen, wenn wir anders in das Himmelreich kommen wollen. Und stellt uns deswegen ein Beispiel des fünften Gebotes vor, daß wir daran lernen sollen, was die pharisäische Gerechtigkeit sei, und uns davor hüten. 10. Das fünfte Gebote, wie ihr wißt, heißt also:. Du sollst nicht töten. Der dachten die Pharisäer, wenn sie mit der Hand nicht totschlügen, so hätten sie diesem Gebot genug getan, es hätte keine Not, niemand könnte sie höher treiben. Aber Christus spannt es ihnen höher und spricht:. Nein, Geselle, es hat eine andere Meinung. Wenn das fünfte Gebot also hieße:. Deiner Hand soll nicht töten; so hätte dem Gebot genug getan, will er mit der Hand nicht tötet. Aber es lautet also:. Du sollst nicht töten, das ist: dein Herz, dein Mund, deine fünf Sinnen und alles, was du hast und an dir ist, daß soll deinem Nächsten nicht schädlich sein. Du sollst nicht allein den Körper totschlagen, sondern auch alles das lassen, was zum Tod dient. 11. Daraus ist klar, daß der Herr daß Wort " töten " nicht so eng spannt, daß es allein hieße, das Leben ihnen und ein Aas machen; sondern es begreift alles das Tun, aus welchem der Tod folgen müßte. Als, wenn du jemand feind bist, und gönnst ihn nicht einen Bissen Brot, wie der reiche Mann dem armen Lazarus; da müßte ein solcher Mensch deinetwegen Sterben und verderben. Du würgst ist ihn mit der Faust nicht, und bist doch ein Mörder, nach dem Spruch:. Gibst du deinem Bruder nicht zu essen, so hast du ihn erwürgt. Und 1 Johannes 3,15. " Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend "; Ursache, wo Haß ist, da fehlt nur die Gelegenheit, daß der Totschlag leicht folgen kann. Darum wer dies Gebot halten will, der muß nicht allein die Hand an sich halten, sondern das Herz soll auch ohne allen Zorn sein: daß man nicht einen so sauren Blick sehen, nicht ein hartes Wort fahren lasse, auch gegen die, da alle Welt sagen muß, sie haben alles Unglück um uns verdient. 12. Demnach zeigte Herr klar an, daß man auf vielerlei Weise dies Gebote übertrete: zum ersten, mit dem Herz, wenn dasselbe sich zu Zorn und Abgunst wider den Nächsten bewegen läßt; zum anderen, wenn das Herz heraus bricht, und der Mensch sich mit Geberden stellt, daß er zürne. Als, wenn du vor deinem Nächsten vorüber gehst, ihn nicht ansiehst mit ihm nicht reden, ihm, so er dich grüßt, nicht danken willst. Denn das Wörtlein " Racha ", daß der Herr hier braucht, bezieht sich vornehmlich auf eine saure, unfreundliche Geberde, da man einen den Zorn an den Augen oder im Gesicht ansieht, oder an der Rede hört. Zum dritten, wenn der Zorn aus dem Herzen in den Mund kommt daß man Fluch, die Leute übel ausrichtet, oder sonst nichts Gutes nachsagt. Das vierte ist das Gröbste und Ärgste, wenn es alles zusammen kommt, ein zorniges Herz, unfreundliche Geberde, zornige Zunge und zornige Hand, daß man dazwischen haut und würgt, oder begehrt zu würgen. Ob nun wohl immer ein Grad schwerer ist denn der andere (denn der Herr selbst teilt sie und macht Unterschied der Strafen), so sind sie doch alle, der geringste sowohl als der höchste, Sünde wider dies Gebot: also das wer nur im Herzen einen Widerwillen, Zorn oder Ungunst gegen den anderen trägt, heißt und ist vor Gott auch ein Totschläger. 13. Da bedenke du nun wohl, ob du dies Gebot so rein dein Leben lang gehalten hast, oder noch halten könntest, wie es Christus zu halten befiehlt. Du wirst aber bekennen müssen, wenn du kein Heuchler sein willst, daß du es nicht allein gehalten hast, sondern daß es dir ganz und da unmöglich ist. Wie sollst du nun tun? Denn wie Gott die Übertreteung seines Wortes will strafen, zeigt Moses mit klaren, deutlichen Worten an, da er spricht, 5. Mose 27,26.: " verfluchte sei, wer nicht alle Worte des Gesetzes erfüllt, daß er danach tue ". Also sollst du tun, wie hier Christus dich lehrt: daß du dich ja hütest und kein Schriftgelehrter noch Pharisäer wirst, daß du dich darum wolltest für fromm halten, ob du schon mit der Faust nicht totgeschlagen hast; sondern habe Achtung auf dein Herz, deinem Mund, deine Geberde, und wenn du merkst, daß der Zorn dich ergriffen hat, da kehre schnell zu Gott, und sprich: Herr, ich armer Sünder habe hier wider das fünfte Gebot getan, haben nicht erzürnen lassen, habe mich unfreundlich mit Worten und Geberden gegen meinen Nächsten gehalten; vergibt mir diese meine große Sünde, und verleihe mir deine Gnade, daß ich mich bessere und hinfort solches nicht mehr tue. Das ist ein Stück, daß du tun sollst, welches die Pharisäer nicht tun, die in aller Sicherheit gehen, solchen Zorn für kleine Sünder achten, und um Vergebung solcher Sünde nicht bitten. 14. Danach soll auch das folgen, daß du dich mit Ernst angreifst, dem Zorn den Zaum nicht zu lang lassest: sondern wo du ihn schon aus dem Herzen sobald nicht lassen kannst, daß du doch solche Sünde erstlich deinem Gott von ganzen Herzen bekennst und klagst und um Vergebung bittest; und danach dich übst, daß solcher Groll, der im Herzen nicht ganz vergessene ist, sich nicht dort wieder einwurzle und mit der Zeit wieder heraus breche, und sich mit und freundlichen Geberden, bösen Worten und streitiger Hand beweise, sondern zum wenigsten den Zorn verbergen, freundlich mit deinem Nächsten redest. Da findet denn ein gut Wort auch einen guten Boden, und du wirst es erfahren, wenn du dich so verhälst, der Zorn von Tag zu Tag aus dem Herzen weichen und gleich wie ein Rauch vergehen wird. 15. So taten die Pharisäer nicht. Den Zorn im Herzen, die unfreundliche Geberde, ja, wohl auch die bösen Worte hielten sie für keine Sünde; ließen sie deswegen frei und ohne Scheu gehen. Denn dies Laster, der Zorn, hat die Unart, daß er sich fein schmücken kann. Denn da machen wir uns solche Gedanken:. Der hat mir diese und das getan; sollte ich nicht sauer sehen noch darum zürnen, so trete ich Unrecht; denn ich würde ihn sonst in seinen bösen Vorhaben stärken. Ich muß den Buben ein wenig mürbe werde lassen, er würde sonst gar zu wild und frech. Wenn nun das Herz zuvor zum Zorn geneigt ist, und der Wahn dazu kommt, also tue man recht und wohl daran, daß man zürne mit dem Nächsten um seiner Untugend willen; da geht das Feuer dann erst richtig an und der Teufel hat sein Spiel gewonnen, daß der Groll von Tag zu Tag je länger je größer und die Herzen je länger je mehr gegen einander erbittert werden. Dar warnt der Herr vor, daß wir uns solche pharisäische in Gedanken nicht verführen lassen; sondern rechtschaffene Christen sein sollen, die entweder recht tun, oder doch das Unrecht bekennen und Gott um Gnade bitten, daß er vergeben und uns reine Herzen geben wolle. 16. Wer sich nun also in den zehn Geboten übte, meinst du nicht, er würde nicht jede Stunde Ursache haben, seine Sünde zu beichten, zu beten und sich im Glauben und Wort zu üben? Denn das Beichten muß sein, wenn der Zorn oder andere Lüste uns angreifen, daß wir es nicht leugnen noch entschuldigen, sondern Gott bekennen und ihm von ganzem Herzen beichten, daß wir Unrecht getan haben. Da muß danach das Beten auch folgen, daß Gott solches uns nicht zurechnen soll, sondern vergeben, und uns, um Christus willen, durch seinen Heiligen Geist frömmer machen. Auf solches Gebet soll der Glaube folgen, daß wir nicht zweifeln, es sei uns durch Christus diese und andere Sünde vergeben. 17. Das heißt, sich recht üben im Gesetz oder den zehn Geboten, da ist es nicht nötig, sich nach anderen guten Werken wo der Gottesdienst umsehen; wie der Papst uns sein Haufe tut, der steckt bis über die Ohren in der pharisäischen Gerechtigkeit. Wie denn der Spruch, damit sie, eben wie die Pharisäer, daß fünfte Gebot allein auf das äußerliche Werk gedeutet haben, zeuget:. Den Groll, sagen sie, sollst du fallen lassen; aber die Geberde das Grollen ist nicht nötig fallen zu lassen. Das ist, wenn dir jemand Leid tut, der hüte dich, daß du ihm darum feind sein willst, oder ihn schlagen; daß du aber mit ihm nicht redest, keine Gemeinschaft mehr mit ihm hast, ist keine Sünde. Darum haben sie die zehn Gebote für ein schlechtes Ding gehalten, mit denen allein weltliche Leute umgehen sollen. Sie aber haben sich eigene und höhere Gottesdienste und Werke erfunden. Aber wer mit den zehn Geboten umgehen wollte, wie ich jetzt von dem fünften allein gesagt habe, ich meine, der sollte zu schaffen genug gewinnen, daß er sich nach andere Übung oder Gottesdienste nicht dürfte umsehen. 18. Nun macht es aber der Herr über den Maßen heftig, will, so wir anders wollen Christen sein, daß wir stets in solcher Übung der zehn Gebote uns üben. Denn es ist ein harter Spruch, da er am ersten sagt:. " Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Pharisäer und Schriftgelehrten, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen ". Also beschließt er am Ende, und macht zwei Parteien. Denn wo Zorn und und Einigkeit ist, der sind allewege zwei Parteien: die eine, die Unrecht tut und den anderen Teil beleidigt; die andere, die beleidigt wird. Dem nun, der zum Zorn Ursache gegeben und andere beleidigt hat, sagt er Herr hier, daß er falsch denke, und mit Gott und dem Gottesdienst falsch liegt, so lange, bis er sich zuvor versöhnt habe, und spricht also: Wenn du willst opfern deine Gabe, und wirst allda vor dem Alter eingedenk, daß dein Bruder eine Sache zu dir hat, so laßt deine Gabe da, und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder. 19. Geschieht solches nicht, so ist dein Opfer und Gottesdienst vergebens, und Gott hat keinen Gefallen daran. 20. Mit diesen Worten trifft der Herr der Pharisäer Gedanken sehr fein, die meinten, sie wollten Gott einen Rauch vor die Augen machen, daß er ihren Neid und Haß im Herzen wieder den Nächsten nicht sehen sollte, und andere Leute sollten sie auch für fromm halten. Nein, daß tut es nicht; du täuscht dich selbst. Gott sieht am ersten auf dein Herz, wie es hingegen deinen Nächsten steht. Findet er es in Haß und Neid, so denke nicht, daß er einen Gefallen an deinem Opfer oder Gottesdienst habe. Denn weil er geboten hat:. " Liebe deinen Nächsten wie dich selbst ", so will er vor allem denselben Gehorsam von dir haben, oder will deiner gar nicht. Denn was sollte das für ein Handel sein, daß du wolltest unserm Herrn Gott einen Ochsen, der zehn Gulden Wert ist armer Schenkel, und daneben deinen Bruder totschlagen? Das hieße, da einen Pfennig geben, und an einem anderen Wort hunderttausend Gulden stehlen. Das soll und kann nicht sein. Willst du Gott dienen, so diene ihm mit solchen Herzen, daß deinem Nächsten nicht feind ist, oder wisse, daß dein Dienst vor Gott ein Greuel ist. 21. Daher kommt es, daß viele, wenn sie in Uneinigkeit mit ihren Nächsten stehen, sich vom Sakrament enthalten und kein Vater Unser beten wollen. Denn es stößt sie das Wort vor die Stirn, da sie beten:. Vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern auch vergeben, so sprechen sie das Urteil wider sich selbst, daß Gott ihnen auch nicht vergeben soll. Das ist auch wahr, darf auch niemand anderes denken: willst du nicht vergeben, so wird dir Gott auch nicht vergeben, daß wird nie anders werden. Darum bedenke, was du dir selbst für ein Bad zu richtest, wenn du den Zorn behälst und nicht fahren läßt. Denn deine Sache wirst du damit nicht besser machen, so du nicht beten noch zum Sakrament gehen willst, sondern nur schlimmer. Denn wie dich Gott findet, so richtet er dich. 22. Darum folge dem Rat Christi, demütige dich vor Gott, und bekenne deine Sünde; danach versöhne dich auch mit deinem Nächsten, und laß den Zorn fallen. Alsdann opfere deine Gabe. Sonst hörst du hier daß du mit Gott nicht einig bist, der sich deiner Gebete und Opfer nicht gefallen lassen will. Das meint Christus, daher spricht:. " Laß deine Gabe vor dem Altar ". Als sollte er sagen:. Du richtest doch damit bei Gott nichts aus. Das ist der eine Teil, der zum Zorn Ursache gibt und beleidigt seinen Nächsten. Der soll nicht allein vor Gott sich demütigen, und bekennen, er habe Unrecht getan, sondern auch vor seinem Nächsten; und danach auch Vergebung bei Gott erwarten. 23. Der andere Teil nun, der beleidigt ist, und meint, er habe gute Ursache, daß er zürnen solle, dem warnt der Herr auch, daß er gern vergeben und sich nicht lange soll feiern lassen. Denn da, sagte Herr, sei eine große Gefahr. Denn wo du dich lang bitten und zur Sühne nicht gütig wolltest finden lassen, so würde dein Gegenteil die Sache dem Richter, Gott im Himmel, befehlen und sagen: Herr, ich habe getan, was ich soll: bei dir finde ich Gnade, aber bei den Leuten nicht. Wo nun Gott dir zuvor kommt, was, meinst du, daß das Urteil sein wird? Nehmen wird er dich, der du nicht vergeben noch vergessen willst, und dem Diener überantworte und in den Kerker werfen lassen. Dar wirst du nicht heraus kommen, du habest denn bezahlt bis auf den letzten Pfennig. Das ist, da soll keine Gnade sein, wie er in Lukas 6,38.: " mit dem Maß, damit ihr messet, wird man euch wieder messen ". 24. Also will der Herr zu beiden Teilen haben, daß man barmherzig sein, den Zorn fallen lassen und jedermann freundlich sein soll. Sonst ist das fünfte Gebot da, und verklagt uns, daß wir Todschläger sind vor Gott; deswegen wird die Strafe auch nicht ausbleiben. Solche Lehre und Leben soll unter den Christen bleiben und fleißig geübt werden. Sonst geschieht Gott ein Ungefallen daran; und wir tun und selbst schaden, nicht allein am Leid und Gut, sondern auch an der Seele, wie der Herr droht. 25. Aber außer dem Christenstand oder Reich Christi, in weltlichen Ämtern und Ständen, da hat das fünfte Gebot einen anderen Gang und eine andere Kraft. Da hat Gott einen besonderen Befehl gegeben, dem man folgen und nachkommen soll. Denn wer im welchen Regiment ist, der hat Befehl, daß er zürnen, strafen und Würden soll, wo etwas Unrechtes von den Untertanen begangen wird. Also, Vater und Mutter im Haus haben einen besonderen Befehl von Gott über die Kinder, daß sie nicht dazu lachen sollen, wenn die Kinder sich vergriffen haben; sondern sie sollen schimpfen und getrost strafen. Das heißt sie Gott; und wo sie es nicht tun, sind sie Gott ungehorsam und tun wieder ihr Amt und Befehl. 26. Darum hatte es die Meinung nicht, daß ein Dieb zum Richter sagen wollte:. Hänge mich nicht; denn im fünften Gebot steht geschrieben:. Du sollst nicht töten. Solches mag er zu seines gleichen sagen, der nicht im Amt ist. Aber die Obrigkeit hat den Befehl, sie soll das Schwert brauchen, daß dem Übel gewehrt werde. Also würde es sich nicht reimen, daß eine Magd im Hause, wenn sie unordentlich, faul, zur Frau sagen wollte: Liebe Frau, ihr seid eine Christin, denkt an das fünfte Gebot, daß ihr mit mir nicht zürnt; denn es ist verboten. " Wer mit seinem Nächsten zürnt ", sagt Christus, " der ist des Gerichts schuldig ". Nein, Magd, Gott hat hier eine andere Ordnung gemacht. Du bist eine Magd und sollst deines Amtes, und was man dir befiehlt, fleißig ausüben. Tust du es nicht, so soll man dir nicht gute Worte als Lohn geben, sondern dich darum strafen. 27. Das hat Gott nicht allein Herren und Frauen im Hause, sondern im weltlichen Regiment der Herrschaft aufgelegt, die Macht solcher Zorn ebensowenig zu Unchristen, als das Amt und der Beruf, den sie haben. Das aber würde sie zu Unchristen machen, wenn sie ihren Beruf verlassen, und Haus-und Zucht durch ein unordentliches Wesen ersetzen würden. Das also der Unterschied bleibe:. Im Reich Christi sollt kein Zorn sein, sondern nur Freundlichkeit und Liebe, daß das Herz gegen niemand bitter sei, auch weder Mund noch Hand jemand betrübe. Aber in der Welt Reich und Hausregiment, da sollen Mund und Hand nach eines jeden Stand und Amt tun und schaden allen, die sich falsch Verhalten, und nicht tun, was ihnen befohlen ist. Denn da gilt es nicht schonen oder barmherzig sein, sondern strafen. Wer aber die Strafe läßt, der verursacht dem höchsten Richter, Gott selber, daß er kommen und das Übel strafen muß. Dar an hat man wenig Vorteil. Denn wenn Gott kommt, so kommt er bestimmt und straft. 28. Das ist die Lehre des heutigen Evangeliums. Unser lieber Herr Gott helfe uns mit seinem Heiligen Geist, daß wir als Christen uns gegen einander halten, und ein jeder in seinem Amt und Stand fleißig sei, Armen. Zurück zur Homepage
Am 6. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:00 read : 39 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 5,20 - 26 denn ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. I
Am 6. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:00 read : 39 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 5,20 - 26 denn ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist:. Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch:. Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig; wer aber sagt:. Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Alter deine Gabe und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf das dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir:. Wahrlich, du wirst von dannen heraus kommen , bis du auch den letzten Heller bezahlest. 1. In diesem Evangelium sehen wir, daß unser lieber Herr Christus seine Christen also will lehren, wenn sie glauben und getauft sind, und haben nun den Namen und die Herrlichkeit daß sie Christen heißen, und allerlei geistliche Güter und Gaben empfangen haben: daß sie denken, auch ein rechtschaffenes Leben untereinander zu führen, daß nicht falsch noch heuchlerisch sei. Denn er hat uns nicht eine falsche Gnade widerfahren lassen, die nur den Schein hätte; sondern gleichwie unsere Sünden rechte, große, verdammliche, und nicht gemalte Sünden sind: also ist es auch mit seiner Gnade eitel Ernst und ein rechtschaffen wahrhaftig Wesen. Darum sollen wir denken, daß wir nicht fälschlich gegen unserer nächsten Handeln, sondern treulich und wahrhaftig; wie Gott mit uns, unsere Sünden wegen, gehandelt hat. 2. Um dieser Ursache willen nimmt der Herr im heutigen Evangelium das fünfte Gebote vor sich, und stellt uns ein Beispiel vor, vor dem man sich hüten soll, und spricht:. " Ich sage euch:. Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen ". Das ist ein kurzer Sinn:. Wer in den Himmel will, der muß eine bessere Frömmigkeit haben, denn als die Pharisäer. Was ist nun der Pharisäer Frömmigkeit? Das war nicht unrecht, daß sie sich in einem feinen, züchtigen, ordentlichen Leben und Wandel hielten. Denn solches will Gott in allen Wegen von uns haben; wie sein Wort da steht: du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen. Wer in solchem Gehorsam sich hält, der tut recht. Aber das war Unrecht an den Pharisäern, daß sie sich um solcher äußerlichen Werke, Zucht und Ehrbarkeit willen brüsteten, fromm und gerecht vor Gott dadurch sein wollten, gingen fein sicher dahin, als hätte das Gesetz keine Anklage gegen sie, sie hätten es nun vollkommen erfüllt; so doch Gott nicht allein die Werke, sondern ein neues, reines Herz haben will. 3. Vor solcher Sicherheit will der Herr uns warnen. Ob wir gleich mit Werken niemand ärgern und vor jedermann sträflich sind, daß wir doch darum uns nicht lassen fromm dünken, als hätten wir Gott vollkommenen Gehorsam geleistet. Denn Christus spricht hier:. Ob jemand gleich mit der Hand nicht totschlägt, kann er dennoch ein Mörder und Übertreter dieses Gebotes vor Gott sein. Ursache, Gott hat nicht allein den Totschlag, welcher mit der Hand geschieht, sondern auch den Zorn im Herzen, ein zornig Wort, einen zornigen Anblick in diesem Gebote verboten. 4. So ist nun die pharisäische Gerechtigkeit, äußerlich fromm seien, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, und denken, wegen solcher Werke seien man fromm und heilig, und bedarf nichts mehr; das Gesetz habe keinen Anspruch mehr an uns, wir haben es völlig erfüllt, Gott sei wohl zufrieden und zürne nicht; obgleich das Herz inwendig voll Sünde und böser Lüste ist. Diese Gerechtigkeit, spricht Christus, gehört nicht in den Himmel, sondern in die Hölle. Denn Gottes Gebote lassen sich mit den bloßen Werken nicht erfüllen; es muß das Herz rein sein von allem Zorn, Haß und Neid, Unzucht und allerlei bösen Lüsten. Wer es dahin bringen kann, der mag sagen, er sei fromm. Weil aber im Herzen die Sünde und böse Lüste noch nicht alle tot sind, sondern regen sich, so hüte dich, daß du dich für fromm halte ist, oder in den Himmel zu kommen denkest. Es gehört eine höhere und bessere Gerechtigkeit dazu, spricht Christus; mit der Schriftgelehrten und Pharisäer Gerechtigkeit kommt ihr nicht in den Himmel. 5. Was ist nun die bessere Gerechtigkeit? Diese, da Werke und Herz zugleich fromm und nach Gottes Wort gerichtet ist: das nicht allein die Hand totschlage, sondern auch das Herz von allem Zorn frei ist; das nicht allein du mit dem Werke nicht ein Ehebrecher werdest, sondern dein Herz ganz rein sei, ohne alle böse Lust und Begierde. Also ist es in allen Geboten; denn solches fordert das Gesetz. Es will nicht allein das Werken haben; sondern eine reines Herz, daß durchaus mit dem Wort Gottes und Gesetz sich vergleicht. 6. Jahr, sprichst du, wo findet man ein solches Herz? Ich finde es in mir nicht, du in dir auch nicht. Denn es ist über die Maßen bald geschehen, daß dir die Gallen überläuft, daß du zu Zorn bewegt wirst. Also läßt sich die böse Lust in Herzen auch sehr bald erregen, auch wider unseren Gedanken und Willen, wir wollen es wohl gern und werden doch letztlich darüber mit uns feind. Wie sollen wir ihm denn tun? Solche hohe Gerechtigkeit (das ist, ein reines Herz) haben wir nicht, und hören doch hier das Urteil:. Wo unsere Gerechtigkeit nicht besser sei, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werden wir nicht in das Himmelreich kommen. Also sollen wir ihm tun: wir sollen den Schriftgelehrten und Pharisäern nicht gleich werden, daß wir uns unserer Werke wegen für fromm hielten; sondern neben allem Guten, daß wir tun und können, sollen wir uns vor Gott demütigen und sprechen:. Lieber Herr, ich bin ein armer Sünder, sei du mir gnädig, und richte mich nicht nach meinen Werken, sondern nach deiner Gnade und Barmherzigkeit, die du in Christus uns verheißen und geleistet hast. 7. Also geht diese Lehre vornehmlich dahin, daß der Herr uns vor der geistlichen Hoffart warnen und zur Erkenntnis unseres unreinen bösen Herzens und sündlichen Natur bringen, und also zur Hoffnung seiner Gnade uns leiten will. Dieses ist dann die rechte Gerechtigkeit, die in den Himmel gehört. Die steht nicht in unseren Werken, obwohl diese heilig sein, sondern in Vergebung der Sünden und auf der Gnade Gottes. Denn ob wir es schon soweit bringen, daß wir äußerlich niemand ärgern und uns in Gottes Wort und Willen fleißig üben; so ist doch der größte Mangel daran, daß das Herz noch voll böser Lust und Sünden ist. 8. Wer nun aus dem Wort Christi den Bericht hat, und glaubt, daß solche Sünden ihm vergeben sind, der ist gerecht: nicht seinethalben, denn Sünder hat er; sondern der Gnade halben, daß solche Sünden durch den Glauben an Christus vergeben sind. Darum spricht Petrus in der Apostelgeschichte Kapitel 15,9.: Gott reinige die Herzen durch den Glauben. Dies Reinigen aber geht nicht so zu, daß wir keine bösen Gedanken noch Lust mehr im Herzen fühlen; welches wird nicht ihr Herr geschehen, bis wir begraben, und zum anderen und ewigen Leben auferstehen werden; da wird das Herz wahrhaftig gereinigt sein. Hier aber geht solches im Wort und Glauben, daß Gott die Sünde um Christus willen nicht zurechnen noch strafen, sondern vergeben und nachlassen will. Doch dazu folgt die Frucht des Glaubens, daß wir durch die Hilfe des Heiligen Geistes anfangen, fromm zu sein und Gott seinen Gehorsam zu leisten; aber, wie gemeldet, es ist ein unvollkommener Gehorsam, darum muß die Vergebung der Sünde sein. 9. Nun sind die Worte, die der Herr spricht: " Es sei denn, daß eure Gerechtigkeit besser sei, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich komm ", nicht so zu deuten, als wären der Pharisäer Werke an sich selbst böse. Denn daß der Pharisäer Lukas 18, 11 berühmt, er sei kein Ungerechter, kein Räuber, keinen Ehebrecher, er faßte zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, daß er habe, daß zwar nicht unrecht gelebt, und wäre zu wünschen, daß alle Menschen im äußerlichen Wandel sich also hielten: so würden weltliche Obrigkeit, der Henker, Vater und Mutter, Herr und Frau im Hause mit bösen Buben und unartigen Leuten nicht viel zu schaffen haben. Aber daran mangelte es, daß derselbe Pharisäer solches Lebens wegen sich für gerecht hielt, und dachte, er bedürfte nicht, daß ihm Gott gnädig wäre und seine Sünden und bösen Lüste im Herzen vergeben. Davor warnt der Herr, daß wir bei solcher Gerechtigkeit nicht bleiben, sondern nach einer besseren trachten sollen, wenn wir anders in das Himmelreich kommen wollen. Und stellt uns deswegen ein Beispiel des fünften Gebotes vor, daß wir daran lernen sollen, was die pharisäische Gerechtigkeit sei, und uns davor hüten. 10. Das fünfte Gebote, wie ihr wißt, heißt also:. Du sollst nicht töten. Der dachten die Pharisäer, wenn sie mit der Hand nicht totschlügen, so hätten sie diesem Gebot genug getan, es hätte keine Not, niemand könnte sie höher treiben. Aber Christus spannt es ihnen höher und spricht:. Nein, Geselle, es hat eine andere Meinung. Wenn das fünfte Gebot also hieße:. Deiner Hand soll nicht töten; so hätte dem Gebot genug getan, will er mit der Hand nicht tötet. Aber es lautet also:. Du sollst nicht töten, das ist: dein Herz, dein Mund, deine fünf Sinnen und alles, was du hast und an dir ist, daß soll deinem Nächsten nicht schädlich sein. Du sollst nicht allein den Körper totschlagen, sondern auch alles das lassen, was zum Tod dient. 11. Daraus ist klar, daß der Herr daß Wort " töten " nicht so eng spannt, daß es allein hieße, das Leben ihnen und ein Aas machen; sondern es begreift alles das Tun, aus welchem der Tod folgen müßte. Als, wenn du jemand feind bist, und gönnst ihn nicht einen Bissen Brot, wie der reiche Mann dem armen Lazarus; da müßte ein solcher Mensch deinetwegen Sterben und verderben. Du würgst ist ihn mit der Faust nicht, und bist doch ein Mörder, nach dem Spruch:. Gibst du deinem Bruder nicht zu essen, so hast du ihn erwürgt. Und 1 Johannes 3,15. " Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend "; Ursache, wo Haß ist, da fehlt nur die Gelegenheit, daß der Totschlag leicht folgen kann. Darum wer dies Gebot halten will, der muß nicht allein die Hand an sich halten, sondern das Herz soll auch ohne allen Zorn sein: daß man nicht einen so sauren Blick sehen, nicht ein hartes Wort fahren lasse, auch gegen die, da alle Welt sagen muß, sie haben alles Unglück um uns verdient. 12. Demnach zeigte Herr klar an, daß man auf vielerlei Weise dies Gebote übertrete: zum ersten, mit dem Herz, wenn dasselbe sich zu Zorn und Abgunst wider den Nächsten bewegen läßt; zum anderen, wenn das Herz heraus bricht, und der Mensch sich mit Geberden stellt, daß er zürne. Als, wenn du vor deinem Nächsten vorüber gehst, ihn nicht ansiehst mit ihm nicht reden, ihm, so er dich grüßt, nicht danken willst. Denn das Wörtlein " Racha ", daß der Herr hier braucht, bezieht sich vornehmlich auf eine saure, unfreundliche Geberde, da man einen den Zorn an den Augen oder im Gesicht ansieht, oder an der Rede hört. Zum dritten, wenn der Zorn aus dem Herzen in den Mund kommt daß man Fluch, die Leute übel ausrichtet, oder sonst nichts Gutes nachsagt. Das vierte ist das Gröbste und Ärgste, wenn es alles zusammen kommt, ein zorniges Herz, unfreundliche Geberde, zornige Zunge und zornige Hand, daß man dazwischen haut und würgt, oder begehrt zu würgen. Ob nun wohl immer ein Grad schwerer ist denn der andere (denn der Herr selbst teilt sie und macht Unterschied der Strafen), so sind sie doch alle, der geringste sowohl als der höchste, Sünde wider dies Gebot: also das wer nur im Herzen einen Widerwillen, Zorn oder Ungunst gegen den anderen trägt, heißt und ist vor Gott auch ein Totschläger. 13. Da bedenke du nun wohl, ob du dies Gebot so rein dein Leben lang gehalten hast, oder noch halten könntest, wie es Christus zu halten befiehlt. Du wirst aber bekennen müssen, wenn du kein Heuchler sein willst, daß du es nicht allein gehalten hast, sondern daß es dir ganz und da unmöglich ist. Wie sollst du nun tun? Denn wie Gott die Übertreteung seines Wortes will strafen, zeigt Moses mit klaren, deutlichen Worten an, da er spricht, 5. Mose 27,26.: " verfluchte sei, wer nicht alle Worte des Gesetzes erfüllt, daß er danach tue ". Also sollst du tun, wie hier Christus dich lehrt: daß du dich ja hütest und kein Schriftgelehrter noch Pharisäer wirst, daß du dich darum wolltest für fromm halten, ob du schon mit der Faust nicht totgeschlagen hast; sondern habe Achtung auf dein Herz, deinem Mund, deine Geberde, und wenn du merkst, daß der Zorn dich ergriffen hat, da kehre schnell zu Gott, und sprich: Herr, ich armer Sünder habe hier wider das fünfte Gebot getan, haben nicht erzürnen lassen, habe mich unfreundlich mit Worten und Geberden gegen meinen Nächsten gehalten; vergibt mir diese meine große Sünde, und verleihe mir deine Gnade, daß ich mich bessere und hinfort solches nicht mehr tue. Das ist ein Stück, daß du tun sollst, welches die Pharisäer nicht tun, die in aller Sicherheit gehen, solchen Zorn für kleine Sünder achten, und um Vergebung solcher Sünde nicht bitten. 14. Danach soll auch das folgen, daß du dich mit Ernst angreifst, dem Zorn den Zaum nicht zu lang lassest: sondern wo du ihn schon aus dem Herzen sobald nicht lassen kannst, daß du doch solche Sünde erstlich deinem Gott von ganzen Herzen bekennst und klagst und um Vergebung bittest; und danach dich übst, daß solcher Groll, der im Herzen nicht ganz vergessene ist, sich nicht dort wieder einwurzle und mit der Zeit wieder heraus breche, und sich mit und freundlichen Geberden, bösen Worten und streitiger Hand beweise, sondern zum wenigsten den Zorn verbergen, freundlich mit deinem Nächsten redest. Da findet denn ein gut Wort auch einen guten Boden, und du wirst es erfahren, wenn du dich so verhälst, der Zorn von Tag zu Tag aus dem Herzen weichen und gleich wie ein Rauch vergehen wird. 15. So taten die Pharisäer nicht. Den Zorn im Herzen, die unfreundliche Geberde, ja, wohl auch die bösen Worte hielten sie für keine Sünde; ließen sie deswegen frei und ohne Scheu gehen. Denn dies Laster, der Zorn, hat die Unart, daß er sich fein schmücken kann. Denn da machen wir uns solche Gedanken:. Der hat mir diese und das getan; sollte ich nicht sauer sehen noch darum zürnen, so trete ich Unrecht; denn ich würde ihn sonst in seinen bösen Vorhaben stärken. Ich muß den Buben ein wenig mürbe werde lassen, er würde sonst gar zu wild und frech. Wenn nun das Herz zuvor zum Zorn geneigt ist, und der Wahn dazu kommt, also tue man recht und wohl daran, daß man zürne mit dem Nächsten um seiner Untugend willen; da geht das Feuer dann erst richtig an und der Teufel hat sein Spiel gewonnen, daß der Groll von Tag zu Tag je länger je größer und die Herzen je länger je mehr gegen einander erbittert werden. Dar warnt der Herr vor, daß wir uns solche pharisäische in Gedanken nicht verführen lassen; sondern rechtschaffene Christen sein sollen, die entweder recht tun, oder doch das Unrecht bekennen und Gott um Gnade bitten, daß er vergeben und uns reine Herzen geben wolle. 16. Wer sich nun also in den zehn Geboten übte, meinst du nicht, er würde nicht jede Stunde Ursache haben, seine Sünde zu beichten, zu beten und sich im Glauben und Wort zu üben? Denn das Beichten muß sein, wenn der Zorn oder andere Lüste uns angreifen, daß wir es nicht leugnen noch entschuldigen, sondern Gott bekennen und ihm von ganzem Herzen beichten, daß wir Unrecht getan haben. Da muß danach das Beten auch folgen, daß Gott solches uns nicht zurechnen soll, sondern vergeben, und uns, um Christus willen, durch seinen Heiligen Geist frömmer machen. Auf solches Gebet soll der Glaube folgen, daß wir nicht zweifeln, es sei uns durch Christus diese und andere Sünde vergeben. 17. Das heißt, sich recht üben im Gesetz oder den zehn Geboten, da ist es nicht nötig, sich nach anderen guten Werken wo der Gottesdienst umsehen; wie der Papst uns sein Haufe tut, der steckt bis über die Ohren in der pharisäischen Gerechtigkeit. Wie denn der Spruch, damit sie, eben wie die Pharisäer, daß fünfte Gebot allein auf das äußerliche Werk gedeutet haben, zeuget:. Den Groll, sagen sie, sollst du fallen lassen; aber die Geberde das Grollen ist nicht nötig fallen zu lassen. Das ist, wenn dir jemand Leid tut, der hüte dich, daß du ihm darum feind sein willst, oder ihn schlagen; daß du aber mit ihm nicht redest, keine Gemeinschaft mehr mit ihm hast, ist keine Sünde. Darum haben sie die zehn Gebote für ein schlechtes Ding gehalten, mit denen allein weltliche Leute umgehen sollen. Sie aber haben sich eigene und höhere Gottesdienste und Werke erfunden. Aber wer mit den zehn Geboten umgehen wollte, wie ich jetzt von dem fünften allein gesagt habe, ich meine, der sollte zu schaffen genug gewinnen, daß er sich nach andere Übung oder Gottesdienste nicht dürfte umsehen. 18. Nun macht es aber der Herr über den Maßen heftig, will, so wir anders wollen Christen sein, daß wir stets in solcher Übung der zehn Gebote uns üben. Denn es ist ein harter Spruch, da er am ersten sagt:. " Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Pharisäer und Schriftgelehrten, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen ". Also beschließt er am Ende, und macht zwei Parteien. Denn wo Zorn und und Einigkeit ist, der sind allewege zwei Parteien: die eine, die Unrecht tut und den anderen Teil beleidigt; die andere, die beleidigt wird. Dem nun, der zum Zorn Ursache gegeben und andere beleidigt hat, sagt er Herr hier, daß er falsch denke, und mit Gott und dem Gottesdienst falsch liegt, so lange, bis er sich zuvor versöhnt habe, und spricht also: Wenn du willst opfern deine Gabe, und wirst allda vor dem Alter eingedenk, daß dein Bruder eine Sache zu dir hat, so laßt deine Gabe da, und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder. 19. Geschieht solches nicht, so ist dein Opfer und Gottesdienst vergebens, und Gott hat keinen Gefallen daran. 20. Mit diesen Worten trifft der Herr der Pharisäer Gedanken sehr fein, die meinten, sie wollten Gott einen Rauch vor die Augen machen, daß er ihren Neid und Haß im Herzen wieder den Nächsten nicht sehen sollte, und andere Leute sollten sie auch für fromm halten. Nein, daß tut es nicht; du täuscht dich selbst. Gott sieht am ersten auf dein Herz, wie es hingegen deinen Nächsten steht. Findet er es in Haß und Neid, so denke nicht, daß er einen Gefallen an deinem Opfer oder Gottesdienst habe. Denn weil er geboten hat:. " Liebe deinen Nächsten wie dich selbst ", so will er vor allem denselben Gehorsam von dir haben, oder will deiner gar nicht. Denn was sollte das für ein Handel sein, daß du wolltest unserm Herrn Gott einen Ochsen, der zehn Gulden Wert ist armer Schenkel, und daneben deinen Bruder totschlagen? Das hieße, da einen Pfennig geben, und an einem anderen Wort hunderttausend Gulden stehlen. Das soll und kann nicht sein. Willst du Gott dienen, so diene ihm mit solchen Herzen, daß deinem Nächsten nicht feind ist, oder wisse, daß dein Dienst vor Gott ein Greuel ist. 21. Daher kommt es, daß viele, wenn sie in Uneinigkeit mit ihren Nächsten stehen, sich vom Sakrament enthalten und kein Vater Unser beten wollen. Denn es stößt sie das Wort vor die Stirn, da sie beten:. Vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern auch vergeben, so sprechen sie das Urteil wider sich selbst, daß Gott ihnen auch nicht vergeben soll. Das ist auch wahr, darf auch niemand anderes denken: willst du nicht vergeben, so wird dir Gott auch nicht vergeben, daß wird nie anders werden. Darum bedenke, was du dir selbst für ein Bad zu richtest, wenn du den Zorn behälst und nicht fahren läßt. Denn deine Sache wirst du damit nicht besser machen, so du nicht beten noch zum Sakrament gehen willst, sondern nur schlimmer. Denn wie dich Gott findet, so richtet er dich. 22. Darum folge dem Rat Christi, demütige dich vor Gott, und bekenne deine Sünde; danach versöhne dich auch mit deinem Nächsten, und laß den Zorn fallen. Alsdann opfere deine Gabe. Sonst hörst du hier daß du mit Gott nicht einig bist, der sich deiner Gebete und Opfer nicht gefallen lassen will. Das meint Christus, daher spricht:. " Laß deine Gabe vor dem Altar ". Als sollte er sagen:. Du richtest doch damit bei Gott nichts aus. Das ist der eine Teil, der zum Zorn Ursache gibt und beleidigt seinen Nächsten. Der soll nicht allein vor Gott sich demütigen, und bekennen, er habe Unrecht getan, sondern auch vor seinem Nächsten; und danach auch Vergebung bei Gott erwarten. 23. Der andere Teil nun, der beleidigt ist, und meint, er habe gute Ursache, daß er zürnen solle, dem warnt der Herr auch, daß er gern vergeben und sich nicht lange soll feiern lassen. Denn da, sagte Herr, sei eine große Gefahr. Denn wo du dich lang bitten und zur Sühne nicht gütig wolltest finden lassen, so würde dein Gegenteil die Sache dem Richter, Gott im Himmel, befehlen und sagen: Herr, ich habe getan, was ich soll: bei dir finde ich Gnade, aber bei den Leuten nicht. Wo nun Gott dir zuvor kommt, was, meinst du, daß das Urteil sein wird? Nehmen wird er dich, der du nicht vergeben noch vergessen willst, und dem Diener überantworte und in den Kerker werfen lassen. Dar wirst du nicht heraus kommen, du habest denn bezahlt bis auf den letzten Pfennig. Das ist, da soll keine Gnade sein, wie er in Lukas 6,38.: " mit dem Maß, damit ihr messet, wird man euch wieder messen ". 24. Also will der Herr zu beiden Teilen haben, daß man barmherzig sein, den Zorn fallen lassen und jedermann freundlich sein soll. Sonst ist das fünfte Gebot da, und verklagt uns, daß wir Todschläger sind vor Gott; deswegen wird die Strafe auch nicht ausbleiben. Solche Lehre und Leben soll unter den Christen bleiben und fleißig geübt werden. Sonst geschieht Gott ein Ungefallen daran; und wir tun und selbst schaden, nicht allein am Leid und Gut, sondern auch an der Seele, wie der Herr droht. 25. Aber außer dem Christenstand oder Reich Christi, in weltlichen Ämtern und Ständen, da hat das fünfte Gebot einen anderen Gang und eine andere Kraft. Da hat Gott einen besonderen Befehl gegeben, dem man folgen und nachkommen soll. Denn wer im welchen Regiment ist, der hat Befehl, daß er zürnen, strafen und Würden soll, wo etwas Unrechtes von den Untertanen begangen wird. Also, Vater und Mutter im Haus haben einen besonderen Befehl von Gott über die Kinder, daß sie nicht dazu lachen sollen, wenn die Kinder sich vergriffen haben; sondern sie sollen schimpfen und getrost strafen. Das heißt sie Gott; und wo sie es nicht tun, sind sie Gott ungehorsam und tun wieder ihr Amt und Befehl. 26. Darum hatte es die Meinung nicht, daß ein Dieb zum Richter sagen wollte:. Hänge mich nicht; denn im fünften Gebot steht geschrieben:. Du sollst nicht töten. Solches mag er zu seines gleichen sagen, der nicht im Amt ist. Aber die Obrigkeit hat den Befehl, sie soll das Schwert brauchen, daß dem Übel gewehrt werde. Also würde es sich nicht reimen, daß eine Magd im Hause, wenn sie unordentlich, faul, zur Frau sagen wollte: Liebe Frau, ihr seid eine Christin, denkt an das fünfte Gebot, daß ihr mit mir nicht zürnt; denn es ist verboten. " Wer mit seinem Nächsten zürnt ", sagt Christus, " der ist des Gerichts schuldig ". Nein, Magd, Gott hat hier eine andere Ordnung gemacht. Du bist eine Magd und sollst deines Amtes, und was man dir befiehlt, fleißig ausüben. Tust du es nicht, so soll man dir nicht gute Worte als Lohn geben, sondern dich darum strafen. 27. Das hat Gott nicht allein Herren und Frauen im Hause, sondern im weltlichen Regiment der Herrschaft aufgelegt, die Macht solcher Zorn ebensowenig zu Unchristen, als das Amt und der Beruf, den sie haben. Das aber würde sie zu Unchristen machen, wenn sie ihren Beruf verlassen, und Haus-und Zucht durch ein unordentliches Wesen ersetzen würden. Das also der Unterschied bleibe:. Im Reich Christi sollt kein Zorn sein, sondern nur Freundlichkeit und Liebe, daß das Herz gegen niemand bitter sei, auch weder Mund noch Hand jemand betrübe. Aber in der Welt Reich und Hausregiment, da sollen Mund und Hand nach eines jeden Stand und Amt tun und schaden allen, die sich falsch Verhalten, und nicht tun, was ihnen befohlen ist. Denn da gilt es nicht schonen oder barmherzig sein, sondern strafen. Wer aber die Strafe läßt, der verursacht dem höchsten Richter, Gott selber, daß er kommen und das Übel strafen muß. Dar an hat man wenig Vorteil. Denn wenn Gott kommt, so kommt er bestimmt und straft. 28. Das ist die Lehre des heutigen Evangeliums. Unser lieber Herr Gott helfe uns mit seinem Heiligen Geist, daß wir als Christen uns gegen einander halten, und ein jeder in seinem Amt und Stand fleißig sei, Armen. Zurück zur Homepage
Am 7. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:24 read : 5 내용넓게보기. 프린트하기 Markus 8,1 - 9 Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu Essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:. Mich jammert des Volks; denn sie haben
Am 7. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:24 read : 5 내용넓게보기. 프린트하기 Markus 8,1 - 9 Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu Essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:. Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm:. Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie:. Wieviel habt ihr Brots? Sie sprachen:. Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer war bei 4000, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. 1. Dies Wunderwerk hat unser lieber Herr Jesus zweimal getan. Denn ein anderes Mal hören wir, daß er mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Mann, ohne Weib und Kinder, gespeist hat, und sind 12 Körbe Brocken übriggeblieben. Im heutigen Evangelium aber hört ihr, wie mit sieben Broten und ein wenig Fischlein Viertausend gespeist und sieben Körbe voll übergeblieben sind. 2. Es scheint aber, als sei solche Wunderwerk darum auf diese Zeit zu predigen verordnet, auf das die Leute lernten, weil jetzt zur Zeit des Jahres die Ernte angeht, daß man die Früchte auf dem Feld beginnt einzuführen, daß jedermann durch dies Evangelium erinnert würde, daß es Gottes Segen sei, und Gott noch heutigen Tages mit uns das Wunder tut, daß er dazu mal in der Wüste getan hat, daß er mit einem wenigen durch seinen Segen weit reichen, und viele speisen und ernähren könne; auf das, wo gleich ein geringer Vorrat, oder das Getreide übel geraten ist, wir dennoch an diesem Trost halten, daß es nicht an dem allein gelegen sei, ob man viel habe, sondern an den Segen unseres lieben Herrn Christi. 3. Denn das ist der schändlichen, ungläubigen Welt eigentliche Unart: wenn sie nicht aller Dinge eine Fülle sieht und hat, so will sie bald verzweifeln, als müßte sie Hungers sterben. Und zwar Gott hat uns nun viele Jahre reichlich versorgt; noch hilft es nicht, es ist als wenn jedermann verhungern will. Dazu helfen die Geizhälse und Wucherteufel, die mit Korn und Wein zurück halten, wollen es den Leuten nicht um einen Pfennig verkaufen, sondern warten, bis es teurer werde, daß sie mehr Geld dafür bekommen. Das sind Unchristen, die von solchen Segen und Wunderwerk nichts wissen noch glauben; sonst würden sie mehr auf Gottes Wort sehen und sich an dasselbe halten, und alle Sorge dem reichen Gott im Himmel befehlen, der das kleine segnen und viel daraus machen kann. 4. Wir sehen aber hier zweierlei Trost, nämlich: das unser lieber Herr Christus beide, die Seele mit dem Wort und den Leib mit dem Brot versorgen will; auf das, ob er wohl die seinen läßt eine Zeitlang Mangel leiden, arm und verachtet sein (denn alle Welt ist ihnen feind, und der ihnen nicht einen wissen Brot), sie dennoch daran nicht zweifeln sollen, er wolle dafür sorgen, daß sie nicht Hungers sterben, und ihnen ein ziemliches Auskommen schaffen, mit welchem sie sich behelfen können. 5. Nun geht aber der Herr mit solchen Segen um nach der Regel, die er gibt in Matthäus 6,33:. " Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, so wird euch das andere alles zu fallen ". Denn der Evangelist meldet, wie das Volke wohl drei Tagen bei dem Herrn beharret habe. Was meinst du aber, daß sie bei ihm getan oder gesucht haben? Ohne Zweifel anderes nicht, denn daß sie dem Wort nachgegangen und dasselbe zu hören begehrt haben. Das ist danach die Ursache, daß er sich ihrer so herzlich annimmt, und denkt, er müßte sorgen, wie sie zu Essen kriegen, daß sie nicht verschmachten. 6. Daß also dieses die vornehmste Lehre sein soll, daß wir am ersten nach dem Reich Gottes und dem Wort trachten, und demselben nachgehen sollen. Wenn das geschehen ist, so sollen wir danach dem Herrn Christus für den Bauch sorgen lassen. Denn er hat es schon beschlossen, wenn wir seines Wortes Schüler sind, daß wir nicht des Hungers sterben sollen. Daher spricht er:. " Mich jammert des Volks ". Und ist gewiß, ehe es sollte an Brot mangeln, es müssen die Steine zu Brot werden. 7. Eben so sagte Markus oben auch im sechsten Kapitel, da Christus die 5000 Mann in der Wüste speiset, daß er sei übergefahren und in eine Wüste gegangen. Da aber das Volke sei sein inne geworden, sind sie aus allen Städten und Flecken ihm nachgelaufen. Als er aber das große Volk gesehen hat, spricht Markus, jammerte ihn derselben, denn sie waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben, und fing eine lange Predigt an. 8. Das ist der erste Jammer, welchen der Herr, als der rechte Hirte und Bischof der Seelen, ansieht, daß sie war wie eine zerstreute Herde. Gleichwie wir unter dem Papsttum auch gewesen sind: der rief St. Barbara, jener St. Katharina an; da war kein richtiger Prediger, der uns auf die rechte Weide geführt (das ist, die reine Lehre vorgehalten) hätte; alles schwebte und lebte es in Abgötterei und Irrtum. Also, sagt Markus, war es mit dem armen Volk bei den Juden auch: da waren Priester und Leviten geordnet, daß sie sollten predigen von dem zukünftigen Christus und seinem Gnadenreich. Aber was taten sie? Sie wurden aus Hirten schädliche Wölfe, predigten ihre eigenen Träume, daß die armen Schäflein verschmachteten. Eben wie wir im Papsttum, dann niemand wußte, wie er mit Gott dran war: daß Gott um Christus willen uns wollte gnädig sein, und Sünde vergeben. Jedermann meinte, sollte er selig werden, so müßte er mit seinen Werken und Leben dazu helfen. Das ist der erste Jammer und Schade, den der Herr an dem armen Volk sieht, läßt sich den zu Herzen gehen, tut ihnen eine schöne lange Predigt; als sollte er sagen:. Was machen doch die heillosen Priester und Leviten? So viel Volks ist da, wollten gern etwas von unserm Herrn Gott hören und lernen; aber da ist niemand, der sie lehre und führe; die es tun sollen, haben mit ihrer Pracht, Geiz und Hoffart zu tun. 9. Darum spricht Markus:. " Sie waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben ". Ach, Herr Gott, wenn ein Schaf keinen Hirten hat, so ist es ein armes und verlassenes Tier. Es hat Not, wenn es keinen Hirten, Hund oder Stall hat. So ist es mit uns armen Leuten auch. Sollte der Teufel nicht da regieren, wo kein Wort Gottes noch rechte Predigt ist; weil die genug zu schaffen haben, daß sie vor dem Wolfe sicher bleiben, die das Evangelium gern hören, fleißig beten, dazu auch fromme Pastoren und treue Seelsorger haben? Darum, wo man Gottes Wort nicht rein hat, und niemand weiß, wie er beten und sich Gott befehlen soll, da ist es sehr bald geschehen, daß sich die Leute bereden lassen, daß er diesen, jener einen anderen Heiligen zum Heiland nimmt, und also alle in die Irre und unter diese Wölfe kommen. 10. Solchem Jammer und hoher Not wehret der Herr hier am ersten damit, daß er Predigt, und die irrigen Schäflein durchs Wort lockt und zusammenbringt. Darum haben wir große Ursache, diese Wohltat zu bedenken, und solche freundliche und liebliche Augen unseres lieben Herrn Jesu Christi zu rühmen, daß er den Leuten so in die Herzen hinein sieht, und nimmt sich so herzlich ihres Irrweges an, weil sie so dahin gehen oder Hirten. Darum, ob er wohl seiner Ruhe wegen, wie Markus sagt, in die Wüste gewichen, dennoch macht er sich hervor, und jammert ihn des Völkleins, daß sie geistlich Hunger leiden und verschmachtet sind, und tut ihnen eine lange Predigt, speiset und tröstet sie also erstlich an der Seele. 11.. Also ist es im heutigen Evangelium auch, da der Evangelist anzeigt: das Volks sei drei ganze Tage bei dem Herrn Christus beharret, ohne Zweifel, daß sie Predigten von ihm gehört haben. Und wäre gut, daß solche Predigten geschrieben wären; aber die Evangelisten haben allein das Werk melden wollen. 12. Das ist nun das erste Stück, daß unser lieber Herr Christus sorgfältig ist, und hat ein trauriges Herz über die verlassenes Seelen. Läßt deswegen sein Gebet anstehen, daß er gegen seinen Vater zu tun hat, nimmt sich des armen Völkleins an und predigt ihnen. 13. Weil er nun ein solches Herz hat, wie, meinst du wohl, wie er am jüngsten Tag empfangen werde die unfleißigen Pastoren, die ihres Amtes nicht treu waren, dazu wohl ihre Pfarrkinder noch verführen? Gleich, Fürsten und Herren, die das Volk zur Abgötterei zwingen, und das Wort nicht rein lassen wollen? Sonderlich aber, was wollen hier unsere Bischöfe sagen und wie wollen sie sich verantworten, welche den Namen führen und das Amt rühmen, Gott habe sie zu Bischöfen und Seelsorgern gemacht, und tun doch nichts, denn daß sie wissentlich das Volk in Abgötterei halten, und zur rechten Erkenntnisse des Wortes und rechten Gottesdienstes nicht kommen lassen wollen, strafen dazu ihre Untertanen an Gut und Leid, wenn sie der Abgötterei nicht folgen wollen. 14. Gleich, was wollen Vater und Mutter sagen, die ihre Kinder nicht fleißig zur Kirche und dem Wort halten? Da wird er ohne Zweifel sagen:. Ihr Herren und Frauen, ihr Könige und Fürsten, ihr habt so viel Seelen unter eurem Gebiet gehabt, die solltet ihr zu Gottesfurcht gezogen und fleißig zum Wort gehalten haben; aber ihr habt es nicht getan, habt sie lassen ruchlos werden und ohne alle Gottesfurcht aufwachsen. Von wem sollte ich für solchen unsäglichen Schaden Rechenschaft fordern? Von niemand, denn eben von euch Eltern, Herren und Frauen, Könige und Fürsten, denen ich befohlen habe, darauf zu sehen, daß eure Kinder, Gesinde und Untertanen etwas lernen. Denn darum ist Vater und Mutter, Fürsten und Herren nicht da, daß sie ihren Kindern und Untertanen allein Frieden schaffen und den Bauch füllen; sondern sie sollen auch mit allen Fleiß dazu tun, daß Kinder, Gesinde und Untertanen zur Wahrheit und Erkenntnis des Wortes geführt, und also vor allen Dingen die Seele ihre Speise habe, daß die Menschen gottesfürchtig, fromm und selig werden. 15. Darum ist das das höchste und größte Werk und der vornehmste Gottesdienst, den wir auf Erden tun können, daß wir andere Leute, und besonders die uns befohlen sind, zur Erkenntnis Gottes und dem Heiligen Evangelium bringen. Solchem guten Werk ist der Teufel sehr feind, setzt sich heftig dagegen mit Rotten und Verfolgung. Neben dem ist es an sich selber ein sehr schweres Ding und kostet viel Mühe und Arbeit, ehe man die Kinder und das junge Volk ein wenig auf die Beine bringe, daß sie die Lehre annehmen um gottesfürchtig werden. 16. Diesen Gottesdienst und das größte Almosen richtet der Herr hier am ersten aus, hilft den armen Leuten an der Seele. Das heißt den Sabbath recht geheiligt, damit Gott mehr gedient und den Leuten besser geholfen ist, denn wenn der Herr einem jeglichen unter ihnen, die seine Predigt gehört, hätte tausend DM geschenkt. Denn die geistliche Speise übertrifft weit die leibliche, durch welche der Mensch ewig lebe. 17. Diesem Beispiel sollen Vater, Mutter, Herren, Frauen und Regenten folgen, so könnten sie an ihren Kindern, Gesinde und Untertanen den Himmel verdienen, das ist, daß höchste und Gott wohlgefälligste Werk tun, wenn sie also am ersten den Seelen helfen, daß sie nicht zum Teufel führen. 18. Nach diesem geistlichen Almosen (nach der Predigt, welches billig das reiche Almosen heißt) geht das andere geringere Almosen auch an, daß der Herr auch dem Leibe will helfen. Denn Christus ist nicht darum gekommen, daß er Seele oder Leib verderben will; er will überall gern helfen. Darum hat es die Meinung nicht, daß sich ein Mensch zu Tode faßten oder beten soll. Aber doch soll die Übung dermaßen sein, daß der Leib gesund bleibe. Wer aber dem Leibe Schaden tut (wie im Papsttum in den Klöstern von vielen geschehen ist, die sich mit gar zuviel Beten, Fasten, Singen, Wachen, Singen und Kasteien verdorben haben, daß sie vor der Zeit haben Sterben müssen), der ist sein eigener Mörder, davor hüte dich, als vor einer großen Todsünde. 19. Sirach spricht im 33. Kapitel Vers 25.: " dem Esel gehört sein Futter, Geißel und Last; also dem Knecht sein Brot, Strafe und Arbeit ". " Doch, spricht er bald danach, Vers 30, lege keinem zuviel auf, und halte Maß in allen Dingen ". Der Leib ist sterblich, darum muß er seine Futter haben, daß er gesund bleibe. Danach soll er nicht müßig gehen, sondern etwas vorhaben und arbeiten, sonst wird er geil und unruhig. Zum dritten muß die Geißel oder Strafe auch da sein, daß er immer anhalte und fortfahre, nicht faul und nachlässig werde. Doch soll es ein Maß haben. Denn der Mensch kann nicht immerdar arbeiten, er muß auch seine Ruhe haben, ohne welche niemand lange kann. Daher hat auch Gott nicht allein den Tag zur Arbeit, sondern die Nacht zum Schlaf und Ruhe geordnet, und wir halten Mittagsstunde zum Essen. Denn Gott ist kein Mörder, wie der Teufel, welcher damit umgeht, daß die Werkheiligen sich zu Tode faßten, beten, wachen sollen. Aber Gott hat daran keinen Gefallen; sondern also heißt es:. Halte Maß in allen Dingen, wie der weise Mann vermahnt. 20. Das ist der andere Trost, daß wir uns recht lernen in die Sache schicken und vornehmlich nach dem Wort Gottes trachten. Ob wir nun dasselbe in der Wüste suchen und Mangel darüber leiden müssen, da liegt es nicht dran. Wir haben einen reichen Herrn, der sich unserer Not annimmt und für uns sorgt, auf eine viel bessere Weiße, denn wir für uns selbst sorgen können. Denn wir können doch mit unserer Sorge nichts ausrichten. Aber wo Christus sorgt, da muß sich alle Fülle finden, wenn auch nichts da ist, wie man hier sieht. 21. Die Apostel sorgen auch, aber viele auf eine andere Weise, denn Christus; sie sprechen:. " Woher nehmen dir Brot in der Wüste, daß wir sie sättigen? " Das heißt ja sorgen; aber von solchem Sorgen wird der Sache nicht geholfen. Dagegen, da Christus sich des Volkes annimmt, und denkt, wie er ihnen Essen schaffe, obgleich nur sieben Boote da sind und ein wenig Fischlein; so reicht ist doch soweit, daß 4000 Mann genug daran haben, und bleibe noch sieben Körbe voll Brocken über; Weib und Kinder sind nicht gezählt, derer werden ohne Zweifel auch viel gewesen sein. 22. Nun sage mir, ist es nicht wahr, wer gewiß könnte wissen, daß er mit einem einigen Gulden soweit könnte reichen und so lange davon zehren, als ein reicher Mann von 10000, der würde es sich freilich nicht anfechten lassen, ob er gleich nur einen Gulden hätte, und würde jenen mit den 10000 Gulden nichts reicher achten denn sich. Wo aber jener auf seinen großen Haufen pochen und trotzen wollte, würde dieser noch sein dazu Spotten und sprechen:. Du hast zumal eine vergebliche Freude; denn auch du gleich viel hast, so hast du doch keinen Vorteil vor mir, ohne daß du mehr zählen mußt, denn ich; sonst müssen dir deine 10000 Gulden ebensobald zerrinnen, als mein einziger Gulden. 23. Wie kommt es denn, daß wir, so alle Christen sind, oder wollen es ja zum wenigsten alle sein, nicht durchaus auch also tun, uns weder der Fülle oder des Überflußes trösten, und vor dem Mangel nicht erschrecken, noch sorgfältig darüber werden? Denn so wir Gottes Wort treulich und fleißig anhangen, soll es nicht Mangel haben; Christus sorgt für uns, und muß folgen, daß wir zu Essen haben. Denn da liegt es nicht dran, ob wir etwas oder wenig haben; es liegt an seinem Segen. So er denselben zu dem geringen Vorrat schüttet, den du hast, so wird hier nicht allein nicht zerrinnen, sondern es muß solches Segens halben auch überschießen, und mehr da bleiben, denn am Anfang da gewesen ist 24. Das sollten wir wo lernen, so würden wir nicht allein uns nichts bekümmern, obgleich Mangel vorfiele; sondern auch dem Geiz, der uns sonst immerdar ängstet, wehren können. Denn die Unart haben wir alle an uns, daß wir denken, wer viel habe, der dürfe desto weniger sich der Gefahr besorgen, und könne desto weiter reichen. Daher kommt es, daß jedermann gern viel haben will, und kommen die Leute endlich dahin, daß sie weder nach Gott noch den Leuten fragen, wenn sie nur ihren Geiz nachkommen und viel Gutes zusammen können scharren. 25. Wer nun fleißig diesem Wunderwerk nachdächte, der würde andere Gedanken fassen, und sich weder der Fülle trösten, noch den Mangel schrecken lassen denn er würde sein Herz dahin richten und schließen:. Wer Christus hat, der hat einen solchen Haushalter, der aus wenig viel, ja, aus nichts alles machen kann. Dagegen nur Christus mit seinem Segen nicht ist, der müssen großer Haufen zerschlagen und von Tag zu Tag abnehmen. 26. Diese sieben Brote hier und die Fischlein haben vielleicht für den Herrn selbst und seine Jünger gehört auf eine Mahlzeit. Denn weil der Herr im Brauch hatte, daß er oft sich von den Leuten eine Zeitlang tat, Betens und anderes wegen, mußten die Jünger auf solches Reisen sich mit dem Essen schicken. Da aber so viel Volks zum Herrn kommt, und diese Not vorfällt, daß sie nicht zu Essen haben, muß dieser Vorrat dazu dienen, daß die ganze Menge damit gespeist werde. Sobald nun der Herrn die sieben Brot nimmt, sie bricht und den Jüngern gibt, dieselben dem Volk vorzulegen, wachsen sie unter seinen Händen zusehends, daß er immer, daß er gebrochen hat, den Jüngern reicht, und bleibt ihn doch mehr in den Händen, denn er ausspendet. Diese Kunst kann er, und beweist sie auch seinen Jüngern zu gut, daß sie seinem Wort nachgehen; aber doch nicht eher, es sei denn Not und Mangel vorhanden. Darum, wer solchen Segen begehrt, der beschwere sich des Mangels nicht, daß es eine Zeitlang übel zugeht. Halte du fest am Wort und deinem Beruf, nach Christus Befehl; danach laß ihn sorgen, wie er dich ernähre. 27. Denn das hat nie kein Mensch weder gesehen noch gehört, daß ein Christ wäre Hungers gestorben. Man verfolgt sie wohl, wirft sie ins Gefängnis und tötet ihrer viele; aber wenn sie zuvor das erste und reiche Almosen hinweg haben und dem Wort glauben, so haben sie alle zu Essen gefunden und sind ernährt worden. Denn daran soll einem Christen nicht gelegen sein, ob er es gleich nicht zu gut, herrlich und viel hat, wie die reichen Leute haben. Denn hier geht es auch schlecht zu. Der Herr Christus gibt seinen Gästen ein Stück Brot und Fisch, und einen Trunk Wassers, setzt ihnen nicht zehn Gerichte, und köstlichen Wein vor, wie die Reichen pflegen, die den Überfluß haben. 28. Also will der Herr auch, daß seine Christenheit hier die kurze Zeit ihrer Wallfahrt nicht nach großem Gut streben sollen. Sondern daß sie sich an dem geringen, daß er ihnen bescherte, genügen lassen. Denn was willst du mehr, denn daß du dich des Hungers erwehren und gesunden Leib behalten könntest? An dem lasse du dir genügen. Haben es andere Leute besser, so mögen sie Gott dafür danken, und sich hüten, daß sie mit dem Überfluß nicht sündigen und zu ihrem eigenen Schaden mißbrauchen. 29. Denn man sieht, daß der Reichen Kuchen nicht jedermann dienen, und die Leute nicht lang gesund dabei bleiben; das mancher sich lieber ein Stück Brot und einen frischen Trunk Wassers wünschen sollte, dabei er möchte gesund bleiben, denn solchen Überfluß, da Krankheit und ungesunder Leib aus folgen muß. Wie man bei den Reichen sieht, die mehr nach Wollust, denn was dem Leib gesund ist und zur Notdurft dient, trachten. Darum geschieht es ihnen auch so, daß ihrer viele vor der Zeit an mancherlei Seuchen sterben. Der dagegen arme Leute, die da Essen und Trinken zu ihrer Notdurft, was sie haben, dabei frisch und gesund bleiben, und viele Jahre erreichen. Die Reichen könnten fein und mäßig zehren und leben, des Überflußes weniger machen, mit zwei, oder auf das meiste 3 Gerichten, sich behelfen, daß sie satt würden, fröhlich, guter Dinge und lustig dabei bleiben. Das tun sie nicht, sondern machen der Wollust zuviel, tun damit ihren Leib und Leben weh, daß sie noch in ihrer Jugend siech und krank werden, und vor der Zeit sterben müssen. 30. Über das, wo bleiben dabei die Armen, die das trockene Brot nicht haben können, die ja die Reichen nicht sollten Not leiden lassen, wenn sie vor den großen Unkosten und Überfluß dazu könnten kommen, den sie auf Kleidung wenden, da nicht allein überflüssig alles voll auf sein, sondern auch viel unnützlich umkommen und verderben muß? Denn die Unart haben gemein die Reichen an sich, die des reichen Mannes, Lukas 16 Schüler und Nachfolger sind, daß sie sich nicht lassen dauern, was zur Pracht, Überfluß und Wollust gehört und dient. Wo sie aber einem Armen einen Rock geben, oder sonst Hilfe tun sollen, dessen beschweren sie sich, oder tun es ungerne; und wo sie reichlich den Armen geben und helfen sollen, tun sie es unbillig, und stellen sich, als stünde ihnen ihr Verderben dann an. 31. Darum tut unser Herr Gott über die Maßen recht, daß er es ihnen entweder läßt alles zerrinnen, wo sie zuvor im Wein gebadet haben, daß sie hernach kaum das liebe Wasser haben; oder, so sie am Gut keinen Mangel leiden, müssen sie am Leib ihre Marter und Plage haben, welches verdrießlicher und weher tut. Wie man denn sieht, daß die Reichen ihre sondere Plage und Krankheiten haben, Zipperlein, Stein, Grimmen, Lähme und dergleichen. Das haben sie davon, daß sie ihres Leibes sowohl wissen zu warten, und lassen daneben die armen, dürftigen Leute Not leiden; dienen Gott solchen Mangel, den sie leiden, erstattet, ob sie gleich nur ein trockenes Brot und einen Trunk Wasser haben, daß sie doch gesund, fröhlich und guter Dinge dabei sind. Dies habe ich zu einer Erinnerung hier melden wollen, da wir hören, wie der Herr seine Gäste so kurz abspeiset, mit einem Stück Brot und einem Stück Fisch. 32. Also dient das heutige Evangelium dazu, daß wir unseren lieben Herrn Jesum Christum als einen gnädigen Herrn und Vater sollen erkennen lernen, der Leib und Seele gerne will helfen, und mit der nötigen Hilfe am ersten kommt, daß er sein Wort mit uns teilt, und dadurch lehrt, wie wir Gott erkennen und aus Gnaden sollen selig werden. Danach wer das Wort halben in Mangel kommt und leiden muß, da will er uns auch nicht lassen, sondern seinen Segen zu unserem kleinen Vorrat setzen, daß es wohl ergeben und sich mehren soll wieder aller Welt Vernunft und Gedanken. Für solche Lehre sollen wir Gott heute danken, und bitten, daß er mit seinem geistlichen und zeitlichen Segen uns durch Christus versorgen wolle, Amen. Zurück zur Homepage
Am 8. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:51 read : 7 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 7, 15-23 Sehet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erk
Am 8. Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:39:51 read : 7 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 7, 15-23 Sehet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen:. Herr, Herr! In das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mehr sagen an jenem Tage:. Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweißsaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel aus getrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen:. Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Übeltäter. 1. Diese Predigt hat der Herr getan zum Schluß der Bergpredigt, Matthäus Kapitel 5. Und das darum, daß er wohl weiß, wo unser Herr Gott eine Kirche baute, da baut der Teufel ein Wirtshaus dazu ; oder, wie man den jungen Kindern vorsagt, da unser Herr Gott einen Erdenklos genommenen und einen schönen Menschen daraus gemacht hat, da habe der Teufel solches Werk nachmachen wollen, es sind aber nur Kröten und Schlangen daraus geworden. Denn es ist allezeit so gewesen, wenn die rechte Predigt ihren Lauf begonnen hat, daß der Teufel falsche Lehre und Ketzerei darunter gemengt hat. Wie du in einem Garten siehst: da fehlt es nicht, wenn man Gutes hinein säet, so wächst Unkraut auch mit, und man hat Mühe, daß man in den guten Samen vor dem Unkraut erhalten und aufwachsen lassen kann. 2. Weil denn anderes nicht daraus wird, wir müssen wir auf Erden unter dem Teufel sein, der die Welt unter sich hat und sein Unkraut immer dazwischen sät: so vermahnt und warnt uns der Herr im heutigen Evangelium, als unser treuer Lehrer und Erzhirte unserer Seelen, daß wir uns sollen vorsehen und hüten vor den falschen Propheten. Als sollte er sagen:. Ich habe mein Wort euch geben, und treulich gelehrt, was ihr tun, und wie die zehn Gebote recht verstehen, recht beten, recht faßten, Gott Vertrauen und anderes sollt. Nun liegt es da an, daß ihr euch vorsehet, daß ihr von solcher Lehre nicht abgeführt werdet. Ich warne euch, ihr werdet euch nicht entschuldigen können; denn ich sende euch nicht unter Engel, sondern unter die Wölfe, und säe euch nicht unter den Weizen, sondern mitten unter daß Unkraut. Darum sehet euch vor, daß ihr euch nicht verführen lasset. 3. Also will der Herr, daß wir nur am Wort halten und von denselben uns nicht sollen abführen lassen. Was aber dem Wort entgegen ist, daß sollen wir hassen und fliehen, als den Teufel selbst. Darum soll niemand sicher sein, noch schlafen. Denn es wird nicht fehlen (wie zuvor gesagt), wo das Wort recht und fein ist, da bleiben die Wölfe nicht außen, sondern kommen gewiß. Wie man den sieht, erstlich in der Kirche, danach auch in weltlichem Regiment und Haushalten. Allenthalben mischt sich der Wolf ein, ob er uns von Wort reißen und Schaden tun könnte. Die christliche Kirche hat das rechte, reine Wort Gottes; dabei kann der Teufel sie nicht bleiben lassen, führt allerlei Schwärmer herrein, die von der Taufe, vom Abendmahl Christi, von Christus selbst etwas Neues uns Sonderliches bringen, die Leute dadurch Irre machen und verführen. Und wo sich solche Schwärmer finden, haben wir, als heillose, vorwitzige Leute, die Unart an uns, sobald wir etwas Neues hören, daß wir sofort darauf fallen, fallen vom Wort, und gaffen solchen Rotten und Schwärmern auch noch nach. 4. Da gehört nun diese Warnung besonders hin. Als sollte Christus sagen:. Die falschen Propheten werden nicht außen bleiben, sondern gewiß zu euch kommen, und dazu mit einem schönen, gleißenden Schein, daß ihr denken werdet, ihr habt euer ganzes Leben noch nie eine bessere Predigt gehört; werdet also dahin fallen, wie das unzeitige Obst, wenn der Wind daher kommt. 5. Denn wo ein Christi fleißig wäre, und hätte nicht mehr denn den Katechismus, die zehn Gebote, den Glauben, das Vater Unser, und die Worte des Herrn von der Taufe und Sakrament des Alters, der könnte sich gut damit wehren und bestehen gegen alle Ketzereien. 6. Aber weil wir so unfleißig daß Wort hören, und ledige Herzen behalten, die sich nicht an das Wort halten, daher kommt es, daß der Teufel solche ledigen Herzen findet, und sie in grobe und schlimme Irrtümer führt. Davor will uns der Herr gerne warnen, daß wir nicht solche leichtfertigen Herzen behalten, sondern bedächten, wie wir Gottes Wort ja wohl und fest fassen könnten. Denn er schickt uns nicht unter die Engel, sondern unter die Wölfe; da heißt es gut aufpassen. Wer nun hier der Sache will gewiß sein und nicht irren, der halte sich, spricht Christus, ein mein Wort. Das ist das rechte Licht, daß ich euch angezündet habe, und der Harnisch, damit ihr euch gegen des Teufels Stiche halten könnt, und euch fein wehren, wenn er auch gleich den Schafskleidern zu euch kommen wird. 7. Nun ist aber das schrecklich und steht uns eine große Gefahr darauf, daß der Teufel, wenn er zu uns kommt (in seinen Rottengeistern), kommt er also nicht wie ein Teufel, sondern er schmückt sich, als wäre er Gott selbst; wie er zu unserem lieben Herrn Christus auch gekommen ist, da er sprach:. " Bete mich an, so will ich dir alle Reiche der Welt geben ". Das waren nicht Worte, die der Teufel reden sollte, sondern gehören der hohen Majestät, dem ewigen Gott, zu. Denn er ist es, den man allein anbeten soll, und der allein aller Welt Reiche mächtig ist, und gibt sie nach seinem Gefallen, wem er will. Darum straft ihm Christus und spricht:. " Hebe dich, Satan ". Als sollte er sagen:. Du gibst dich gerne für Gott aus; aber ich kenne dich: du bist der Teufel. Darum müssen wir auf die Schafskleidern nicht sehen; sonst werden wir betrogen, und müßten den Teufel an Gottes statt annehmen und hören. Denn, wie gesagt, er kommt zu uns in seinen Rotten, Schwärmern und Ketzern: nicht in einer Wolfshaut, die schrecklich und jeder kennt, sondern in Schafskleidern. Denn erstlich führen sie Gottes Wort und die Schrift, rühmen viel von Christus, von Gottes Geist, wissen alles besser denn andere, machen dabei auch einen großen Schein, daß sie viel Leute an sich ziehen und großen Schaden tun. Dazu führen sie auch ein strenges, scheinbares Leben mit einem frommen Schein, daß man darauf schwören möchte, es wäre eine große Heiligkeit mit ihnen, sie meinten es recht und gut: und ist doch der leidige Teufel. Wie wir an den Wiedertäufern, Sakramentschwärmern und anderen sehen. Wo nun die Herzen unachtsam und ledig sind, nicht genau auf das Wort sehen, da schleicht der Teufel durch solcher Geister irrige Lehre ein, wie eine Schlange in einen Menschen, der im Gras schläft. 8. Deswegen sollten wir unseres Herrn Christi treue Warnung mit Fleiß annehmen, und nicht solche Maulaffen sein, die nichts können, denn das Maul offen halten und immer nach einem Neuen gaffen. Wir sollten daß Wort fleißig hören, fest daran halten, und alle Lehre nach dem Wort richten und urteilen; so würde der Teufel nicht so leicht einen Schaden tun. 9. In weltlichem Regiment geht es auch also zu, welches gleich ein Beispiel und Gemälde der christlichen Kirche ist. Wenn die Fürsten sicher und unfleißig sind, nicht selbst ihres Amtes und Befehls warten, so wird das Land voll Heuchler. Denn sie trauen hier, sie trauen da, verlassen sich auf ihre Amtleute; die halten so Haus, wie es ihnen am besten nutzt. Darüber wird der arme Mann vergessen und beschwert; da gibt Gott endlich bösen Segen zu. Denn es ist nicht recht, daß Herren ihre großen Sachen und Händel wollen anderen befehlen und jedermann trauen, und sich der Händel nicht selbst annehmen. Sie sollen selbst in das Spiel sehen, Rechenschaft selbst einnehmen, und nicht weiter glauben, denn sie sehen, so würden sie desto weniger getäuscht. 10. Also ist es auch im Haushalten. Wenn Herr und Frauen schnarchen, und dem Gesinde alles unter die Hände lassen und auf ihr gut Vertrauen stellen, so geht es nach dem Sprichwort:. Ist der Meister nicht da, tanzen in die Mäuse auf dem Tisch. Wahr ist es, trauen soll und muß man; denn es ist ein schändliches Ding wer immer nur mißtrauisch ist, niemand etwas gutes zutraut: aber es soll alles auch ein Maß haben, daß man nicht zuviel traue; sondern selbst mit zu sehr, und durch zuviel Vertrauen, wie häufig geschieht, dem Gesinde nicht Ursache zum sündigen gebe. 11. Nun soll aber das Gesinde auch nicht sicher sein, sondern fleißig sich halten nach dem Befehl ihrer Herrschaft, und sich durch böse Gesellschaft davon nicht abführen lassen. Denn wie kann es da wohl zu gehen, wenn Vater und Mutter zum Kinde, Herr und Frau zum Gesinde sprechen:. Tue das; daß sie sich ihre Gesellen überreden lassen, daß sie daß, so ihnen befohlen ist, lassen anstehen und etwas anderes tun? Gehen dabei spazieren, spielen, zechen, wo sie doch im Hause arbeiten, daß und jenes tun sollten. So eine Gesellschaft stellt sich aber nicht, daß sie böse wären, sondern geben sehr gute Worte; aber weil sie zum Ungehorsam Ursache geben, ist es der leidige Teufel; dem sollst du nicht folgen. 12. Mancher Knecht oder Magd hat einen guten Dienst bei ehrlichen frommen Leuten, die nicht gern Unzucht oder Leichtfertigkeit an den ihren sehen oder leiden wollen. Aber was hat der Teufel durch böse Mäuler zu schaffen? Hier kommt eins, dort eins, und sagt:. Was willst du?, willst du dich einsperren lassen und so hart halten lassen? Du könntest keine Sache wohl verbessern, an einem Ort sein, wo es dir besser ginge, wo du mehr Lust hätte ist, nicht so hart arbeiten und bessere Tage hättest. Mit solchen Worten ist ein einfältiger Mensch bald beredet, denkt nicht, daß man es böse mit ihm meine, ja, hält solche feinen Mäuler für gute Freunde, obwohl sie doch die ärgsten Feinde sind. Denn einem jungen Menschen ist nichts schädlicher, denn wo man ihm seinen Willen läßt, nicht anhält und treibt zur Zucht und Arbeit. 13. Also geht es immer in allen Ständen, daß der Wolf sich findet und in die Herzen von dem Wort reißt. Denn der Teufel kann weder das Wort in der Kirche, noch ernste gute Worte in weltlichem Regiment, noch den Gehorsam in den Haushalten dulden, sondern alles, was Gott geordnet hat, daß muß er verderben, in der Haushaltung und weltlichem Regiment sowie in der Kirche. Denn das ist Gottes Ordnung und Wille, daß sein Wort in der Kirche, im Regiment gute Ordnung und Gesetze, und in Haushalten ernste Zucht und Gehorsam erhalten werde. Da legt sich der Teufel dagegen, daß er solche gottselige, notwendige Ordnung zerrütteln will. Darum sollen wir uns mit Fleiß vorsehen, nicht sicher sein; denn wir leben nicht unter vielen frommen Christen, der meiste Teil ist arg und falsch, kann sich dennoch schmücken mit den Schafskleidern, daß man den Wolf nicht erkennen kann. 14. Solches aber geschieht am meisten und ist am gefährlichsten in der Kirche: da kommen alle Rotten, Schwärmer und Ketzer mit dem Schein, wie ihnen viele an der Leute Seelen Seligkeit gelegen, und sie gern Gottes Wort rein und die Wahrheit gefördert wollten sehen. Wenn solche Schafskleider die armen Schäflein sehen, dann denken Sie, es sei pures Gold, platzen bald darauf und lassen es sich gefallen. Denn wer wollte nicht gern Gottes Wort hören und in die Wahrheit erkennen? Aber da sollten die Christen lernen, daß der Teufel die Wahrheit ebensowohl nennen und Gottes Wort rühmen kann, als die frommen Christen. Darum sollten sie sagen:. " Ich will Gottes Wort und die Wahrheit auch gern hören; aber daneben nicht zuviel trauen, sondern sehen, ob es sich mit meinem Katechismus auch reimt, und mit der Predigt, die ich bisher gehört habe. Wer also fein achtsam ist, und nicht bloß glaubt, sondern auf das Wort sieht, der ist genesen und unbetrogen. Wer es aber nicht tut, dem ist es unmöglich, daß er nicht sollte verführt werden. 15. Also dient es mit Eva im Paradies: da kam der Teufel mit guten, glatten Worten, machte unsern Herrn Gott so fromm, als könnte man ihn nicht erzürnen. Hat er doch, sprach er, euch den ganzen Garten gegeben, daß hier alles genießen sollte; wie käme er denn dazu, daß er nun diesen einzigen Baum euch nicht gönnen sollte, der euch nicht schaden, sondern dazu dienen kann, daß ihre Weise werdet, wie er? Das waren glatte, süße Worte, die der Eva eingingen, daß sie dahin fiel und vergaß das Gebot Gottes. Da war es aus mit ihr. Am ersten, da der Teufel an sie setzte, handelte sie sehr klug, und schlug den Teufel hinweg mit dem Befehl, welchen ihnen Gott gegeben hatte. Aber da er wieder an hielt und darauf drang:. Wo ihnen Gott den Baum verboten hätte, so müßte er ein neidischer, untreuer Gott sein, der ihnen nicht gönnte, daß sie so klug würden als er; da ließ sie das Wort fahren, brach den Apfel ab und aß ihn; dadurch sie und wir alle in alles Unglück und den ewigen Tod gefallen sind. 16. Um dieser Gefahr wegen, daß wir nicht auch vom Teufel durch seine Apostel verführt werden, warnt uns der Herr hier und sagt:. " Sehet euch vor ". Als wollte er sagen:. Werdet ihr verführt, so ist die Schuld nicht meine, sondern euer. Ursache, ich habe euch mein Wort rein und lauter gegeben, daß soll euer Hut und Licht sein, daß euch vorleuchte. Schaut nur ihr darauf, und laßt dieses Licht nicht aus den Augen, sondern haltet euch fest daran. Höret ihr jemand dagegen reden, daß mit meinem Wort nicht stimmt, so sprecht:. Ich höre nicht; hier ist mein Licht, daß leuchtet mir anders. 17. Also hatte uns Gott genug gegeben, daß er uns sein Wort gegeben hat, und gewarnt, daß wir uns hüten vor den falschen Propheten, ist deswegen wohl entschuldigt. Wir aber sind nicht entschuldigt, wenn wir am Wort nicht halten und dem Wolfsgeschrei zuhören; selbst wenn unsere Not groß ist, daß wir es nicht tun sollten. Denn er ist ein Lügner und Mörder, der nichts anderes begehrt zu tun, denn zu verführen und würgen. 18. Wie er bald dem Anfang im Paradies mit Adam und Eva bewiesen, und sie mit allen ihren Nachkommen in Sünde, Tod und Zorn Gottes geworfen hat. Aus solchen Jammer uns unser barmherzige Gott und Vater im Himmel durch seinen Sohn geholfen, daß wir von Sünden und Tod sind selig geworden. Darum schleicht der Feind uns wieder nach, ob er aus solcher Gnade uns rücken und in den alten Unfall bringen könnte. Da müssen wir uns wohl vorsehen, und treu am Wort halten, sonst sind wir verloren. 19. Das sei von diesem Evangelium zum schlechten, einfältigen Unterricht gesagt, weil der Herr uns heißt vor falschen Propheten hüten und vorzusehen, daß wir beim Wort bleiben und uns davor nicht sollen abführen lassen, sondern alles, was dem Wort zuwider ist, als den Teufel selbst fliehen. Solches wäre auch genug. Denn, wie gehört, wer diesem Licht folgt und es nicht aus den Augen läßt, der ist genesen. 20. Aber der Herr läßt es bei solchem einfachen Unterricht nicht bleiben, sondern gibt seinen Christen zwei Regeln, nach denen sie sich halten sollen, so werde es mit ihnen nicht Not haben. Die erste ist, daß sie sich durch Schafskleider nicht betrügen lassen sollen, noch nach dem Kleid ihr Urteil richten. Denn gleich wie die Wölfe, wenn sie hungrig sind, bellen und heulen wie Hunde, ob sie Vieh oder Menschen damit betrügen könnten: also tun die falschen Propheten auch, kommen mit einem köstlichen Schein, geben eine große Heiligkeit vor. Da soll sich niemand dran kehren. Dies ist die eine Regel, an der sehr viel gelegen ist. 21. Nun ist erstlich dies das Schafskleid, darin sich die falschen Geister kleiden und damit schmücken, daß von ihnen keiner kommt, der da bekennt, daß er die Leute verführen will und nicht richtig predigen. Mit guten, glatten, sanftem Worten kommen sie, gegeben vor, wie sie der Eifer Gottes treibe, und sie am armen Volk den Jammer nicht länger sehen mögen, daß man so lange die Wahrheit ihnen verschwiegen habe. Diesen Worten ist der einfache Mann an bösen Buben nicht gewohnt, fällt darauf rein, und hält es für lauter Heiligtum, was diese Schleicher sagen und tun. Aber ein Christ soll lernen (wie oben auch gemeldet), daß der Teufel nicht kommt als ein Teufel, sondern als wäre er Gott. Also pflegen diese Wölfe auch nicht zukommen wie Wölfe; sondern legen eine Schafshaut an, daß wer sie nicht kennt, sie für albernen fromme Schäflein hält. 22. Danach heißt auch das Schafskleid das Amt oder Beruf und die großen, herrlichen Titel. Wie wir denn erfahren haben, das Papst um Bischöfe den meisten Schaden damit getan haben, und noch, daß sie ihr Amt gerühmt, und deswegen ihre Satzungen gehalten haben wollen. Denn obgleich nicht ihr Leben so ärgerlich ist, daß sie damit niemand betrügen noch fangen können, so hat es doch einen sehr großen Schein, daß sie in öffentlichem Kirchenamt sitzen. Eben wieder Herr von den Pharisäern und den Schriftgelehrten sagt, daß sie sitzen auf Moses Stuhl. Und wir selbst können ihnen nicht solchen Ruhm nehmen; wir müssen bekennen, daß sie das Amt haben, und das Amt sei recht an sich selbst, wenn sie es nur recht brauchten. 23. Darum, wenn der Papst und Bischöfe ihr Amt rühmen, und deswegen wollen gehört sein, und sagen sie können nicht irren, da soll ein Christ vor gewarnt sein, und sprechen:. Das Amt bekenne ich wohl, es ist ein rechter Schafspelz. Aber Christus warnte mich, ich soll mir an dem nicht genügen lassen, wenn ich bin Schafspelz sehe; sondern sollen mich wohl umsehen, ob nicht ein Wolf unter dem Schafspelz verborgen ist, daß heißt, ob nicht ein gottloser, böser Bube daß Amt führe, und durch solchen Schein seines Amtes falsche Lehre einführen will. 24. Also ist das auch ein Schafskleid, daß die falschen Propheten äußerlich einen schönen Schein und herrliches Leben führen. Wie man an den Wiedertäufern sieht: da hört man nicht Fluchen, Kleider, Essen und Trinken ist gering und schlecht, gehen viel mit Gottes Wort um, beten viel, sind im Leiden geduldig, nicht rachgierig. Dieses ist an sich selbst nicht schlecht, und wäre zu wünschen, daß diese Stücke alle Menschen hätten wie sie. Aber daß man darum ihre Lehre für richtig halten und ihnen folgen soll, da sagt Christus:. Hüte dich vor ihnen. Denn unter dem Schafskleid wirst du einen Wolf finden, nämlich: daß die Wiedertäufer, gleich wie die Mönche, ihren Trost auf ihre eigene Gerechtigkeit und Werke setzen; daß sie Gott lügen strafen in seiner ersten Zusage, weil sie sich wieder taufen lassen, und damit die erste und rechte Taufe ganz zunichte machen, lehren nicht das Abendmahl richtig, daß man im armen Mal nichts anderes denn als Brot und Wein bekommt, und legen in den Christen unnötige Last auf; zerreißen die Haushaltung, sagen, es sei unrecht, etwas Eigenes haben, verachten weltliche Obrigkeit als einen unchristlichen Stand, kehren also um und zerrütten alle drei Gottesstifte, nämlich, die Kirche, Weltregiment und Hausregiment. Ein solcher schädlicher und schändlicher Wolf steckt unter dem feinen, glatten Pelz, daß die Wiedertäufer so einen schönen Schein führen im äußerlichen Leben. 25. Mit der Mönche und Nonnen Leben hat es auch so einen Schein gehabt, daß die ganze Welt damit betrogen worden ist. Aber Gottes Wort deckt solchen Betrug öffentlich auf, daß man unter dem Schafspelz den Wolf sieht. 26. Also sind auch die großen Gaben ein Schafskleid, davon der Herr hier sagt, daß etliche in seinem Namen weissagen, Teufel austreiben und große Wundertaten tun werden. Denn da soll ein Christ sich vor hüten, daß er deswegen nicht hinein falle, an solcher Leute sich nicht hängen, und ohne fleißiges merken alles annehmen und glauben wollte, was sie sagen; sondern vornehmlich auf das Wort sehen, ob nicht ein Wolf unter dem Schafspelz stecke. 27. Das ist die erste Regel, daß wir uns durch die Schafwolle nicht sollen betrügen lassen. Denn wenn auch die Worte gut, daß Amt recht, daß äußerliche Leben ohne Ärgernis, und daneben große, sonderliche, und nicht schlechte Gaben sind; dennoch kann man verführt und betrogen werden: das unter dem guten Wort ein schädliches Gift, unter dem rechten Amt ein gefährlicher Mißbrauch, unter dem guten Leben ein Betrug, und unter den großen Gaben ein falsches Herz verborgen liegen. Darum, sobald du das Schafskleid siehst, so denke:. Hier ist es nicht sicher; denn Christus selbst warnte, daß auch die Wölfe Schafskleider anziehen und sich darunter verbergen. Darum muß ich den Schafspelz aufdecken und darunter sehen. Wie geschieht nun das? Also: 28. Dies ist nun die andere Regel, die der Herr gibt, daß man den äußerlichen Schein fahren rund nach den Früchten sehen soll. " An ihren Früchten ", spricht er, " sollt ihr sie erkennen ". Dazu gibt er ein Gleichnis. Niemand ist unter euch so töricht, wenn er auf dem Feld einen Dorn-oder Distelstrauch sieht, daß der hingehe und suche, ob er Weintrauben oder Feigen daran findet. Nein, solche Früchte sucht man an einem anderen Baum, denn nicht so stachelig ist. Im Garten geht es so zu. Wenn ein Baum voll Äpfel und Birnen hängt, spricht jedermann, wer es sieht:. Ei, was für ein guter Baum ist das ! Wiederum, wo auf einem Baum nichts ist, spricht jedermann:. Der Baum ist nichts wert, nur umgehauen und in den Ofen geworfen, und einen besseren an diese Stelle gesetzt! Diese Kunst, spricht der Herr, die sollen wir gegen die falsche Propheten gebrauchen, so kann uns der Schein, so Er auch ist, auch wenn 20 Schafspelze auf dem Wolfe liegen, ihr sollte ihn dennoch erkennen, daß er euch nicht betrüge. 29. Was ist nun die Frucht eines rechten Propheten oder Prediger, dabei man ihn kann erkennen, daß er nicht ein Wolf, sondern ein frommes Schäflein sei? Das äußerliche Leben, der Titel und das Amt, sonderliche Gaben und Gnaden sind es nicht. Denn der Herr zeugt selbst, so lehrt es auch die Erfahrung, daß die Leute oft damit betrogen und verführt werden. Die rechte Frucht aber ist, wie der Herr am Ende meldet, daß man den Willen des Vaters im Himmel tue. 30. Hier mußt du merken, daß der Herr nicht insgemein von allen Christen, sondern von den Propheten sagt. Wahr ist es, alle Christen sollen den Willen des Vaters tun, dadurch sie auch selig werden. Nun heißt aber " der Wille des Vaters " nicht allein der, daß man die zehn Gebote tue und Gott solchen Gehorsam leiste; denn weil wir solches in diesen Leben hier nicht vollkommen können, ist es unmöglich, daß wir uns rühmen könnten, wir hätten den Willen des Vaters getan, würden deswegen auch nimmermehr in den Himmel kommen: sondern des Vaters Wille heißt, wie Christus sagt, Johannes 6,40.: " das ist der Wille des, er mich gesandt hatte, daß wer den Sohn sieht und an ihn glaubt, habe das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag ". Das ist der einzige Weg, den wir alle zugleich, Prediger und Zuhörer, gehen sollen, dadurch wir selig werden. Nun redet aber der Herr hier besonders von den Prediger und Propheten; deren rechte und eigene Frucht ist anderes nichts, denn daß sie den Willen den Leuten fleißig vortragen, und sie lehren sollen, wie Gott gnädig und barmherzig sei, der nicht Lust habe an des Sünders Tod, sondern wolle, daß er soll leben; und daß Gott selbst solche Barmherzigkeit in dem bewiesen hat, daß er seinen eingeborenen Sohn hat lassen Mensch werden. 31. Wer nun denselben annimmt und glaubt an ihn, das ist, wer sich seiner tröstet, daß Gott ihm um seines Sohnes Willen wolle gnädig sein, Sünde vergeben und ewig selig machen, wenn diese Predigt rein geführt, und die Leute also auf Christum, als den einzigen Mittler zwischen Gott und uns, weiset, der, als ein Prediger, tut den Willen Gottes. Und dies ist die rechte Frucht, dadurch niemand kann betrogen noch verführt werden. Denn wo es möglich wäre, so der Teufel selbst also predigte, so könnte solche Predigt nicht falsch noch verlogen sein; wer daran glaubte, er würde das haben, daß sie ihn verheißt. 32. Nach dieser Frucht, welche die vornehmste und gewiß ist, die nicht trügen kann, folgen danach auch andere, nämlich, daß das Leben mit solche Lehre sich auch fein reime und nicht dagegen sei. Aber solche Frucht soll man als dann für eine rechte Frucht halten, wenn die erste Frucht, nämlich, die Lehre von Christus, zuvor da ist. Denn es kann zuweilen die Lehre nicht unrecht sein, wenngleich das Leben ärgerlich und böse ist. Darum müssen wir zuerst nicht auf das Leben, sondern auf die Lehre sehen; so werden wir fein wissen können, ob der ein Wolf oder Schaf sei, so in Schafskleidern zu uns kommt. 33. Wer nun den Papst und seine Kirche beurteilen will, der fange hier mit der ersten Frucht an, da wird er finden, daß die Lehre von der Seligkeit und Vergebung der Sünden nicht allein auf Christum, sondern auch auf allerlei Werke, auf Mönchsgelübde, auf Messe halten, auf Ablaß und der Heiligen Verdienst gestellt ist. Das ist ein schändlicher, giftiger, stechender Dorn, den man an keinem Feigenbaum oder Weinstock findet. Zum anderen sehe man auch nach dem Leben: da findet man, daß der Papst und sein ganzer Haufe sich aus allen ordentlichen Gehorsam heraus gezogen hat. Sie sind dem Wort und den Christen bitter feind, verfolgen, martern und würgen sie, wo sie können, Leben in greulichste Unzucht, arbeiten nichts und Fressen in der Kirche Güter umsonst. In der Summe, es ist doch nicht ein guter Tropfen an all ihrem Leben. 34. Wo nun die Bösen Früchte beide zusammen schlagen, daß Lehre und Leben nichts taugt, da denke, es sei ein Dorn und stechender Distelstrauch, daran du nicht Trauben oder Feigen suchen solltest; und ob du dich unterstehen solltest es zu tun, daß du sie nicht nur nicht finden, sondern du wirst dich daran zerstechen und wirst zerrissen. Es liegt nicht daran, daß der Weinstock so eine ungeschaffene, rauhe Rinde, und der Feigenbaum so ein schwach, untaugliches Holz hat, dagegen aber die Dorne so eine schöne glatte Rinde und so eine liebliche, riechende Blüte und Rose hat. Um die Frucht ist es zu tun, nicht um das äußerliche Ansehen. Da sollen wir lernen unsere Rechnung nach machen, und nach nirgends etwas anderen. 35. Was aber für eine Strafe über solche falsche Lehrer gehen werde, zeigt der Herr an durchs Gleichnis vom faulen Baum, daß man ihn abhauen und ins Feuer werfen soll. Eben nun wie es den falschen Lehrern geht, also soll es auch ihren Schülern gehen, wenn sie die rechte Lehre nicht hören, oder keine Frucht bringen werden. 36. Darum laßt uns Gottes Wort ja vor Augen haben, es mit Fleiß hören und wohl merken; danach auch unser Leben richten, daß wir gute Frucht bringen, und alle falsche Lehre erkennen und fliehen lernen. Das verleihe uns allen unser lieber Herr Christus, durch seinen Heiligen Geist, Amen. Zurück zur Homepage
Am achzehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:44:25 read : 8 내용넓게보기. 프린트하기 Matth?s 22, 34-46 Da aber die Pharis?r h?ten, da?er den Sadduz?rn das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, ve
Am achzehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:44:25 read : 8 내용넓게보기. 프린트하기 Matth?s 22, 34-46 Da aber die Pharis?r h?ten, da?er den Sadduz?rn das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versucht die ihn und sprach: Meister, welches ist das Vornehmsten Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:. Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen und, von ganzer Seele und von ganzem Gem?. Dies ist das vornehmste und gr秤te Gebot. Das andere aber ist dem gleich:. Du sollst deinen N?hsten lieben als dich selbst. in diesen zwei Geboten h?gt das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharis?r bei einander waren, fragt des sie Jesus, und sprach:. Wie d?ket euch um Christo? Wessen Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen:. Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, dar er sagt:. Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn:. Setze dich zu meiner Rechten, da?ich lege deine Feinde zum Schemel deiner F廻e. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn seinen Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. 1. In dem heutigen Evangelium sind vornehmlich zwei St?ke: das erste, vom Schriftgelehrten, der da fragt, welches das vornehmste Gebot sei im ganzen Mose; das andere, da?der Herr Christus die Pharis?r wieder fragt, was Christus f? ein Mann sei, sintemal David im Geist ihn seinen Herrn hei?. 2. Die erste Frage ist eine Anzeigung, da?die Juden in so eine gro? Blindheit sind gefallen, da?sie der 10 Gebote vergessen haben, welche doch die kleinen Kinder k?nen. Darum sollte jedes Kind auf solche Frage antworten k?nen. 3. Das erste und gr秤te Gebot hei?:. Du sollst nicht andere G?ter haben. Die Pharis?r und Schriftgelehrten aber waren davon gekommen, und in die Torheit geraten, da?wenn sie vom h?hsten Gebot diskutiert, einer gesagt hat, es sei opfern, der andere, es sei Almosen geben, der dritte, es sei fasten, sich besonders kleiden. Wie man sieht, da?es geht, wenn die Leute von den Geboten Gottes und seinem Wort abgefallen, und sich andere Werke, aus eigenen Gedanken, ohne Gottes Wort vorgenommenen haben. Wie unseren M?chen und Nonnen auch geschehen ist: die sind in die Kl?ter gelaufen, haben da einen Gehorsam sich vorgenommenen, Keuschheit und Armut geschworen, alles ohne Befehl, da?sie also Gottes Wort ganz verloren, und vergessen haben, was Glaube und Liebe sei, und nichts denn das unselige Klosterleben f? den Stand der Vollkommenheit ger?mt. 4. Nun, Gott Lob! Kann ein Kind von zehn Jahren besser sagen, was ein vollkommener Stand sei, denn alle M?che und Nonnen. Ursache, sie denke nur auf ihr Klosterleben. Aber ein Christ spricht:. Vollkommen sein hei?, Gott f?chten und lieben, und dem N?hsten alles Gute tun. Denn Gott hat je sonst anderes nichts zu tun befohlen. Solches wissen weder Pfaffen, M?che noch Nonnen, da?wei?f?wahr, sonst w?den sie solch ihr eigenen n?risch Vornehmen fallen lassen und an den rechten Gehorsam der 10 Gebote sich begeben. 5. Wo kommt aber solcher und Verstand und Blindheit her? Von nirgendwo anders, denn da?die Leute das Wort fahren lassen, und fallen auf ??rliche Werke, die ein besonderes Ansehen haben. Als, wenn man sonderliche Tage erh?t, sich besonders kleidet, nicht i? und trinkt, was andere essen und trinken. Das hat einen sch?en Schein und machten den Leuten eine Nase. Dar?er aber verliert man die h?hsten Werke und Gebote, da?man Gott lieben und den Leuten alles Gute tun soll. Wie wir hier an den Pharis?r und Schriftgelehrten sehen, welche eben dieser Ursache wegen vom vornehmsten Gebot im Gesetz fragen, da?sie davon unter einander selbst nicht eins sind, und einer da? der andere jenes f? das Beste h?t. 6. Darum ist dies Beispiel eine treffliche Warnung, da?so hohe Leute so blind gewesen sind, und nicht gewu? haben, welches das gr秤te oder kleinste Gebot sei, und sind doch Lehre gewesen, die anderen Leuten vorgehen und vom rechten Gottesdienst unterweisen sollten. Wie unser tolles M?chs -und Pfaffenvolk noch ist. Frage einen, wenn du willst, von guten Werke und was du tun sollst, so du willst selig werden, so wird er dich nicht auf die zehn Gebote weisen, sondern dir sagen, du m?sest ein M?ch werden, Messe h?en, zu den Heiligen fahren, fasten. 7. Das hei? aber von den zehn Geboten und dem rechten Weg ins Schlaraffenland gewiesen, welches ist endlich der Lohn von Menschenlehren, wenn man solcher Werke vornimmt, da Gott nichts von geboten hat. Da werden die Leute geblendet, da?sie die zehn Gebote nicht mehr sehen, sondern ganz verlieren. Denn sonst sollte man ja so witzig sein, und sagen k?nen:. Das ist das gr秤te, da?Gott befohlen und gehei?n hat. Aber Pharis?r und Schriftgelehrter, Pfaffen, M?che und Nonnen k?nen es nicht. 8. Darum m?en wir uns vor solchem Irrtum wohl h?en und eigenen Andachten fliehen. Wiederum lasse man den Katechismus nicht eine geringe Lehre sein, so man die Leute unterrichten soll, was sie tun sollen. Denn da h?en wir, da?man Gott lieben und keine andere K?per haben soll; das ist, man soll nichts lieber haben und gr秤er achten, denn Gott und sein Wort, und eher alles lassen und leiden. Also, wenn du solches tust, bist du im h?hsten Stande. 9. Ja, sagen sie, solches tun die gemeinen Christen; ich will etwas besonderes machen: ein gemeiner Christ steht des Nachts nicht auf zum beten, ich will aber aufstehen, er i? Fleisch, ich will Fisch essen; er kleidet sich nach einfacher Weise, ich will mir eine besondere Kleidung machen lassen. Also kommt es endlich dahin, da?die blinden Leute so viel mit eigener Andacht sich zu schaffen machen, da?sie die zehn Gebote ganz vergessen. 10. Darum willst es nicht eine schlechte Lehre, da der Herr hier sagt, da? gr秤te Gebote sei, Gott lieben, und das andere sei dem ersten gleich, da?man den N?hsten lieben soll, wie sich selbst; denn in diese zwei St?ke ist alles gefa?, was man predigen und lehren kann von guten Werken. Aus diesem Brunnen soll es auch quellen und wieder hineinflie?n. Denn da ist beschlossen:. Willst du Gott dienen, so kann es auf keine andere Weise geschehen, denn da?du Gott und deinen N?hsten liebst. 11. Diese Lehre wird am j?gsten Tage ein sehr strenges Urteil erregen. Denn was im Papsttum geschehen ist, wei?jedermann wohl. Wer Gott wollte dienen, der gedachte an die zehn Gebote nicht, sondern wurde ein M?ch, lief nach Rom, oder anders wohin, rief diesen und jenen Heiligen an, diente ihm mit Fasten, Feiern. Solches hie?man damals den Gottesdienst. Aber dienen hei?, wenn du tust was man dir befiehlt. Darum mu?folgen, wer Gott recht dienen will, der mu?tun, was Gott ihn hei?, nicht, was er sich denkt. Was hei? aber Gott? Hier steht es, wenn du Gott dienen willst, da?du nicht weit danach gehen und laufen, noch viel Geld darum geben darfst. Liebe Gott und deinen N?hsten. Wie k?nte aber Gott seinen Dienst dir n?er legen und besser geben, wenn also: wenn du deinen N?hsten liebst und ihm alles Gute tust, da?es Gott daf? halten will, als habe du es ihm selbst getan? Das ist eine wunderlich er Lehre: wenn du deinem N?hsten Gutes tust, da?es ein Gottesdienst sei und sei Gott selbst getan. 12. Solche Lehre, sage ich, wird am j?gsten Tage gar einen wunderlichen L?m machen. Denn die Gottlosen, sagt Christus selbst, werden sprechen: " wann haben wir dich hungrig gesehen und durstig? ". Aber Christus wird antworten und sagen:. " Was ihr den Geringsten von den Meinen nicht getan habt, da?habt ihr mir nicht getan ". Da?es also gewi?und beschlossen ist, wenn du einem armen Christen ein Hemd, einen Rock, ja, auch einen kalten Trunk Wasser gibst, da?hast du Christus gegeben. Und soll hier niemand einen Unterschied machen. 13. Ist nun aber das nicht der leidige Teufel, da?wir dies so lassen vor?ergehen, und bedenken es nicht, da?wir unserem Herrn Gott so leicht dienen k?nen, und tun es dennoch nicht? Wir denken, wenn wir w廻ten, wo Christus zu finden w?e, wir wollten hinlaufen, und ihm alles zutragen, was wir h?ten. Aber was bedarf es solcher Gedanken? H?en wir doch hier, da?andere Gebot sei den ersten gleich. Da mu? ja folgen, da?es unser Herr Gott gern will annehmen und daf? achten, als sei es ihm geschehen, was wir unserem N?hsten tun. 14. Ja, sprichst du, unser Herr Gott ist im Himmel. Das schadet nicht; er ist auch hier unten auf werden. Darum, so du einen Christen in Not siehst, so wisse, da? Christus Not leidet und deiner Hilfe bedarf. Wie er selbst sagt, er wolle am j?gsten Tag ?er uns klagen, da?wir ihn Hunger und Durst haben leiden lassen. 15. Aber wie gesagt, ein Jammer ist es, da?wir diese Lehre so klar haben, und schlagen sie doch so in den Wind, als w?en es nur L?en und Geschichten. Solcher Unglaube und Ungehorsam wird sich damit nicht entschuldigen lassen, da?wir sagen wollten, wir h?ten es nicht gewu?. Denn hier steht es:. Das andere ist dem ersten gleich. Darum, wer den N?hsten liebt, der liebt Gott. Es wird auch deswegen das Urteil am j?gsten Tag also lauten:. H?test du deinem N?hsten gedient, so h?test du mir gedient, und ich wollte es dir reichlich bezahlen. Aber ich h?te um deinetwillen m?sen sterben und verderben. Vor solchem Urteil sollten wir uns h?en; denn es wird die ewige Verdammnis daraus folgen. 16. Im Papsttum war es ein sehr gemeines Ding, das alte Reiter, Krieger, Juristen und andere Leute, die von sich meinten, sie w?en in einem verdammlichen Stand gewesen, sprachen:. Sie h?ten bisher der Welt gedient; sie wollten nun anfangen und Gott dienen. Liefen deswegen in die Kl?ter und worden M?che. Aber es ist eine teuflische Verf?rung gewesen. Denn wer Gott dienen will, der soll nicht in ein Kloster laufen, sondern unter den Leuten bleiben, und ihnen dienen, womit er kann, und gewi?sein, er diene Gott damit; denn er hat es befohlen und gesagt:. Das andere ist den ersten gleich. Mit dem M?chsleben aber wird ihm nicht gedient; denn er hat nicht allein davon nichts befohlen, sondern es ist auch wieder die Liebe und den rechten Gottesdienst, da der Herr hier von predigt. 17. Also ging es bei den Juden auch zu, die taten ihrem N?hsten alles ?el, und meinten, wenn sie nur viel K?e und K?ber schlachten, sie h?ten alles gut getan. Aber was sagt unser Herr Gott im 50. Psalm Vers 8-10? " Deines Opfers halben Strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immerdar vor mir. Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, noch B?ke aus deinen St?len; denn alle Tiere im Wald sind mein, und das Vieh, da?bei Tausenden auf den Bergen gehet ". Also sagt er an anderem Orten mehr, er bed?fe ihres Goldes, ihres Tempels und anderes nicht, sondern wenn du mir recht dienen willst, so weise ich dich herunter zu deinem N?hsten. Du hast weit, Kind, die S?der, Nachbarn, F?sten, Herren und allerlei St?de, da findest du zu schaffen genug, da diene mir: will dein Kind nicht gehorsam und fromm sein, nimmt schnell eine Rute und haue getrost zu; will das Gesinde nicht recht tun, Strafe es, oder weise ihm die T?; ist dein Nachbar arm, betr?t, krank, hilf, diene, tr?te ihn; sei deinem F?sten willig und gehorsam, so hast du es mir getan. 18. Das nun solches nicht will in unser Herz gehen, das ist zum erbarmen. Denn was wir wieder Gott ges?digt und Unrecht getan haben, da?will er uns nicht zurechnen, sondern vergeben; allein sollen wir unserem N?hsten dienen und ihm wohl tun, so will es Gott daf? halten, wir haben es ihm getan, will uns dazu reichlich vergelten. 19. Wer nun nicht m廻te, was die Welt mit ihrem Wesen w?e, und wie sie sich weder an Gottes Verhei?ng noch Drohung kehre, der m?hte es hier lernen. Denn was tun B?ger und Bauern anderes, denn da?sie unserem Herrn Gott ohne aller Scheu ins Angesicht schlagen, raufen und mit F廻en treten? Jedermann geht nur damit um, wie er reich wird und seinen Haufen mehren k?ne, es gehe den N?hsten, wie es wolle, er sterbe oder verderbe dabei. Wer glauben k?nte, was er seinen N?hsten tut, da?er es Gott t?e, der w?de von Herzen vor solcher Untreue der Welt erschrecken. Aber da ist niemand, der es glaubt, da?es wahr sei; wie der Herr in Matth?s 25 selbst sagt, da? die Gottlosen an j?gsten Tage sagen werden:. " Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig? ". Aber es wird sie nicht helfen. Denn eben wie der Herr hier spricht:. " Das andere Gebot ist dem ersten gleich "; also wird Christus dort auch sagen: " was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, da?habt wir mir auch nicht getan ". 20. Das ist die erste Lehre aus dem heutigen Evangelium. Gott gebe, da?wir sie zu Herzen nehmen, und ein jeder seinen N?hsten daf? ans?e, wenn er ihm diente, da? es Gott gedient sei: so w?de die ganze Welt voll Gottesdienst sein. Ein Knecht im Stall, eine Magd in der K?he, ein Knabe in der Schule, die w?en eitel Gottesknechte und Gottesdiener, wenn sie solches mit Flei?t?en, was ihnen zu tun von Vater und Mutter, von Herrn und Frau im Hause aufgelegt wird. Also w?de ein jedes Haus eine rechte in Kirche sein, darin nichts denn lauter Gottesdienst ge?t w?de. Aber es will niemand sich zur Herzen nehmen, niemand will den N?hsten dienen. Jedermann sieht nur dahin, wie er sich selbst diene und seinen Nutzen schaffe. Darum, wie man durch des N?hsten Liebe k?nte Gott dienen: also dient die Welt durchaus dem Teufel, weil sie des N?hsten Liebe so gar nicht achtet. Es wird aber solches ein b?es Ende nehmen. Denn wie sollte doch solches unserem Herrn Gott gefallen, weil er seinen Gottesdienst uns so nahe gebracht hat, da?ein jeder aus seinem Hause und Kammer k?nte eine goldene Kirche machen, mit sch?en Steinen und Perlen geschm?kt: und doch solches mutwillig unterlassen, und lieber dem Teufel dienen wollen, denn Gott. 21. Darum lernet hier, da?wer seinem N?hsten zum Besten dient, der dient nicht allein seinem N?hsten, sondern Gott im Himmel selbst. denn hier steht es, da? Gott sich solches Dienstes will annehmen, als w?e es ihnen selbst geschehen. Denn sonst w?de Christus nicht sagen: " das andere Gebot ist den ersten gleich ". Wer sich aber durch dieses nicht bewegen lassen will, da?er hier auf Erden ein Himmelreich k?nte anrichten, und ein Gotteshaus und Kirche aus seinem eigenen Hause und Stande machen, der fahre immer hin. Denn gleichwie du hier ein Paradies und Himmel machen k?ntest, wenn du deinem N?hsten dienst (denn dasselbige hei? Gott im Himmel gedient): also, wenn du deinem N?hsten nicht Dienst, machst du dir selbst eine H?le auf Erden; denn du dienst dem Teufel, der in die H?le geh?t. Und es liegt nicht daran, ob du solches noch nicht siehst noch f?lst. Es wird mit der Zeit sich finden, da?du es sehen und f?len, und ein gro?s Geschrei ?er dich selbst und deinen gro?n Ungehorsam schreien wirst. Darum w?e es n?ig, da?wir solches wohl lernen und uns stets in der Liebe gegen unseren N?hsten ?ten. Denn dazu hat uns Gott bereits gegeben Mund, Augen, H?de, F廻e, Geld, Gut, Vernunft und anderes, da?wir solcher seinen Befehl nachkommen und uns in seinen Dienst halten k?nen. 22. Gleich aber wie diese Lehre von der Liebe Gottes und des N?hsten in das Leben hier auf Erden geh?t; also geh?t die andere Lehre, wessen Sohn Christus sei, dazu, da?wir lernen sollen, wie wir nach diesem Leben in ein besser und ewiges Leben kommen m?en. Denn das wird uns nicht in den Himmel bringen, da?wir wissen, wie wir Gott und unserem N?hsten lieben sollen, wenn wir schon solche Liebe mit den Werken angreifen, auf das beste k?nen, wie die Pharis?r Gedanken standen: die hielten es daf?, wenn sie Mose h?ten, so bed?ften sie weiter nichts mehr. Aber Christus zeigte uns hier an, solches werde zum ewigen Leben nicht helfen; wir m?sen h?er hinaus, und eigentlich lernen, was Christus sei und wessen Sohn er sei. Die Pharis?r wu?en wohl, da?er Davids Sohn sollte sein. Aber an dem l癌t es Christus hier nicht genug sein. Ursache, wenn Christus nicht mehr denn Davids Sohn w?e, so m廻te er auch wie David sterben und nur ein zeitliches Reich haben. Aber Christus hat einen ewiges Reich, und David, sein Vater, hei? ihnen im Geist einen Herrn. Wie will sich es nun schicken, da? Christus zugleich Davids Sohn und Davids Herr sein soll? 23. Das ist nun die Frage, da die Pharis?r nicht antworten konnten; gleichwie noch heutiges Tages kein Jude darauf antworten kann. Zu solcher Frage h?t man nichts vom N?hsten, von der Liebe noch guten Werken; sondern allein ist es darum zu tun, da?wir lernen, wessen Sohn Christus sei? Wer solches wei? der wird des Weges zum ewigen Leben nicht fehlen k?nen. Denn es ist nicht genug zum ewigen Leben, da?wir das Gesetz und was wir tun sollen, wissen; Ursache, es soll auch mit dem Werk erf?lt werden. Das wird sich aber bei uns sehr langsam finden, weil unsere Herzen s?dhaft und b?e sind. Darum mu?das dabei sein, da?man flei?g lernen, was Christus sei. Darum stellt der Herr seiner Frage also:. Sie sollen ihm sagen, wessen Sohn Christus sei, der nach dem Fleisch Davids Sohn war. Aber weil ihn David nicht einen Sohn, sondern seinen Herrn hei? und einen solchen Herrn, der da sitzet zur Rechten Gottes, und dem Gott alle seine Feinde will zum Schemel seiner F廻e legen: mit solcher Frage will der Herr die Juden und uns alle aufwecken, da?sie Christum h?er halten und mit anderen Augen ansehen sollen, denn da? er allein sollte Davids Sohn sein. 24. Denn er ist auch Davids Herr, das ist, er ist nicht allein Mensch, sondern auch wahrhaftiger Gott, in Ewigkeit vom Vater geboren. Sonst w?de ihn David keinen Herrn hei?n, wo er nicht mehr denn ein Mensch und allein Davids Sohn w?e. Denn David ist der gr秤ten Heiligen ein nach und der gelehrteste K?ig, und dennoch hei? er Christum, der sein Sohn ist, einen Herrn. Als wollte Davids sagen und frei heraus bekennen:. O, mein Sohn ist weit ?er mich. Ich bin auch ein K?ig und hei? sein Vater; aber er ist mein Herr, und ein solcher Herr, der zur Rechten Gottes sitzt und aus Gottes Befehl herrschet ?er alle seine Feinde. Denn weil er ein Mensch ist, ist gut zu rechnen, was er f? Feinde habe, n?lich, den Teufel und den Tod; wie Paulus 1. Korinther 15,25 folgende aus diesem Psalm auch schlie?. Soll nun der Teufel und Tod diesem Sohn Davids zu den F廻en liegen, der er hier Herr sei; so mu?folgen, da?eine g?tliche Kraft und Allm?htigkeit in diesem Sohn Davids sei, sonst sollte er ebensowenig als andere Menschen dem Tod und Teufel abgewinnen k?nen. 25. Also f?rt der Herr uns auf die rechte Bahn zum ewigen Leben. Das Gesetz ist eine sehr gute, n?zliche und n?ige Lehre; denn es weist uns, was wir tun sollen, wenn wir Gott zu Gefallen leben, ihm dienen und der S?den Strafe entlaufen wollen. Aber solche Lehre dient nur hier in dies zeitliche Leben. So man aber nach diesem Zeitlichen Leben auch in das Ewige kommen soll, da hilft das Gesetz der Lehre nicht zu. Ursache, zum Leben k?nen wir nicht kommen, wir sind denn aller S?den frei und ledig. Ob nun das Gesetz schon dazu dient und gegeben ist, da?man der S?den weniger tun soll; so werden doch die S?den damit nicht abgelegt. Darum mu?man ?er das Gesetz eine andere Lehre haben, die uns weise, wie wir der S?den m?en ledig werden. Denn weil wir das Gesetz nicht vollkommen halten k?nen, hilft das Gesetz dazu, da?wir ein b?es Gewissen haben und der S?den wegen Gottes Zorn und Gericht f?chten m?sen. 26. Gegen solchen Unrat, welchen das Gesetz im Gewissen anrichtet, dient diese Frage, da?du lernst, was Christus sei und was er getan habe da sagt Christus selbst:. Er sei nicht allein Davids Sohn, wie die Juden ihn hielten, sondern er sei auch Davids Herr, das ist, ewiger und rechter Gott. Was tut er aber? Er ??rt sich seiner Gottheit, wie Paulus sagt, und wird Mensch, stirbt am Stamme des heiligen Kreuzes. Warum das? Darum, da?er das Lamm Gottes ist, das ist, da?Opfer, welches Gott selbst f? der Welt S?de geordnet hat. Als er nun gestorben ist, steht er am dritten Tage wieder von den Toten auf in ein ewiges Leben und sitzt zur Rechten Gottes. 27. Das sollen wir von Christus lernen und wohl merken. Denn wer diese Kunst kann, dem ist geholfen; wer sich nicht kann, der mu?in S?den und Tod verderben. Ursache, wir sind alle S?der, und das Gesetz hilft uns nicht allein von S?den, sondern verklagt uns vor Gott, und macht uns erst zu rechten S?dern. Dar stecken wir, k?nen unserethalben weder hinter sich noch vor sich. In S?den sind wir empfangen und geboren; und je l?ger wir Leben, je mehr die S?de mit uns w?hst und zunimmt. Denn sie ist uns nicht aufgelegt wie eine andere Last, die wir ablegen und von uns werfen k?nen; sie steckt in Mark und Bein, l癌t uns deswegen keine Ruhe. Wie wir bekennen m?sen, wenn wir nur die Augen auftun und selbst in unser Herz hinein sehen wollen. Da ist dies die einige Rettung und Hilfe, da?wir lernen, wer Christus sei. Denn wenn du es weist, wer er ist, und danach auch h?st, was er tut, so ist dir geholfen. Ursache, bist du ein armer S?der, der wider Gottes Willen viel ges?digt hat, siehe hierher, diesen Christum sendet Gott, da?er f? die S?der leiden und bezahlen soll. Was willst du dich aber um die Schuld bek?mern, die so ein reicher Herr auf sich genommen und schon bezahlt hat? Darum liegt es nur an den, da?du dich solches Sterbens und Leidens mit festem Vertrauen annimmt ist. 28. Also haben wir alle den Tod vor uns, dem kann niemand entrinnen noch sich davon erretten, er sei so m?htig, stark, reich, weise und heilig, als er immer wolle. Aber wo kommt der Tod Herr? Er ist der S?den Sold oder Lohn, R?er 6,23. Nun hast du geh?t, wo wir Vergebung der S?den finden: nirgends denn bei Christus, der daf? gestorben ist. Derselbe Christus, wie er gestorben ist, ist er im Tod nicht geblieben, sondern von den Toten wieder auferstanden. Das ist ja ein Zeichen, da?er auch ?er den Tod ein Herr sei. Darum eben wie du durch ihn Vergebung der S?den hast, also hoffe auch durch ihn das ewige Leben, da?er dich am j?gsten Tage auch leiblich wieder auferwecken und dich ewig werde selig machen. 29. Das hei? Christum recht erkennen, und wissen, wessen Sohn er sei, n?lich, ein Sohn Davids; denn er ist ein Mensch, aber doch auch ein Herr Davids, als der zur Rechten Gottes sitzt und hat seine Feinde, S?de, Tod und H?le, als einen Schemel, zu seinen F廻en. Darum, wer wider solcher Feinde Rettung bedarf, der suche sie nicht bei Mose, nicht durch das Gesetz, nicht durch seine Werke oder Fr?migkeit; er suche es bei den Sohn und Herrn Davids, da wird er es gewi?finden. Solches m?sen die blinden Pharis?r nicht; darum achten sie des Herrn Christi nicht; lassen sich an dem gen?en, da?sie aus dem Gesetz wissen, wie man Gott und den N?hsten lieben soll. So es doch unm?lich ist, da?man Gott erkennen, ich schweige, da?man Gott lieben m?e, man kenne denn Christus. Wie er sagt Matth?s 11, 27. " Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn offenbart ". 30. Und das ist auch eine Ursache, da?der Herr jetzt so eben mit dieser Frage kommt. Als wollte er sagen:. Das wi? ihr wohl, da?man Gott lieben soll; aber gewi?ich werdet ihr Gott nimmermehr recht von ganzem Herzen, ganzer Seelen und ganzem Gem? lieben, es sei denn, da?ihr Christum recht erkennt, und wi?, wer er sei. Denn wie kann man sonst wissen, was Gott uns f? Gnade und Barmherzigkeit bewiesen hat? Es ist nicht ein Geringes, da?Gott uns erschaffen, Leib und Leben, und alles gegeben hat. Aber solches alles dient uns nur eine kleine Zeit, weil wir hier auf Erden leben. 31. Da aber sehen wir den Reichtum der ?erschwenglichen G?e und Gnade, da? Gott seines eingeborenen Sohnes nicht verschonet; sondern gibt ihn in den Tod des Kreuzes f? uns, da?wir, von S?den ledig, durch ihnen ewig Leben sollen. Das ist eine ewige, unergr?dliche Liebe und Gnade, welche kein Mensch wissen kann, er kenne denn Christum; wird deswegen auch nimmermehr Gott recht lieben. 32. Also sehen wir, was die Pharis?r und Schriftgelehrten an ihrem Fragen und Versuchen gewinnen. Anderes nicht, denn da?sie Christus frei ?fentlich vor jedermann ?erzeugt, da?sie von der Liebe Gottes viel zu sagen wissen, aber nicht einen Funken davon in ihren Herzen haben, vielmal sie Christum nicht kennen. So sie aber Gott nicht lieben, der ihnen so viel Gnade und Gutes bewiesen hat: wie sollen oder wollen sie den N?hsten lieben, der ihre Hilfe bedarf, und ihnen nichts Gutes beweisen kann von wegen seiner Bed?ftigkeit? 33. Darum sollen wir solche Lehre uns lassen lieb sein und Gott von Herzen daf? danken, da?wir nicht mehr in so einer gro?n Blindheit stecken, wie zuvor unter dem Papst und die Juden hier, sondern die Lehre von Christus lauter haben; dadurch wir nicht allein wissen, wie wir von S?den ledig und selig sollen werden; sondern auch, wir empfangen dadurch den Heiligen Geist, der unsere Herzen durch solche Lehre dahin treibt, da?wir anfangen, Gott und den N?hsten recht und von Herzen zu lieben. Das verleihe uns allen unser lieber Herr Christus Jesus, Amen.
Am dreiundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:46:31 read : 10 내용넓게보기. 프린트하기 Matth?s 22,15-22 Da gingen die Pharis?r hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre J?ger, samt Herodes Diener
Am dreiundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:46:31 read : 10 내용넓게보기. 프린트하기 Matth?s 22,15-22 Da gingen die Pharis?r hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre J?ger, samt Herodes Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, da?du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes Recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was d?ket dich? Ist es Recht, da?man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er:. Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Wei?t mir die Zinsm?ze. Und sie erreichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zur ihnen:. Wes ist das Bild und die ?erschrift? Sie sprachen zu ihm:. Des Kaisers. Dar sprach er zu ihnen:. So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das h?ten, verwunderten sie sich und lie?n ihn und gingen davon. 1. Die Ursache des heutigen Evangeliums kommt daher, da?die Juden im Gesetz Mose eine solche Verhei?ng hatten: wenn sie Gottes Gebote hielten, so sollten sie ein eigen Reich sein, einen K?ig aus ihrem Volk haben, und keinem fremden K?ig unterworfen sein. An solche Verhei?ng hielten sie sich, und hofften immerdar, es sollten nicht Not mit ihnen haben. Da nun die R?er kamen und wurden ihrer m?htig, wiewohl sie auch viel dran mu?en setzen, verdro?es die Juden sehr, richteten viel Jammer und Not im Lande an, der Hoffnung, sie wollten sich wieder frei machen. Aber sie wurden wohl dr?er geschlagen, und also gedem?igt, da?sie sich hinfort wieder die R?er nicht setzen durften. 2. Aus dem sieht man, was unser aller Unart ist. Das hatten die Juden fein behalten und wohl gemerkt, da?sie sollten ein eigen Reich haben; aber da?dabei stand, sie sollten Gottes Gebote halten und wieder seinen Willen und Wort nichts vornehmen, da? sollten sie nicht anr?ren, und wollten dennoch jenes haben. Das Reich, sagten sie, geb?ret uns, es ist uns zugesagt; darum wollen wir es haben. Gleich, als wenn eine b?e Magd zu ihrer Frau sagte:. Den Lohn habt ihr mir versprochen, darum gebt mir ihn, ich tue gleich, was ich will. Nein, das gilt nicht, sondern so hei? es:. Willst du den Lohn von mir haben, so mu? du arbeiten, und tun, was ich dich hei?. Die so war es mit den Juden auch: sie waren Gott ungehorsam und halsstarrig, da?sie nach seinen Gebote nichts fragten, und wollten dennoch frei sein. 3. Darum war bei ihnen eine gro? Frage:. Ob sie unter des r?ischen Kaisers Gewalt sollten sein, der ein Heide war, weil sie so eine klare Zusagung hatten, sie sollten ihren eigenen K?ig haben. Gehen deswegen jetzt damit um, wie sie den Herrn in seiner Rede fangen k?nen, nehmen des Herodes Knechte mit sich, und fragen ihn:. Ob sie den Zins dem Kaiser zu geben schuldig sind, oder nicht. Er spreche nun Ja oder Nein, meinen sie, er k?ne ihnen nicht entgehen. Ursache, spricht der Herr Ja, so wird er, denken Sie, das ganze Volk wieder sich erregen, die werden ihn einen Gottesl?terer und L?ner hei?n, der wider Gott und Mose lehre. Denn da stand die Zusagung, sie sollten ein frei eigen Volk sein, und keinem fremden oder heidnischen Herren dienen. Spricht er aber Nein dazu, so hat er abermal den Hals verwirkt. Dieses sind sie nun sehr gewi? denn solches konnten die R?er nicht leiden. In diese Zwickm?le wollten sie ihn stecken, er sage Ja oder Nein, so sei er gefangen und sein Leben sei dahin. So b?e und giftig meinen es die Feinde unseres lieben Herrn Christi. 4. Was geschieht aber, wie ger? es ihnen? Also, da?der Herr den Spie? umkehrt, damit sie gedenken ihn zu erstechen, und schl?t sie mit ihrem eigenen Schwert. La? mich die M?ze sehen, spricht er. Da sie ihm auf sein Begehren die M?ze geben, fragt er: wes das Bild und die ?erschrift sei? Das hei? ja einf?tig mit der Sache umgehen. Die Pharis?r gedenken noch nichts B?es, sagen fein rund heraus, es sei des Kaisers Bild und ?erschrift. Als aber der Herr das von ihnen hatte, l癌t er sich gen?en, und spricht:. Lieber, sagt ihr, da?dies Bild und ?erschrift des Kaisers sei? Ja, wir sagen es. Ei, so ihr denn des Kaisers Gut und M?ze habt, so gebt ihm, was sein ist. Denn da?sie bekannt hatten, sie brauchten seine M?ze, da?war schon so viel bekannt, als h?ten sie den Kaiser zum Herrn angenommen. Darum hat der Herr gut zu schlie?n aus ihren eigenen Worten, da?er dem Kaiser nicht wollte nehmen, was sein ist. 5. Das ist die Ursache des heutigen Evangeliums, ein rechtes Meisterst?k, da die Pharis?r den Herrn Jesu wollten verraten und verkaufen, und geht doch solches Vornehmen ?er ihnen selbst danach aus. Sie wollten ihn in seinen Worten fangen, und fangen sich selbst. Denn er darf weder Ja noch Nein auf solche Frage sagen; sie selbst erinnern ihn mit ihrer Antwort, was er antworten soll, und geben ihm das Schwert in die Hand, damit er sie w?gen soll, eben als wenn sich einer mit seinem Schwert selbst mordet. 6. Aus dieser Geschichte sollen wir zwei St?ke merken. Das erste, da?wir an der Juden Beispiel hier unser Unart erkennen lernen. Denn wir sind alle, niemand ausgenommen, sind also so gesinnet, da?wir gern klagen, wenn wir f?len, was uns wehe tut; wir denken auch, es geschehe uns Unrecht. Und es ist wahr, gegen die Menschen zu rechnen, geschieht uns h?fig Unrecht, da?wir es um sie nicht verdient haben, da?sie so untreu mit uns handeln. Da gehen wir denn hin, k?nen nichts, denn auf unser Recht und auf unserer Widersacher Unrecht sehen; schreien dann und klagen, eben wie die Juden hier ?er die R?er, da?sie wider Gott und Recht ?er sie, die Gottes Volk waren, herrschten. Und zwar, wie gesagt, die R?er hatten kein Recht, da?sie die Juden ?erzogen und sich untert?ig machten. Denn die R?er waren ja Heiden, die Gottes Wort und den rechten Gottesdienst nicht hatten, wie die Juden. Das tat den Juden sehr wehe; lie?n deswegen sich bedenken, sie h?ten ihr Recht scharf ergriffen und wohl gefa?. Aber sie fehlten, gleichwie wir in solchem Fall auch fehlen. Denn obschon dein N?hster dir Unrecht tut, so sollst du doch deine Rechnung nicht darauf machen; sondern dahin sehen und denken:. Wie, wenn ich mich vor unserem Herrn Gott so hoch vers?digt, da?ich l?gst verdient h?te, da?er mir nicht allein mein Recht, sondern auch Leib und Leben genommen sollte haben? Das ist das eine, da?wir lernen sollen. 7. Nun ist es nicht weniger, die Juden benahmen sich sehr ?el da?sie sollten einem heidnischen Kaiser untertan sein; dachten:. Wir sind Gottes Volk, die Heiden wissen von Gott nichts, Leben dazu in aller Abg?terei und Schanden: wie kommen wir denn dazu, da?wir ihnen dienen, und sie unserer Herren sein sollen? Aber was gottesf?chtige, fromme Leute waren, die hoben ihre H?de zu Gott auf und baten um Gnade; auf das Recht aber pochten sie nicht; denn sie wu?en, da?sie es mit ihren S?den wohl verdient h?ten. Ursache, die Lehre und Predigt, die ?fentlich ging, taugte nichts (wie wir im Evangelium sehen); so war das Regiment auch keinem n?ze. Geiz, Wucher, Unzucht, Stolz, Wohllust und andere S?den gingen mit Haufen. Was sollte denn unser Gott dazu tun? Sollte er sie sch?zen, da sie doch garnichts nach ihm und seinem Wort fragten? Sollte er sie bei ihrem Rechte erhalten, da sie nicht einen Finger um seinetwillen und ihm zu Dienst bereit waren aufzugeben? Ja, da?sollte er wohl lassen. Denn weil sie ob seinen Rechten nicht wollten halten, hatte er gute Ursache, da?er sich nach ihrem Recht auch nicht hielte. Auch so hatte Gott ihnen dies leibliche Reich nicht so versprochen, als sollte es immerdar so bleiben; sondern Gott hatte dem Hund einen Kn?pel an den Hals gebunden, und das Reich ihnen so zu gesagt: wenn sie fromm und gehorsam w?en und seine Gebote hielten. Dieses Wort lie?n sie fahren, fragten nach Gottes Geboten nichts, und wollten dennoch ihr Regiment unangefochten haben, Gott gebe, sie w?en gottesf?chtig oder gottlos. Genau wie ein Knecht, der seinen Lohn haben will, er verdiene ihn, oder nicht. Ja, da? m廻te man ihnen bestellen. Es hei? also: tue, was du sollst, so widerf?rt dir, was dir geb?ret. Wenn ein Bauer nicht fromm, gehorsam, noch seinen Zins geben will, dem geschieht nicht Unrecht, wenn der Herr ihm beides, sein Gut und Recht, nimmt, und gibt es einen andern, der fromm ist, und tut, was er seiner Herrschaft zu tun schuldig ist. 8. Darum sollen wir lernen unsere Klage m癌igen und eine gleiche Rechnung machen: da?wir nicht allein dahin sehen, was wir f? ein Recht gegen andere haben, sondern was f? ein Unrecht wir gegen Gott tun; und alsdann in aller Demut und Geduld unsere H?de zu Gott aufheben, und sagen:. Wahr ists, es geschieht mir Unrecht, ich habe es um diesen Menschen nicht verdient; aber ich mu?auch hinter und ?er mich sehen, wie ich mit Gott dran bin. Da finde ich ein langes Register, da?verklagt mich, da?ich zehnmal 훣ger bin, und habe zehnmal, ja, tausendmal mehr wider Gott ges?digt, denn mein N?hster wider mich. So mu?ich sagen:. O Herr, vergib, ich will auch vergeben. 9. Denn es w?e Unrecht, wenn wir so steif wollten auf unserem Recht bestehen, da wir so gro?s Unrecht gegen Gott haben. Wahr ist es, wer sein Recht durch ordentliche Wege und Mittel erhalten kann, da?der nicht Unrecht daran tut. Denn Gericht und Recht sind von Gott selbst geordnet, da?man es suchen und brauchen soll. Wo wir aber das Recht nicht erheben k?nen, da h?e sich jedermann, da?er nicht viel Klage, oder ungeduldig werde; sondern kehre sich herum, und spreche:. Ich sollte wohl billig Recht haben, und die, so mich beleidigen, Unrecht; aber ich mu?bekennen, da?ich solch Unrecht vor Gott wohl verdient habe. Dann w?den wir nicht tun, wie die Juden: die gaben mit ihrem Leben und Wesen ein b?es Beispiel, und meinten, da Gott bei ihnen sein Recht verloren hatte, sie wollten doch ihr Recht vor den Leuten behalten. Gerade als wenn die b?en Bauern wollten von ihrer Obrigkeit den Schutz haben, und wollten doch keine Steuer und niemand etwas geben, so kann man sie beim Kopf nehmen und zwingen. 10. Eine solche Meinung hat es mit den armen Pastoren nicht; die haben keine Gewalt, damit sie zwingen k?nen die, so ihnen nicht geben wollen, was sie schuldig sind. Darum meinen solche b?e B?ger und Bauern, sie haben gute Recht, wenn sie ihnen gar nichts, oder ja nichts gutes, sondern das 훣gste geben. Aber wie geht es letztlich? Kann der Pfarrer nicht strafen noch sein Recht erlangen, so sieht Gott zu, der schickt Pest unter Leute und Vieh; er schickt Diebe oder Soldaten, die dir nehmen, was du hast; er verh?gt es, da?durch Ungewitter Wein, Korn, Obst, R?en, Kraut auf dem Felde verderben. Da hei? es denn, wenn es so zugeht:. Lieber B?ger, lieber Bauer, klage nicht, da?dir Unrecht geschehe. Du meinst wohl, es geschehe dir Unrecht; aber vor Gott geschieht dir sehr recht. Du hast dies, ja viel ?geres l?gst um ihn verdient. Darum klage nicht, da?dir Unrecht geschehe, sondern klage ?er deine S?den und unbu?ertiges Leben, ?er deinen Geiz, Stolz, Sicherheit, Verachtung Gottes Worts und dergleichen; denn solche S?den machen aus deinem Recht lauter Unrecht. 11. Also will der Herr die Juden hier auch erinnern, weil sie ihr Reich verloren und von den R?ern dazu bezwungen wurden, da?sie nicht dar?er schreien, sondern hinter sich und an ihre S?den denken sollen, und sich dabei erinnern, sie haben Gott nicht gegeben, was sie zu geben ihm schuldig gewesen; sollen deswegen alles f? gut nehmen. Aber die Juden wollten es nicht tun; sie wollten schlecht ihr K?igreich mit Recht wieder haben. Da sagte unser Herr Gott Nein zu; da soll mir der Kaiser zu Rom gut genug f? sein, der soll euch zwingen, so ihr nicht gern unter die verdiente Strafe euch geben wollt, da?ihr es nun tun m廻t. Denn das Reich war den Juden anders nicht zu gesagt, denn da?sie sollten fromm dabei sein; sonst sollten sie Reich und Recht eins mit dem anderen verlieren. 12. Wir m?sen heutiges Tages mit dem T?ken auch so tun. Unrecht meinen wir, weil er 훣ger denn ein Heide ist, da?er solch einen gro?n Sieg gegen uns Christen haben soll. Aber la? uns nicht sehen, wer der T?ke ist, sondern wer wir gegen Gott sind; so finden wir, da?uns nicht Unrecht geschieht. Warum halten die Katholiken so steif ?er der Abg?terei, und verfolgen da?Wort? Warum bessern wir uns nicht, die wir das Evangelium haben, und Leben doch nicht, wie es Christen wohl ansteht? Das ist das eine St?k, da?wir heute lernen sollen. 13. Das andere ist, da?man einen Unterschied soll machen zwischen der Welt Reich und unseres Herrn Christi Reich, und das unser Herr Gott hier das weltliche Reich nicht verdammt, sondern best?igt es mit Haus, Hof, Nahrung, Ehestand und allen St?den, die ein Kaiser haben mu? Denn das Christus spricht:. " Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ", das ist genau so geredet, als spr?he er, bist du ein B?ger, ein Bauer, ein Edelmann, ein F?st, ein Mann, ein Weib, ein Knecht, eine Magd,: bleib dabei, und zerr?te dem Kaiser sein Reich nicht. Du Knecht, diene deinem Herrn. Du Kind, folge deinem Vater und deiner Mutter. Diese St?de will ich nicht zerrei?n; denn es sind des Kaiser St?de, deren er nicht entbehren kann, und hindern mein Reich nicht, welches nicht ein Weltreich ist. 14. Solches dient dazu, da?wer ein Christ sein will, sich deswegen nicht aus dem weltlichem Gehorsam ziehe und wolle frei sein, oder wolle seinen Beruf wechseln und etwas Neues vornehmen, wie die M?che getan haben, die dachten, wenn sie in weltlichem Stand und Amt blieben, sie k?nten nicht selig werden. Nein, spricht Christus, solches soll nicht sein, ich will mit meiner Predigt da?Kaisertum nicht zerrei?n. Darum bleibe in deinem Stande, und gib, was du dem Kaiser geben sollst; daran will ich Gott nicht hindern, der hat seinen eigenen Gehorsam. 15. Darum sollst du Gott auch geben, was Gottes ist, das ist, glaube an Jesu Christum, h?e das heilige Evangelium und nimm es an, und halte dich in Gottesfurcht in seinen Geboten. Sei barmherzig, freundlich, geduldig . Das sollst du Gott opfern: an dem will er sich gen?en lassen. Soviel aber dem Leib, das Gut, deinen Stand und Beruf betrifft, da lasse den Kaiser mit machen. Also k?nen Gott und Kaiser fein beieinander bleiben, da es die Juden gern von einander gerissen h?ten, ja, weder Gott noch dem Kaiser das Seine geben wollten. 16. Hier soll man aber flei?g merken: gleichwie Gott dem Kaiser sein Regiment nicht zerrei?n will (denn es hindert dich an deinem Glauben und vor Gott nicht, du hast f? ein weltlich Amt und Beruf, wie du wolltest; wenn du willst, du kannst wohl ein Christ dabei bleiben): also soll der Kaiser unserm Herrn Gott sein Regiment auch nicht zerrei?n, und ganz lassen, und die Leute an dem nicht hindern, da?sie Gott nicht sollten geben, was sie Gott zu geben schuldig sind. Was aber dasselbe sei, ist oben gemeldet, n?lich, Gott sind wir schuldig, da?wir an Christum glauben, sein Wort gern h?en, und nach demselben unser Leben ausrichten, und nichts dagegen tun sollen; mehr k?nen wir Gott auf Erden nicht tun. 17. An solchem Dienst soll der Kaiser oder weltliche Obrigkeit die Untertanen auch nicht hindern. Wo aber weltliche Obrigkeit solches hindern, sollen die Untertanen ihnen nicht gehorchen; sondern lieber dar?er leiden, was ihnen zu leiden vorkommt. Deswegen ist es eine schwere gro? S?de, wo weltliche Obrigkeit ihren Gehorsam also will gehalten haben, da?man Gott seinen Gehorsam dabei nicht leisten kann. Als, wenn sie die rechte Lehre verbieten, und ihre Untertanen darum strafen, wo sie das Sakrament ganz empfangen, wie es Christus geordnet hat, zwingen die Leute zu dem abg?tischen Wesen, mit Seelmessen, Abla? Heiligenanrufung und anderem. In solchem und anderem gehen sie aus ihrem Amt und wollen Gott seinen Gehorsam nicht leisten. Denn Gott fordert vor allen Dingen von uns, da?wir sein Wort h?en und demselben folgen sollen. Wo aber die Obrigkeit an solchem hindern will, da sollen die Untertanen wissen, da?sie ihnen Gehorsam zu leisten nicht schuldig sind. Denn es steht geschrieben:. " Man soll Gott mehr gehorchen, denn den Menschen ". Und hier hei? der Herr nicht allein dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, sondern auch Gott, was Gottes ist. 18. Will nun weltliche Obrigkeit um solches Gehorsams willen gegen Gott und sein Wort z?nen, ihre Untertanen schlagen mit St?ken, oder auch das Leben nehmen; das mu? man geschehen lassen, und sich an den Trost halten:. Der Kaiser oder weltliche Obrigkeit ist unser Herr, das ist wahr; aber doch nicht allein, sondern wir haben neben ihm einen Herrn, der ist gr秤er, n?lich, unser Herr Gott im Himmel. Wo nun einer unter diesen zwei Herren mu?erz?nt werden, da?man entweder Gott oder dem Kaiser ungehorsam werden mu? da ist es besser, man erz?ne mit dem Ungehorsam den Kaiser, denn da?man Gott erz?ne. Ursache, wirst du Gott ungehorsam und willst da mit dem Kaiser oder weltliche Obrigkeit hofiren, so ist Gott so ein Herr, der den ungehorsam, den du ihm beweisest, strafen kann und will mit h?lischem Feuer und dem ewigen Tode. Diesen Jammer sollte ja kein Mensch gerne auf sich laden, und tausendmal eher den Kaiser erz?nen, der, so er gleich b?e ist, dennoch nicht h?er, denn nur mit einer zeitlichen Strafe den Ungehorsam strafen kann. Ich hei? aber den Kaiser hier nicht diese oder jene Person, sondern allgemein alle Obrigkeit. Denn also nennt sie Christus hier auch, da er spricht:. " Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ". 19. Danach siehe auch auf die Belohnung. Bist du Gott Gehorsam und h?st dich nach seinem Befehl, so wird auf solchem Gehorsam eine ewige Belohnung, der Himmel und ewiges Leben folgen. Dagegen du f? den unbilligen s?dlichen Gehorsam, welchen du wider Gottes Befehl deiner Obrigkeit leistest, nur eine kurze Zeit gutes Leben hast, und mu? sein (wie zuvor gemeldet) hernach in Ewigkeit b廻en. An solchen Trost sollen sich die armen Christen halten, die heutigen Tages unter solche Obrigkeit sind, die sie zu Gottes Wort nicht kommen lassen, und zu falschem Gottesdienst mit Gewalt treiben und zwingen wollen. Denn Gott will sich nicht spotten lassen. Er will, du sollst dem Kaiser geben, was sein ist; aber doch also, da?man Gott auch gebe, was Gottes ist. Und das tun will billig. Denn vom Kaiser und weltliche Obrigkeit haben wir mehr nicht denn die Nahrung, Essen und Trinken, Kleidung, Schutz, Friede, und was anderes noch zu diesem verg?glichen Leben geh?t. Aber von Gott haben wir Leib und Leben, danach die Hoffnung des ewigen Lebens. Sollten wir denn solchen Gott, dessen wir in Ewigkeit genie?n sollen, um der Menschen willen ?ergeben, den Menschen dienen und ihm ungehorsam sein? Das wolle der liebe Gott nicht, es gehe uns gleich dar?er, wie sein g?tlicher Wille ist. 20. Es sollte aber weltliche Obrigkeit sich ihres Amtes besser erinnern. Wenn Christus also gesagt h?te:. Gebt dem Kaiser alles, was er will oder ihr habt; so k?nte er solches mit Recht fordern, oder von den Seinen nehmen. Aber hier steht deutlich also:. " Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ". Das ist, er hat sein Genanntes und Bestimmtes, da?sein ist und woran er sich an gen?en lassen soll. Will er aber weiter greifen, und auch das nehmen, da?Gottes ist; so sollt ihr wissen, da?ihr es nicht schuldig seid. D?ft deswegen, ja, ihr sollt auch, so lieb euch eurer Seelen Seligkeit ist, ihm solches nicht geben. Denn gleichwie der Kaiser nicht Macht hat, solches zu fordern: also ist den Untertanen von Gott selbst verboten und gewehret, da?sie es dem Kaiser nicht geben sollen. 21. Darum ist es ein schrecklicher Jammer, der ohne Zweifel Deutschland in alles Ungl?k bringen wird, da?weltliche F?sten, und besonders die Bisch?e, die doch (wie sie sich jetzt verhalten) mehr nicht denn weltliche F?sten sind, so j?merlich haushalten mit ihren armen Leuten. Denn sie lassen sich an dem Gehorsam nicht s?tigen, da?ihre Untertanen mit Leib und Gut zu ihnen setzen und ihnen dienen wollen; sondern sie wollen auch haben, da?ihre Untertanen sollen glauben und in Glaubenssachen das tun, da? ihnen gefallen und ?fentlich wider Gott und sein Wort ist. Daher verbieten sie ihnen die rechte und reine Lehre, wollen sie an die Orte zur Predigt nicht lassen gehen, wo man Gottes Wort recht lehrt. Dazu verbieten sie die B?her, da?man es auch nicht lesen soll. Sie bestellen falsche l?enhafte Prediger, die den alten Dreck predigen, von welchem man nicht ein Wort h?t, da ein Gewissen rechten Trost von fassen und sich daraus bessern k?nte. Und was noch ?ger ist, tun solche Schreier in allen Predigten nichts, denn da?sie das heilige Evangelium l?tern und auf das schlimmste beschimpfen. 22. Wenn es nun solche dahin bringen k?nten, da?das schreckliche abg?tischen Me?pfer bleibt, da?man Heilige anruft und ehrt, Wallfahrten geht, Abla? kauft, durch Beichten, Fasten, Feiern und anderer Werke erhofft Vergebung der S?den zu erlangen: da denken sie, sie haben es wohl ausgerichtet. Besonders aber treiben sie einen gro?n Mutwillen mit dem hochw?digen Sakrament, da der Befehl Christi und der ersten Kirche Brauch so lauter und klar ist, da?man es ganz, und nicht allein eine Gestalt (wie sie es hei?n) nehmen soll. 23. Dies alles, und vieles anderes, so jetzt F?sten und Bisch?e mit ihren Untertanen ?en, wollen sie damit erhalten, da?man weltlicher Obrigkeit Gehorsam leisten soll. Sie tun gerade als st?de hier:. Gebt dem Kaiser alles, und Gott nichts. Denn in Gottes Sachen dem Kaiser folgen, und nicht dem Wort Gottes, hei? den Kaiser ?er Gott setzen, Gott alles nehmen und dem Kaiser alles geben. Aber es soll nicht sein. Dem Kaiser will Gott nicht allein dem Gehorsam seiner Untertanen g?nen sondern er befiehlt ihnen auf das flei?gste, und h?t zur ernst dar?er, da?es nie eine Aufruhr noch Ungehorsam wieder weltliche Obrigkeit g?e, es ist immer heftig an den Untertanen gestraft worden, wie uns die Geschichte lehrt. 24. Aber daneben will Gott seinen Gehorsam auch haben. Er will dem Kaiser Leib und Gut, Haus und Hof untert?ig machen, da?nur ihm das Herz bleibe und er durch sein Wort und Geist im Herzen regieren m?e. Wenn er aber solches nicht erhalten soll, und der Kaiser ?er die Gewalt, so er ?er Leib und Gut hat, auch ?er das Herz Macht haben und dar?er regieren will, da?jedermann glauben soll und in Gottes Sachen tun, was er will, und nicht, was Gott in seinem Wort gelehrt und befohlen hat: da wird endlich nichts Gutes folgen. Denn Gott will sein Reich unzerst?t und seinen Dienst ungehindert haben. Wer sich aber untersteht, der wird mit dem Kopf anlaufen. Wie es denn je und je mit den gr秤ten K?igen ?erall gegangen ist; sobald sie alles haben und Gott nichts lassen wollten, da hat Gott da Seine auch behalten, und sie, die Tyrannen, haben alles verloren und sind zerbrochen. 25. Also sieht man, wie der Herr hier des Kaisers Gewalt umfangen und fein beschr?kt hat, da?er bei den Seinen bleiben, und nicht in Gottes Reich und Gewalt greifen soll. " Dem Kaiser ", spricht er, " gebt, was des Kaisers ist ". Als wollte er sagen:. Was Gott geh?t und des Kaisers nicht ist, da?gebet ihm auf keinen Fall; sonst w?det ihr mir ungehorsam und dem Kaiser zuviel gehorsam; der mag euch eine Zeitlang lohnen, aber ich werde meinen Ungehorsam mit dem ewigen Feuer strafen. Darum bleibe der Kaiser bei dem Seinen, oder so er dabei nicht bleiben will, h?e du dich, da?du ihm nicht gebest, was mein ist. Denn diese zwei Reiche sollen unterschieden bleiben, da?Gott bleibe, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. 26. Wiewohl auch im Zeitlichen, soviel es den Leib, Geld und Gut betrifft, ein Ma?gehalten werden soll. Denn es soll ja ein Unterschied zwischen weltlicher Obrigkeit und einem tyrannischen Regiment bleiben. Ein Tyrann nimmt von den Untertanen, solange er etwas findet. Das will der Herr der Obrigkeit hier nicht einr?men, sondern weil er den Untertanen befiehlt: " gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ", damit will er der Obrigkeit oder dem Kaiser auch zu verstehen geben, sie sollen nicht mehr fordern noch nehmen, denn was ihr ist. Macht also einen Unterschied zwischen dem da?dein ist, und dem, da?du von dem Deinen der Obrigkeit geben sollst. Denn die Regimenter sind nicht darum eingesetzt, da?man nur Bettler machen und niemand nichts behalten soll. Darum gibt man der Obrigkeit Steuer, Zins oder Rente, da?die Untertanen bei den ihren bleiben, ihre Nahrung suchen, sich und die ihren mit Ehren hinbringen und das Ihre mehren m?en. 27. Wo aber Not vorf?lt, da?man zur Erhaltung des Friedens wider die Feinde etwas tun soll, da soll sich niemand weigern, sondern mit Leib und Gut gerne zu Obrigkeit kommen, und ihr beistehen, so lange man kann. Aber au?rhalb solcher Not soll die Obrigkeit nicht tyrannisch regieren, den Untertanen nicht zuviel auflegen, sondern sie bei den ordentlichen und leidlichen Beschwerungen bleiben lassen. Sonst nimmt sie, was nicht ihr ist, und verursacht Gottes Zorn wider sie, der durch Aufruhr, durch fremde Feinde und auf andere Wege die Tyrannen pflegt zu strafen. 28. Das sei von diesem Evangelium genug. Gott verleihe seine Gnade unserer Obrigkeit und uns, da?wir zu beiden Teilen Gott geben, was wir ihm zu geben schuldig sind. So wird sich das andere fein finden, da?wir dem Kaiser auch werden geben und er nehme, was sein ist. Werden also in einem feinen, friedlichen, Gott wohlgef?ligen Leben unserer Zeit hier zubringen, und durch den Glauben an Christum danach ewig selig werden. Das verleihe uns unser lieber Herr Gott, durch Christum, unser Herrn, und den Heiligen Geist, Amen.
Am dreizehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:03 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 10,23-37 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit:. Selig sind die Augen, die da sehen, daß ihr sehet. Denn ich sage euch:. Viel Proph
Am dreizehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:03 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 10,23-37 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit:. Selig sind die Augen, die da sehen, daß ihr sehet. Denn ich sage euch:. Viel Propheten und Könige wollten sehen, daß ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, daß ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm:. Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liest du? Er antwortete und sprach:. Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten als dich selbst. er aber sprach zu ihm:. Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du Leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach:. Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn, und gingen davon und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihn seine Wunden, und goß drein Öl und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führete ihn in die Herberge, und pflegete sein. Des anderen Tages reiste er, und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt, und sprach zu ihm:. Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen drei der Nächste sei gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach:. Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Dar sprach Jesus zu ihm:. So gehe hin und tue desgleichen. 1. dieses ist ein langes Evangelium; darum wollen wir nur ein oder der zwei Stücke daraus nehmen, daß wir es darum leichter merken können und uns daraus bessern. Das erste Stücke ist, daß der Herr Christus hier sein Wort, das heilige Evangelium sehr hoch preiset, und spricht insonderheit zu seinen Jüngern: Selig sind die Augen, die da sehen, daß ihr sehet. Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wollten sehen, daß ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, daß ihr höret, und haben es nicht gehöret. 2. Damit will er uns trösten wieder den Jammer, den wir auf Erden sehen, da kein verachteter Ding ist, denn als das Evangelium. Denn aller andere Lehre, Lügen und Ketzerei mag die Welt hören, und kann sie dulden; aber das Evangelium will sie weder hören noch sehen, sondern lästert und verfolgt es auf das höchste, legte denen das Herzeleid an, die es predigen und hören. Wie denn der Beispiele leider mehr denn zuviel durch ganz Deutschland und in vielen anderen Königreichen vor Augen sind. Das sieht der Herr, tröstet deswegen seine Jünger und spricht:. Die Welt schilt und lästert das Evangelium; aber wer die Gnade hat, daß er es haben und sich des trösten kann, der hat selige Ohren, der mag wohl Gott von Herzen darum danken, daß er dazu gekommen ist und das kann für köstlich halten, welches die Welt so hoch verachtet. Daher ist es gewiß war, daß ihr seliger seid, denn David und alle anderen Könige. Denn das ist aller Heiligen Patriarchen, Propheten und Könige höchstes Verlangen gewesen, daß sie diese Zeit gern erlebt, und mich gern gesehen und gehört hätten. Aber es hat ihnen nicht können zuteil werden. Euch aber ist diese Gnade und Seligkeit widerfahren; darum schaut und danket Gott dafür, daß es euch widerfahren ist, daß ihr mich hören und sehen könnt. 3. Es sieht der liebe Herr, was für arme, elende Leute wir sind. Wenn wir solchen Schatz des Heiligen Evangelium nicht haben, so fällt immerdar ein Irrtum über den anderen herein, und ist nicht möglich, daß jemand sich könnte retten. Wie wir im Papsttum leider allzuviel erfahren haben, daß es endlich dahin gekommen ist, daß wir den Teufel für einen Prediger angenommen, und ihm geglaubt haben, was er durch die Poltergeister und seine lügenhaften Prediger von Messen, Wallfahrten, Fegefeuer, und anderem gelogen hat. Anders kann es nicht zu gehen, wo das Wort nicht ist, denn daß man allerlei Irrtum und Lügen annimmt und glaubt. Und lassen sich dennoch die Leute dünken, sie seien auf dem rechten Weg zur Seligkeit, so sie doch genau zur Hölle und zum Teufel rennen. 4. Wiederum, wenn wir das Evangelium haben, so findet sich ein Jammer, der schier noch greulicher ist, nämlich, daß es jedermann verachtet, und der Wenigste Teil zur Besserung annimmt. Darum sind wir durchaus elende und arme Leute. Gibt uns Gott sein Wort nicht, so können wir es ohne Nachteil unserer Seelen Seligkeit nicht entbehren. Wiederum, gibt er es, so will es niemand haben. Wäre deswegen nichts besser, denn das unser Herr Gott bald käme mit dem jüngsten Tag und schlüge alles auf einen Haufen. Denn es hilft doch an der undankbaren Welt weder Strafe noch Gnade. Aber wie hier steht:. Selig sind die Ohren, die es hören und annehmen; denn da soll eine ewige Freude auf folgen. 5. Das ist das erste Stück, da unser lieber Herr Christus hier über klagt, daß er der Welt sein Wort, und mit dem Wort Vergebung der Sünden und ewiges Leben anbietet und gibt; aber sie will sein nicht, sondern verachtet es. Darum wendet er sich besonders zu seinen Jüngern und spricht:. Selig seid ihr, die hier Gottes Wort habt und hört, nicht längst gestorben seid, ehe es gekommen ist. Ich sage euch, die größten und höchsten Könige und Propheten hätten es gern erlebt und gesehen. Noch ist die Welt so böse, wenn sie es gleich haben kann, daß sie nichts danach fragt, ja, dazu auch wohl verachtet und lästert. An solches Ärgernis kehret euch nicht, sondern denket, daß ihr solcher Gnade brauchet und euch bessert. Denn eben darum ist es dem Herrn hier zu tun, daß er gern wollte, daß jedermann daß Wort mit Ernst höret, und nicht verachtet, wie die Welt tut, und wir in allen Ständen, vom höchsten bis zum niedersten, sehen, was das Evangelium nicht verfolgen kann, daß verachtet es; der Wenigste Teil nimmt es mit Dank an und bessert sich. Dieselben sind es allein, die selige Ohren und selige Augen haben. 6. Im anderen Stück hält der Herr uns vor die Frucht des Heiligen Evangelium, nämlich, die guten Werke, die folgen sollen, wenn man Gottes Wort gehört hat. Solches malt er mit seinem Beispiel von dem, der von Jerusalem hinab gen Jericho zog, und die Mörder über ihnen vielen, schlugen und beraubten ihn, und ließen ihn für tot da liegen. Dar kommt ein Priester, der sieht den armen Menschen, aber nimmt sich sein nicht an und geht seine Straße. Ein Levit ging auch vorüber und sah ihn, aber es kümmerte ihn der arme Mensch auch nichts. Letztlich kommt ein Samariter, der nicht den Namen hatte, daß er besonders heilig sei; sondern war ein Heide, der dem armen Menschen, der ein Jude war, nichts angehörte; denn er war nicht seines Geschlechts, wie der Priester oder Levit, sondern ein Fremder. Dieser sieht den armen Menschen, und läßt sich seinen und Fall zu Herzen gehen, steigt bald vom Roß, gießt ihm Öl und Wein in seine Wunden, verbindet ihn und legt ihnen auf sein Tier, er aber geht zu Fuß, und führt ihn in die Herberge. Als er aber wegen seiner Geschäfte nicht da bleiben konnte, befiehlt er den Wirt, und gibt ihm zwei Groschen, daß er sein wartet, bis er wieder komme. 7. Das ist das richtige Gemälde, in welchem der Herr abmalt, was die Rechte Frucht des Wortes und christliche Liebe sei, nämlich, daß das Wort werde solche Leute machen, wie der Samariter hier ist, weiche, barmherzige Leute, die nicht wohl können sehen, daß jemand Not leidet. Wo sie es aber sehen, wagen sie ihr eigenes Leben, und helfen, womit sie können. Ich rede aber hier von Dürftigen, armen Leuten, die sich nicht auf das betteln legen, wie das faule, unnütze, müßige Bettlervolk, daß niemand zu keiner Arbeit bringen kann und das ganze Land aussäuft. Solchen Streichern soll man nichts geben. Aber wo Rechte dürftige Leute sind, da ist ein christliche Herz so geschickt, daß es tut, wie hier der Samariter. Der denkt:. Ob ich gleich kein Jude bin, wie dieser, so bin ich doch ein Mensch, wie er, und habe einen Schöpfer. Darum gehört er mir näher zu, denn ein unvernünftiges Tier, will deswegen ihn nicht liegen lassen. Auf, lieber Bruder, halt her, laß dir helfen. Tut also mit ihm, wie ein Vater mit seinem Kind. Das heißen rechte Heilige. 8. Aber die Stockheiligen, wie der Priester und Levit hier sind, die viel und groß von sich selbst halten, die haben natürlich keine Barmherzigkeit mit den Armen, sondern sind greuliche, harte Leute. Denn sie halten es dafür, unser Herr Gott sei froh, daß sie ihm dienen; denken deswegen, sie dürfen anderen Leuten nichts tun noch dienen. Der Priester hier war heilig des Amtes und der Geburt wegen, darüber war er über die Maßen Stolz, daß er darum nach niemand fragte, wie der Text von ihm sagt, daß er den armen verwundeten Menschen wohl gesehen habe, aber sei vorüber gegangen, und sich seiner Not nicht hat angenommen. 9. Nun sind es aber verdrießliche Heilige, denen Gott besonders feind ist, die da sehen, daß ihr nächster Not leidet, und können helfen, tun es aber nicht. Worauf mögen sie sich verlassen? Auf anderes nichts, denn auf ihrer Heiligkeit, daß sie denken, wenn sie Messe gehalten, geopfert, gesungen und anderes getan haben, so haben sie alles verrichtet. Diese heißen Stockheilige und Steinheilige, ja, des Teufels Heilige, die bei sich denken, unser Herr sei ihnen schuldig, und sie seien niemand etwas schuldig. 10. Gegen solche schändlichen Heiligen geht dies Gleichnis hier. Denn der Herr hat auch so einen stolzen Heiligen, einen Schriftgelehrten, hier vor sich, der will nicht allein sich sehen lassen, wie fromm er sei, sondern auch den Herrn Christum lügen strafen, und ein besserer Doktor sein, als er ist. Denn weil der Herr seine Predigt so hoch rühmt und sagt: " selig sind die Augen, die da sehen, daß ihr sehet "; viel Könige und Propheten haben es begehrt zu sehen und zu hören, aber sie harte es nicht so gut wie ihr jetzt: das denken die Schriftgelehrten ist zuviel, denkt bei sich selbst:. Haben sie doch Mose gehabt, was kann dieser Besseres oder Höheres predigen, denn als Mose gepredigt hat? Fragt deswegen, und spricht:. " Meister, was soll ich tun, daß ich selig werden? ". Als wollte er sagen:. Du wirst mir ich ja nichts Besseres lehren können, denn als uns Mose gelehrt hat. Darum sind nicht allein die selig, die dich hören, jene, die Mose gehabt und gehört haben, sind auch selige Leute. Du tust ihm ein wenig zuviel. Es wäre übrig genug, daß du ein Doktor wärest, wie Mose, aber daß du Mose wegwirfst, als einen unseligen Prediger, der zur Seligkeit nicht den rechten Weg weiß, und willst ein besserer Prediger sein, das ist zuviel. 11. Solch ein Herz und solch einer Meinung versteht der Herr sehr wohl, will deswegen ihm auf seine Frage nicht antworten, sondern läßt ihn deswegen anlaufen, daß er selbst bekennen muß: wenn man gleich Mose und das Gesetz habe, so könne man dennoch nicht selig werden. So fragt er ihn nun, und spricht:. " Wie steht dem Gesetz geschrieben? Wie liest du? ". Der Schriftgelehrte ist mit der Antwort bald fertig, und spricht:. " Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, und deinen Nächsten wie dich selbst ". Dieses, so denkt er, sei der rechte Kern und Hauptlehre, da niemand etwas Besseres könne antworten. Und es ist wahr, Mose kann nichts Höheres und Besseres lehren. Aber was antwortet Christus? " Tu das ", spricht er, " so wirst du Leben ". Als wollte er sagen:. Die Lehre ist wohl gut und recht, aber dir und allen Menschen ist damit nicht geholfen. Ursache, ihr tut nichts und könnt nichts tun. Solches fühlt der Schriftgelehrte wohl, schämt sich deswegen, denn er darf nicht sagen, daß er es getan habe, und will es doch nicht bekennen, in daß er solches Gebot nicht gehalten habe. Wirft deswegen eine andere Frage auf, und spricht:. " Wer ist mein Nächster? ". Das heißt ja diesen hoch Gelehrten Doktor fein zum Brett geführt. Denn daß er fragt, wer sein Nächster sei, das ist frei bekannt, daß er seinen Nächsten nicht geliebt habe; vielmal er noch nicht dahin gekommen ist, daß er seinen Nächsten kennt. Was hilft ihm nun Mose und das Gesetz? 12. Deswegen gereift ihm der Herr sofort an den Kopf, mit dem Gleichnis vom verwundeten Menschen, und spricht:. Ein Priester sah ihn, und ging vorüber; ein Levit desgleichen. Die beiden waren ebenso fromm, als du. Aber er Samariter nahm sich des armen Menschen an. Sage nun, welcher war des verwundeten sein Nächster? Da Antwort der Schriftgelehrte: " der die Barmherzigkeit an ihm tat "; will den Samariter mit Namen nicht nennen, der hoffärtige Heuchler. 13. Darum gibt ihm der Herr eine gute Schlappe, und spricht:. " So gehe hin, und tue desgleichen ". Als sollte er sagen: du bist ebenso ein frommer Heiliger, wie der Priester und Levit; du hilfst deinem Nächsten nicht mit einem Pfennig, ob er jetzt Sterben sollte; und fragtst noch, was du tun sollst, daß du das ewige Leben ererbest? Hast du nicht arme Freunde, arme Nachbarn, betrübte Leute? Ist nicht Unglück, Angst und Not genug in der Welt? Und du bist so ein grober Lehrer, daß du erst fragst, wer dein Nächster sei? Willst du heilig sein, so liebe deinen Nächsten wie dich selbst; wie der Samariter hier getan hat. Als sollte der Herr sagen:. Hast dein Lebtag noch nicht so viel gelernt, daß du wüßtest, wer dein Nächster wäre, will schweigen, daß du ihn geliebt hast wie dich selbst. An wem ist nun der Fehler? Mose und das Gesetz hast du. So dieses zur Seligkeit genug ist, so hat es nicht Not mit dir. Aber ist es nicht wahr, ob du gleich Mose und das Gesetz hast, so ist dir doch damit nicht geholfen, du bleibst ein Sünder wie zuvor, und hast am Gesetz mehr nicht, denn daß es dein Schuldbuch ist, und Zeugnis wieder dich gibt und dich vor Gott deiner Sünden wegen verklagt. Das heißt ja, noch der Seligkeit sehr weit gefehlt. 14. Wer aber solches eigentlich und gründlich verstehen will, warum das Gesetz uns nicht selig macht, der nehme nur diese zwei Stücke vor sich, da der Schriftgelehrte ihr von redet, und sehen mit Fleiß, was es heißt: Gott von ganzem Herzen lieben, und den Nächsten wie sich selbst: so wird er finden, wie ein schwer und unmögliches Ding es sei, wo nicht durch den Herrn Christum und sein Evangelium uns der Heilige Geist in unsere Herzen gegeben wird. Es ist schnell gesagt:. Ich habe Gott lieb; denn er kommt persönlich nicht zu uns, bedarf deswegen nicht, daß man sich hart auf ihn einrichte. Aber wir sehen, wie wir uns gegen die armen Leute halten, so wird es sich finden, ob wir Gott lieb haben. 15. Darum, wenn du wissen willst, wer Gott recht liebt, so tue nicht mehr, denn siehe, ob die Kinder ihre Eltern ehren, ob das Gesinde seiner Herrschaft gehorsam ist, ob man die Kirchendiener wohl und ehrlich halte; so wirst du sein und eigentlich sehen, wer Gott liebt, oder nicht liebt. Denn von den Kindern steht Gottes Befehl und Wort da:. Du sollst Vater und Mutter ehren. Ja, spricht ein Mönch und Nonne:. Vater und Mutter lasse ich fahren; ich will in ein Kloster gehen und dich ehren und dich lieben, der du Gott im Himmel bist. Nein, spricht Gott, da hast du mein Wort und wirst meinen Befehl; hast du mich nun lieb, so wirst du auch deinen Vater und eine Mutter lieb haben, sie ehren, und ihnen alle Liebe erzeigen. Dieses heißt Gott geliebt. Aber danach fragen die meisten Leute nicht, sondern wollen die Liebe gegen Gott mit anderen Werken beweisen, da doch Gott nichts von befohlen hat. Also die Kinder, ob sie gleich bei ihren Eltern bleiben, so wollten sie doch, daß sie schon Tod und unter der Erde wären, nur daß sie ihren Mutwillen haben könnten. Da muß man ja sagen, sie haben Gott nicht lieb. 16. Also geht es in anderen Ständen auch. Ein Fürst hat seine Amtleute, denen befiehlt er, daß sie recht und treu Haushalten sollen. Fragtst du sie, ob sie auch Gott lieb haben, da wird ihrer keiner nein sagen, sondern werden alle rühmen, ja, ich habe Gott lieb, warum sollte ich Gottes feind sein? Ja, Lieber, so sage an, warum bist du deinem Fürsten ungehorsam und untreu? Hättest du Gott lieb von ganzem Herzen, ja, von halben Herzen, so würdest du deinem Fürsten viel treuer dienen. 17. Also ist kein Knecht noch Magd im Haus, wenn sie gleich von Gott nichts wissen, dazu nachlässig und untreu sind, die diese Nachrede leiden wollten, und sich dazu bekennen, daß sie Gott feind wären, oder ihn nicht lieb hätten; und dennoch beweisen sie es in dem, daß sie ihren Herren so ungehorsam sind, welchen Gott heißt gehorsam sein. Weil sie aber Gott nicht lieben und nach seinem Befehl nichts fragen, bleiben sie ungehorsam, untreu, lügen, trügen und brauchen sich aller bösen Stücke. So lerne nun, daß es nicht so ein leichtes Ding ist, Gott lieben, als man meint. Gesagt hat man es schnell, aber im Werk will es nicht gehen. 18. Denn Gott lieben heißt, sein Wort und Befehl halten. Wie Christus sagt:. " Wer mich liebet, der wird mein Wort halten ". Denn hast du Gott lieb, so wirst du seine Gebote nicht verachten. Was heißt und befiehlt nun Gott dem Gesinde, Knechten, Mägden? Ja, was verheißen sie ihrer Herrschaft, daß sie tun wollen? Ist es nicht wahr, da fordert Gott, und sie geloben es, nehmen auch ihren Lohn, Essen und Trinken darum, daß sie treu sein, folgen, und mit Fleiß tun wollen, was sie zu tun schuldig sind, und mit ihren Dienst, Arbeit und Fleiß ihrer Herrschaft Nutz und Frommen zum besten fördern. Aber wo findest du solche Leute, solche Knechten und Mägde? Der größte ungehorsam, der größte Unfleiß, Stolz, böse Worte, Schaden tun, und oft dazu auch noch stehlen und rauben, solche Leute findet man heute. Darum lieben sie nicht Gott, ja, sind Gott feind; denn sie achten seines Wortes nicht: sonst würden sie gewiß frömmer und fleißiger sein. Eben nun wie sie Gott lieben und seines Wortes sich fleißigen, so geht es ihnen auch, daß weder Glück noch Heil bei solchem Gesinde ist, müssen ihr Leben lang Arbeiter und Bettler bleiben. 19. Von Pfarrherren und Kirchendiener ist nicht Not hier zu melden; man sieht es überall, wie die Amtleute, Richter Bürger, Bauern und Nachbarn mit ihnen umgehen, halten sie geringer und verächtlicher denn als Kuh und Sauhirten. Nun hatte es aber Gott über die Maßen fleißig befohlen, man solle sie liebt und Wert halten, und besonders ihnen nicht vorenthalten, was ihnen gehört; wie man sieht im Propheten Maliachi. Und Christus selbst spricht:. " Ein Arbeiter ist seiner Speise wert ". Darum eben wie du dich vor Sünden sollst fürchten, so du deinem Knechte und Magd etwas abbrichst: also sollst du dich der Sünden fürchten, wo du deinem Pfarrherren etwas abbrichst, daß du ihm schuldig bist; und wissen, daß Gott dir an einem anderen Ort mit Ungewitter, Unglück, Feuer, Wasser und der gleichen zehnmal mehr dafür nehmen wird, denn du deinem Pfarrherren bestiehlst. 20. Also sieht man, daß die Welt nicht allein Gott liebt, sondern haßt, verachtet ihn, und ist ihm feind. Daß es nicht zu leiden wäre, daß sie ihn nicht lieb hätte, wenn sie nur ihm nicht auch feind wäre. O nein, spricht jedermann, da behüte mich Gott vor, sollte ich Gott feind sein? Ja, sicher bist du ihm feind. Denn so du wieder deinen Vater und Mutter, wieder deiner Herrschaft oder Obrigkeit murrst, und nicht tust, was dir zu tun befohlen ist; so verachtet du Gott, haßt ihn und bist ihm feind. Denn es ist sein Befehl, daß du folgen, und durch den Gehorsam sie ehren sollst. Demselben Befehl bist du feind; denn du willst ihn nicht tun und magst ihn nicht hören. Wer kann dann anders sagen, denn daß du Gott auch feind bist? 21. Also rühmen Bürger und Bauern auch, sie haben Gott lieb. Aber wenn man ihnen Gottes Befehl vorhält, daß sie nicht geizig sein sollen, nicht zu teuer verkaufen, treu handeln: je mehr man Predigt, je toller sie werden, und tun nur desto mehr aus lauter Trotz und Mutwillen. Was, sprechen sie, geht es den Pfaffen an, wie ich haushalte? Sollte er mich meistern? Wohlan, geht es den Pfaffen nicht an, so geht es Gott an; aber sieh du zu, wie er dir mit der Zeit lohnen werden, mit Pestilenz, teuerer Zeit, mit Feuer, mit Wasser, mit dem Türken und allerlei anderen Plagen; die werden dir deine Thaler und Gulden ganz nehmen und wo wolltest du nun wissen wie du noch zu Dank kommen solltest: da du sonst, so du ein Christ wärest, gegen Gott und die Leute könntest Gunst und Dank verdienen, und würdest am Gut von Tag zu Tag zunehmen. 22. Also sieht man überall, daß man unseres Herrn Gottes Wort nicht allein mit Fleiß nicht hören will, sondern man verfolgt es noch dazu. Nicht allein der Papst, die Bischöfe, sondern auch auf unseren Teil die Bürger, Bauern, die vom Adel, und andere in allen Ständen. Sie sollten Gottes Wort ehren und denselben sich nach halten, mit ihrem Nächsten freundlich Leben, und besonders den Kirchendienern geben, was sie zu geben schuldig sind. Aber könnten sie noch viel nehmen, so täten sie es mit fröhlichem Mut, denken dazu, sie hätten es nur sehr gut ausgerichtet. 23. Darum laßt uns mit Fleiß lernen und wohl merken, daß wer Gottes Wort hat, der soll auch Gott lieben, das ist, er soll Gott seinen Gehorsam leisten und dem Wort fleißig folgen, und sagen: o Herr Jesus Christus, du hast meine Augen mir auf getan, daß ich sehe, wie du mich durch deinen Tod von Sünden erlöst und einen Erben des Himmelreichs und ewigen Lebens gemacht hast; nun, lieber Herr, ich danke dir für solche hohe unaussprechliche Gnade; will wiederum auch gern tun, was ich weiß, daß du von mir haben willst. Du hast mich geheißen, Vater und Mutter ehren; ich will es mit allem Willen und gern tun. Du hast mich geheißen, ich soll meiner Herrschaft Treue dienen, fleißig arbeiten und gehorsam sein; ich will es auch gern tun. Du hast mich geschaffen zur Hausmutter, zum Hausvater; lieber Gott, ich will fromm sein, will tun mit Lust und Liebe, was ich soll, und eher das Leben darüber lassen, denn daß ich dir nicht wollte folgen, oder meinen Kindern und Gesinde nicht treu vorstehen, oder sie ärgern. Das ist die Rechte Frucht, die aus dem Wort folgen soll, und heißt, Gott recht von Herzen lieben. Das nun Gott solche fromme, gehorsame Christen, die Gott und sein Wort ehren und lieben, nicht wieder ehren, ihnen nicht Glück und Heil sollte geben, das ist nicht möglich. 24. Aber da gehe jeder heim in sein Herz, und schaue, wie er Gott liebe. Denn, wie jetzt gemeldet, Gott lieben geht nicht mit Gedanken allein zu, wie das tolle Mönchsvolk meint; sondern Gott lieben heißt, wie der Herr am anderen Ort auch sagt, den Nächsten lieben. Denn also spricht Gott:. Willst du mich lieben, so gedenke und liebe deinen Vater und Mutter, dein Kind, dein Weib, deinen Mann, deinen Herrn, deine Frau; das will ich von dir haben. Das sage ich wohl, ob du überall dieses tust, so wirst du finden, ob du Gott liebst, oder Gott feind bist. 25. Denn wie gesagt, ihrer sind wenig, ja, die Christen sind es allein, die Gottes Wort haben und Christum lieben, wohl nicht so vollkommen, als sie es sollten. Die sprechen:. Wohlan, ich will wiederum meinem Nächsten von Herzen gern tun, was ich tun soll. So ich aber häufig mit Zorn, und Geduld und anderen übereilet würde, so soll es mir doch von Herzen leid sein, und will wiederkehren. Christen tun daß, die anderen, so nicht Christen sind, tun es nicht. 26. Darum können wir schließen, daß besonders Bürger und Bauern, Kind und Gesinde, Amtleute und Untertanen, alle des Teufels sind: denn sie sind Gott feind, denn sie achten (wie man sieht) seines Wortes und Befehls nicht. Daß er sie erschaffen, ihnen Leib und Seelen gegeben, Essen und Trinken beschwert, ja, daß er seinen eingeborenen Sohn gegeben hat, dafür singen sie ihm ein Liedlein, daß heißt, ich mag dein nicht, ich will dein nicht, und wo sie könnten, sollten sie ihn wohl noch vom Himmel herunter reißen, so lieb haben sie sein Wort und Befehl. Ei nun, Liebe in jenes Namen! Heißt daß Gott lieben, Gott und seinem Wort so bitterfeind sein; und dagegen den Teufel lieben und seinem Willen folgen, der uns in Sünde und den ewigen Tod geworfen, und allen Lust daran hat, daß wir Gott so ungehorsamen sind? 27. Also ist die Welt eine leidige Dienerin des leidigen Teufels in der Hölle; der hat Lust dazu, daß man Gott feind sei, und nicht tue, was er zu tun befohlen hat. Wer schändliche Feind hat uns bereits die Sünde und den Tod an den Hals gehängt; und so er noch diese Stunde Korn und Wein verderben, und es zuwege bringen könnte, daß wir alle des Hungers Sterben müßten, täte er es gerne. Dennoch solchem Feind, der und so übel und giftig ist, dienen wir, und lassen den gnädigen Gott im Himmel, der uns alles, und sonderlich seinen Sohn gegeben, und mit demselben das ewige Leben geschenkt hat, uns vergeblich predigen, und wollen seines Befehls nicht achten. 28. Nun schlage tot und würge, lieber Gott, daß wir dich nicht sollen lieben, der du allerlei zeitliche und geistliche Gaben liebst. Dagegen aber sollen wir dem mit Liebe und Willen gern dienen, der uns alle Plage hier an legt, und dort den ewigen Tod gibt . 29. Darum lerne, was da heiße, Gott lieben. Dieser Samariter hat Gott lieb: nicht daß er Gott etwas gegeben hätte; sondern daß er dem armen verwundeten Menschen hilft, soviel er kann. Denn also sagt Gott:. Willst du mich lieb haben und mir dienen, so tue es deinem Nächsten, der bedarf es; ich bedarf es nicht. Darum dient dieser Samariter hier mit seinem Geld, Tier, Öl und Wein unseren Herrn Gott in Himmel. Nicht daß es unser Herr Gott für seine Person bedarf, oder er es unserem Herrn Gott tue, er tut es seinem Nächsten. Es heißt aber darum Gott getan und Gott damit gedient, daß es Gott also geheißen und befohlen hat. 30. Das andere, da die Welt Gott mit gedenkt zu dienen, hat er nicht befohlen, daß man nach Rom laufen, Kirchen Bauern, oder anderes tun soll. Er will, daß einer dem anderen dienen und helfen soll. Zu Rom darfst du mich nicht suchen, spricht er, du findest mich daheim in deinem Haus, bei deinem Weib, Kind, Gesinde, Herrschaft, Obrigkeit; also, in deines Nachbarn Haus, auf der Gasse, auf dem Markt und überall. Da tue, was du jedermann zur Freundschaft, Liebe und Dienst tun kannst, so will ich es dafür halten und rühmen, du habest es mir getan. Wie könnte er dir es näher legen? Aber der Teufel blendet die Welt, daß sie es nicht sehen kann, was da eigentlich heißt, Gott lieben und dem Teufel feind sein. 31. Darum trachte danach, daß du lernest nach diesem Beispiel dieses Samariter dich zu halten, welcher sich des Verwundeten in seiner Not also annimmt, ihm hilft und pflegt, wie er hätte begehrt, daß ihm ein anderer in solcher Not auch getan und seiner gepflegt hätte; und bringt dadurch das Lob davon, daß er Gott und seinen Nächsten geliebt habe. Daß, sage ich, sollst du lernen, daß du es auch tust. Denn diese Frucht soll bei denen folgen, die daß Wort haben. So sie aber nicht folgt, sind es falsche Christen; wie dieser Priester und Levit hier, die sind Stockheilige, ja, Teufelsheilige. Denn wer vor seinem Nächsten vorüber geht, der geht auch vor Gott vorüber. Darum hüte dich vor der Welt Beispiel, die beide, Gott und dem Nächsten, feind ist, sondern beweise die Liebe gegen jedermann, so wird es Gott nicht unbelohnt lassen. Wer aber Gott nicht lieben und vor seinem Nächsten in der Not vorübergehen will, der wird seine Strafe gewiß zu seiner Zeit empfangen. Das soll jedermann wissen und sich danach richten. 32. Also gibt uns dies Evangelium eine schöne und sehr nütze und nötige Lehre, wie wir unser Leben sollen schicken, wenn wir unter dem Haufen wollen sein, der Gott recht liebt, nämlich, daß wir unseren Nächsten lieben und ihm in seiner Not alles Gute beweisen sollen. Das will Gott annehmen, als hätten wir es ihnen getan. 33. Dem Schriftgelehrten aber gibt der Herr eben den Bescheid auf seine Antwort, wie zuvor, und spricht:. Gehe hin und tue desgleichen. Will damit noch einmal anzeigen, daß er solchen Willen Gottes noch nie getan habe, könne ihn auch nicht tun. Auf das er müsse bekennen, ob er gleich Mose und das Gesetz habe und wisse, daß es nicht genug zur Seligkeit sei. So er aber soll selig werden, so müsse er erstlich durch den Sohn Gottes Vergebung all seiner Sünde haben, und danach auch den Heiligen Geist empfangen, der das Herz zum willigen, rechten Gehorsam erwecke. Denn außerhalb des Heiligen Geistes Hilfe, welchen wir allein durch den Herrn Christum empfangen, ist es unmöglich, daß wir dem Gesetz könnten genug tun. Denn wo der Heilige Geist nicht ist, da bleibt das Herz unrein und in Sünden. Darum, obgleich die äußerlichen Werke des Gesetzes folgen, so ist es doch nur eine Heuchelei, da Gott keinen Gefallen an haben kann. 34. Darum besteht unseres Herrn Christi Urteil fein und gewiß, daß die allein seliger Augen und Ohren haben, ihn da sehen und hören, was seine Jünger sehen; und die nicht, so mehr nicht sehen noch hören, denn Mose und das Gesetz, durch welches die Herzen nicht geändert werden, sondern bleiben, wie sie im Anfang waren, böse und unrein. 35. Aus diesem ist leicht zu antworten auf der Katholiken Einrede gegen uns, daß sie sprechen: Christus sagt:. " Tue daß, so wirst du Leben ", und schließen daraus, man könne durch die Werke des Gesetzes selig werden. Denn der Herr will mit solchem Wort dem Schriftgelehrten und uns allen zeigen, daß es unmöglich ist, daß wir dem Gesetz können folgen, wo nicht unsere Herzen durch das Evangelium den Heiligen Geist zuvor empfangen und von Sünden gereinigt werden. Darum ist solches geredet nach des Gesetzes Art; das heißt uns auch Gottes Willen tun, aber daraus folgt nicht, daß wir es tun können. Solches muß Christus durch das Heilige Evangelium und seinen Heiligen Geist in uns ausrichten. Wie denn der Herr solcher Ursache wegen dies Gleichnis mit dem, der unter die Mörder fiel, einführt, damit anzuzeigen, wie ein großer Jammer auf uns Menschen allen liege, und das wir allein durch ihn, den rechten einigen Samariter, davon können los und ledig werden. 36. Denn wir arme Menschen sind unter die ärgsten Mörder gefallen durch die Sünde, daß der Teufel und Tod unser mächtig geworden, und nicht allein uns ausgezogen und geraubt hat aller geistlichen Güter, die Gott uns gönnt und gegeben hat; sondern sie haben uns auch verwundet und geschlagen, das ist, der Sünden wegen sind wir in allerlei Jammer, Unglück und Elend geraten. In solchem Elend müßten wir des Priesters und Leviten, das ist, das Gesetz, wegen liegen bleiben; denn sie gehen vorüber und helfen dem armen Menschen nicht. Wie Paulus sagt:. Durch das Gesetz wird kein Mensch gerecht, noch von Sünden frei. Aber letztlich findet sich der Samariter, unser lieber Herr Christus, welchen sein eigenen Volk nicht annehmen wollte, sondern hielten ihnen wie einen Heiden und besessenen Menschen. Der nimmt sich unseres Jammers an, wäscht und verbindet uns unsere Wunden mit Wein, und gießt daß selige Öl seiner Gnade hinein, und nimmt unsere Sünden auf sich, die trägt er an seinem Leib, und führt uns also in die rechte Herberge, das ist, in die christliche Kirche, und befiehlt da dem Wirt, daß er unser pflegen soll, daß sind die, so im Predigtamt sind und das Wort führen. 37. Aber leider! Der größte Haufen, wie wir an dem Papst, Bischöfen und denselben Ungeziefer sehen, wartet solches Amtes sehr übel; daß die Kirche ist wie ein Krankenhaus, daß einen untreuen, unfleißigen, unnützen Arzt hat, der die Kranken sehr schlecht wartet. Denn sie sollten Gottes Wort predigen, aber sie verfolgen es; sie sollten die Leute zu Christus führen und also ihnen von Sünden helfen, aber sie stecken dieselben nur tiefer hinein. Dennoch sehen wir, daß unser lieber Herr Christus solch Krankenhaus nicht abbrechen will. Wollen Papst und Bischöfe nicht richtig predigen, so mögen sie es lassen, und warten, wie ihnen zuletzt gelohnt werde. Dazu erweckt unser lieber Herr Christus arme, elende und in der Welt verachtete Leute, die sein Wort führen und den armen Kranken pflegen, daß sie durch das Evangelium zur Vergebung der Sünden und dem ewigen Leben kommen. Denn ohne diese Predigt ist es unmöglich, daß wir zu solchem Schatz könnten kommen. Darum mögen wir Gott für solche Wohltat wohl danken, und beten, daß er in solcher Gnade uns erhalten und selig machen, Amen. Zurück zur Homepage
Am dritten Sonntag des Advents 2002-03-24 17:48:09 read : 9 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 11, 2-10 Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei, und ließ ihm sagen:. Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir
Am dritten Sonntag des Advents 2002-03-24 17:48:09 read : 9 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 11, 2-10 Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei, und ließ ihm sagen:. Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen:. Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, und die Lahmen gehen; die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören; die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes:. Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, daß der Wind hin und her webt? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben steht:. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. 1. In diesem Evangelium sind zwei Stücke: das erste, wie Johannes seine Jünger aus dem Gefängnis zu Christus sendet, daß sie ihn hören, und seine Wunderwerke sehen, und ihn als den rechten Messias oder Christum annehmen sollen. Und dient uns dazu, daß wir unseres lieben Herrn Christi Wort auch gern hören, und für den höchsten Schatz achten sollen, an dem alle unsere Seligkeit gelegen ist. Das andere Stück ist eine Predigt, damit unser lieber Herr Christus nicht allein den Heiligen Johannes trefflich hoch rühmt und lobt, daß er ein Ausbund sei vor allen anderen Predigern, besonders weil er seines Amtes so fleißig wartet, daß er damals, da er im Kerker und Gefängnis war und selbst nicht predigen konnte, dennoch seine Jünger zu Christus sendet; sondern er schimpft auch die Juden ihres Unglaubens wegen, daß sie solchen Prediger so gering achten und nach seiner Predigt garnichts fragen. Solches dient uns dazu, daß wir vor solcher Unart uns hüten, Gottes Wort nicht verachten, sondern es gern hören und uns darum bessern sollen. 2. Das erste nun, daß wir das Wort Christi fleißig hören sollen, ist dabei angezeigt, daß Johannes, da er schon im Gefängnis lag, alsbald er von den Wunderwerken Christi hört, seine Jünger zu ihm sendet, mit einem solchen Befehl, daß sie ihn fragen sollten:. Ob er der sei, der da kommen sollte, von welchem Moses und alle anderen Propheten soviel geweissagt hätten und hernach im Neuen Testaments soviel gepredigt sollte werden? Das ist, ob er der verheißene Christus sei, von dem geschrieben stünde, daß er der Juden Reich und Moses Lehre sollte bestehen bis auf seine Zukunft; danach sollte Moses Lehre und Gottesdienst aufhören, und eine neue Lehre und neuer Gottesdienst angerichtet werden, nicht allein unter den Juden, sondern auch unter den Heiden in der ganzen Welt. 3. Wie denn solches war lauter und klar zuvor geweissagt. Darum, weil es bald, nach dem Johannes im Gefängnis war, angegangen, und der Herr Christus vom ewigen Leben und dem Reich Gottes jetzt predigte und Wunderwerke tat, wollte Johannes seine Jünger zu ihm weisen; schickt sie deswegen hin zu Christus, daß sie mit ihren Augen die Wunderwerke sehen und mit ihren Ohren die Predigt hören sollten, da solange Zeit zuvor die Propheten von geweissagt hatten, daß sie Christus auf Erden bringen und sich also offenbaren würde. 4. Deswegen ist solches Schicken anderes nichts, denn als sagte Johannes also:. Ich weiß es zwar wohl, daß er der rechte Christus ist, aber die Leute glaubens nicht. Deswegen gehet ihr jetzt zu ihm und hörets von ihm selbst, auf das ihr euch von mir und dem ganzen Judentum wegtut, und hängt euch an diesen Mann, an welchem alles gelegen ist, was euer und der ganzen Welt Seligkeit betrifft. Das ist die eigentliche Meinung dieser Botschaft zu Christus, daß seine Jünger ihn selbst sehen und hören, ihm in Kundschaft kommen, und also an ihn glauben und selig werden sollen. 5. Nun, was sagte aber Christus zu solcher Botschaft? Er sagt weder Ja noch Nein, da sie ihn fragten, ob ers sei; sondern antwortet bloß mit den Werken und spricht:. Ihr sehets, hörets und greifts, daß ich es bin. Denn eben wie Jesaja und andere Propheten geweissagt haben, daß Christus die Lahmen gerade, die Blinden sehend machen werde, so sehet ihr jetzt vor euren Augen, bedürft also weiter keines Unterricht noch Antwort, wenn ihr euch nur wolltet recht auf das Wort schicken. 6. Das ist und eine schöne, herrliche und tröstliche Predigt, die alles sehr fein fasset, was man von Christus predigen kann, nämlich was er für ein König sei, und für ein Reich habe, nämlich ein solches Reich, da Blinde, Lahme, Aussätzige, Taube, tote Leute, und besonders die armen Sünder, und alles, was ihnen, dürftig und nichts ist, zugehören, und da Trost und Hilfe finden. Diese Predigt von Christus und seinem Reich sollten wir mit Fleiß merken, und immerdar unter uns klingen lassen, daß Christus ein solches Reich habe, und ein solcher König sei, der den elenden, armen Leuten an Leib und Seele helfen wolle, was sonst unmöglich ist, das alle Welt mit ihren Künsten helfen könnte. Denn es ist nie ein so großer Doktor gekommen, der einen Blinden hätte können sehen, einen Aussätzigen rein machen. Gleichwie auch nie kein Prediger gewesen ist, der den Armen hätte können das Evangelium predigen, das ist, die betrübten, elenden, geängstigsten Gewissen auf sich weisen und trösten, die erschrockenen Herzen, die in Schwermut und Kümmernis ersoffen sind, fröhlich und guter Dinge machen. 7. Moses ist der höchste Prediger, aber diese Kunst kann er nicht, daß er arme Sünder sollte trösten, ja, das Widerspiel tut er; denn alle seine Predigten lauten also:. Du sollst und mußt das Gesetz halten, oder verdammt sein. Da kommt dann ein Jammer: die ihre Sünde fühlen, und von der Sünde gern los wären, leben nach dem Gesetz, können aber nicht zufrieden sein, noch ein fröhliches Herz und Gewissen dadurch erlangen. Wie denn die Heiligen im Alten Testament klagen, so Moses Regiment überdrüssig sind, und ein herzliches sehnen nach dem Reich der Gnade, in Christus verheißen, haben. Als, Psalm 14,7.: " Ach, daß aus Zion die Hilfe über Israel käme, und der Herr sein gefangen Volk erlöste ". Und Psalm 102, 14.: " du wolltest dich auf machen, denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seist ". Wiederum die Heuchler meinen, wenn sie äußerlich das Gesetz halten, so dürfen sie kein Evangelium noch Christum, denken, es haben nicht Not, Gott müsse sie wohl wegen ihres Fastens, Betens, Almosen gebens wegen in den Himmel nehmen. Das sind die sicheren, satten Geister, die unseres Herrn Gottes und seiner Gnade nicht bedürfen. 8. Nun ist es wohl wahr, Moses Predigt muß man haben, und die Leute zu solcher äußerlichen Zucht und gutem Wandel vermahnen; eben wie man im Weltregiment Henker und Polizei darum haben muß, den wilden rohen Haufen zu strafen, wenn solche äußerliche Zucht nicht hält, sondern hurt, stiehlt, geizt, wuchert. Aber wenn das Stündlein kommt, daß du Sterben sollst, sage mir, was hilft dir Moses Lehre, wenn du dich gleich danach gehalten hast? Ist es nicht wahr, du mußt bekennen, und sagen:. Lieber Herr Gott, ob ich gleich kein Ehebrecher, Dieb noch Mörder gewesen bin, so begehre ich doch, du wollest mir gnädig und barmherzig sein, ich muß sonst auch bei allen meinen guten Werken verzweifeln. 9. Davon kann man in der Geschichte: " Leben der Väter " lesen. Es stand jemand drei Tage an einer Stätte, hob immer auf die Augen zum Himmel, zeufste und klagte. Als ihn aber seine Jünger fragten, was er hätte? Antwortete er:. Ich fürchte mich vor dem Tode. Da fingen seine Jünger an, und erzählten, was er doch für ein strenges Leben geführt und sich so fleißig nach Gottes Geboten gehalten hätte, meinten, sie könnten ihn dadurch trösten. Aber er sprach:. Ich sage euch, daß ich mich sehr fürchte; ich habe wohl, wie ihr sagt, mich fleißig nach Gottes Wort gehalten, noch kann ich solcher Furcht nicht los sein; denn ich weiß, daß Gottes Gerichte anders sind, denn der Menschen Gerichte. Dieser ist soweit gekommen, daß er gesehen hat, wenn die Züge kommen, die vor Gott und sein Gericht treiben, daß Gottes Gericht so scharf, ernst und schwer ist, daß unsere Heiligkeit und guten Werke den Stich nicht halten, noch wir damit bestehen können. 10. Deswegen, ob man das Gesetz gleich predigen, und sich in guten Werken ohne Unterlaß üben, und nach dem Wort Gottes sich alle Zeit richten soll; doch wenn es soweit kommt, daß man sterben soll, so muß man sagen, wie dieser Vater:. Ach Gott, wer hilft jetzt? Dieser ist der elenden auch einer, da hier von steht, aber er weiß nicht, woran er sich halten soll. Denn dies mangelt ihm, wovon der Herr hier sagt:. " Den Armen wird das Evangelium gepredigt ". Er sieht und hat nicht mehr, denn das Gesetz; und läßt ihm ein Böses Gewissen, in Angst und Not stecken, und kann alles nicht trösten. 11. Das Evangelium aber ist eine solche Predigt von Christus, die zu dem Sünder sagt:. Mein Sohn, sei getrost und fröhlich, erschrecke nicht; denn du sollst wissen, daß Christus befohlen hat, den Armen, das ist, den elenden, betrübten Herzen, Gnade anzusagen, daß er seine Reinigkeit, die göttlich und ewig ist, für dich setzen, dich mit Gott zufrieden machen, deine Sünder abwaschen und vergeben wolle. Diese Gnade heißt er dir durch sein Wort anbieten; darum zweifle nicht, wie du hörst und glaubst du es nun, so wird es dir wiederfahren. 12. So heißt nun Evangelium eine gnadenreiche, selige Lehre und tröstliche Botschaft; als wenn ein reicher Mann einen armen Bettler tausend Gulden zusagt, daß wäre ihm ein Evangelium, eine frohe Botschaft, die er gern hören und von Herzen fröhlich darüber würde. Aber was ist Geld und Gut gegen diese tröstliche und gnadenreiche Predigt, daß Christus der Elenden sich annimmt, und ein solcher König ist, der den armen Sündern, die unter dem Gesetz gefangen sind, zum ewigen Leben und Gerechtigkeit helfen will! 13. Das, sagt Christus hier, ist mein Reich, ein ganz anderes Reich, denn als das Weltreich ist. Da geht es so zu, daß man dem Stärksten hilft und wie das Sprichwort lautet:. Der Stärkere steckt den anderen in seinen Sack. Das Weltreich regiert nach der Schärfe mit dem Schwert, schlägt und haut überall um sich, es soll auch keine Laster und Untugenden leiden. Deshalb muß es Henker, Ruten, Schwert, Wasser, Feuer dazu haben, damit es überall strafen kann. 14. Aber hier im Reich Christi ist es ganz anders, daß hat nichts zu schaffen mit starken, Heiligen Leuten, sondern mit schwachen, armen Sündern, wie Christus spricht:. " Die Blinden sehen, die Toten stehen auf ". Nun, Tote auferwecken ist ein großes Wunderwerk; aber dies Wunderwerk ist viel größer und herrlicher, obwohl es das Ansehen nicht hat, nämlich: daß Gott also die Welt liebt, daß er seinen Sohn gibt, den er von Ewigkeit dazu geordnet hat, daß er ein König der Sünder sei, denselben das Evangelium predige. Von solchem König und Evangelium predigt Moses und das Gesetz nicht. Da heißt es also:. Wer ein Sünder ist, gehört in des Teufels und des Todes Reich. Das lautet, als sei unser Herr Gott ein König der Heiligen und Frommen, die eine größere Frömmigkeit haben, als es das Weltregiment fordert. Und es ist wahr. Denn Moses Reich ist auch unseres Herrn Gottes Reich, und die Predigt, die er führt, ist Gottes Wort. Eben wie auch das weltliche Regiment Gottes Reich genannt werden mag. Denn er will haben, daß es bleiben und wir uns in denselben gehorsam halten sollen. Es ist aber nur das Reich der linken Hand, da er Vater, Mutter, Kaiser, König, Richter, Henker hin setzt und ihnen das Regiment befiehlt. 15. Sein rechtes Reich aber, da er selbst ist und regiert, ist dies, daß den Armen das Evangelium gepredigt wird, in welchem du lernst, wenn es dahin kommt, daß deine Frömmigkeit dir nie helfen kann, damit du sprichst:. Herr, ich habe getan, was ich gekonnt habe, meinem Vater, meinem Herrn treu gedient, niemand betrogen, nicht gemurrt, mein Haus, Kinder und Nächte treulich unterrichtet, und, so viel möglich, gut regiert, meinem Nächsten nicht zum Schaden gelebt, nicht gestohlen, nicht die Ehe gebrochen: aber wo nun hin? Denn solches hilft dir vor dem Gericht nicht, auch fördert es nichts zum Reich Gottes. Doch, lieber Herr, ich will darum nicht verzagen noch verzweifeln; denn ich habe einmal in deinem Evangelium gehört, daß Dein Sohn, mein lieber Herr Jesus Christus, sechs verschiedene Wunderzeichen getan hat. Unter denselben wird auch dieses bedacht, daß den Armen das Evangelium gepredigt wird, das ist, daß er von dir, himmlischer Vater, dazu geordnet sei, daß er die erschrockenen Herzen trösten soll. Dieser Predigt will ich mich auch annehmen; denn sie gehört mir, weil ich so Arm und Elend bin, und sonst keine Hilfe weder in mir noch in der ganzen Welt sonst finden kann. 16. Also weissagt der Prophet Jesaja von Christus im 50. Kapitel, 4 da er, der Herr Christus, selbst spricht:. " Der Herr hat mir eine gelehrte Zunge, gegeben ", das ist, Gott hat sein Wort auf meine Zunge gelegt, " daß ich wisse mit den Müden zu rechter Zeit zu reden ", das ist, die blöden Gewissen recht trösten. Das legt hier der Evangelist aus, und sagt: Christus predigt den Armen das Evangelium. Denn darum und dazu ist er zum König gesetzt, daß er evangelisieren, das ist, die armen, blöden, betrübten Herzen trösten und stärken soll; darum sein Reich auch heißt und ist ein Trostreich und Hilfereich, in welchem man die Blöden nicht mehr erschrecken, oder in Angst stecken lassen, sondern sie trösten und fröhlich machen soll. Solches aber geschieht nicht durch des Gesetzes Predigt, sondern allein durch das Evangelium. Das ist die fröhliche gute Botschaft, daß durch Christum für unsere Sünden bezahlt und für sein Leiden wir vom ewigen Tode erlöst sind. Diese Predigt gehört für die armen, spricht der Herr, da will ich hin; denn zu den großen Heiligen kann ich nicht kommen, die keine Sünder sein wollen und das Evangelium nicht bedürfen, ja, verfolgen, und schimpfen es als Ketzerei, sagen, man verbiete gute Werke, man predige gegen Mose und das Gesetz. 17. Darum so spricht der Herr weiter: " selig ist, der sich an mir nicht ärgert ". Denn an diesem König und seiner Predigt, an der sich jedermann freuen sollte, ärgert sich die ganze Welt. Wie wir in der Geschichte des Evangelium sehen, daß die Pharisäer, Schriftgelehrten, Hohenpriester, Priester, Leviten und alles, was nur hoch und groß ist, Christum für einen Verführer und seine Predigt für Ketzerei halten und verdammen. Er kann ihnen nie recht predigen, sie denken immerdar, er kehrt alles um und mache es nicht richtig. Er wolle die Frommen und Gerechten (wie er denn auch tut) in die Hölle stoßen und in seinem Reich nicht leiden; die Sünder aber in den Himmel heben. Eben wie die Katholiken uns heutigen Tages auch tun. Heißt daß, sagen sie, recht predigen, daß man die guten Werke gar nicht gelten lassen will, und den bösen Buben den Himmel aufsperren? Diese Nachrede hat unser lieber Herr Christus unter den Juden auch leiden müssen. 18. Aber hier steht es:. " Selig ist, der sich an mir nicht ärgert ". Nun, hörst du Christum recht, nähmest sein Wort an, und du kommst in sein Reich, so würdest du erfahren, daß das Evangelium gute Werke nicht verbietet, wie die Katholiken an uns lügen; sondern die Christen lehrt und vermahnt, gute Werke zu tun, daß sie sich mit Ernst darum annehmen, daß sie gegen Gottes Wort und Gewissens sich nichts vornehmen; läßt die weltliche Obrigkeit bleiben, Kaiser, König, läßt den Henker das Schwert, Rute und anderes brauchen, was zur Zucht gehört. Warum ärgerest du dich denn an dem Heiligen Evangelium, und lästerst es, daß man nichts Gutes tun soll? Gute Werke verwirft noch verbietet das Evangelium nicht. Das aber verbietet es, wenn wir jetzt sterben, und in ein anderes Leben kommen sollen, und da keine Rat noch eine Hilfe ist, daß wir dann auf unser Leben und gute Werke nicht bauen noch trauen sollen; sondern uns nach dem Herrn Christus umsehen, mit festem Vertrauen auf sein Werk und Verdienst uns verlassen, daß wir durch ihn Gnade und ewige Seligkeit in jenen Leben finden sollen. 19. Denn eben darum hat uns Gott einen solchen Leib, mit so manchen guten Gliedern, gegeben, daß wir hier auf Erden nicht müßig sein, sondern mit den Füßen gehen, mit den Händen zugreifen, mit dem Mund reden, mit den Augen sehen sollen. Über das alles hat er auch sein Wort, die Zehn Gebote gegeben, daß wir unsere Werke alle danach richten, wieder seiner Ehre und unseres Nächsten Nutz nicht handeln sollen. Solches läßt das Evangelium nicht allein geschehen, sondern heißt auch, wir sollen es fleißig tun. Wenn aber der Mensch jetzt bloß und allein ist, und aus dieser Welt vor Gottes Gericht kommen soll, da befiehlt das Evangelium nach einen anderem Trost umsehen, da du deine Hoffnung und Herz drauf stellen und gründen kannst. 20. Darum hast du wohl gelebt: ist recht und gut, danke Gott darum; aber verlasse dich im Sterben nicht darauf, als sollte Gott dir dafür den Himmel geben; sondern halte dich hier zu diesem König, unserem Herrn Christus Jesus, der, wie der Evangelist hier meldet, das Amt haben soll, daß er die Blinden sehend, die Lahmen gehend, die Aussätzigen rein, die Tauben hörend machen, die Toten auferwecken, und den Armen daß Evangelium predigen, das ist, die elenden, betrübten Herzen trösten soll. Denn er ist von seinem Vater nicht dazu gesetzt, daß er uns um unserer Sünde willen hängen oder erwürgen soll, sondern daß er den armen Gewissen raten, sie aufrichten, trösten und ihnen ewig helfen soll. 21. Die nun ihn dafür nicht ansehen, noch von ihm Gnade erhoffen, sondern sich an ihm und seiner Lehre ärgern und ihn verachten, wie die Juden taten und die Heuchler auch noch heute tun, denen wird er zu seiner Zeit es richten. Und ist eben das der Ärgernisse eins, daß die Welt sich an der Lehre Christi ärgert, daß sie nicht will auf Gottes Gnade, sondern auf ihr eigenes Werk und Verdienst sich verlassen. Schimpft deswegen das heilige Evangelium, es sei eine verführerische Lehre, die gute Werke verbiete, die Leute böse und wild mache. 22. Zum anderen ärgert sich die Welt auch an dem an Christus, daß er so ganz arm und elend ist; also, daß er das Kreuz trägt und sich daran hängen läßt: also vermahnt er auch seine Christen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen, und ihm also durch allerlei Anfechtung Trübsal nachzufolgen. Solchem ist die Welt immer feind, scheuen sich davor, und eben wie man sieht, wenn wir das Evangelium bekennen, und um des Evangeliums willen etwas wagen oder leiden sollen, daß sie mit großen Haufen dahin fallen, wie das wurmstichige Obst im Sommer. 23. Zum dritten heißt das auch ein Ärgerniß, wenn wir uns mehr an unser Herz und Gewissen kehren, wie wir uns fühlen, denn an das Evangelium von Christum; das ist, wenn uns unser Tun und Lassen mehr anficht und bekümmert, denn die Gnade unseres lieben Herrn Jesu Christi, im Evangelium verkündigt, uns tröstet. Solches Ärgerniß ist nicht so gemein, als die ersten zwei; denn die rechten Christen allein werden damit angefochten. Aber es tut über die Maßen weh; und wo es ohne des Heiligen Geistes Hilfe und Beistand wäre, würde keiner in solchen Ärgernissen bestehen können. 24. Also ist der liebe Herr Christus überall in der Welt ein ärgerlicher Prediger; wie er nach diesem Evangelium noch klarer meldet, daß die Leute an diese Predigt sich stoßen, und sie verachten werden und verfolgen. Was aber die Welt für ein Urteil darum muß ausstehen, zeigt die schreckliche Predigt an wider die drei Städte, Kapernaum, Chorazin und Bethsaida; also, die ernste Klage Christi wider die Juden, da er spricht: Johannes ist ein strenger Prediger gewesen, aß nur wilden Honig und Heuschrecken, trank nichts denn Wasser, führte dazu ein sehr hartes Leben, aber was halfs? Ihr gabt ihm die Schuld, er hätte den Teufel. Ich, spricht er, esse und trinke mit jedermann, und halte mich auf das allerfreundlichste zu den Leuten; so muß ich für euch ein Fresser und Weinsäufer sein, der sich zu Zöllnern und Sündern halte. Kann also niemand mit den giftigen Schlangen, den Heuchlern und Werkheiligen auskommen. Lebt einer frei und tut sich freundlich zu den Leuten, so taugt es nicht. Führt ein anderer ein strenges und hartes Leben, so taugt es aber auch nicht. Wie soll mans denn der schändlichen Welt noch machen? Das möchte ihr gefallen, wenn man alles lobt, was sie tut, so sie selbst doch nichts rechtes tut. 25. Solche Ärgernisse muß man leiden. Denn so es damals, als der Herr Christus selbst gepredigt, und mit Wunderzeichen geregnet und geschneit hat, daß die Blinden sehend, die Tauben hörend, die Lahmen gerade, die Aussätzigen rein, die Toten wieder lebendig geworden sind, nicht hat helfen wollen; sondern das Wort ist gleichwohl verachtet, und er, der liebe Herr Christus, darüber an das Kreuz geschlagen, und die Apostel aus dem jüdischen Land verjagt worden sind, und nirgend in der ganzen Welt um dieser Predigt willen sicher sein konnten: was wollen wir denn sehr darüber klagen? Und was für ein Wunder ists, daß die Welt daß heilige Evangelium und rechtschaffene Prediger zu unserer Zeit so verachtet und mit Füßen tritt. Ist es doch damals Christus, unserem Herrn, selbst und den Aposteln nicht anders gegangen, welche nicht allein das Wort führten, sondern auch noch treffliche große Wunderzeichen taten, die wir nicht tun, sondern allein das bloße, ärgerliche Wort führen. 26. Deswegen müssen wir uns daran gewöhnen und geschehen lassen. Denn dem Evangelium wird es nie anders gehen. Es ist und bleibt eine Predigt, daran sich nicht allein nur geringe Leute stoßen, sondern die heiligesten, frömmsten, weißesten, gewaltigesten auf Erden, wie die Erfahrung zeigt. Wohl aber denen, die wissen und glauben, daß es Gottes Wort ist; die sind genesen, getröstet und gestärkt wider alle solche Ärgernisse. Die es aber nicht wissen, blasen sich auf ihrer guten Werke willen, fallen von diesem Wort auf ihre eigene Gerechtigkeit, und halten es für eine ärgerliche und aufrührerische Lehre. Das heißt denn angestoßen und sich geärgert. Und solches tun, wie gesagt, die, so vor der Welt die größten Heiligen und klügsten Leute gehalten werden. Deswegen mögen wir mit dem Herrn Christus wohl über die blinde Welt klagen, und sagen:. " Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklagt, und ihr wolltet nicht weinen ". Predigen wir das Evangelium, so hilft es nicht. Man kann die böse Welt weder recht fröhlich noch recht traurig machen, das ist, sie will sich weder zu Sündern machen, noch sich wider die Sünde trösten lassen; sie will weder blind noch sehend sein, wie das Beispiel mit unseren Widersachern, den Katholiken, vor Augen ist. 27. Das ist nun das andere Stück, daß wir hier merken sollen: daß das Evangelium eine Lehre und Predigt für die Armen ist, das ist, für die betrübten, geänstigten Gewissen, die ihr Elend und Jammer fühlen, sich vor Gottes Zorn und Gericht entsetzen und erschrecken; nicht für die Reichen, die alle ihr Tun und Gedanken dahin richten, daß sie hier große Ehre und Gut haben mögen und in Freuden und Wohllust leben. Darum ist es ihnen in ihren Ohren eine seltsame wunderliche Predigt, wenn Christus, der Herr, spricht:. " Den Armen wird das Evangelium gepredigt ", welches sie nicht begehren zu wissen noch zu lernen, ja, halten es für Narrheit, ärgern sich nicht allein daran, sondern verfolgen es und lästern es als Ketzerei. Wie wir denn sehen am Papst, und seinen geistlosen Kardinälen, Bischöfen, auch am meisten Teil der größten und wichtigsten weltlichen Herrschaften, die dem Papst anhangen. Das also alles, was fromm, heilig, und gewaltig in der Welt ist, sich wider das Evangelium setzt. 28. Vor solchem Ärgerniß, wie gesagt, warnt Christus sein Häuflein und spricht: . " Selig ist, der sich an mir nicht ärgert ". Als wollte er sagen:. Wenn ihr nun sehet und erfahret, daß die Welt sich an meinem Wort ärgert, euch, die ihr es bekennt, darüber verfolgen wird, so laßt euch nicht beirren noch anfechten, sondern denkt: ist es doch Christus, Gottes Sohn, unserem Herrn, selbst auch so gegangen. Und ob er wohl so gewaltig predigte, und so viel herrliche große Wunderzeichen tat, hat es ihn dennoch nichts geholfen. Und das wir ja andächtig sein sollten, nicht uns der Welt Weisheit, Herrlichkeit, Gewalt und große Menge uns beeindrucken, davor warnt er uns, wir sollen an seinem Wort festhalten, da er spricht:. " Selig ist, der sich nicht an mir ärgert". 29. Weil es denn unseren lieben Herrn Christus Jesus selbst begegnet ist, daß sich sein eigenes Volk, dem er verheißen und gesandt zum Heiland war, an ihm geärgert hat, und ob sie wohl seine herrlichen, großen Wunderzeichen sahen, die er vor ihren Augen tat, sich dadurch trotzdem nicht bewegen lassen, seiner Predigt zu glauben und ihn anzunehmen, ja, haben ihn gekreuzigt und ermordet: so mögen wir wohl schweigen und nicht klagen, wenn wir um des Evangeliums willen auch verachtet, verlacht und verfolgt werden. Solche Lehre vom Ärgerniß ist uns nötig, besonders in diesen Zeiten, da jedermann das Evangelium lästert und sich daran ärgert. 30. Also haben wir aus dem heutigen Evangelium eine treffliche und hohe Lehre, an welcher unsere Seligkeit und das ewige Leben gelegen ist, nämlich, daß wir lernen, wie Christus ein König der Gnaden und alles Trostes sei, der den Armen betrübten Gewissen durch sein Evangelium freundlich zusprechen, und sie in Sünden trösten, und ihnen zum ewigen Leben helfen will. Denn obwohl das strenge weltliche Regiment auch Gottes Reich ist, so ist es doch nur ein linkes Reich, daß einmal aufhören soll. Dies aber ist sein rechtes und ewiges Reich, daß zu uns kommt durch das Wort, wenn wir, so der Sünde und des Todes Last drückt (denn solchen wird es gepredigt), dasselbe annehmen und glauben. Das tröstet und versichert uns denn, daß wir gewiß auf Christus dahin fahren sollen, und mit gewisser Zuversicht sagen:. Ich glaube an meinen Herrn Jesus Christum, der die Blinden sehend, die Lahmen gehend, die Aussätzigen rein, die Tauben hörend und die Toten lebendig gemacht. Das Wort habe ich, und bin deswegen gewiß, daß er mich in meinen höchsten Nöten nicht stecken lassen, sondern mich aus dem Tod und des Teufels Reich ins ewige Leben und Himmelreich führen wird. Denn darum ist er Mensch geworden und zu mir auf Erden gekommen, daß er mich armen, elenden Sünder durch sein Evangelium trösten und mir von Sünde und Tod in Ewigkeit helfen will. Alle nun, die solches von Herzen glauben, die fahren dahin aus diesen Jammertal in die ewige Freude und Seligkeit. Das verleihe uns unser lieber Herr Christus, Amen.
Am dritten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:37:41 read : 8 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 15,1 - 10 Es nahten zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen:. Dieser nimmt die Sün
Am dritten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:37:41 read : 8 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 15,1 - 10 Es nahten zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen:. Dieser nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:. Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verliert, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, bis das ers finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen:. Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch:. Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch ein Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzündet und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht:. Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder der Buße tut. 1. Dieses ist eines der tröstlichen Evangelien, daß man im ganzen Jahr predigt, darin der Herr Jesus uns lehrt, daß sein Amt ein Hirtenamt ist, daß er den Sünder nachgehen, sie suchen und wieder zu recht bringen soll, daß sie dem Wolfe, dem Teufel, nicht zu Teil und ewig verdammt werden. Solche Predigt aber ist, daß allerlei Zöllner und Sünder den Herrn Christus nachliefen, daß sie seine Predigt hörten. Dieses sahen die Pharisäer und Schriftgelehrten, murrten darüber und legten ihm das sehr übel aus, als wäre es eine besondere Leichtfertigkeit. Denn einem Frommen Mann steht es zu, daß er sich zu Frommen Leuten halten und gesellen soll. Aber der Herr antwortet sehr wohl und sagt:. Er tue eben das, daß sonst die Leute tun in anderen Sachen, an denen nicht einmal soviel gelegen ist. Will also von Pharisäern ungestraft sein und in seiner Sache recht erhalten. 2. Denn dieses ist die Frage worum es hier geht:. Wie mit den Sünder umzugehen und was mit ihnen zu tun sei? Es ist genau mit zwei Menschen, die doch beide Gottes Wort studiert haben, zusammen kommen; so ist die Antwort auf diese Frage sehr unterschiedlich. Die Pharisäer und Schriftgelehrten wissen von Gottes Worten nicht mehr, denn was Mose und das Gesetz gelehrt. Weil nun das Gesetz immer so predigt:. Gott will denen gnädig sein, die fromm sind und seine Gebote halten; dagegen die Bösen, die seine Gebote nicht halten, strafen; daher kommt es, daß die Pharisäer und Schriftgelehrten hier meinen, es wäre von den Menschen nicht recht, mit den Sündern umzugehen, denn wie Gott mit ihnen umgeht. Weil Gott über sie zornig ist, sich ihrer nicht annimmt, sollen sie die Leute auch nicht annehmen, sondern fahren lassen. 3. Genauso urteilt unsere Vernunft auch. Sobald ein Mensch seine Sünden spürt und gewahr wird, denkt er, Gott zürne, es sei keine Gnade da, man müsse ein großes Unglück erwarten. Wie wir es an Adam und Eva auch sehen: als sie von dem verbotenen Baum gegessen, und das Gewissen ihnen schlug, sie hätten wieder Gott getan; da verkrochen sie sich und durften sich nirgends sehen lassen. An den jungen Kindern sehen wir es auch: wenn sie wissen, daß sie Unrecht getan haben, verstecken sie sich. Denn das ist die Art der Sünde, daß sie ein ängstliches Herz macht, daß sich um Ungnade und Strafe sorgt. Da aber, wo das Gewissen unschuldig ist, da bekommt der Mensch einen Mut, fragt nichts danach, ob jemand sich ungnädig stellt; denn dar steckt das Vertrauen immer im Herzen. Du weißt, daß unschuldig ist, es wird sich ein anderer finden, der schuldig ist, daß du frei ausgehen wirst. 4. Wenn nun ein Herz, daß weiß das es schuldig ist, natürlich nichts anderes kann als sich fürchten, und deswegen alle Gnade vergißt, und auf Ungnade wartet, also urteilen die Pharisäer hier von den Sündern auch. Sie sehen, daß Zöllner und Sünder in einem sündigen Stande bis er gelebt; schließen deswegen schnell darauf:. Mit bösen Buben soll niemand umgehen, noch ihnen einige Gnade beweisen; denn Gott selbst ist ihnen ungnädig, will ihrer nicht, will nur fromme, gottesfürchtige Herzen haben, die mit solchen groben Sünder nicht geladen sind. 5. Aber da denke du ihm nach, wenn solch ein Urteil wahr sein soll, daß Gott mit den Sündern keine Geduld tragen und immer mit der Keule zuschlagen will, wie wird es uns allen gehen? Wo wird er Leute und eine Kirche haben? Denn wenn wir auch in äußerlichen groben Sünden und Laster nicht liegen: es ist, Gott Lob! Mancher Ehemann, der seine Ehe nicht gebrochen, mancher, der mit der Hand nicht gemordet, nicht gestohlen, noch anderes getan hat, daß unehrlich und ungöttlich ist, so müssen wir uns alle vor Gott als Sünder bekennen. Denn wir sehen und erfahren, daß in unseren Herzen nichts Gutes ist, wenn auch an einem die Hände, der Mund und andere Glieder rein sind denn an einem anderen. Nun will aber Gott nach dem Herzen sein Urteil stellen. So nun Gott allen Sündern gnädig sein soll, sie wegwerfen und ihrer sich nicht annehmen, wie die Pharisäer hier das Urteil nach dem Gesetz fällen: so müßte ja folgen, daß kein Mensch kann selig werden. Aber die Pharisäer selbst müssen bekennen, diese Meinung ist falsch und unrecht. 6. Darum fällt unser lieber Herr Jesus Christus ein anderes Urteil und will solche Antwort der Pharisäer ganz und gar nicht gelten lassen, und macht das Widerspiel, nämlich, daß Gott den Sündern nicht feind ist, und auch nicht Lust an ihrem Tode hat; deswegen könne er, der Herr Christus, ihnen auch nicht feind sein, er ist deswegen in diese Welt gekommen, daß er die verirrten Schafe suchen und wieder zu recht bringen will. Und alle Menschen, besonders aber die Prediger, sollen diesem Beispiel folgen, daß sie, genau wie man ein Haus pflegt, wo etwas verloren ist, allen Fleiß dahin wenden soll, daß das verlorene wieder gefunden werde. 7. Dieses ist eine andere Lehre und Predigt denn als sie Mose und die Gesetzes Predigt, die nicht in unseren Herzen gewachsen, sondern durch den Sohn Gottes vom Himmel herab zu uns gebracht ist. Wie Johannes der Täufer sagt:. " Gott hat niemand jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat es uns verkündigt ". Denn solchen Willen Gottes, daß er mit den Sündern nicht zürnen, sie wegen der Sünden nicht verdammen, sondern viel lieber zu Gnade annehmen und sie selig machen will, weiß kein Mensch. Das Widerspiel wissen und fühlen wir. Deswegen wo die Sünde ist, da folgt, wie zuvor gemeldet, daß man sich vor Gott fürchtet. Aber da lehrt uns unser lieber Herr Christus durch sein Evangelium, daß es eine andere Meinung mit den Sündern vor Gottes Gericht habe, daß er nicht über sie zürnen, sondern sie zu Gnaden annehmen will, und daß die Engel in Himmel oben alle Freude und Lust daran haben, wo die Sünder zur Buße kommen und sich bekehren. 8. Diese Lehre soll man darum fleißig merken, weil unsere Vernunft das Widerspiel schließt, daß wir uns gegen unser Böses Gewissen und Sünde lernen sollen trösten. Denn wer ein solche Anfechtung irriges Gewissens seinem eigenen Herzen, Vernunft und Verstand folgen will, der geht dahin, und ist die weder zur raten noch zu helfen, er muß verzweifeln. Darum liegt alle Macht an denen, daß hier, gegen unser eigenes Herz und Gewissen, mit Christus dahin kommen, und sagen:. Ich bin ein armer Sünder, das kann, ja, will ich nicht leugnen; ich will aber darum nicht verzweifeln, und mein Gott wollte mich nicht. Ursache, meinte Jesus Christus sagt, es ist ein Sünder gleich wie ein Schaf, das seinen Hirten verloren und in die Irre geraten ist. Solche ein irriges Schaf will er nicht in der Irre lassen, sondern suchen, und zu den anderen Schafe tragen. Das ist ja ein Zeichen, daß er uns wegen der Sünde nicht wegwerfen, sondern allen Fleiß dahin wenden will, wir uns von Sünden und wieder zur Gnade bringen kann. 9. Nun zeigt aber das Evangelium an anderen Orten genug Ursache an, warum Gott die Sünder nicht will wegwerfen. Nämlich, wie Johannes im dritten Kapitel steht, daß er ein solcher Gott sei, der der Welt nicht feind ist, sondern sie lieb habe, und so lieb, daß er seinen eingeborene Sohn ihr geschenkt, und zur Versöhnung gegeben hat, auf das die Welt solches Opfers sich trösten soll, und wegen der Sünden nicht verzagen soll. Denn obgleich Gott auch andere Wege hätte um uns Menschen zu helfen, so ist doch diese Hilfe deswegen von ihm gut vorgenommen, weil sein eingeborener Sohn selbst unsere Sünden auf sich nimmt und dafür bezahlt, daß wir keinen Grund haben, an solcher Bezahlung zu zweifeln. Denn das muß folgen, daß Gott mehr gefallen und seinen Sohn und an seinen Tod und Sterben hat, denn an unseren Sünden. 10. Neben diesen Ursachen zeigte Jesus im heutigen Evangelium einen besonderen Gedanken an, welchen er in dieser Sache hat, daß er uns nicht lassen kann, er muß um die Sünder sein, sie suchen, und alles machen, was zu ihrer Seligkeit dienlich ist, und sagt:. Es gehe ihm eben, wie es uns Menschen geht. Ein reicher Mann, der 10000 Gulden besitzt, wenn ihm tausend gestohlen oder verloren werden, so ist dies nichts anderes, denn als wenn er alles verloren hätte. Denn daß er noch etwas übrig hat, daß Freude und tröstet ihn nicht so viel, alles wie er sich um das verlorene bekümmert. Das ist unsere Art, und heißt billig, wenn es nur das zeitliche antrifft, eine Unart. Denn da sieht man, daß Gott immer mehr läßt, als der Teufel nimmt. Deswegen sollte man sich des Zeitlichen Unfalls nicht soviel bekümmern lassen, sondern sich mit dem trösten, daß wir noch etwas und das meiste behalten, und Gott uns täglich mehr bescheren und das unseren mehren kann. 11. Diese Art nun, spricht unser lieber Herr Christus, habe ich auch. Die Sünder sind mein erkauftes, teuer erworbenes Gut und Eigentum; denn ich habe sie mir erkauft durch mein Leiden und Sterben. Sollte es mir nun nicht weh tun, und sollte ich nicht darum nicht heftig bekümmern und annehmen, daß sie aus den Wege und mir wieder aus den Händen gehen, dieses ist doch wohl unmöglich; denn sie kosten mich zuviel, und sind mir zu sauer geworden, und ich bin traurig, daß sie dem Teufel gehören sollten. Deswegen kann ich es nicht lassen, so bald mir eines meiner Schäflein verläßt, so muß ich mich stellen, als würden mich die anderen gar nicht kümmern, und nur dem verlorenen nachgehen, es suchen, daß es den bösen Wölfen nicht zur Beute werde. Eben wie eine Mutter, die viel Kinder hat, die sind ihr alle lieb, und wollte nicht gern eines unter ihnen geraten. Wenn es nun aber geschieht, daß eines fällt oder krank wird, so macht die Krankheit einen Unterschied zwischen den anderen Kindern allen, daß das Kranke das liebste ist, und die Mutter sich keines mehr annehmen, und sich um keines fleißiger kümmert. Wer nun über diese Liebe urteilen will, der müßte sagen:. Die Mutter hat nur das Kranke Kind lieb, die gesunden nicht. Also, spricht der Herr hier, ist es mir auch mit den Sündern zu tun. 12. Dieses ist doch das Herz unseres Heilandes auf das freundlichste und lieblichste abgemalt, daß es unmöglich ist, daß man es könnte besser und freundlicher machen, weil er einen solchen großen Kummer, Sorge, Mühe und Arbeit darüber hat, wie er die armen Sünder wieder zu recht bringen kann; und führt uns auf unser eigenes Herz, daß wir doch denken sollen, wie wir gestellt sind, wenn hier etwas verlieren, daß und lieb ist. Also, spricht er, steht mein Herz, also ist es unruhig und bebt, wenn ich sehe, daß der Teufel einen armen Menschen in die Sünde und Irre gebracht hat. 13. Dazu dient auch, daß er das Gleichnis von den Schäflein und Hirten erzählt. Es ist eine böse Sache, wo ein Schäflein von der Weide und von seinem Hirten in die Irre gerät; denn es kann sich selbst nicht helfen, und ist alle Augenblicke in Gefahr, daß der Wolf, der dem Schäflein nachschleicht, es gereift und frißt. In solch einer Gefahr hätte es keine Hilfe, kann sich auch weder schützen noch helfen. Denn es ist kein Tier unter allen Tieren, daß von Natur so bloß und wehrlos erschaffen ist. So ist es auch um einen Sünder, welchen der Teufel von Gott und seinem Wort abgeführt und in die Sünde gebracht hat. Denn da ist er keinen Augenblick sicher, vielmals unser Feind, der Teufel, wie Petrus sagt, umher schleicht wie ein Löwe, und sieht, ob er uns fressen kann. In solch einer Gefahr ist nun dieses der einzige Trost, daß wir einen Hirten haben, unseren lieben Herrn Christus, der sich unser annimmt und sucht uns: nicht darum, daß er uns wegen der Sünden strafen und in die Hölle werfen will, nein, dies ist des Teufels Gedanke und Meinung, sondern wenn er uns findet, daß er uns auf seine Achseln mit Freuden legt und nach Hause tragen will, wo wir vor dem Wolfe sicher sind und unsere beste Weide haben. 14. Wie aber solch ein Suchen zugeht, wißt ihr, nämlich, daß er sein Wort überall öffentlich predigen und klingen läßt. Zugleich hören wir, was für ein schrecklicher Jammer und Last die Sünde ist, die uns in die ewige Verdammnis hinunter wirft. Aber da ist Gott aus väterlicher Liebe gegen uns ungehorsamen Kinder bewegt worden, und hat durch seinen Sohn von diesen Jammer uns Hilfe geschafft, begehrt dafür nichts anderes, denn daß wir mit Danksagung dieses annehmen, an den Herrn Christus glauben, und uns an Gottes Wort halten, und ihm willig und Gehorsam sein sollen. 15. Wenn nun die irrige Schafe, die armen Sünder, solches hören, und fassen eine Zuversicht zu Gott aus dieser Predigt, schlagen in sich selbst, und denken:. Ei, was hast du denn gewollt, du unseliger Mensch, weil du so einen gnädigen Gott hast, daß du dich nicht nach seinem Willen gehalten, und durch den Teufel in Ungehorsam führen lassen hast? Was hilft dir das schändliche Geld, nach dem du so geizt? Wäre es nicht besser, einen geringen Gewinn mit Gott und Ehre, denn das du vor Gott und den Leuten ein großer Wucherer genannt wirst, und deswegen weder Glück noch Heil bei diesem schändlichen Gewinn haben wirst? Was hilft dir das unehrliche, unzüchtige Leben? Wäre es nicht besser, ehelich sein und ein gutes Gewissen haben, denn außer der Ehe in Sünden und Schanden leben, und jeden Augenblick darauf warten, daß Gott mit seinem schrecklichen Urteil straft? Was hilft dir das Schwelgen, Fressen und Saufen, dadurch du nur deines Leibes krank wirst und plötzlich Sterben kannst? Bald, bald umgekehrt und davon lassen, ehe Gottes Zorn dich trifft, der dir doch gerne gnädig sein will, wenn du es nur selbst wolltest und nicht durch mutwillige Sünde nicht tiefer in die Ungnade treibst. Wo solches nun geschieht, nämlich, daß die Herzen in sich schlagen und durch Christus einen Trost fassen, findet der Hirten Jesus seine irrigen Schäflein, die sich nach des Hirten Stimme wenden und in aller Zuversicht zu ihm laufen, und nimmt sie auf seine Achseln, das ist, er vergibt ihnen ihre Sünde und nimmt sie in seinen Schutz und Schirm, daß sie vor dem Wolf und anderen wilden Tieren sicher sein sollen. 16. Hier sieht man aber, was für ein Unterschied zwischen den Sündern ist. In diesem sind alle Sünder gleich, daß sie dem Teufel zu Dienste gegen Gottes Gehorsam sind. Danach aber werden sie ungleich und. Denn etliche unter meiste Teil, man predige und sage Ihnen, was man will, bleiben sie nach wie vor in ihren Sünden, und bessern sich auch nicht, trösten sich selber, und denken:. Ei, es hat nicht Not, Gott ist ledig, er wird immer über dich froh sein, du kommst und begehrst Gnade, wenn du es willst; ich will mich vorher aber noch zu der Welt halten, will vorher noch ein wenig der Früchte genießen, danach will ich auch zur Kirche gehen, Predigt hören und Fromm werden. Diese Schafe hören des Hirten Stimme wohl, aber sie wollen sich nicht finden lassen. Was geschieht dann? Nichts anderes, denn daß sie von Tag zu Tag, je länger je mehr in die Irre geraten, und in des Teufels Stricke kommen, daß sie allein nicht mehr daraus kommen können. Wie man sieht, daß es in der Welt geht, und die Leute im Geiz, Unzucht, Schwelgerei und anderen Sünden ganz ersaufen, daß ihre Natur so wird, daß sie denken, sie können gar nicht anders leben wie sie tun. Davor sollen wir uns hüten, und wenn wir des Hirten Stimme hören, sollen wir bald zu ihm finden, das ist, wir sollen tun, nicht in den Sünden bleiben und fortfahren, sondern umkehren, uns bessern, und glauben, unser Hirte Jesus Christus wird uns nicht in der ihre lassen, sondern in allen Gnaden wieder annehmen und uns mit seinem Vater versöhnen. 17. Denn Buße heißt nicht allein, des äußerlichen Lebens wegen frömmer werden; sondern durch Cristum auf Gottes Güte trauen und Vergebung der Sünden glauben. Solche Sünder will Christus annehmen. Die andern nähme er auch wohl gerne an, sie wollen aber Christus nicht: so muß er sie auch fahren lassen. Denn weil sie sich nicht finden lassen wollen, bleiben sie in der Irre, solange sie wollen, und sehen, wie es ihnen endlich gehen wird. 18. Also tröstet nicht allein dies Evangelium die armen Sünder, daß ihr Hirte, Christus, sie, als die irrenden Schäflein, suchen und annehmen will; sondern lehrt auch, wie wir uns gegen diesen Hirten schicken sollen, nämlich, daß wir seine Stimme hören und derselben nachlaufen sollen. Wie uns die Geschichte des Evangeliums auch meldet, daß diese Leute Zöllner und Sünder gewesen, aber doch dem Herrn Christus darum nachgelaufen sind, als sie ihn hörten. Was hört man aber von Christus? Anderes nicht, denn das Gott den Sündern durch Christus gnädig sein will und sie selig machen; allein das sich locken lassen und nicht ferner in die Irre laufen, sondern wenn sie des Hirten Stimme hören, umkehren, und sich von dem Herrn Christus tragen lassen, der schon ist für ihre Sünde bezahlt und genug getan, und sie mit Gott versöhnt hat. Denn es ist nicht gut, weil Gott so viel an uns gewendet und seine Gnade so reichlich uns bewiesen hat, daß wir seinen Befehl verachten, und uns an seinen Wort nicht halten wollten und ihm auch etwas zu gefallen tun. 19. Deswegen laßt uns auf diese Lehrer merken, auf das wir wieder den Teufel und unser eigenes Herz uns wehren, etwas gegen die Verzweiflung haben, als wäre Gott ein solcher Gott, der mit Sündern keine Geduld hat und sie verdammen will. Denn dieser Gedanke steckt in aller Menschen Herzen. Dagegen muß man mit Gottes Wort gefaßt sein, und dies Bild, daß der Herr Christus selbst uns vorgestellt, in das Herz drücken, daß er ein Hirte sei, und sein Wort darum lasse in die ganze Welt schallen, daß die verirrten Schäflein es hören und zu ihm finden sollen. 20. Deswegen erkennst du dich auch, daß du auch irrig Schäflein bist, welches der Teufel weit vom Wege getrieben und abgeführt hat, so nimm nun diese Predigt von Christus an. Denn um deinetwillen wird es gepredigt, daß du also zur Buße kommst, das ist, daß du dich des Herrn Jesus Christus und seiner Gnade tröstest, und aus des Teufels Stricke kommst und frömmer werdest. Und hüte dich davor, als vor dem Teufel selbst, daß du solche Stimme nicht vorüber läßt, sondern bald umkehrst und dem Hirten nachläufst: so bist du genesen, und hast den Engeln im Himmel eine sonderliche großer Freude angerichtet, die der Nacht gerne um dich sind und dich vor aller Gefahr des Teufels, behüten und schützen werden. Dagegen aber die unbußfertigen Sünder nur Leid, Unmut und Ärger machen, sind sie in ewiger Gefahr jeden Augenblick. 21. Aber unser Heiland Jesus Christus setzt diesem Gleichnis vom Hirten und dem Schäflein noch dazu, von einem Weibe, das einen Groschen verloren hat: dieses geschieht darum, daß er will, daß seinem Beispiel auch andere folgen, und die Sünder nicht verwerfen, sondern sie auch suchen und zur Buße bringen soll. Denn das erste Gleichnis geht allein auf unseren lieben Herrn und Erlöser Jesus Christus; der ist der einzige und richtige Hirte, der den Schäflein nicht feind ist, sondern läßt sein Leben für sie, daß sie beschützt und vor dem Teufel Frieden haben. Das andere Gleichnis aber von dem Weibe geht auf die christliche Kirche, die darum das Predigtamt führt, auf das die armen Sünder zur Buße gelockt, vom ewigen Tode und von Verdammnis gerettet und selig werden sollen. Da freut sich auch, gleich wie der Hirte, wenn sie den Groschen findet, zündet ein Licht an, daß Wort Gottes, und kehrt das Haus, das ist, sie lehrt, wie man Fromm sein und sich der Gnade Gottes durch Cristum vor Gott und seinem Gericht trösten soll. Mit dieser Predigt findet sie den verlorenen Groschen. 22. Dieses heißt Gottes Wort hoch rühmen und preisen, als den einzigen Schatz, der die Sünde und allen Jammer, welches aus der Sünder folgt, als da ist, Tod, Verdammnis, Teufel und die Hölle, wegnimmt, daß wir nicht mehr Sünder und Feinde Gottes, sondern den lieben Engeln im Himmel rund allen Heiligen auf Erden eine besondere Freude sind. Deswegen sollten wir es in allen Ehren und Würden halten, es gern und mit Herzen hören, die es so predigen, lieb und Wert halten; auf das wir zu solcher seligen Frucht auch kommen, aus der Irre und aller Gefahr des leidigen Teufels ledig und los, könnten ewig selig werden. Das verleihe uns allen der Liebe und Treue Hirte unserer Seelen, unser lieber Herr Christus, durch den Heiligen Geist, Amen. Zurück zur Homepage
Am einundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:45:39 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Johannes 4,47-54 Und es war ein K?igischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Diese h?te, da?Jesus kam aus Jud? in Galil?m, und ging hinzu ihm, und Partien,
Am einundzwanzigsten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:45:39 read : 6 내용넓게보기. 프린트하기 Johannes 4,47-54 Und es war ein K?igischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Diese h?te, da?Jesus kam aus Jud? in Galil?m, und ging hinzu ihm, und Partien, da?er hinab k?e, und h?fe seinem Sohn; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm:. Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der K?igische sprach zu ihm:. Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm:. Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, da?Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegnete ihm seine Knechte, verk?digten ihm und sprachen:. Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm:. Gestern um die siebente Stunde verlie?ihn das Fieber. Da merkte der Vater, da?es um die Stunde w?e, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte:. Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, da?Jesus tat, dar er aus Jud? in Galil?m kam. 1. im heutigen Evangelium sind zwei St?ke, die sonderlich tr?tlich und wohl zu merken sind. Das erste ist das Wunderwerk, da?unser lieber Herr Christus an dem kranken Knaben tut, da?er ihn gesund macht, und kommt dennoch nicht zu ihm. Er sagt nur zum Vater:. " Gehe hin, dein Kind lebet ". Alsbald von dem Wort wird der Knabe gesund, der etliche Meilen von dannen war und von solchem Wort nichts wu?e. 2. Das ist ein gro?s Wunderwerk, da wir sehen, wie unseres lieben Herrn Christi Wort eine allm?htige Kraft sei. Was es verhei?, da?geschieht gewi? da?es weder Teufel noch Welt hindern noch wehren soll. Denn wir m?sen diese Krankheit ansehen wie andere Werke, damit der b?e Feind die armen Menschen plagt. Solches Teufelswerk zu vertreiben, bedarf man mehr nicht, denn unseres lieben Herrn Christi Wort, so ist der Sache schon geholfen. Denn der Teufel mu?wieder seinen Willen ablassen, sobald dieses Mannes Wort klingt, wie wir hier sehen. 3. Darum dient solchem Wunderwerk erstlich dazu, da?wir den Herrn Christum recht sollen erkennen lernen, da?er nicht allein ein Mensch sei, aller Dinge gleich wie andere Menschen, sondern auch ewiger und allm?htiger Gott; vielmal er Herr ?er Tod und Teufel ist, und so ein Herr, der mit einem Wort helfen kann. Darum sollen wir in unseren N?en, wieder den Teufel und seine Werke bei ihm auch lernen Hilfe zu suchen, wie dieser K?igische hier tut. 4. Sonderlich aber sollen wir sein Wort herrlich und hoch halten, als eine allm?htige Kraft. Denn wer es hat, der hat und kann alles. Wiederum, wer es nicht hat, den kann sonst keine Gewalt, Weisheit, Heiligkeit wieder S?de, Tod und Teufel sch?zen. Denn was unser lieber Herr Christus hier tut mit des K?igische Sohn, da?er durch sein allm?htiges Wort ihn vom Tod errettet und bei dem Leben erh?t; das will Herr durch sein Wort mit uns allen tun, wenn wir es nur annehmen und wollen, und uns nicht allein von Leibes Krankheit und aus leiblicher Not, sondern auch von der S?de und ewigem Tod erl?en. 5. Darum sollen wir dem Beispiel dieses K?igische folgen: in allem unserem Anliegen Rat und Hilfe bald Christus suchen, der in allerlei Not und Tod so leicht helfen kann, da?er nur ein Wort spricht, so sind wir genesen; hat dazu einen geneigten Willen, uns zu helfen. Denn weil dieser K?igische eilt und nicht lange wartet, eilt der Herr noch mehr, und will des K?igische Sohn nicht solange in der Gefahr liegen lassen, bis er mit dem Vater zu ihm komme; sondern macht ihn abwesend, ja, indem Augenblick frisch und gesund, da er zum Vater sagt:. " Gehe hin, dein Sohn lebet ". Also will unser lieber Herr Christus auch gegen uns, daran wir ja nicht zweifeln sollen, willig sein, und bald helfen, so es nur Ernst ist, und wir in rechtem Vertrauen bei ihm Hilfe suchen. Denn dazu ist er von seinem himmlischen Vater gesandt und auf Erden gekommen, da?er uns von des Teufels Tyrannei ledig machen und in Gottes ewiges Reich setzen wolle. 6. Deswegen, wer Hilfe wieder die S?de und Tod sucht und begehrt, der soll sie hier gewi?ich finden. Wie wir hier an diesem K?igischen sehen, da es doch nur um eine leiblicher Hilfe zu tun war; wieviel mehr ist er denn geneigt zu helfen, da die Gefahr gr秤er und wir der Hilfe notd?ftiger sind, da es die ewige Seligkeit betrifft? 7. Das ist das erste St?k, da man sonst gemein von predigt, wenn man dergleichen Wunderwerk Christi handelt. Denn darum sind sie geschehen, und uns vorgeschrieben, da? wir unseres lieben Herrn Christi Macht und Willen erkennen und in unserer Not auch bei ihm Hilfe finden. 8. Das anderer aber, davon man in dieser Geschichte zu handeln pflegt, ist, da?wir hier ein ?eraus feines Beispiel haben, da wir eigentlich und gewi?bei lernen k?nen, was der Glaube sei. Unsere Widersacher, die Katholiken, reden vom Glauben anderes nicht, denn als sei es nur ein blo?s Wissen, was Christus sei und was er getan habe. Aber da k?nen sie selbst nicht vor?er, sie m?sen bekennen, der Teufel und die falschen Christen, die verdammt werden, Wissen solches ja auch, als die Christen. Dagegen aber redet die Schrift also vom Glauben, da?wir dadurch zu Vergebung der S?den, Gerechtigkeit und ewigem Leben kommen. Denn also spricht Paulus, R?er 3,28:. " Wir halten, da?der Mensch durch den Glauben, und nicht durch des Gesetzes Werke gerecht werde ". Und der Prophet Habakuk spricht Kapitel 2,4:. " Der gerechte wird seines Glaubens leben ". Und Christus spricht zu Maria, der ihre S?den vergeben wurden:. " Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen ". Darum werden solchen Glauben weder Teufel noch falsche Christen haben, die doch die Geschichte Wissen und haben, ja, so gut als die rechten Christen. Denn der Teufel kennt Christus sehr wohl, und wei? was er auf Erden getan und gelitten hat. Aber solches, ob es wohl ein Christ auch wissen mu? ist doch nicht gerechter Glaube, dadurch man zu Vergebung der S?den und ewigem Leben kommt. 9. Aber hier steht es, was der rechte Glaube sei, n?lich anderes nicht, denn Glauben, was Christus redet und verhei?, da?es wahr und ohne alles Falsch sei. Denn diese zwei geh?en auf einander: wenn Gott etwas verhei?, da?wir mit dem Herzen uns daran halten, und nicht zweifeln, es sei wahr, ob wir es gleich noch nicht gesehen haben. Wo nun die Verhei?ng ist, und wir mit Herzen uns derselben annehmen, es sei gewi?ich also, wie sie lautet: das hei? der rechte lebendige Glaube. Wie wir hier sehen. Der K?igische kommt zu Christo und bittet ihn, er soll mit ihm gehen und seinem Sohn helfen. Da war ein Vertrauen zu dem Herrn Christo, er k?nte und w?de seinem Sohn helfen; aber solches Vertrauen war noch ohne da?Wort, und stand blo?auf dem Wunder, da?der Herr zuvor in Galil? getan hatte auf der Hochzeit. Davon wird dieser K?igische ohne Zweifel geh?t haben; sch?ft deswegen das Vertrauen zum Herrn Christo daraus, er werde ihm auch helfen. Solches mag man wohl einen Glauben hei?n; aber es ist noch ein sehr schwacher Glaube. Denn die Zusagung ist noch nicht heraus, und beruht solcher Glaube oder Vertrauen noch auf dem ungewissen Wahn, ob Christus helfen wolle oder nicht. Hilft er, so h?t der K?igische ihn f? einen gro?n, Heiligen Mann; hilft er nicht, so h?t er nicht so hoch von ihm. 10. Darum f?rt ihn Christus etwas hart an und spricht:. " Wenn ihr nicht Zeichen seht, so glaubet ihr nicht ". Als wollte er sagen:. Der Glaube soll nicht allein auf dem Zeichen und Wundern beruhen, sondern auf dem Wort: denn Zeichen und Wunder k?nen wohl falsch und erlogen sein; wer aber auf das Wort baut, der kann nicht betrogen werden; denn Gottes Zusagung ist gewi?und kann nicht l?en. Denn obgleich der Herr Zeichen und Wunder getan hat, da?er sich damit hat wollen sehen lassen und die Leute zum Glauben bewegen, so ist doch seine eigentliche Meinung gewesen, da?die Leute mehr auf sein Wort sehen sollten, denn auf die Zeichen, welche dem Wort dienen mu?en als ein Zeugnis. Denn darum war es ihm eigentlich nicht zu tun, da?er diesem oder anderen Kranken am Leibe helfe: sein vornehmstes Amt war, die Leute auf das Wort weisen und dasselbe in ihre Herzen bilden, da?sie dadurch sollten selig werden. 11. Weil nun dieser K?igische noch kein Wort oder gewisse Zusagung von Christus hat, kann er nicht gewi?glauben. Aus dem Wunderwerk zu Kanaan, und vielleicht aus dem allgemeinen Geschrei von Christus als von einem neuen Propheten, fa? er das Vertrauen, er werde seinem Sohn helfen und k?ne ihm helfen. Aber solcher Glaube geht nicht weiter, denn sofern solche Hilfe folgte. Darum eilte er, hat Sorge, so der Herr verziehen wollte, sein Sohn w?de indes Sterben. Da?es also noch weit fehlet, und noch kein rechter Glaube ist. Denn er denkt, wenn Christus nicht pers?lich selbst bei dem Kranken sei, so werde ihm nicht geholfen; und besorgt, wo der Herr verziehen und sein Sohn inzwischen sterbe, so sei es alles aus und umsonst. Und zwar, es war dem K?igischen noch zur Zeit unm?lich, da?er anders sollte Glauben; denn wie gesagt, er hatte noch keine Zusagung, noch Wort, da er gewi?sich an halten konnte . sobald aber Christus den Mund auftut und spricht:. " Gehe hin, dein Sohn lebet ", da folgt der rechte, vollkommene Glaube, welches eigene Art ist, da?er sich an die Zusagung Christi h?t; wie wir am K?igischen sehen: der glaubt solchem Wort Christi, geht hin in gewisser Zuversicht aufs Wort Christi, und zweifelt nicht, so er heim komme, er werde seinen Sohn frisch und gesund finden. 12. Also lernen hier, was Glauben hei?, n?lich anderes nicht, denn da?wir am Wort Christi und der Verhei?ng nicht zweifeln; sondern wie das Wort verhei?, solches f? gewi?und wahr halten, da?es nie fehlen werde, ob wir es gleich noch nicht sehen oder f?len. Denn das ist des Glaubens besonderer Art, da?er damit umgeht und das glaubt, da?noch nicht vorhanden ist. Denn was vorhanden ist, darf man nicht Glauben: man f?lt es und sieht es. Ein reicher Mann, der Geld und Gut die F?le hat, ob derselbe schon glaubt, er wolle das Jahr nicht am Hunger sterben, da?hei? kein Glaube. Wer aber keinen Vorrat hat, doch sich an Gottes Wort h?t, Gott werde als ein Vater ihm seine Nahrung schaffen, sofern er auch in Gottesfurcht sich halte und seinem Beruf nachkomme, derselbe glaubt recht. Und ist unm?lich, da?solcher Glaube sollte fehlen; denn er steht auf dem Wort Gottes, da?allm?htig ist, und uns zusagt, wenn wir am ersten das Reich Gottes suchen und danach mit der Arbeit anhalten, das andere soll uns alles zufallen. 13. Also erfahren wir allzumal, einer sowohl als der andere, da?wir durch die S?de derma?n vergiftet sind, da?wir ganz und da keine Gerechtigkeit an uns finden. Weil nun das Wort uns durch Christum Vergebung der S?den und Gerechtigkeit verk?digt, kann solche ein Wort anderes nicht, denn allein durch den Glauben gefa? werden. Darum hat es eine solche Gestalt um einen Christen: ob er gleich durchaus nichts denn S?de ist, so ist er doch dem Glauben und Wort nach ohne S?de, rein und gerecht. Da bringt ihn der Glaube hin, seine Werke k?nen ihn nicht dahin bringen, wie die Papstesel predigen. Denn soviel unsere Werke betrifft, wo sie gleich am besten sind, sind wir doch anders nicht, denn unn?ze Knechte, wie der Herr selber sagt, Lukas 17,10. 14. Gleichwie ich von der Gerechtigkeit gesagt habe, also ist es mit dem Leben auch. Wir sind derma?n durch die S?de im Tod ersoffen, da?wir unseres Lebens nicht einen Augenblick sicher sind; da?wir mit der Wahrheit sagen m?sen (wie die Heiden), der Mensch haben nichts Gewisseres vor sich, wenn er geboren ist, denn den Tod. Wie wir denn immerdar, nicht allein durch anderer Leute Beispiel, sondern an uns selbst lernen und erfahren, da?es so bald geschehen ist, da?ein Mensch in Krankheit oder ein anderes Ungl?k f?lt. Gleichwohl leuchtet uns in solchem Jammer und Elend da?Wort vor, vertr?tet uns nicht allein auf dies zeitliche Leben, sondern auch auf das ewige Leben. Das haben wir, die da glauben nicht, nicht in H?den, wir f?len und greifen es nicht; aber es ist im Wort verhei?n, und wir glaubens. Und ist gewi? solcher Glaube soll uns nicht fehlen; denn er steht auf Gottes Wort, da?ewig und allm?htig ist. 15. In der Summe, des Glaubens Art ist diese:. Eben wie das Wort vertr?tet auf die k?ftigen ewigen, himmlischen G?er, die wir noch nicht haben: also fa? der Glaube k?ftige G?er, als w?en sie bereits da, und zweifelt gar nichts daran. Ursache, er sieht, da?Gottes Wort allm?htig, und Gott wahrhaftig, und kein L?ner ist. Darum hat der Glaube ein scharfes Auge auf das Wort. Sieht er, da?das Wort da ist, so geht er frisch dazu, und l癌t weder Teufel noch Welt sich schrecken; denn er wei? worauf es endlich beruhen und wie es hinaus gehen soll, und sollte es auch dem Teufel leid sein. 16. Wiederum, so er sieht, da?kein Gottes Wort da ist, da l癌t er sich keinen Schein, kein Drohen, noch Macht der Welt dahin bewegen, da?er es f? war hielte; und leidet er dar?er, was ihm zukommt. Wo nun wir im Papsttum solches Glaubens Art gefolgt h?ten, w?den wir nimmermehr so schrecklich in die Abg?terei und Irrtum verf?rt sein worden. Aber wir haben Gottes Wort aus den Augen gelassen, und sind mit dem Glauben auf das und jenes Werk gefallen, als sollte es zu Vergebung der S?den helfen; sind also nicht allein um das Gut, sondern auch um die Seelen durch falsche Gottesdienste und Abg?terei gekommen. 17. Darum ist es eine sehr n?ige und n?ze Lehre, da?man eigentlich wisse, was da hei?, recht glauben, n?lich, Gottes Wort und Verhei?ng haben, und fest daran bleiben, da?es gewi?ich also geschehen werde, wie das Wort es vorsagt . denn ohne Gottes Wort etwas glauben, ist kein Glaube, sondern ein falscher Wahn, da nie etwas draus wird. Eben als wenn du glauben wolltest, du solltest noch r?ischer Kaiser werden; wenn du das gleich auf das allergewisseste vorn?mest, w?de doch nichts daraus werden. Da aber David, der eines geringen Standes war, Gottes Wort hatte durch den Propheten Samuel, er sollte K?ig in Israel werden: da mu?e es werden, es t?e Saul dagegen, was er wollte. 18. Also ist es auch hier. Obgleich der K?igische den Gedanken hatte, Christus w?de seinem Sohn helfen so konnte doch solcher Gedanke nicht gewi?sein. Ursache, es fehlte im ihm am Wort. Da aber das Wort kam, da?er von Christus h?te:. " Gehe hin, dein Sohn lebet ", da hatte es nicht mehr Not; er wollte denn den Herrn Christum L?en strafen; denn das Wort konnte ihm nicht L?en. 19. Also haben wir Gottes Wort und Zusagung auch, da unser lieber Herr Christus insgemein alle Welt tr?tet und sagt, Johannes 8,51:. " Wer mein Wort h?t, der wird den Tod nicht sehen ewiglich ". Auch, Johannes sagt von ihm:. " Das ist das Lamm Gottes, da?der Welt S?de tr?t ". Solches sind gemeine Spr?he, aus welchen kein Mensch sich ausschlie?n sollte. Denn er sagt nicht:. Wenn der oder jener an mich glaubt; sondern er redet insgemein:. " Wer mein Wort h?t, der wird den Tod nicht sehen ewiglich ". Auch, Johannes sagt nicht, da?Christus von Gott zu einem Opfer gesandt sei, welches f? den oder jenen sollte geopfert werden, sondern f? der ganzen Welt S?de. Darum, weil du auch ein S?der und in der Welt bist, so nimm es an, und zweifel nicht, es gelte dir, es sei um deinetwillen geschehen. Das ist der Grund, da unser Glaube, so viel Vergebung der S?den und ewiges Leben belangt, auf beruhen soll. Und wird uns gewi?ich ebensowenig fehlen, als hier dem K?igischen. 20. Denn das sollen wir nicht denken: da?der K?igische einen Vorteil in dem vor uns gehabt, da?er desto leichter habe glauben k?nen, weil der Herr seine Person so eigentlich in das Wort fa? und spricht zu ihm:. " Gehe hin, dein Sohn lebet "; uns aber komme der Glaube schwerer an, weil unsere Person nicht so eigentlich in das Wort gefa?, sondern das Wort allein insgemein so hingeredet wird. Das ist die Meinung nicht. Denn unser lieber Herr Christus hat es bei solcher Predigt insgemein nicht bleiben lassen; sondern gleich wie er hier zudem K?igischen sagt:. " Gehe hin, dein Sohn lebet "; also sagt er zu unser jeglichem insonderheit, zu mir und dir:. Mein Sohn, deine S?den sind dir vergeben, du sollst das ewige Leben haben. 21. Denn sage mir, mit wem redet Gott, und mit wem hat er zu tun, wenn man dich tauft? Ist es nicht wahr, die Taufe gilt allein dir, und sonst keinem Menschen? Du genie?st deiner Taufe, andere genie?n ihrer nicht; wollen sie aber die Taufe genie?n, so m?sen sie f? ihre Person sich selbst auch taufen lassen. Was sagt aber Gott dir und einem jeglichen, der sich taufen l癌t, in der Taufe? So lautet seine Zusagung: " wer glaubet und getauft wird, der wird selig werden ". Also, du wirst in den Tod Christi getauft, da?er f? dich gestorben und mit seinem Tod dich von S?den und Tod ledig gemacht hat. Wie k?nte aber Gott freundlicher mit dir reden und deine Person gewisser und eigentlicher in das Wort ein schlie?n, denn es in der Taufe geschieht, die niemand, denn nur dir allein gilt, und deine eigene Taufe hei? und ist? 22. Also, wenn du begehrst von deinen S?den frei zu werden, und kommt es zum Kirchendiener oder zu einem anderen Christen, du wolltest Gottes Wort und einen Trost bei ihnen befinden: ist es nicht wahr, wie du sonst in der Predigt h?st, Christus sei f? alle S?der gestorben, also h?st du auch da besonders, da?solcher Tod und Sterben dir gelte und du sein annehmen solltest? Denn da gehen die Worte also: lieber Bruder, lieber Schwester, wir alle sind S?der und S?derrinnen, h?ten deswegen alle verdammt sein m?sen, aber Gottes Sohn ist um unseretwillen Mensch geworden, um unsere S?den Willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit Willen wieder auferstanden. Darum verzage nicht: Christus hat f? dich bezahlt, du sollst frei ausgehen; allein tr?te dich seines Leidens und nimm dich dieses an. 23. Also auch im Abendmahl des Herrn wir dir besonders im Brot der Leib Christi und im Wein sein Blut gegeben, und dir besonders dabei gesagt:. Sein Leib sei f? dich gegeben und sein Blut f? dich vergossen; auf das du nicht zweifeln sollst, sondern dich solches Opfers annehmenest, als da?es dein Heiligen sei: darum der Leib und das Blut Christi dir in deinen Mund gelegt und zu eigen gegeben wird, da?du es f? dich allein essen und trinken sollst. Da hat ja Gott mit niemand zu tun, er redet mit sonst niemand, denn mit dir, der du zu solchem Abendmahl dich findest und da issest und trinkest, wie er befohlen hat. 24. Da sieh nun, was das f? Christen sind, die so lange Zeit hingehen, nicht einmal der Absolution begehren, noch zu diesem gnadenreichen Abendmahl gehen. Die nun kein Verlangen danach haben, noch glauben, da?Gott mit ihnen besonders da zu schaffen habe, mit ihnen Rede, sie tr?te, und Vergebung der S?den und das ewige Leben ihnen zu sage: die sind nichts besseres Wert, denn da?der leidige Teufel mit ihnen umgehe und rede. Also fehlte es nicht an dem, als redete Gott nicht besonders mit uns; an dem fehlt es, da?wir dieses K?igischen Beispiel nicht folgen, und was Christus besonders uns zusagt, nicht annehmen, noch f? wahr und gewi?halten. 25. Der K?igische hat auch Ursache, da?er nicht glauben sollte, wenn er seiner Vernunft h?te folgen und sich vom Wort wollen abf?ren lassen. Denn wer wollte glauben, da?dieses einige Wort ?er so viele Meilen so kr?tig sein und solch Werk ausrichten sollte? Es h?te wohl k?nen sagen:. Ich wei?wohl, wie ich meinen Sohn gelassen habe, da?er gef?rlich gelegen ist; sollte ihm geholfen werden, so wird es, lieber Herr, da? nicht tun, da?du jetzt mit mir redest: du mu? n?er zu ihm, ihn anr?ren, mit ihm reden, so m?hte Hoffnung da sei. Aber da schl?t der K?igische alle Gedanken aus und bleibt schlecht am Wort, und glaubt es so gewi? als wenn er seinen Sohn schon vor sich da s?e frisch und gesund. Denn wo sein Herz nicht so st?de, w?de er sich mit diesem blo?n Wort nicht haben abweisen lassen. Aber er l癌t sich abweisen, wie Johannes sehr fein sagte:. " Der Mensch glaubte dem Wort, da?Jesus zu ihm sagte, und ging hin ". 26. Da siehst du, was der Glaube eigentlich ist, wenn du ihn recht definieren und malen willst. Anderes nicht, denn das f? gewi?und wahr halten, was Christus dir zusagt. An solche Zusagung halte dich mit ganzem Herzen, und la?dich andere Gedanken, die nicht ausbleiben, an solchem Glauben nicht Irre machen. Wir f?len uns in die S?de und den Tod, welche sich ohne Unterla?sehen und f?len lassen. Wenn du nun an das Wort dich nicht halten willst, sondern es fahren lassen, und urteilen, wie du dich befindest: so wird die S?de dich in Angst und Verzweiflung f?ren, und der Tod mit Macht dich aufreiben. 27. Aber was tut ein Christ? Die S?de bekennt er, und wei? da?er den Tod vors sich hat. Aber da wirft er sich herum, h?t sich an das Wort, so gut er kann, und spricht: Christus ist f? mich gestorben; darum bin ich von S?den frei, und kann nicht Sterben; es hat weder Teufel noch Tod teil an mir; denn Christus hat ausgerichtet und f? mich bezahlt, da?ich zu bezahlen schuldig war. Das hei? als dann recht geglaubt; und es ist unm?lich, wer also an das Wort sich so h?t, da?es ihm fehlen oder l?en sollte. 28. Ja, sagst du, ich sehe der keines, viel weniger habe ich, was ich glauben soll; ich h?e es allein: wer wei? ob es wahr sei? Antwort:. Was das Wort dir sagt, da?glaube; so wirst du gewi?ich nicht betrogen, es wird sich am Ende eigentlich also finden. Tue wie der K?igische hier; der mu?e sich auch an das Wort halten. Er sah es nicht, da? es mit seinem Sohn besser geworden war. Aber weil er dem Wort glaubte, kommen des anderen Tages seine Knechte, und sagen, sein Sohn sei frisch und gesund. Da er zu Hause ist, sieht er es vor Augen. Da darf er nicht mehr glauben; es steht da im Werk und vor seinen Augen, wie er es geglaubt hat. 29. Also wird es mit uns auch sein. Vergebung der S?den, ewiges Leben haben und empfinden wir nicht. Wenn du schon heute die Predigt geh?t, die Absolution begehrt und zum Tisch des Herrn gegangen bist, so bist du doch deiner Person wegen, wie gestern: du findest dich gar nicht anders; du hast das alte Fleisch und Blut, wie zuvor. Daran ?gere dich nicht; sondern halte fest an dem Wort, da?dir Vergebung der S?den und ewiges Leben zusagt, und gehe hin mit diesem K?igischen ohne allen Zweifel: so wird gewi?ich da?St?dlein sich finden. Wie du glaubst Vergebung der S?de und ewiges Leben durch Christum, also wirst du es finden zu seiner Zeit, in jenem Leben. Hier haben wir es nur im Wort und Glauben, aber dort in der Tat und Erfahrung. Das verleihe uns Gott, unser lieber Vater im Himmel, um seines Sohnes Christi Jesu willen, durch seinen Heiligen Geist, Amen.
Am ersten Sonntag des Advents 2002-03-24 17:47:18 read : 12 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 21,1-9 Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen an Bethpage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen:. Gehet hin in den Flecken, der vor
Am ersten Sonntag des Advents 2002-03-24 17:47:18 read : 12 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 21,1-9 Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen an Bethpage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen:. Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Uns so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet:. Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf das erfüllet würde, daß gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:. Saget der Tochter Zion:. Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, daß vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids; gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe! 1. Die Juden hatten viele schöne und herrliche Verheißungen von dem Messias oder Christus, wie er auf Erden kommen, ein ewiges Reich anrichten, und sein Volk von allem Übel erlösen und ewig helfen sollte; wie man denn in der Propheten Predigten überall sieht, daß sie über die maßen herrlich von dem künftigen Reich Christi reden. Und solche Predigten bei den Juden sehr wohl bekannt gewesen sind. 2. Aber da fanden sich falsche Prediger und fleischlichen Lehrer, welche das Volk auf diese Meinung führten, als sollte Christus in weltlicher Pracht kommen und einreiten, wie es sonst weltliche Könige pflegen, da es alles auf das prächtigste und schönste zugeht; und sollte dann aus den Juden in aller Welt eitel große, gewaltige Fürsten und Regenten machen. Wie sie heute auch noch denken, wenn ihr Messias kommen werde, so werden sie in aller Welt Herren sein und die Heiden ihre Knechte. Auf einen solchen Messias oder Christus gaffen sie noch, begehren den Messias, das ist, aber nicht dazu, daß er sie von Sünden und dem ewigen Tod erlösen sollte. 3. Auf das nun die Juden gewarnt und durch solche fleischlichen Lehrer nicht betrogen würden, so hat Gott durch den Propheten Sacharja lange zuvor verkündigen lassen: Christus werden nicht kommen als ein weltlicher König, mit großer Pracht und köstlicher Rüstung; sondern als ein armer Bettler werde er zu Jerusalem, in seiner Hauptstadt, auf einen Esel einreiten, wie denn die Geschichte des heutigen Evangeliums anzeigt. Auf das ja die Juden sich nicht entschuldigen möchten und sagen:. Hätten wir es gewußt, daß er so ein armer König sein sollte, wir wollten ihn angenommen haben. Denn solches hat ihnen der Propheten ganz klar angezeigt, vor so langer Zeit. So ist die Geschichte auch öffentlich bei hellem Tag geschehen, daß Christus daher reitet auf einem geliehenen Esel, der weder Sattel noch anderes Gerät hat, deswegen die Jünger ihre Kleider auf den Esel legen müssen, daß der arme König sich so behelfen muß. Deswegen können sich die Juden nicht entschuldigen. Denn hier ist eine helle, klare Weissagung: wenn Christus zu Jerusalem einreiten wird, so werde er nicht, wie sonst weltliche Könige, auf hohen Pferden, mit Harnisch, Spies und Schwertern kommen, welches alles zum Ernst gehört und eine Gewalt anzeigt: sondern er werde kommen, wie es der Evangelist nennt, " sanftmütig ", oder wie der Prophet spricht, " Arm und Elend ". Als wollte der Prophet jedermann warnen und sprechen:. Habt ja auf den Esel gut Achtung, und wisset, daß der der darauf kommt, der rechte Messias sei. Darum hütet euch, und gaffet nicht auf die goldenen Kronen, feinen Kleider und goldenen Stücke, noch auf anderes herrliches Zeug. Denn Christus wird endlich kommen, mit betrübten und sanftmütigen Herzen, und auf einen Esel. Das ist alle seine Pracht und Herrlichkeit, die er in seinem Einreiten gen Jerusalem vor der Welt führen wird. 4. Die Weissagung nun verursacht den Herrn zu diesem Einzug, und ist ihm sehr viel daran gelegen gewesen. Deswegen er den Jünger auch die Sache so fleißig befiehlt; und nicht bei Nacht, noch heimlich, sondern öffentlich, bei hellem, lichtem Tage, zu Jerusalem einzieht, nicht allein, sondern mit viel Volks, das vor- und nachgeht, und ihm als dem rechten König und Sohn David zuschreit, wünscht ihm auch Glück und Heil zu seinem Königreich; das also das ganze Jerusalem dieses Einzugs gewahr werden muß, den Esel und diesen armen König zu sehen und zu hören, von welchem Sacharja geweissagt hatte, und die Juden gewarnt, daß sie sich an der armen Gestalt und dem bettlerischem Einzug nicht ärgern sollten; sondern sollten den Wahn fallen lassen, daß sie dachten, Christus würde mit weltlicher Pracht kommen. Er wird wohl ein König sein, spricht Sacharja, aber ein armer, elender König, der ganz und gar kein Ansehen eines Königs hat, wenn man ihnen nach der äußerlichen Pracht rechnen und Ansehen will, welche die weltlichen Könige und Fürsten vor der Welt führen. 5. Dagegen aber, sagt Sacharja, wird dieser arme und bettlerische König eine andere Macht haben, denn sonst alle Könige und Kaiser haben, die jemals auf Erden gekommen sind, sie seien gleich so große und mächtige Herren gewesen, als nie zuvor gewesen sind. Nicht ein reicher, prächtiger, herrlicher König vor der Welt, sondern ein Gerechter und ein Heiland, der Gerechtigkeit und Seligkeit mitbringen, und Sünde und Tod angreifen, und ein Sündenfeind und Todesfeind sein soll, der allen denen von Sünden und ewigen Tod helfen will, die an ihn glauben und ihn als ihren König aufnehmen, und sich den armen, und geliehenen Esel nicht ärgern lassen. Die solches tun, denen soll die Sünde vergeben sein und der Tod nicht schaden, sondern sie sollen das ewige Leben haben. Und ob sie schon leiblich einmal Sterben und begraben werden, so soll es doch nicht ein Tod sein noch heißen, sondern nur ein Schlaf. Solches will der Prophet von diesem Könige uns lehren mit dem, daß er ihm diese zwei Namen gibt und heißt ihn gerecht und einen Heiland, der dem Tod die Zähne ausbrechen, dem Teufel den Bauch zerreißen, und also uns, die wir an ihn glauben, von Sünden, Tod frei machen soll, und unter die Engel führen, da ewiges Leben und Seligkeit ist. 6. Den anderen Königen läßt er ihre Pracht, Schlösser, Häuser, Geld und Gut, läßt sie köstlicher Essen, Trinken, kleiden, bauen, denn andere Leute, aber diese Kunst können sie nicht, die dieser arme Bettelkönig Christus kann. Denn da ist weder Kaiser, König noch Papst mit aller seiner Macht, der von der geringsten Sünde helfen, und mit seinem Geld und Gut die geringste Krankheit heilen könnte; ich geschweige, daß sie wider den ewigen Tod und die Hölle helfen sollten. Aber dieser Bettelkönig Christus hilft nicht allein wieder eine Sünde, sondern wieder alle meine Sünde, und nicht allein wieder meine Sünde, sondern der ganzen Welt Sünde. Er kommt und will wegnehmen, nicht allein die Krankheit, sondern den Tod; und nicht allein meinen Tod, sondern der ganzen Welt Tod. 7. Solches, spricht der Prophet, sagt der Tochter Zion, daß sie sich nicht ärgere an seiner elenden Zukunft, sondern tue die Augen zu und die Ohren auf, und sehet nicht, wie armselig er einreitet, sondern hören, was man von diesem armen Könige predige und sage. Das Elend und Armut sieht man, daß er auf einem Esel ohne Sattel und Sporen einherreitet wie ein Bettler; aber daß er die Sünde von uns nehmen, den Tod würgen, ewige Heiligkeit, ewige Seligkeit und ewiges Leben geben werde, daß sieht man nicht. Deswegen muß man es hören und glauben. Darum spricht Sacharja:. " Sagt es der Tochter Zion ", daß sie es wisse, und sich daran nicht ärgere, daß er so jämmerlich einreitet und so schmählich stirbt. Denn solches alles geschieht hier, Zion, zu gut, daß er die helfen will, als ein Heiland, wider den Teufel und Tod, und will dich heiligen und von Sünden frei machen. 8. Wer nun solches nicht mit den Ohren fassen will, sondern mit Augen sehen und Händen greifen, der wird fehlen; denn mit diesem König ist es ganz anders, denn sonst mit anderen Königen. Was die selben tun, daß tun sie mit einer Pracht, und hat alles ein großes, tapferes Ansehen. Solches findet man bei Christum nicht; der hat solch fein Werk daß er von Sünden und Tod helfen will, zuerst in die Taufe gesteckt. Da sehen die Augen anderes nichts, denn ein schlechtes Wasser wie anderes Wasser. Er hat es in das Wort gefaßt und in die Predigt. Da sehen die Augen anderes nichts, denn einen Menschen atmen. Aber wir sollen uns hüten und den Augen nicht folgen, sondern die Augen zu und die Ohren auftun, und das Wort hören. Dasselbe lehrt, wie unser Herr Christus sein Blut vergossen habe zur Vergebung unsere Sünde und ewigem Leben. Solche Gaben will er uns geben in der heiligen Taufe, dem Abendmahl, in der Predigt oder Absolution, da sollen wir es gewiß finden. Nun, wahr ist es, es scheinet klein und gering, daß durch das Wasserbad, Wort und Sakrament solches soll ausgerichtet werden; aber laß dich durch deine Augen nicht verführen. Dort war es auch klein und gering, daß der, der auf einen geliehenen Esel einritt und hernach sich kreuzigen ließ, sollte Sünde, Tod und Hölle wegnehmen. Niemand konnte ihm ansehen; aber der Prophet sagte es. Deswegen muß es auch geglaubt und mit den Ohren gefaßt sein, mit den Augen wird mans nicht sehen. 9. Darum spricht der Evangelist:. " Sagst der Tochter Zion ". Und der Prophet spricht:. " Zion, jauchze, sei fröhlich ", tanz und spring, " denn dein König kommt ". Was für ein König? Ein Heiliger, Gerechter König, und ein Heiland oder Helfer, der dein Heiligmacher und dein Heiland sein will. Denn seine Heiligkeit und Gerechtigkeit will der dir anhängen, daß du von Sünden frei bist, und sein Leben will er für dich lassen, daß du durch seinen Tod vom ewigen Tod sollst erlöst sein. Deswegen ärgere dich nicht an seiner elenden und armen Gestalt, sondern danke ihm dafür und tröste dich. Denn es geschieht alles um deinetwillen und dir zu gut, er will dir also von deinen Sünden und Tod helfen, und gerecht und selig machen. 10. Daß es nun unser König, der liebe Herr Jesus Christus, und ist dies sein Reich und Amt. Er geht nicht mit Thalern, Kronen und großen Königreichen, und weltlicher Pracht um; nein, sondern wenn wir müssen Sterben und können das Leben hier nicht länger behalten, so ist dies sein Amt und Werk, daß wir durch sein Leiden und Tod wissen, wo wir bleiben sollen; daß wir können sagen:. Ich bin geheiligt durch meinen König Jesu Christum, der ist darum so elendiglich gekommen, hat sich darum an das Kreuz schlagen lassen, daß er mich heiligen wollte und in mir ersäufen meine Sünde und Tod. Wer solches also glaubt, wie er es hört und im Evangelium gepredigt wird, der hat es also. Denn darum ist die heilige Taufe von Christus eingesetzt, daß er dadurch seine Gerechtigkeit dir anziehen will, daß seine Heiligkeit dein und seine Unschuld auch dein eigen sein soll. Denn wir sind elende, arme Sünder, aber in der Taufe tröstet uns Christus und spricht:. Gib mir deine Sünde her, und ich gebe dir meine Gerechtigkeit und Heiligkeit; laß dir deinen Tod abziehen und ziehe dafür mein Leben an. Das heißt eigentlich Christi Regiment. Denn all sein Amt und Werk ist dieses, daß er uns täglich Sünde und Tod ausziehe, und seine Heiligkeit und Leben uns anziehe. 11. Diese Predigt sollte man billig mit großen Freuden hören und annehmen, sich daraus bessern und fromm werden. Es kehrt sich aber leider um, und die Welt wird aus diese Lehre je länger sie geht umso Ärger und schlimmer, dieses ist des leidigen Teufels Arbeit und Geschäft. Wie man sieht, daß die Leute jetzt geizigen und unbarmherziger, unzüchtiger, frecher und ärger sind, denn zuvor. Was macht dieses? Anderes nicht, denn daß man diese Predigt nicht mit Freuden annimmt, sondern jederman schlägt es in den Wind, nimmt sich mehr um Geld und Gut an, denn als um diesen seligen Schatz, welchen unser Herr Christus zu uns bringt. Deswegen straft sie unser Herr Gott wie er spricht:. Magst du denn mir nicht darum danken, daß ich durch meines eingeborenen Sohnes Tod und Sterben die Sünde und den Tod hinweg nehme? Nun, so will ich dir Sünde und Tod genug schaffen, weil du es doch so haben willst; und wo vorher dich nur ein Teufel geritten hat, sollen dich jetzt sieben ärgere Teufel reiten. Wie man denn an den Bürgern und Bauern mit dem schändlichen geiziger, unordentlichen Leben, Unzucht und andere Unart sieht . 12. Deswegen ermahne ich euch, daß wir ja solche Predigt mit Lust und Liebe hören, und mit aller Dankbarkeit annehmen wollt, und unseren Herrn Gott von Herzen bitten, daß er euch einen starken Glauben geben will, daß ihr solche Lehre behalten möchtet; so wird gewiß auch die Frucht daraus folgen, daß ihr von Tag zu Tag demütiger, gehorsamer, freundlicher, züchtiger und frömmer werden. Denn diese Lehre hat diese Art und Natur an sich, daß sie züchtige, gehorsame, fromme Leute macht. Die es eben nicht mit Liebe annehmen wollen, die werden siebenmal Ärger, denn sie zuvor gewesen sind, ehe sie zu dieser Lehre gekommen sind; wie man überall sieht. Deswegen hütet euch, denn die Stunde wird gewiß nicht ausbleiben, daß Gott solchen Undank strafen wird. Als dann wird es sich finden, was die Welt damit verdient habe. 13. Darum lernet diese Geschichte des heutigen Evangeliums wohl. Denn weil die Juden dem Propheten nicht folgen wollten, ist es uns gesagt, daß unser König sanftmütig und arm komme, auf das wir uns an solcher Armut nicht ärgern, noch auf weltlicher Pracht und Reichtum mit den Juden gaffen; sondern lernen, daß wir an unseren Herrn Christus einen solchen König haben, der gerecht und ein Heiland ist, und uns von Sünden und dem ewigen Tod helfen will. Solche Predigt sollt ihr mit Willen und Freuden annehmen, und Gott dafür von Herzen danken; sonst werdet ihr den leidigen Teufel annehmen müssen und mit Heulen, Weinen und Zähneklappen. 14. Zu solchen ermahnet uns das Beispiel der Apostel und anderer, so hier mit dem Herrn Christus zu Jerusalem einlaufen. Denn weil der Herr Christus ein König ist, so muß er auch ein Reich oder Volk haben, und das Volk muß sich mit rechtem gebührlichen Dienst gegen diesen König erzeigen. Was nun solcher Dienst sei, zeigt die Geschichte sehr fein an. Denn hier findet man Leute, die den Herrn Christum als einen König erkennen, und sich nicht scheuen, neben dem elenden Esel und armen König her zu laufen.Unter den selben sind die Apostel die ersten, die erkennen den Herrn Christum für den Rechten Messias, der gerecht machen und ein Heiland wider Sünde und Tod sein werde. Deswegen bringen sie hier dem Herrn Christus den Esel, das ist, sie weisen die Juden zu Christus, die bisher unter dem Gesetz gelebt, und solche Last, wie ein Esel, getragen hatten. Jetzt aber mit dem Esel führen sie zu Christus auch das junge Füllen, die Heiden, so noch ungezähmt und unter keinem Gesetz gewesen waren. Denn Christus ist ein Heiland aller Menschen. Deswegen alle rechtschaffenen Prediger und Lehrer die Leute zu Christus leiten und führen sollen. Das ist der eine Gottesdienst, der diesem König gebühret, daß man ihn für einen Gerechten und Heiland erkennen, annehmen, rühmen und preisen, und jederman zu ihm weisen soll. 15. Der andere Gottesdienst ist, daß man dem Herrn Christus auf den Esel das Hosianna singen soll, das ist, nach dem an ihn erkannt und als einen Heiland angenommen hat, soll man auch ihm zu seinem Reich Glück und Heil wünschen, und alles tun, was zur Förderung seines Reiches dient. Gott gebe es; sagen die Pharisäer und Priester dazu, was sie wollen. Denn " Hosea nach " heißt auf deutsch: Herr, hilf, Herr, gib Glück dem Sohn David. Eben wie wir im Vater Unser beten: dein Reich komme. Denn der Teufel und seine Glieder werden es nicht unversucht lassen, wie sie dieses Reich hindern, und das Wort entweder vertilgen oder fälschen können. Da gehört nun beten und wünschen zu, daß Gott solchen des Teufels Willen brechen, und zurück treiben wolle. 16. Das dritte ist, daß man nicht allein beten, sondern auch die Kleider ausziehen und dem Herrn Christus auf den Weg streuen soll, daß er doch ein wenig einen herrlichen und ehrlichen Einzug haben möge; welches geschieht, wenn wir das Predigtamt fördern nach unserem Vermögen, daß man helfe mit Geld und Gut, daß man feine, Gelehrte, fromme Leute aufziehe, die der Kirche mit dem Wort und gutem Wandel vorgehen; daß man die, so im Amt sind, also halte, daß sie ihres Amtes warten, nicht aus Mangel an Nahrung davon lassen müssen. In der Summe, wo man Geld und Gut dazu brauchen kann, daß die Kircheämter wohl bestellt und die Leute mit rechten Vorstehern wohl versorgt werden, da bereitet man dem Herrn Christus die Kleider unter, daß er desto ehrlicher möge einreiten. 17. Also soll man diesem König dienen, und nach den Hohenpriestern und Pharisäern nicht fragen, welchen dieser Einzug und armes Gepränge sehr wider und entgegen ist; ja, wollten es auch noch gern wehren. Aber Christus will es nicht verhindert haben. Denn weil er ein König ist, so muß er sein Hofvolk und Hofdienst haben. Und wohl denen, die ihm dienen; denn er ist ein solcher König, der uns wieder dienen will, nicht mit Geld und Gut, welches ein sehr geringer Dienst ist, sondern mit Gerechtigkeit wider die Sünde, und Hilfe gegen den Tod und ewige Verdammnis. Deswegen sollen wir zu seinem Dienst bereit und willig sein, und uns des Papstes, der Bischöfe und anderer Beispiele nicht ärgern, welche damit umgehen, daß sie nicht, wie die Apostel, den Esel zum Herrn Christus führen und ihn darauf setzen; sondern wollen sich selbst auf dem Esel setzen, die Leute mit Lehre und anderem regieren, wie sie wollen. Christum aber lassen sie zu Fuß gehen, und können nicht leiden, daß er durch sein Evangelium einreite und sich sehen lasse. 18. Diese falschen Lehrer haben auch ihre Schüler, die ihnen heucheln, Palmen und Ölzweige an den Weg streuen; aber zu dem armen Christus werfen sie mit Steinen. Denn sie verfolgen ihn, sein Evangelium, und alle, die es predigen. Solche werden an jenem Tag mit den Juden inne werden, daß sie den gerechten König und Heiland verachtet haben, und müssen deswegen Gottes Zorn in Ewigkeit tragen; dagegen die, so ihn angenommen, erkannt und ihre Armut zu seinen Ehren gewendet haben, durch ihn ewige Gerechtigkeit und ewiges Leben empfangen werden. Das verleihe uns allen unser lieber Herr und Heiland Jesus Christus, Amen.
Am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:53 read : 13 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 6,24-34 Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den anderen lieben, oder wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr
Am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis 2002-03-24 17:42:53 read : 13 내용넓게보기. 프린트하기 Matthäus 6,24-34 Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den anderen lieben, oder wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch:. Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter den Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheune; und euer Himmlische Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomon in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf den Felde also kleidet, daß doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sagen :. Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit; so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den anderen Morgen; denn der morgende Tag wird daß seine Sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. 1. Das ist ein reiches Evangelium und lange Predigt wieder den Geiz; dem ist unser Herr Gott darum besonders feind, daß sonst kein Laster ist, welches das Evangelium mehr hindert und den Christen mehr Schaden tut. Und dennoch sehen wir, daß die ganze Welt darin ersoffen ist. Denn jeder Mann besorgt Tag und Nacht, wie er wolle ernähret werden. Und fördert das den Geiz besonders, daß keiner sich an dem genügen läßt, daß ihm Gott gönnt und gegeben hat; alle wollen sie mehr haben. Wenn Gott ein schönes Haus beschert hat, der wollte gern ein Schloß haben; hat er ein Schloß, so wollte er gern ein Dorf haben, und sofort an: niemand läßt sich genügen, jeder Mann wollte gern noch höher kommen und mehr haben. Sonst, wo der Geiz und Stolz nicht wäre, hätten wir alle genug, und würde kein solch Sorgen, scharren und kratzen unter den Leuten sein. Solchem unchristlichen Wesen wollte der Herr gern wehren mit dieser Predigt, macht es deswegen sehr heftig. " Niemand ", spricht er, " kann zwei Herren dienen; er wird entweder einen hassen, und den anderen lieben; oder einem anhangen, und den anderen verachten ". Da sieht man, daß der Herr Sorge hat, der Mammon hindere seinen Dienst. 2. Darum ist es nicht ein Evangelium für das junge Volk. Denn dasselbe hat die Gnade, Gott habe Lob, daß sie lieber Kirschen essen, denn Geld zählen, ihnen ist auch mehr an einem schönen Apfel, denn an einem Geldstück gelegen, fragen nicht danach, was das Korn kostet, denn sie sind in ihrem Herzen sicher und gewiß, sie werden zu essen finden. 3. Es geht aber diese Predigt besonders auf die Hausväter und die in den Ämtern sitzen; und am allermeisten auf die Prediger, denen es in der Welt übel geht, deren etliche durch Armut gezwungen werden, daß sie denken müssen, wie sie sich und ihr Weib und Kinder ernähren wollen. Diese tröstet der Herr hier, will ihnen solche Sorge nehmen, und sagt:. Sie sollen doch die Vögel ansehen: weil Gott dieselben so reichlich versorgt, so werde ihnen ja auch ihr Lohn werden, daß sie nicht des Hungers Sterben müssen. 4. Das also diese Predigt die Jugend nicht angeht, denn dieselbe geht in den Gedanken daher, daß Küche und Keller bereits voll sind, und lassen andere Sorgen. Aber wir alten Narren haben das Unglück besonderen an uns, daß wir für den Bauch Sorgen und immerdar fürchten, wir müssen Hungers Sterben. 5. Weil es aber unser lieber Herr Christus so knapp abschlägt, man könne nicht zugleich Gott und dem Mammon dienen, will es vonnöten sein, daß wir wohl lernen, was da heiße, Gott dienen. 6. Dem gemeinen Gebrauch nach in der Welt heißt " dienen " anderes nichts, denn tun, was man befohlen hat. Daß es gleich so viel gesagt ist:. Ich diene meinem Herrn, als wenn man spräche:. Ich tue, was mir mein Herr befiehlt. In das also der Dienst nicht auf die bloße Person, sondern auf das Wort und Befehl geordnet ist. Denn Herren und Frauen im Haus dürfen das Gesinde nicht dazu halten, daß sie essen und trinken; sie können es wohl. Da aber mögen sie zusehen, wie sie das tun und ausrichten, daß sie ihnen befohlen haben. Wo nun ein Knecht ein Schalk ist, und läßt seines Herrn Wort und Befehl anstehen, und richtet aus, was ihn andere sagen, daß heißt dem rechten Herrn nicht dienen. 7. Auf diese Weise müssen wir hier vom Gottesdienst auch reden: daß Gott dienen anderes nicht heißt, denn hören, was er sagt, und dasselbige gern und mit Fleiß tun. Was heißt aber Gott? Vor allen Dingen heißt er, man soll Christum hören und das liebe Evangelium annehmen. Das ist der einige, rechte, wohlgefällige Dienst, den wir Gott können tun; denn da steht sein Befehl vor Augen. 8. Nach demselben befiehlt Gott, daß die Kinder Vater und Mutter ehren, die Eltern ihre Kindern nähren, ziehen und lehren sollen; daß ein Weib ihren Mann lieb haben und den Haushalt warten, und dagegen der Mann sie nähren und schützen soll. Wo nun die Kinder ihren Vater und Mutter ehren, mit demselben dienen sie Gott. Denn da steht Gottes Befehl, daß sie es tun sollen. Also Knechte und Mägde im Hause, wenn sie mit Fleiß tun, was ihnen befohlen ist, dienen sie in dem nicht allein ihrer Herrschaft, sondern Gott im Himmel; denn da steht sein Wort, das fordert solches von ihnen. 9. Also fortan in anderen Ständen auch, könnte ein jeglicher in Gottes Befehl und Dienst gehen, wenn wir es nur lernen wollten, was da heiße, Gott dienen. Denn wie gesagt, der Gottesdienst steht nicht am Werk, sondern im Wort und Befehl Gottes. Es hat ein großes Ansehen vor der Welt, daß sich ein Mönch allem enthält und geht in ein Kloster, führt da ein strenges und hartes Leben, fastet, wacht, betet. Da mangelt es am Werk nicht; es mangelt aber am Befehl, daß Gott solches ihn nicht geheißen hat; darum kann es für keinen Gottesdienst gerühmt werden. Wiederum ist es ein sehr geringes Ding anzusehen, daß eine Magd im Haus kocht, spült, kehrt und andere Hausarbeit tut. Aber weil Gottes Befehl da ist, so kann solch geringes Werk anders nicht denn ein Gottesdienst gerühmt werden, und übertrifft weit aller Menschen und Nonnen Heiligkeit und hartes Leben. Denn dort ist kein Befehl Gottes; hier aber ist Gottes Befehl, daß man Vater und Mutter ehren und zur Haushaltung helfen soll. 10. Also heißt es durchaus Gott gedient, wo man tut, was Gott befohlen hat, und läßt, was Gott verboten hat. Und möchte also die ganze Welt voll Gottesdienstes sein: nicht allein in der Kirche, sondern auch im Hause, in der Küche, im Keller, in der Werkstatt, auf dem Felde, bei Bürgern und Bauern, wenn wir uns nur recht wollten dahin schicken. Denn gewiß ist es, daß Gott nicht allein das Kirchen -und Weltregiment, sondern auch das Hausregiment geordnet und erhalten haben will. Darum wer dazu dient, Vater und Mutter erstlich, danach die Kinder, und letztlich das Gesinde und Nachbarn, alle miteinander dienen sie Gott; denn es ist sein Wille und Befehl. 11. Da könnte als dann eine arme Dienstmagd erstlich die Freude im Herzen haben, und sagen: ich koche jetzt, ich mache das Bett, ich kehre das Haus, wer hat es mich geheißen? Es hat mich mein Herr und meine Frau geheißen. Wer hat nun ihnen solche Macht über mich gegeben? Es hat Gott getan. Ei, so muß es wahr sein, daß ich nicht allein ihnen, sondern auch Gott im Himmel diene, und daß Gott einen Gefallen daran habe. Wie kann ich denn seliger sein? Ist doch genau so viel, als wenn ich Gott im Himmel selbst sollte kochen. 12. Also könnte ein Mensch bei aller seiner Mühe und Arbeit fröhlich und guter Dinge sein, und würde ihm nichts sauer werden, wenn er sich also in seinem Dienst und Beruf schickte. Aber da wehrt der Teufel mit Händen und Füßen, daß man zu der Freude nicht komme, sondern jedermann einen Unwillen habe an dem, daß er tun soll und ihm befohlen ist; daß nur den Leuten keine Liebe dazu geschehe, und Gott kein Dienst. 13. Wenn es um Geld zu kaufen wäre, daß einer könnte in den Stand kommen, da er gewiß wüßte, daß er Gott darinnen diente; meinst du nicht, wir würden alles darum geben, daß wir es haben? Was hat allein das tolle Mönchs -und Nonnenvolk getan, um der Hoffnung Willen, daß sie dachten, sie wollten Gott dienen? Aber wie ich oben auch gesagt habe, es hat ihnen daran gefehlt, da alles an liegt. Denn so du fragt, wer sie habe geheißen in das Kloster laufen, ist es ihnen unmöglich, daß sie es sagen könnten, Gott habe es ihnen befohlen; sondern wenn sie die Wahrheit bekennen wollen, so müssen sie sagen, sie haben es dafür gehalten, man könne Gott so dienen. Aber das danke Ihnen der leidige Teufel. Denn das ist ebenso ein Ding, als wenn ich meine Magd hieße ein Feuer machen, und sie wollte dafür die Stube kehren. Mit solchen Dienst würde sie mir keinen Gefallen tun, ich würde es ihr nicht danken; besonders wenn sie solches noch verteidigen und rühmen wollte:. Ei, Herr, es kommt mich das Stube kehren auch sauer an. Ich würde wohl sagen, wer hat dich so etwas geheißen? Du solltest mir jetzt die Stube gewärmt haben; dieses habe ich dir gesagt, und nicht die Stube kehren. 14. So eine Meinung haben die Mönche und Nonnen: die rühmen Gottesdienst, und Gott hat sie es doch nicht geheißen. Darum, willst du Gott recht dienen, so bleibe in deinem Beruf und Stand, er sei so gering er ist; und höre zuerst auf Gottes Wort in der Kirche, danach auf deiner Obrigkeit, Herrschaft oder Eltern Wort, und folge. Das heißt Gott recht gedient. 15. Darum soll ein jeglicher für seine Person, in was für einen Stand er ist, fleißig lernen und wohl merken, was da heiße, Gott dienen, nämlich, tun, was Gott befiehlt durch Prediger, durch Vater und Mutter, durch Herren und Frauen im Haus. Tust du daß, so kann dein Herz gegen Gott sicher sein, und wird deine Arbeit oder Dienst dir nicht sauer noch schwer werden; denn du weißt, daß Gott einen Gefallen daran hat und daß es ihm gedient heißt. Und es ist eben soviel, was du in deinem Hause tust, als wenn du es unseren Herrn Gott oben im Himmel getan hättest. 16. Das ist denn der schönste und beste Schmuck, da ein Mensch mit geschmückt ist, über aller anderen Kreaturen, die doch auch im Gehorsam Gottes daher gehen. Denn da sehen wir, daß Sonne und Mond, die Erde und alle Kreaturen in Gottes Ordnung und Gehorsam einher gehen, und das ausrichten, daß sie Gott geheißen hat. Die Sonne gibt aller Welt Licht des Tages, der Mond des Nachts, das Erdreich bringt jährlich allerlei Früchte. Also das Wasser auch. Was hat das für einen Befehl? Was soll es tun? Es soll Fische bringen, sagt Gott im ersten Buch Mose. Das tut es auch überall, wo nur die Leute durch ihre Sünde nicht selbst Gottes Segen aufhalten und seinen Befehl hindern. Also alle andere Kreaturen gehen daher in dem schönsten Schmuck, das ist, im Dienst Gottes. Christus spricht hier, daß auch Salomon nicht so schön geschmückt sei gewesen in all seiner Herrlichkeit, als ein Blümlein auf dem Felde. Was ist sein Befehl? Anderes nicht, denn das es soll da stehen, lieblich sehen, wohl riechen, und sich ansehen und brauchen lassen. So nun Gott solches an einem Blümlein so hoch lobt, was meinst du wohl, daß es an einem Menschen für ein Schmuck ist, wenn er erfunden wird im Befehl und Gehorsam Gottes? 17. Eine Magd, die sich zum Tanz schmückt, das ist Weltschmuck. Wer es aber recht urteilen will, der muß sagen:. Es ist ein Dreck gegen den Schmuck, wenn sie in ihrem Amt und Beruf geht, wartet der Kinder, der Küche, des Hauses, und tut, was ihr zu tun befohlen ist. Denn also rühmt der 45. Psalm die Christen, und spricht in Vers 10.: " in deinem Schmuck gehen daher der Könige Töchter ". Was kann das für ein Schmuck sein, weil wir wissen, daß die Christen auf Erden Arm, Elend und verachtet sind? Es ist ein geistlicher Schmuck, und heißt nicht Silber, Perlen, Samt oder goldene Stücke, sondern der Befehl unseres Herrn Gottes. Solcher Schmuck leuchtet schöner denn die Sonne; denn es ist Gottes Schmuck. Also wer in unseres Herrn Gottes Befehl recht geht, der geht in unseres Herrn Gottes eigenem Schmuck. 18. Wenn ich des Kaisers Schmuck anhätte oder eine junge schöne Frau im Schmuck der Königin von Frankreich einherginge, das wär ein herrlich und köstliches Ding vor der Welt, da jedermann das Maul darüber aufsperret. Aber in der Wahrheit ist es nichts gegen diesen geistlichen Schmuck, wenn ein Weib daher geht im Gehorsam gegen Gott, hat ihren Ehemann lieb und wert, und zieht ihre Kindlein fein und wohl, und ist im Haushalten ordentlich und fleißig gegen solchen Schmuck sind Perlen, Samt und goldene Stücke wie ein alter, zerrissener, geflickter Bettlersmantel. Denn es ist ein Schmuck, der Gottes Wort und Befehl hat und in Gottes Gehorsam geht. 19. Das ist nun die rechte Krone und schöne goldene Kette, wie Salomon redet Sprüche 1, und spricht Vers 8 und 9:. " Mein Sohn, gehorche der Zucht deines Vaters, und verlassen nicht das Gebot danach Mutter; denn solches ist ein schöner Schmuck deinem Haupt, und eine Kette an deinem Halse ". 20. Hier auf Erden scheint dieser Gehorsam nichts besonderes zu sein. Aber in jenem Leben, da wird es scheinen, wenn Gott sagen wird und rühmen:. Mein Kind, kommt her, du bist ein gehorsames Kind, eine treue Magd, ein frommer Knecht gewesen. Da wird man sehen, daß der Gehorsam gegen Gott und sein Wort, auch in solchen geringen Ständen, mehr zieret, denn aller Welt Schmuck. 21. Das sei von dem ersten Stück gesagt, daß ihr lernet, was da heiße, Gott dienen, und euch des Mammons Dienst an solchem nicht hindern lasset. Nun wollen wir den Trost besehen, und lernen, wie wir uns des Geizes erwehren sollen. 22. Erstlich spricht der Herr:. " Niemand kann zwei Herren dienen ". Nennt zwei Herren; der eine heißt Gott, das ist der rechte Herr, dem wir zu dienen schuldig sind. Der andere Herr heißt Mammon, das ist nicht der rechte Herr; darum will Christus, daß wir ihm nicht dienen sollen. Wie man aber Gott diene, haben wir gehört. 23. Was aber heiße, dem Mammon dienen, deutet der Herr hier selbst, nämlich, für das Leben sorgen, was man essen und trinken wolle, und für den Leib sorgen, wie man sich kleiden wolle. Und stellt die ganze Predigt dahin, daß wir solche Sorge sollen gar fallen lassen; denn es ist nicht allein eine vergebliche Sorge, der wir nicht bedürfen und nichts damit ausrichten können, sondern es hindert auch solche Sorge den rechten Gottesdienst. Darum soll man sich davor hüten, und sich dahin gewöhnen, daß man Gott diene, und wissen, daß er weiß, was wir bedürfen, will uns auch schaffen und gern geben, wenn wir es nur bei ihm suchen. 24. Zu solchem Vertrauen haben wir einen großen Vorteil, daß wir sehen, daß Gott bereits, ohne unsere Vorsorge, uns gegeben hat Leib und Leben. Da lasse nun alle Welt über urteilen. Ist es nicht wahr, wenn alles Essen auf einem Haufen da wäre, es wäre dir nicht so lieb als dein Leben? Also ist dein Leib dir lieber denn alle Kleidung. Sind wir denn nicht heillose, undankbare Leute, da Gott billig sollte über zürnen? Bekennen müssen wir, daß er uns das meiste und größte bereits von sich selbst und ungebeten gegeben hat, und wollen ihm doch nicht trauen, daß er uns werde das Geringere auch geben. Es sollte ja einem reichen Mann weh tun, wenn er dir tausend Gulden geschenkt hätte, daß du nicht so viel wolltest von ihm denken, daß er dir auch ein paar Schuhe schenken würde. Eben also tun wir in der Wahrheit gegen unseren Herrn Gott im Himmel, wenn wir für Essen und Trinken sorgen; obwohl er bereits das größte und meiste geschenkt hat. Wie aber solches Mißtrauen ihm nicht gefällt, da mögen wir drüber nachdenken. 25. Gleich nun wie wir an und selbst, an unserem Leib und Leben, an Augen, Ohren, Händen, Füßen und allen unseren Gliedmaßen lernen und bekennen müssen, Gott sei gnädig, er habe uns viel die geben und gütlich getan: also stellt der Herr uns auch anderer Kreaturen Beispiel vor, daß wir daran lernen sollen, Gott trauen und nicht sorgen. 26. Denn da fliegen die Vögel vor unseren Augen, uns zu kleinen Ehren, daß wir wohl möchten unseren Hut gegen sie heben, und sagen:. Mein lieber Herr Dr., ich muß bekennen, daß ich die Kunst nicht kann, die du kannst. Du schläfst die Nacht über in deinem Nest ohne alle Sorge; am Morgen stehst du wieder auf, bist fröhlich und guter Dinge, setzt dich auf eine Blume, und singst, lobst und dankst Gott; danach suchst du deine Nahrung und findest sie. Pfui, was habe ich alter Narr gelernt, daß sich es nicht so tue, der ich doch so viel Grund dazu hätte. Kann der Vogel sein Sorgen lassen, und hält sich in solchem Fall, wie ein lebendiger Heiliger, und hat dennoch weder Acker noch Scheune, weder Kasten noch Keller, er singt, lobt Gott, ist fröhlich und guter Dinge; denn er weiß, daß er einen hat, der für alles sorgt; dieser heißt unser Vater im Himmel: warum tun wir es denn nicht auch, die wir den Vorteil haben, daß wir können arbeiten, das Feld bauen, die Früchte sammeln, und wenn eine Not kommt behalten? Dennoch können wir das schändliche Sorgen nicht lassen. 27. Darum sollten wir dieses Beispiel von den Vögeln nicht vergessen. Sie sind ohne alle Sorge, fröhlich und guter Dinge. Und warum wollten sie auch sorgen? Sie haben einen reichen Küchenmeister und Kellner, der heißt der Vater im Himmel, der hat eine Küche, die so groß als die ganze Welt ist. Darum, sie fliegen hin, wo sie wollen, so finden Sie die Küche wohl bestellt. Dieser himmlische Vater, sagte Christus hier, will unser Küchenmeister und Kellner auch gerne sein, wenn wir es nur glauben könnten. 28. Aber wir erfahren leider, daß die ganze Welt ist ein Haufe verzweifelter Geizhälse, die Gott nicht trauen, Gott nicht dienen, sondern dem Mammon; und gehen nur damit um, wie sie viel Geld sammeln mögen. Gelingt es ihnen, daß sie es bekommen, so sind sie guter Dinge. Gelingt es ihnen nicht, so sind sie traurig und bekümmert und sorgen Tag und Nacht. Ist es aber nicht wahr, wenn du schon das Haus voll Geld hättest, und das Haus wäre auch noch golden, und die Elbe oder der Rhein Flüsse mit Gold und wäre dein eigenen: was könnte solches dir helfen, wenn sonst nichts, kein Korn, kein Bier, kein Wein, kein Wasser da wäre? Du wirst ja das Gold nicht fressen. 29. Das mag doch ein schändlicher Mammonsdienst heißen, dessen auch die Heiden verspottet haben, und eine Geschichte gemacht von einem reichen König, der war so geizig, daß er wünschte, daß alles, was er anrührte, zu Gold würde. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt, wie er begehrt hatte: Griff er seinen Rock, Tisch, Bänke, Bett, Türe an, wurde alles sobald zu Gold, das Messer über dem Tisch, das Brot und Trinken auch. Aber er mußte zuletzt des Hungers dabei Sterben, der Geizhals, da er hatte wohl gewünscht. Darum fluche dem Geiz, und fliehe ihn, wer da kann; denn man wird ja weder Silber noch Gold essen. Dennoch ist die Welt so blind und toll, wenn sie essen und Trinken hat, daß sie noch Gold und Geld haben will. Gerade als bedürfte sie dessen nicht, daß Gott gibt, und müßte das haben, daß er nicht gibt. 30. Wer nun ein Christ ist, der bedenke besser, und lasse sich den Geiz nicht überkommenen; sondern lerne Gott trauen, der an uns und der ganzen Kreatur sich schon mehr als bewiesen hat, daß er für uns sorgen und uns keinen Mangel leiden lassen will. Wie denn der Psalter auch besonders rühmt von den jungen Raben, daß Gott ihnen ihre Speise und Nahrung schaffe, obwohl die alten Raben sie im Nest verlassen und nicht mehr zu ihnen kommen. Denn das ist Gottes Ordnung für und für, wo er das Leben gibt, daß er auch schafft, daß man es erhalten können. Und so er solches dem Vieh tut, wieviel mehr will er es den Menschen, und besonders seinen Christen tun! Welchen er nicht allein Leib und Leben, sondern auch seinen eingeborenen Sohn gegeben hat, daß sie nicht allein zeitlich, sondern in Ewigkeit Leben sollen. Das wollte der Herr gerne, daß wir es lernen, und den schändlichen Unglauben, welchen der Geiz erregt, fallen lassen. 31. Denn was richten wir damit aus, wenn wir uns schon zu Tode sorgen? Ein sehr närrisches Ding wäre es, wenn ein kleines Männlein sich in einen Winkel setzen, und da sein Lebtag sorgen und gedenken wollte, wie es könnte größer werden. Meinst du nicht, alle Welt würde darüber Spotten und ihn für einen großen Narren halten? Eben so, spricht Christus, tut die Welt, wenn sie sorgt, wie sie Geld und Gut könne zu Wege bringen; es wird sich keiner reich sorgen. Es liegt ganz und gar an dem, ob Gott seinen Segen gebe, und nicht am Sorgen. Ist der Segen Gottes da, so hat mans; ist er nicht da, ob man es schon hat, so wird man es doch nicht genießen noch erhalten können, wie die Beispiele vor Augen sind. 32. Das sollte ja auch eine Ursache sein, die uns zum Glauben reizen und bewegen sollte: daß die Sorge nicht allein den Glauben hinderte und wieder Gott ist; sondern sie tut uns wehe und plagt uns, und wir richten dennoch nichts damit aus. Das heißt den Geiz, die Sorge und dem Mißglauben (denn wo eins ist, der ist auch das andere) redlich gelobt; das so wir nur unserer Vernunft gebrauchen wollten, wenn wir solchen Untugenden feind werden und uns davor hüten sollten. 33. Aber der Herr will es bei dem nicht bleiben lassen, und heißt uns, wir sollen doch die Augen auftun, wenn wir auf dem Feld oder in einem Garten sind, und die Blumen ansehen; da werden wir auch einen trefflichen Dr. finden, der uns gern die höchste Kunst lehren wollte, daß wir Gott trauen und uns alles Gute zu ihm versehen könnten. Denn da stehen Blumen in vielen Farben, auf das schönste geschmückt, daß kein Kaiser noch König ihnen im Schmuck gleich ist. Denn solcher Schmuck aller ist ein totes Ding. Eine Blume aber hat seine Farbe und Schöne, daß es ein natürlich, lebendig Ding ist. Und hat diese Meinung nicht, daß es ohne Grund so wachse. Hier steht es, daß Christus sagt: Gott kleidet das Gras auf dem Felde also. 34. Eben wie er oben sagt:. Die Vögel finden ihre Nahrung nicht ohne Grund, sondern Gott der Vater im Himmel schafft sie ihnen, und ordnete es, daß ein jeder Vogel seine Pfunde habe und ernähret werde. Also geht es mit dem Blumen auch, wie man sieht. Denn wo es nicht Gottes besondere Ordnung und Schöpfung wäre, würde das nie sein können, daß eines dem anderen so gleich wäre, gleiche Farbe, Blätter, Anzahl der Blätter, und vieles mehr. So nun Gott solchen Fleiß auf das Gras legt, daß nur darum steht, daß man es sehen und das Vieh sein genießen soll: ist es nicht Sünde und Schande, daß wir noch zweifeln, ob auch Gott uns Kleidung schaffen wolle? 35. Denn eben wie wir einen Vorteil haben vor den Vögeln, wir bauen daß Feld, wir ernten, wir füllen die Scheune und Keller, und können uns einen Vorrat, zum wenigsten auf einen Tag, schaffen; da die Vögel solches nicht haben, und dennoch ernähret werden: also, spricht der Herr, haben wir auch einen Vorteil der Kleidung wegen. Da baut man so viel Leinen, Flachs, Hanf; man zieht so viel Schafe; es ist überall in allen Häusern so viel Vorrat: wie kann denn ein Mensch so ohne Glauben sein, daß er nicht hoffen will, ihm sollte auch ein Teil daraus werden, besonders wenn er mit der Arbeit weiter anhält? 36. Denn wir müssen hier einen Unterschied machen. Die Arbeit ist nicht allein nicht verboten, sondern auch zum höchsten geboten; und also geboten, daß man allen Fleiß und Sorge darauf legen, und nicht unfleißig, faul noch unachtsam damit sein soll. Aber sorgen, wie wir Essen, Trinken, Kleidung und anderes bekommen müssen, das ist zum höchsten verboten. Denn solcher Sorge ist ein Zeichen, daß wir das Vertrauen zu Gott nicht haben, daß er uns erhalten will. Darum wird Gott am höchsten damit gelästert. 37. Daß es also beides bei einander sein und bleiben muß. Das erste, daß du mit allem Fleiß deiner Arbeit nachgehst. Denn solches hat Gott den Menschen im Paradies befohlen: wollte er Essen, daß er auch arbeiten soll. Das andere, daß du auch ein Christ bist und glaubst. Glauben aber heißt Gott trauen, der sei unser Vater, er wisse, was wir bedürfen, und er werde uns dasselbe gern wiederfahren lassen. Mit solchem Glauben kann sich die Sorge nicht vertragen; sondern sobald das Sorgen angeht, so wankt der Glaube, ja, es ist aus mit ihm. 38. Darum verbietet es der Herr, und sagt kurz:. Sorget nicht: arbeiten sollt ihr, das ist euer Befehl; und laßt mich sorgen; denn solches ist mein Amt, daß ich euer Vater bin, und ich kann mit meiner Fürsorge etwas ausrichten; ihr könnt nichts damit ausrichten. Darum laßt es bleiben; oder wo ihr es nicht wollt bleiben lassen, so wisset, daß ihr meine Diener nicht seid; ihr seid des Mammons Diener; den liebt ihr, mich aber hasset ihr; dem hängt ihr an, mich aber verachtet ihr. Wie man denn öffentlich an der Welt Beispiel sieht. Ja wohl, wenn mancher diese Stunde zehn oder 20 Gulden zu gewinnen wüßte, daß er solchen Gewinn vergesse, oder ein wenig verzöge, und ginge zuvor zur Predigt? Geld gewinnen ist ihm aber wichtiger, und denkt, die Predigt hören könne er wohl zur anderen Zeit bekommen. Nun ist es aber wahr, was man Gottes Wort tut, daß hat man Gott getan. Wer es verachtet und Geld lieber hat, der hat Gott verachtet und haßt Gott. Da mache nur niemand keine Glosse, der Text ist zu rein, daß man nicht vorüber kann. 39. Darum ist das eine Christenpredigt, daß dieselben nicht sorgen noch sagen sollen:. " Was werden wir Essen? Was werden wir Trinken? Womit wollen wir uns kleiden? ". Die Heiden, spricht der Herr, trachten nach solchem, die es nicht wissen noch glauben, daß sie im Himmel einen Vater haben. Ihr aber habt einen Vater im Himmel, der euch Leib und leben, ja, auch seinen Sohn gegeben hat, der weiß, was ihr bedürfet. Wie könnt ihr ihn aber so für unbarmherzig und hart halten, daß er es euch nicht geben, und des Hungers Sterben und verderben wollte? Darum tut, wie ihr es seht, daß eure Kinder gegen euch tun: sie legen sich des Nachts nieder, und schlafen ohne alle Sorge; sie kümmern sich um nichts, wenn sie morgens ein Stück Brot oder Suppe nehmen wollen; denn sie wissen, daß Vater und Mutter für dasselbe sorgt. Also tut ihr auch, lieben Kindlein, spricht Christus hier, gegen euren Vater im Himmel, so soll es keine Not haben. Allein, sorget nicht; denn das wäre ein Zeichen, daß ihr euch eures Vaters im Himmel nicht tröstet; sonst würde ihr alle Sorge fallen lassen und alles Gute hoffen 40. Deswegen beschließt der Herr dieser Predigt also, und spricht:. " Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles zufallen ". Das ist eine nötige Lehre und treffliche Verheißung. Die Welt fragt und trachtet nach ihrem Reich, da muß man Geld und Gut haben, welches alles ungewiß und unbeständig ist. Dagegen hat Gott ein anderes Reich, das ist ein ewiges Reich, dem sollen wir Christen nach trachten. Solches Reich, sagt Christus, sei inwendig in uns. Und heißt anderes nicht, denn das Wort hören und glauben, das ist, Gott von Herzen vertrauen und für einen Vater halten. Wo solcher Glauben ist, da wohnt Gott, und folgt sobald die Gerechtigkeit, das ist, Vergebung der Sünden. Das, spricht Christus, laßt euer erstes sein, haltet euch zum Wort, hört es mit Fleiß, übt euch damit und glaubt. 41. Wenn ihr also Gottes Reich und Gerechtigkeit am ersten gesucht habt, so seid zufrieden, und tue ein jeder in seinem Stande, was er soll; denn Christen sollen nicht müßig gehen, sondern arbeiten: alsdann sollen es euch alles zufallen. Dann kann Gott so fromm und gnädig sein, daß er den bösen Buben alles genug gibt, die nicht allein ihm nicht dienen, sondern auch sein Wort noch verfolgen und lästern, und ihm alle Schande und Unehre tun, wie könnte es möglich sein, daß er euch lassen sollte, die hier ihn lieb habt, sein Wort gern hört und fördert, und alle euer Vertrauen auf ihn setzt? Also lehrt der Herr, daß wir und sollen an das Wort halten, glauben und fromm sein, und alle Sorge fallen lassen; so will Gott uns alles genug geben. 42. Aber was geschieht? Der meiste Teil geht hin, und achtet Gottes Wort nicht, geht lieber dem Saufen und Spiel nach und zum Tanz, denn in die Kirche zur Predigt. Solche Unart bringt allerlei Sünde mit. Das nun Glück dabei sollte sein, und Gott nicht mit Krankheit, Armut und allerlei Unrat solches strafen sollte, das ist nicht möglich. Danach ist eine andere Unart dabei , daß der meiste Teil auch mit der Arbeit sehr nachlässig, faul und unachtsam ist; oder wo sie arbeiten sie es sich sauer werden lassen. Es ist kein Maß mit dem Schlemmen, Spielen und anderem, daß man auf einen Feiertag alles durchbringt, was man die ganze Woche erarbeitet hat. Beides will unser Herr Gott verboten haben, daß man nicht müßig gehen soll und auch nicht verschwenden, sondern was man erarbeitet, fein zu Rat halten soll. 43. Daher spricht der Herr: " die Vögel ernten nicht, und sammeln nicht in ihre Scheunen ". Als sollte er sagen:. Ihr tut beides, und sollt auch beides tun, daß ihr arbeitet, und danach den Gewinn hinter euch legt und auf die Not behaltet. Wer es aber nicht tun will, was kann Gott dazu, daß weder Glück noch Heil da ist? Du magst deinem ruchlosen, und unchristlichen Leben, deinem Faulenzen und deinem Verschwenden die Schuld geben, und Gott nicht, der gern geben wollte, wenn du nur ein Christ sein, daß Wort hören, glauben, die Sorge fallen lassen und arbeiten wolltest. Wie er hier sagt:. Euch soll es alles zufallen. Aber du willst nicht. Wenn du solltest zur Predigt gehen, so liegst du im Bette und faulenzt, oder gehst spazieren, oder dem Saufen nach. Wenn du arbeiten sollst, tust du auch so. Muß doch ein Vogel arbeiten und nach seiner Weide ausfliegen. Unser Herr Gott, der es nähren will, der will ihm die Speise nicht ins Nest werfen. Also tue du ihm auch, sei gottesfürchtig, und mit deiner Arbeit fleißig, und lasse Gott für das übrige sorgen, wie er dir deine Nahrung schaffen werde. Doch, wie oben gemeldet, daß du auch nicht geizig bist, und dich genügen läßt; denn dasselbe will Gott auch nicht leiden. 44. Das ist die Lehre aus dem heutigen Evangelium. Unser lieber Herr Gott gebe durch Christum seinen Heiligen Geist, daß wir uns daraus bessern und frömmer werden, Amen
Am Heiligen Christtagn der Geschichte, wie Christus zu Bethlehem geboren ist. 2002-03-24 17:49:39 read : 14 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,1-15 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und
Am Heiligen Christtagn der Geschichte, wie Christus zu Bethlehem geboren ist. 2002-03-24 17:49:39 read : 14 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,1-15 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazaret, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf das er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:. Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. 1. Dies Fest, von der Geburt unseres lieben Herrn Jesu Christi, ist vornehmlich um der Ursache willen unter den Christen eingesetzt, daß man die Geschichte predigen und wohl lernen soll, daß sie dem jungen Volk und gemeinen Mann im Gedächtnis bleibe, daß sie es wohl in das Herz bilden und ihren Erlöser recht erkennen lernen. Denn obwohl man es jährlich sagt, so kann man nicht genug davon predigen, noch genug lernen. Wir wollen deswegen das Evangelium in zwei Stücke teilen. Zum ersten die Geschichte erzählen auf das einfältigste, wie sie sich zugetragen; danach hören, was die lieben Engeln davon predigen und singen. 2. Das erste Stücke in der Geschichte ist dies: das Christus geboren ist eben zu der Zeit, da unter dem Kaiser Augustus zum erstenmal die Juden und ihr Vermögen geschätzt worden sind. Da hat unser lieber Herr Christus zu regieren, obwohl heimlich, in der Welt angefangen, und muß ihm der große Kaiser Augustus samt seinem Reich dienen, wohl unwissend, und die Ursache mit seinem Gebot dazu geben, daß die Jungfrau Maria samt ihrem vertrauten Mann Josef gen Bethlehem reist, und wie die Propheten zuvor geweissagt hatten, den Heiland der Welt daselbst an das Licht bringt. Sonst, wo solches durchs Kaisers Gebot nicht so verursacht, würde Josef und Maria wohl daheim geblieben sein. Aber Christus sollte zu Bethlehem geboren werden, darum muß der Kaiser dazu die Ursache geben, und also dem Herrn Christus zu seiner Geburt dienen; obwohl weder Kaiser noch die Welt etwas davon wußten. Denn sonst ist die Welt wohl so böse und untreu, daß sie es lieber verhindert, denn gefördert hätte. Aber Gott führt sein Regiment also, daß sie unwissend häufig tun müssen, was sie wissend nie zu Wege bringen würden. 3. Als sie nun, dem Kaiser Gehorsam zu leisten, aus Galiläa in Judäa gen Bethlehem gekommen sind, sagt der Evangelist, sei die Zeit gekommen, daß die Jungfrau Maria gebären sollte. Da sind doch alle Dinge zu der Zeit ganz ungeschickt. Siehe, die zwei Eheleute sind in einem fremden Land, in einer fremden Stadt, da sie weder Haus noch Hof haben, und ob sie schon, wie es wohl anzunehmen ist, Freunde da haben, so haben doch diese an sie nicht gedacht. Über das alles war die Stadt noch so voll, daß, wie der Evangelist sagt, sie keinen Raum hatten in der Herberge, müssen deswegen in den Kuhstall, und sich da wie die armen Leuten behelfen. Da wird weder Schrank, Leinen, Polster, Kissen noch Federbett gewesen sein; ein Bund mit Stroh war noch das Beste, was sie bei dem Vieh finden konnten. Und es war im harten Winter bei Nacht, daß die heilige Frucht, daß Kindlein Jesus, geboren wurde. 4. Dies ist kurz die Geschichte, welche ohne Zweifel der Evangelist so uns erzählen wollte, weil wir sonst so kalt sind, ob er doch ein wenig unsere Herzen erwärmen könnte, weil unser Heiland so elendiglich auf diese Welt geboren ist. Bethlehem wäre wohl wert gewesen, daß sie damals in den Abgrund der Hölle versunken wäre, die nicht so viel die Ehre ihrem Heiland beweise, daß sie ihm irgend eine kleine Kammer und Bett mit einem Kissen leihet. Seine Wiege ist zuerst der lieben Mutter Schoß, danach die Krippe. Die arme Mutter, will sie nicht erfrieren, so wird sie sich mit ihrem Mantel, den sie gehabt, allein zudecken; denn hier ist niemand, der Kind oder Mutter etwas leihen, dienen, oder mit dem Geringsten helfen könnte. 5. Warum malt doch der Evangelist diese Geburt so arm und elend? Darum, daß du daran denken und es nimmermehr vergessen sollst, und es dir durch Dein Herz gehen lassen, und besonders, weil du wir hörst, es ist alles deinetwegen geschehen, daß du darüber fröhlich und Gott auch dankbar dafür bist. Es ist eine weite Reise von Nazaret aus Galiläa nach Bethlehem, ja, soweit als aus Sachsen nach Bayern, wenn nicht noch weiter. Da ist es doch wohl zu denken, daß sie auch nicht viel Hausrat mitgeführt oder getragen haben. So werden die Windeln oder was sonst zu solchem Handel gehört, auch nicht besonders schön gewesen sein, daß sie das Kind vielleicht nur mit ihrem Hemd eingewickelt und ihm die Krippe gelegt hat. Denn sie hat es nicht immer im Schoß halten können, und sich an den Kleidern und Leib der Mutter wärmen, sondern das liebe Kind mußte sich mit Stroh und Heu und einer Krippe behelfen. Josef hat auch das Beste tun müssen, und es wird wohl so gewesen sein, daß eine Magd dem Hause mit Wasser holen und anderen ihnen gedient habe, wie es in der Not üblich ist. Aber solches ist hier nicht geschrieben. Darum ist es zu vermuten, obwohl jedermann wußte, daß ein junges Weib im Kuhstall gelegen, sich doch niemand ihrer angenommen hat. 6. Spuck du dich an, du schändliches Bethlehem, weil du dich so hart und unbarmherzig gegen deinen Heiland stellst, daß du ihm auch den geringsten Dienst nicht erzeigst! Du hättest die Strafe von Sodom und Gomorra besser verdient, daß Schwefel und Feuer vom Himmel herab geregnet wäre und dich zu Grunde vertilgt. Denn obgleich die Jungfrau Maria eine Bettlerin, oder, eine ehrliche Frau gewesen, so sollte man doch in solcher Not und Zeit, ihr zu dienen willig und geneigt gewesen sein. Ja wohl, es wird nichts daraus, dies Kind muß in Tüchern gewickelt und in eine Krippe gelegt werden, dabei bleibt es. So soll dieser Herr auf Erden empfangen werden, wohl die anderen prassen, fressen, große Pracht treiben mit schönen Kleidern, herrlichen Häusern. 7. Das ist das erste Stück von der Geschichte, welche uns darum so vorgeschrieben ist, daß wir das Bild lernen sollen und in unser Herz fassen, wie unser lieber Herr Jesus Christus so elendiglich in dieser Welt geboren ist, auf das wir lernen Gott für solche große Wohltat zu danken und zu loben, daß wir armen, elenden, ja auch verdammten Menschen heut zu so großen Ehren gekommen, daß wir ein Fleisch und Blut mit dem Sohn Gottes geworden sind. Denn eben der ewige Sohn des ewigen Vaters, durch welchen Himmel und Erde aus nichts erschaffen ist, der ist, wie wir hören, Mensch geworden und auf diese Welt geboren wie wir, ohne daß es mit ihm ohne alle Sünde zugegangen ist. Deswegen mögen wir rühmen, daß Gott unser Bruder, ja, unser Fleisch und Blut geworden sei. Diese große Ehre ist nicht den Engeln, sondern uns Menschen widerfahren. Deswegen obwohl die Engeln eine herrlichere Kreatur sind denn wir, so hat doch Gott uns mehr und höher geehrt und sich näher zu uns getan, denn zu den Engeln, weil er nicht ein Engel, sondern ein Mensch geworden ist. Wenn nun wir Menschen solches recht bedenken und von Herzen glauben könnten, so sollte gewißlich solche unaussprechliche Gnade und Wohltat unseres lieben Herrn Gottes eine hohe große Freude machen, und uns treiben, daß wir Gott von Herzen dafür dankten, ihn liebten und gern uns nach seinen Willen halten würden. 8. Im Papsttum hat man eine Geschichte erzählt:. Es sei der Teufel auf eine Zeit in eine Kirche zur Messe gekommen, und da man die Worte gesungen habe: " Gottes Sohn ist Mensch geworden ", und die Leute gestanden und sich nicht niedergekniet, hat er ihnen auf das Maul geschlagen, und geschimpft und gesagt:. Du grober Bauer, schämst du dich nicht, daß du so stehst wie ein Stock, und nicht vor Freuden niederfällst? Wenn Gottes Sohn unser Bruder geworden wäre wie euer, müßten wir nicht, wo wir vor Freude bleiben sollten. Ich glaube nicht, daß es wahr ist; denn der Teufel ist uns und dem Herrn Christus zu feind: aber daß es gewißlich wahr, der es so gedichtet hat, der hat einen hohen Geist gehabt, und die große Ehre wohl verstanden, welche uns wiederfahren ist indem, daß Gottes Sohn ist Mensch geworden: nicht wie Eva noch Adam, der aus Erden ist gemacht worden; sondern er ist uns noch näher gekommen, besonders weil er aus Fleisch und Blut von der Jungfrau Maria geboren ist, wie andere Menschen, ohne daß sie, die Jungfrau, allein gewesen, und vom Heiligen Geist geheiligt, ohne Sünde und vom Heiligen Geist diese selige Frucht empfangen hat. Außer diesem ist er uns gleich und ein rechter natürlicher Weibessohn. 9. Adam und Eva sind nicht geboren, sondern geschaffen. Denn Adam hat Gott aus der Erde gemacht; das Weib aber aus seiner Rippe. Wieviel aber ist Christus uns näher, denn die Eva ihrem Mann Adam, besonders weil er unser Fleisch und Blut ist? Solche Ehre sollten wir hoch achten, und wohl in unsere Herzen bilden, daß der Sohn Gottes ist Fleisch geworden, und gar kein Unterschied zwischen seinem und unserem Fleisch ist, nur das sein Fleisch ohne Sünde ist. Denn er ist von dem Heiligen Geist empfangen, und Gott hat die Seele und den Leib der Jungfrau Maria voll Heiligen Geistes gegossen, daß sie ohne alle Sünde gewesen ist, als sie den Herrn Jesus empfangen und getragen hat. Außer denselben ist alles natürlich an ihm gewesen, wie an anderen Menschen: daß er gegessen, getrunken, ihn gehungert, gedürstet, gefroren hat, wie andere Menschen. Solche und dergleichen natürliche Gebrechen, welche der Sünden wegen auf uns geerbt sind, hat er, der ohne Sünde war, getragen und gehabt, wie wir, wie Paulus sagt:. Er sei erfunden in allem ein Mensch wie wir, der gegessen, getrunken, fröhlich und traurig gewesen ist. 10. Das heißt ja sich tief demütigen und herunter lassen. Denn er hätte es wohl machen können, daß er ein Mensch geworden, wie er jetzt im Himmel ist, daß er Fleisch und Blut hat wie wir; aber nicht, was wir tun. Solches hätte er wohl von Anfang an tun können; aber er hat es nicht tun wollen, auf das er uns anzeigt, was für eine Liebe er zu uns hat, daß wir uns darüber freuen, trösten und rühmen können, daß wir einen Bruder im Himmel haben, diesen sollen wir mögen, ja, sollen ihnen annehmen. Denn ein unseliger Mensch ist der, der ihn nicht annimmt, noch diese Freude in seinem Herzen fühlt. 11. So ist nun die Ursache, daß diese Geschichte jährlich gepredigt wird, auf das ein jegliches junges Herz sich solches vorhalte, und Gott dafür danke und spreche:. Es hat keine Not mit mir; denn ich habe einen Bruder, der geworden ist wie ich bin. Warum er nun also geworden sei und was er dadurch habe ausrichten wollen, sage ich noch nicht. Denn darum ists geschehen, daß er uns errette von der Sünde und ewigen Tod. Aber ich will jetzt allein sagen von der Ehre des ganzen menschlichen Geschlechts, der wir uns mit der Wahrheit rühmen und fröhlich darüber sein sollen, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist. Solcher Ehre können sich alle Menschen rühmen. Die Christen aber haben danach ein Höheres, daß sie solcher Ehre auch in Ewigkeit genießen sollen. Dies Stück sollen wir aufs erste von dieser Geschichte merken. 12. Zum anderen dient dies treffliche hohe Beispiel uns auch dazu:. Weil Christus, der Sohn Gottes, sich so demütigt, und alle seine Ehre an das arme Fleisch gewandt, und die göttliche Majestät, davor die Engel zittern, sich so herunter gelassen hat, geht daher wie ein armer Bettler; oben im Himmel beten ihn die Engel an, hier unten auf Erden dient er uns und legt sich in unseren Schlamm: weil nun, sage ich, der Sohn Gottes solches getan hat, so sollen wir auch lernen, ihm zu Lob und Ehren, gern demütig sein, und seinem Wort nach unser Kreuz auf uns nehmen, allerlei Trübsal leiden und ihm also folgen. Denn was kann es uns schaden, oder warum wollten wir uns des Leidens schämen? Weil unser lieber Herr gelitten hat Frost, Hunger und Kummer. Sonderlich aber ging es elendig und armselig zu, wie gesagt, da er auf Erden kam und geboren ward. Da weder Gefäß noch Stube, weder Kissen, Windel noch Bettlergewand; er mußte in einer Krippe liegen, vor den Kühen und Ochsen. So denn nun dein lieber Bruder, der König Himmels und der Erden und aller Kreatur, so elend sich daher legt; spuck du dich mal an, warum wolltest du so herrlich sein und nichts leiden? Wer bist du denn? Ist es nicht wahr, du bist ein armer Sünder, der du nicht wert bist, daß du auf einem Brette liegen solltest. Liegst aber auf einem weichem Bette; aber dein Herr auf hartem Stroh und in einer Krippe. 13. Ist dies nicht ein verdrießlicher Handel? Wir sehen hier, in was für einer Demut und Armut unser Herr Jesus liegt um unseretwillen; und wir wollen Könige sein, frei ausgehen und nichts leiden. Das will sich wohl übel reimen, wenn der Herr in solchem Elend und Armut, uns zu gut, geboren wird, dazu für uns am Kreuz stirbt; und wir faulen Narren wollten immerfort in guter Ruhe und Friede sitzen! Nein, daß reimt sich nicht:. " Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn ", spricht Christus. 14. Darum sollen wir wohl lernen und mit Ernst bedenken, erstlich, zu was für Ehren wir gekommen in dem, daß Christus Mensch geworden ist. Denn es ist eine solche Ehre, daß wenn einer ein Engel wäre, wünschen möchte, daß er ein Mensch wäre, daß er auch sich rühmen möchte:. Mein Fleisch und Blut sitzt über allen Engeln. Darum sollten wir Menschen uns ja billig für selig halten. Gott gebe, daß wir es verstehen, zu Herzen nehmen und Gott dafür dankbar sind. Zum anderen sollen wir das Beispiel von Christus fleißig ansehen, was er, der ein Herr ist über alle Herren, in seiner ersten Zukunft uns armen Menschen bewiesen, und um unseretwillen gelitten hat. Solches würde uns bewegen und treiben, daß wir von Herzen auch anderen Leuten gerne helfen und dienen, ob es uns auch gleich sauer würde, und wir etwas darüber leiden müßten. Dazu helfe uns Gott mit seinem Heiligen Geist, durch unseren lieben Herrn Jesu Christum, Amen.
Am Neujahrstag 2002-03-24 17:51:20 read : 17 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. 1.
Am Neujahrstag 2002-03-24 17:51:20 read : 17 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. 1. Am heutigen Fest hat man besonders von zwei Stücken zu predigen. Das erste, von der Beschneidung. Das andere, von dem Namen Jesu, von welchem der Evangelist das besonders meldet, wie er vom Engel genannt sei, ehe denn das Kind in Mutterleib empfangen ist. Darum muß an solchem Namen sehr viel gelegen sein. 2. Wir wollen zuerst von der Beschneidung sagen, einen Unterschied machen, nicht wegen des Werkes, sondern der Person wegen, davon man heute predigt, wie sie beschnitten sei. Nun ist aber zwischen der Beschneidung Christi und der anderen Juden so ein großer Unterschied, soweit Himmel und Erde von einander sind. Ursache, die Personen sind ganz und gar ungleich und unterschieden, wie ihr nachher hören werdet. 3. Nun hat aber die Beschneidung der Juden ihren Ursprung aus der Schrift, wie man im ersten Buch Mosel liest, Kapitel 17,10 ff. Hat dazu auch ihre bestimmte Zeit, wie lange sie währen soll, nämlich bis auf Christus. Mit Abraham hat es angefangen. Dem befahl Gott, er und sein Hausgesinde sollten sich beschneiden lassen. Und was von nun an Knaben geboren würden, sollten aller am achten Tag nach der Geburt auch beschnitten werden. Welche nun solch ein Zeichen der Beschneidung an ihrem Leib hätten, deren Gott wollte er sein, und sich ihrer annehmen wie seines Volkes. 4. Nun ist es nicht ohne besonderen Rat Gottes so geordnet, daß nicht allein Abraham, sondern all sein Gesinde im Hause, was männlich war, sich beschneiden lassen mußte, auf das die Juden nicht rühmten, sie wären allein Gottes Volk. Denn hier nimmt Gott bald im Anfang Abrahams Knechte, welche Heiden waren, auch zu seinem Volk und Kindern an in das Erbe, da Abrahams Blutkinder und Leiberben zugehörten; ja, kommen eher dazu als Isaak, da auf den die Verheißung lautet; so sie doch schlechte erkaufte Knechte von den Heiden gewesen sind. Darum dürfen sich die Juden nicht so hoch rühmen. Denn wenn sie die Beschneidung gleich groß machen, so können sie es nicht leugnen, daß Gott zur selben Zeit auch Heiden, die nicht Abrahams Kinder, sondern seine erkauften Knechte waren, berufen hat. 5. Von dieser Beschneidung kennen wir heute nicht mehr, denn als die bloße Deutung und das Bild des Glaubens. Wie andere Geschichten, die vorüber und vollbracht sind, auch allein zu dem dienen, daß wir die Beispiele des Glaubens und guter Werke daraus lernen sollen. Die Werke dürfen wir nicht tun; dennoch müssen wir denselben Gehorsam und Glauben haben, welchen die gehabt, so damals gelebt haben. Also predigen wir von der Beschneidung heutigen Tages auch, nicht darum, daß wir uns sollen beschneiden lassen, denn solches ist vorbei; sondern daß wir bei der Beschneidung lernen Gott gehorsam sein, wie Abraham gehorsam war. Wenn aber Christus nicht gekommen wäre, so müßten wir uns noch heutiges Tages beschneiden lassen, wenn wir uns als Gottes Volk rühmen lassen wollten. Denn da steht der Befehl klar:. " Wer nicht beschnitten ist, des Seele soll ausgerottet werden aus meinem Volk ". Diesen Befehl hat Christus aufgehoben. Befiehlt nun weiter uns, daß wir sein Volk sind, daß wir uns nicht beschneiden, sondern taufen lassen, und glauben sollen, wenn wir Gottes Kinder werden wollen. 6. Das Beispiel aber, daß wir aus der alten Beschneidung nehmen, ist dies: Gott läßt uns hier sehen, wie närrisch er seine Sache pflegt zu beginnen, wenn man der Vernunft nach richten will. Denn bei den stolzen Heiden ist das ein lächerliches und närrisches Ding gewesen, daß je auf Erden gewesen ist, daß Gott die ewige Weisheit, soll dem Menschen so ein lächerliches Gebot auflegen (da wir nicht gern von Reden), besonders aber den alten Leuten. Denn Abraham ist bereits 99 Jahre alt, da er dies Gebot empfing. 7. Aber so soll es gehen, wie wir im nächsten Evangelium auch hören. Alles was Gott vorgibt, daß soll niemand gefallen, jedermann soll darüber lachen und für die größte Narrheit halten. Wiederum, was er nicht vorgibt, und wir für uns selbst tun, ohne seinen Befehl, daß sollte ihm gefallen; so wollten wir es gern haben. Aber Gott will es nicht tun. Da geht es denn, daß die Vernunft sich stößt und ärgert, wie Paulus sagt, 1. Korinther 1,21.: " weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben ". 8. Was ist närrischer, wenn die Vernunft urteilen soll, daß sich auch weniger mit ihr reimt, denn das im Abendmal unter dem Brot der Leib Christi, unter dem Wein das Blut Christi soll zur Vergebung der Sünden gegessen und getrunken werden? Was soll ein Schluck Wein, ein Bissen Brot helfen? So denkt die Vernunft; kann es auch nicht anders denken. Aber Gott will es darum nicht ändern. Will es die Vernunft nicht glauben noch annehmen, so mag sie es lassen. 9. Also ist es mit der heiligen Taufe auch. Das ein Kind, so nach dem Befehl Christi in das Wasser getaucht, oder damit begossen wird, soll von Sünden abgewaschen, aus des Teufelsreich in Gottes Reich gerückt werden; wie reimt sich das? Wie kannst du es glauben, wenn du das Wort nach hinten setzen willst, und die Sache mit der Vernunft messen und begreifen? Dann wäre es wohl zu glauben, wenn die Sünde ein schwarzer oder roter Flecken wäre; aber weil die Sünde im Herzen, im Mark und in den Beinen steckt, scheint es, daß Wasser werde langsam hineinkommen und sie abwaschen. Also hätte auch Abraham denken können, da er den Befehl von der Beschneidung bekam:. Lieber, was soll mir das zur Seligkeit helfen, daß ich alter Mann mich beschneiden lassen soll? Was sollte es einem Kind helfen? Oder was ists besser nach der Beschneidung denn zuvor? Hätte Gott den Leib anders haben wollen, er würde ihn wohl so gemacht haben, daß man nichts davon hätte schneiden dürfen. Vernunft hätte so gesagt; kann auch nichts anderes sagen noch denken, wenn sie am klügsten sein will. 10. Aber wenn man an die Frage kommt:. Warum Gott dies oder anderes befohlen habe, so hat der Teufel schon gewonnen; wie man sieht an der Eva im Paradies. Die hatte den Befehl, sie sollte von dem verbotenen Baum nicht essen. Da sie aber solchen Befehl aus den Augen ließ, und hörte dem Teufel zu, warum doch Gott solches sollte verboten haben; da ging sie dahin, fiel in den greulichen Ungehorsam, an dem wir noch alle tragen müssen. 11. Darum sollen wir aus solchem Befehl von der Beschneidung fleißig lernen, uns danach richten:. Wenn Gott etwas heißt, sagt oder tut, so sollst du dein Maul halten und auf deine Knie fallen, weiter nichts fragen noch sagen, sondern tun, was er dir heißt, hören, was er dir sagt, und dir gefallen lassen, was er tut. Denn Gott will von uns nicht gemeistert sein, die wir von Natur Kinder des Zorns, Sünder und Lügner sind. Darum ist und sein Rat, Wort und Werk viel zu hoch, daß wir es verstehen könnten. Dazu sind wir noch so blinde, vermessene Narren, die denken, daß sie es nicht allein verstehen, sondern auch wohl noch besser machen könnten. Darum sagt Jeremia wohl:. " Des Menschen Herz ist so heillos und tückisch, daß es niemand ausgründen kann ". Weil wir nun solcher Unart von Natur sind, so sollten wir unsere Weisheit bei Seite legen, und in Gottes Sachen und Geboten also denken:. Sieht es mich närrisch an, so ist es in Wahrheit keine andere Ursache, denn daß ich ein großer Narr bin, der die göttliche Weisheit nicht verstehen noch fassen kann; denn meine Torheit und Blindheit hindert mich. 12. Also ist nun die alte Beschneidung ein Beispiel eines feinen Glaubens, daß Abraham und seine Knechte über solchem Befehl sich nicht entsetzt, sondern demselben sofort nachgekommen sind. Haben nicht gedacht:. Ei, es ist ein närrisches Ding, wenn wir Alten uns beschneiden lassen, Gott wird es nicht so meinen, es muß einen anderen Verstand haben (wie die Sakramentsschänder von der Taufe und dem Abendmal geredet haben). Was will Gott an dem närrischen Ding haben, daß man den Leib beschneiden soll? Wofür sollte doch dasselbe gut sein? Solches aber haben sie nicht gedacht; sondern sind dem Befehl nach gekommen, und beschlossen:. Weil es Gott so befohlen und so haben will, es sei so närrisch es immer will, so werde ich nicht selig, ich folge denn seinem Befehl, wie er geheißen hat. Das also die Beschneidung ein feines Beispiel ist eines festen und rechtschaffenen Glaubens, welchen Abraham und seine Knechte gehabt haben; daraus wir lernen sollen, daß wir dergleichen auch tun, uns unsere Weisheit und Vernunft vom Wort Gottes nicht verführen lassen. 13. Dieses sei von der alten Juden Beschneidung geredet, die nicht länger stehen soll denn als das Gesetz, das ist, bis auf Christus, der es mit dem Gesetz ein Ende gemacht hat. Wie solches fein in dem angezeigt ist, daß die Kinder am achten Tag beschnitten sein mußten. Denn die Schrift hält die Ordnung daß nach sechs Tagen der Sabbat ist, und der Tag, so auf den Sabbath folgt, ist der achte Tag, da eine neue Woche anfängt. Denn unser lieber Herr Christus hat mit der Beschneidung angefangen zu erfüllen die Predigt, die von ihm gesagt war, daß er sollte sein ein Heiland und ein Licht für die Heiden, der nicht im kleinen Winkel des Judentums sein Regiment allein führen, sondern in aller Welt durch sein Evangelium regieren, uns von allen Sünden frei machen, da ist er beschnitten worden, und mit seiner Beschneidung der vorigen ein Ende gemacht hat. 14. Ich habe aber am Anfang gesagt, wenn man von der Beschneidung Christi recht wollte reden, so müsse man ja so einen weiten Unterschied zwischen der Beschneidung Christi und der Juden machen, als zwischen Himmel und Erde. Denn hier sind die Personen ungleich, ob es wohl einerlei Werk ist. Die Beschneidung, eben wie das Gesetz, war denen gegeben, die Sünder und des ewigen Todes schuldig waren. Nun aber ist Christus ohne alle Sünde und ein Herr des Gesetzes, mit dem das Gesetz nicht zu schaffen hat; denn es hat allein mit den Sündern zu schaffen. Er aber ist kein Sünder. Daß er nach dem Gesetz eben wie nun ein ander sündig Kindlein beschnitten wird, im selben vergreift sich das Gesetz an ihm, muß deswegen seine Strafe leiden und aufhören. Wenn es Christus hätte tun wollen, so hätte er das Gesetz wohl mit Gewalt können abschaffen und aufheben; denn er ist ja ein Herr des Gesetzes, mit dem das Gesetz nicht zu schaffen hat, darum, daß er ohne alle Sünde ist. Aber er hat es nicht wollen tun mit Gewalt, sondern mit Liebe und Demut. Solches geschieht nun uns zu gut, daß wir es annehmen und uns trösten sollen. 15. Denn für seine Person hat es unser lieber Herr Christus nicht bedurft; ebensowenig er es für seine Person wegen bedurft hat, daß er Mensch geworden ist oder an das Kreuz sich schlagen ließ. Er tut es um unseretwillen; denn wir bedürften eines solchen Mannes, der ohne Sünde wäre, und für uns das Gesetz erfüllte und also den Zorn Gottes stillte. Wegen dieser Ursache hat er sich unter das Gesetz getan, schenkt solchen Sieg, den er am Gesetz erlangt hat, uns, daß wir sein brauchen und genießen sollen, und fortan all das Recht zum Gesetz durch ihn haben, daß er zum Gesetz hat, daß es uns nicht mehr verdammen noch fangen. Denn wer sich an Christum mit rechtem Glauben hält, der soll durch ihn von solcher Verdammnis erlöst sein. 16. Darum merke diesen Unterschied wohl; denn da ist alles an gelegen. Abraham mußte unter das Gesetz und sich beschneiden lassen; denn er ist ein Sünder, und deswegen hat das Gesetz einen Anspruch an ihn. Christus aber ist kein Sünder, er darf deswegen nicht unter das Gesetz; dennoch tut er sich unter das Gesetz, auf das alle, die sich an ihn mit Glauben halten, durch ihn vom Fluch des Gesetzes frei und ledig sein sollen. 17. Deswegen ist das Fest der Beschneidung Christi ein sehr tröstliches Fest, da man Grund hat Gott zu loben und zu danken, daß ob wir gleich dem Gesetz durch unsere Sünden verfallen sind, dennoch solches an unserer Seelen Seligkeit uns nicht schaden, sondern wir durch Christus von dem Fluch des Gesetzes frei und ledig sein sollen, der um unseretwillen den Fluch des Gesetzes getragen und sich dem Gesetz unterworfen hat. 18. Daß es aber Not gewesen sei, daß wir von dem Gesetz los und frei werden, lehrt Paulus, 1. Korinther 7,19. " Die Beschneidung ist nichts, sondern Gottes Gebote halten ". Das sind sehr stolze Worte, den Juden nicht lieb; denn es ist so viel gesagt:. Keiner, der beschnitten ist, erfüllt Gottes Gebot oder hält das Gesetz. Was ist aber das anderes, denn, die beschnitten sind, sind nicht beschnitten; oder, daß ich es noch deutlicher sage:. Durch die Beschneidung erfüllt niemand das Gesetz; niemand wird auch dadurch von Sünden frei. Denn obgleich die Juden sich beschneiden lassen haben, steht gleich wohl noch Gottes Gebot und Befehl da:. " Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und ganzem Gemüt ". Da gib mir einen Menschen, der sich rühmen könne, daß er es getan habe oder tun könne. Das Gesetz spricht:. " Du sollst dich nicht gelüsten lassen ". Gibt mir einen Menschen, der sich könne rühmen, daß er es getan hat oder tun könne. In der Summe:. Nimm ein Gebot vor dich, welches du willst, so mußt du bekennen, daß niemand sei, der es vollkommen gehalten habe. 19. Was gehört aber für ein Urteil auf solche Leute, die Gottes Gebot nicht halten, ob sie gleich beschnitten sind? Das zeigt Paulus an aus dem fünften Buch Mose, da also steht:. " Verflucht sei jeder Mann, der nicht bleibt in alle dem, daß geschrieben stehet in diesem Buch des Gesetzes, daß er es tue ". Schließt deswegen, daß alle die, so mit des Gesetzes Werken umgehen, sind unter dem Fluch. Ursache, sie können es nicht halten. Denn so man das Gesetz könnte halten, so hätte es nicht Not. Weil man es aber nicht halten kann, so folgt, daß das Gesetz uns verklagt, würgt, dem Teufel gibt, und in die Hölle stößt. 20. Darum muß man eine höhere und bessere Predigt haben, die uns mehr gebe, denn das Gesetz, welches mir nicht kann, denn daß es gebietet:. Wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben, unseren Nächsten, wie uns selbst, auch wenn er uns Leid tut und wir uns gern rächen wollten. Da wird aber nichts aus. Die Natur regt sich mit Zorn, Unwillen, Ungeduld, Haß, Leid, Hoffart. Darum ist niemand, der solche Predigt könne Folge tun. Und ob man schon so viel tut, als möglich ist, so können wir doch damit vor Gott nicht bestehen. 21. Daß ist nun die Ursache, daß ein Höhrerer und Größerer kommt, nämlich Christus, der Sohn Gottes; der ist ohne alle Sünde, läßt sich dennoch beschneiden wie andere Sünder, gibt sich also in aller Demut unter das Gesetz, daß er es gar aufhebe und uns davon freimache, die wir nicht konnten solche Last tragen, mußten deswegen unter dem Fluch und Zorn Gottes bleiben. Wie denn nicht allein unserer Erfahrung, sondern auch der Heiligen Propheten Zeugnis am Tag liegt. Denn was hätte sonst den heiligen Propheten David Not getan, da er sagt dem 19. Psalm, 13:. " Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehler ", da ich nichts von weiß; also Psalm 143,2: " gehe nicht in das Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein lebendiger gerecht "; also, Psalm 130, 3: " so du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? " 22. Solche und andere mehr Sprüche zeugen genügend, daß es unmöglich ist, daß ein Mensch könne sagen, er habe dem Gesetz genug getan, und sei seiner Werke wegen dem Zorn Gottes entgangen. Weil nun das Gesetz uns dermaßen gefangen hält und läßt uns nicht vor Gott, sondern hindert viel mehr solche Zuversicht, die wir zu Gott haben sollten: so folgt, wo wir vor Gott wollen, daß wir etwas Höheres denn die Gesetzes Predigt haben müssen, nämlich die Predigt des heiligen Evangelium, in welcher unser lieber Herr Christus den Juden und uns verkündigen läßt, daß wir unserer Sünden wegen verdammt sind. Und hilft die Juden nichts, daß sie beschnitten sind; denn solche Beschneidung macht nicht von Sündern frei; wie die Propheten sagen, ob sie gleich am Leib beschnitten sind, daß doch das Herz unbeschnitten und unrein sei. Das aber entledigt uns, daß das Evangelium weiter predigt, wie unser lieber Herr Christus, welcher dem Gesetz nicht schuldig, sondern ohne Sünde war, dennoch sich unter das Gesetz gegeben und sich beschneiden lassen habe, auf das er eine Ursache zum Gesetz gewinne, und zu ihm sagen kann:. Hörst du, Gesetz, du machst mich zum Knecht, so ich doch dein Herr bin; darum mußt du mir wieder dienen, mein Knecht und Gefangener wieder sein. 23. Das Recht nun, daß unser lieber Herr Christus zum Gesetz hat seiner Person wegen, daß schenkt er mir und dir; und nimmt dem Gesetz sein Recht, daß es wider uns, als die armen Sünder, hat; spricht uns davon frei und los. Doch nicht darum, daß wir nichts tun, und leben sollen, wie wir wollen; sondern also, daß wo wir nicht getan haben, was wir sollen, solches uns vergeben und nicht zugerechnet und an unserer Seligkeit nicht schaden soll. 24. Deswegen dürfen die, so an Christus glauben, nichts von der Beschneidung. Denn sie sind nicht allein von solchen und anderen Beschwerungen des Gesetzes befreit, sondern haben Vergebung aller Sünden und Verheißung des ewigen Lebens durch Christum. Darum können sie rühmen und sagen:. Das Gesetz hilft mir nicht, die Beschneidung auch nicht; das aber hilft, daß ich glaube, daß Christus beschnitten ist; denn solches ist um meinetwillen geschehen, daß ich einen Bürgen habe, der für mich die Schuld trägt, welcher Schuld mich das Gesetz, meiner Sünden wegen, überweisen kann. Darum will ich seiner Unschuld mich trösten und sprechen:. Das Gesetz ist eine Zeitlang gleich wie ein Herr im Himmel gewesen; denn es hat uns Menschen vor Gott verklagt; das haben wir müssen also leiden. Uns geschah auch nicht Unrecht, weil wir die Sünden nicht leugnen konnten. Aber jetzt ist es umgekehrt, weil wir durch die Beschneidung von Christi von der Beschneidung und dem Fluch des Gesetzes erlöst sind. 25. Mit meiner Beschneidung, mit meiner Liebe zu Gott und zu den Menschen, mit meinem Gehorsam ist es nicht ausgerichtet, da will ich nicht drauf hoffen, noch mich darauf verlassen. Alle meine Zuversicht aber, Trost und Trotz soll das sein, daß Christus gehorsam, unschuldig und heilig ist. Solche Zuversicht und Hoffnung wird mir nicht fehlen; denn es ist ein gewisser Trost und fester Schirm. Ehe ich den hatte, meinte ich, ich müßte dran und das Gesetz erfüllen, oder verdammt sein. Nun aber weiß ich, daß es eine unmöglich Ding ist, mir und allen Menschen, die wir solche Last nicht können tragen. Christus aber hat sie von uns auf sich genommen, sich unter das Gesetz geworfen und daselbst mit der Beschneidung angefangen, auf das er es erfüllt und nichts zurück ließe, daß Gott uns armen Sündern zum Gehorsam aufgelegt hat; solches ist mein Herz und Trost. 26. Ich soll wohl meinen alten Adam zähmen und dahin halten, daß er tue, was er soll, denn sonst wäre ich ein ungehorsames Kind. Aber es läuft über die maßen viel Ungehorsam bei mir. Wir tun viel, daß wir lassen sollten; lassen viel, daß wir tun sollten; häufig fallen wir auch noch in grobe, schreckliche Sünde. Hier es kein anderer Trost, denn daß wir fliehen unter diesen Schirm, der da heißt:. " Christus hat sich unter das Gesetz getan "; und sollen uns trösten, was unserem Gehorsam mangelt, daß es Christus erfüllt habe. Denn mit uns wird es nie dahin kommen, daß wir alles tun, was wir sollen, wie Paulus sagt:. " Ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inwendigen Menschen; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, daß da widerstrebt dem Gesetz in meinem Gemüt, und nimmt mich gefangen in der Sünden Gesetz, welches ist in meinen Gliedern ". Das ist so viel gesagt:. Ich muß tun, was das Fleisch will; aber nach dem Glauben tue ich es nicht, sondern es ist mir leid, bin nicht so gern gefangen. 27. Also wird nun die christliche Gerechtigkeit ganz, daß ich mich erkenne für einen armen Sünder, der ich dem Gesetz nie genug tun kann. Aber darum verzweifle ich nicht. Denn hier sehe ich, daß mein Herr Christus sich meiner angenommen, und für mich unter das Gesetz gegeben und dem Gesetz genug getan hat. Darum folgt weiter, daß ein solches Herz sagen muß:. Ei, hat das mein Gott um meinetwillen getan? Sollte ich denn nicht auch solchen gnädigen Gott lieb haben? Sollte ich mich seines Willens nicht von Herzen fleißigen und wiederum auch tun, was ihm lieb ist? Also wird man lustig und freundlich gegen Gott, und folgt die rechte Erfüllung des Gesetzes, die nicht gezwungen, sondern willig ist. Ob nun gleich solche Erfüllung, des Fleisches wegen, noch nicht ganz und unvollkommen ist, so läßt es sich Gott doch gefallen, um des Glaubens willen an Christus. Denn was noch unrein und unvollkommen daran ist, daß gehört unter den Deckel und unter den Schirm der Vergebung der Sünden. 28. Also ihr Lieben, habt jetzt von zweierlei Beschneidung gehört. Die erste hat Gott geboten, und bis auf Christus haben die Juden sich unter solche Beschneidung, eben wie unter das Gesetz, mit dem Gehorsam müssen geben. Aber damit sind sie noch nicht selig geworden. Denn niemand hat jemals dem Gesetz können genug tun. Darum, obwohl die Beschneidung da gewesen ist, so hat doch nichts desto weniger das Gesetz alle Juden verklagt und vor Gott verdammt. Dadurch aber wird man selig und heilig, daß man Christus hat, der sich unter das Gesetz gegeben und den Fluch von uns genommen hat. Die Juden nun, so solches geglaubt und ihre Seligkeit auf den verheißenen Samen gestellt haben, denen ist die äußerliche Beschneidung ein Siegel gewesen, daß sie vor Gott gerecht sind, nicht der Beschneidung, sondern des Glaubens wegen an Christus. 29. Darum ist das Fest von der Beschneidung Christi ein tröstliches Fest, an welchen wir lernen, wenn wir vor Gott kommen sollen, daß wir sagen: Herr, du hast den Juden die Beschneidung geboten; den Juden und uns allen hast du geboten, wir sollen dich von ganzem Herzen lieb haben, unseren Nächsten wie uns selbst: aber, lieber Herr, ich habe es leider nicht getan, und kann es auch nicht tun, daß ich darum nach meinem Verdienst, verloren und ewig verdammt sein müßte. Aber das ist mein Trost und Schirm, dahinter fliehe ich mich: Dein lieber Sohn Christus Jesus, mein Herr, hat sich unter das Gesetz gegeben, und sich beschneiden lassen, ein anderer Sünder, und also deinen Willen vollkommen getan; denn sonst hätte er sich nicht, wie ein anderes Kind, am achten Tage beschneiden lassen. Solches ist um meinet-und aller Sünder willen geschehen, und uns geschenkt und zu eigen gegeben. Denn seiner Person wegen hätte er es nicht bedurft. Darum nehme ich mich dieses an, und bitte dich, lieber himmlischer Vater, wollest mir um seinetwillen gnädig sein, und mich seiner Frömmigkeit und Heiligkeit genießen lassen. Das also jedermann lerne auf die Heiligkeit und Unschuld unseres lieben Herrn Christus vertrauen; so fahren wir gewiß, und wird weder Sünde noch Tod gegen uns siegen. Daß verleihe uns unser lieber Herr Christus, Amen.
Am Neujahrstag 2002-03-24 17:51:44 read : 105 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. 1
Am Neujahrstag 2002-03-24 17:51:44 read : 105 내용넓게보기. 프린트하기 Lukas 2,21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. 1. Am heutigen Fest hat man besonders von zwei Stücken zu predigen. Das erste, von der Beschneidung. Das andere, von dem Namen Jesu, von welchem der Evangelist das besonders meldet, wie er vom Engel genannt sei, ehe denn das Kind in Mutterleib empfangen ist. Darum muß an solchem Namen sehr viel gelegen sein. 2. Wir wollen zuerst von der Beschneidung sagen, einen Unterschied machen, nicht wegen des Werkes, sondern der Person wegen, davon man heute predigt, wie sie beschnitten sei. Nun ist aber zwischen der Beschneidung Christi und der anderen Juden so ein großer Unterschied, soweit Himmel und Erde von einander sind. Ursache, die Personen sind ganz und gar ungleich und unterschieden, wie ihr nachher hören werdet. 3. Nun hat aber die Beschneidung der Juden ihren Ursprung aus der Schrift, wie man im ersten Buch Mose liest, Kapitel 17,10 ff. Hat dazu auch ihre bestimmte Zeit, wie lange sie währen soll, nämlich bis auf Christus. Mit Abraham hat es angefangen. Dem befahl Gott, er und sein Hausgesinde sollten sich beschneiden lassen. Und was von nun an Knaben geboren würden, sollten aller am achten Tag nach der Geburt auch beschnitten werden. Welche nun solch ein Zeichen der Beschneidung an ihrem Leib hätten, deren Gott wollte er sein, und sich ihrer annehmen wie seines Volkes. 4. Nun ist es nicht ohne besonderen Rat Gottes so geordnet, daß nicht allein Abraham, sondern all sein Gesinde im Hause, was männlich war, sich beschneiden lassen mußte, auf das die Juden nicht rühmten, sie wären allein Gottes Volk. Denn hier nimmt Gott bald im Anfang Abrahams Knechte, welche Heiden waren, auch zu seinem Volk und Kindern an in das Erbe, da Abrahams Blutkinder und Leiberben zugehörten; ja, kommen eher dazu als Isaak, da auf den die Verheißung lautet; so sie doch schlechte erkaufte Knechte von den Heiden gewesen sind. Darum dürfen sich die Juden nicht so hoch rühmen. Denn wenn sie die Beschneidung gleich groß machen, so können sie es nicht leugnen, daß Gott zur selben Zeit auch Heiden, die nicht Abrahams Kinder, sondern seine erkauften Knechte waren, berufen hat. 5. Von dieser Beschneidung kennen wir heute nicht mehr, denn als die bloße Deutung und das Bild des Glaubens. Wie andere Geschichten, die vorüber und vollbracht sind, auch allein zu dem dienen, daß wir die Beispiele des Glaubens und guter Werke daraus lernen sollen. Die Werke dürfen wir nicht tun; dennoch müssen wir denselben Gehorsam und Glauben haben, welchen die gehabt, so damals gelebt haben. Also predigen wir von der Beschneidung heutigen Tages auch, nicht darum, daß wir uns sollen beschneiden lassen, denn solches ist vorbei; sondern daß wir bei der Beschneidung lernen Gott gehorsam sein, wie Abraham gehorsam war. Wenn aber Christus nicht gekommen wäre, so müßten wir uns noch heutiges Tages beschneiden lassen, wenn wir uns als Gottes Volk rühmen lassen wollten. Denn da steht der Befehl klar:. " Wer nicht beschnitten ist, des Seele soll ausgerottet werden aus meinem Volk ". Diesen Befehl hat Christus aufgehoben. Befiehlt nun weiter uns, daß wir sein Volk sind, daß wir uns nicht beschneiden, sondern taufen lassen, und glauben sollen, wenn wir Gottes Kinder werden wollen. 6. Das Beispiel aber, daß wir aus der alten Beschneidung nehmen, ist dies: Gott läßt uns hier sehen, wie närrisch er seine Sache pflegt zu beginnen, wenn man der Vernunft nach richten will. Denn bei den stolzen Heiden ist das ein lächerliches und närrisches Ding gewesen, daß je auf Erden gewesen ist, daß Gott die ewige Weisheit, soll dem Menschen so ein lächerliches Gebot auflegen (da wir nicht gern von Reden), besonders aber den alten Leuten. Denn Abraham ist bereits 99 Jahre alt, da er dies Gebot empfing. 7. Aber so soll es gehen, wie wir im nächsten Evangelium auch hören. Alles was Gott vorgibt, daß soll niemand gefallen, jedermann soll darüber lachen und für die größte Narrheit halten. Wiederum, was er nicht vorgibt, und wir für uns selbst tun, ohne seinen Befehl, daß sollte ihm gefallen; so wollten wir es gern haben. Aber Gott will es nicht tun. Da geht es denn, daß die Vernunft sich stößt und ärgert, wie Paulus sagt, 1. Korinther 1,21.: " weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben ". 8. Was ist närrischer, wenn die Vernunft urteilen soll, daß sich auch weniger mit ihr reimt, denn das im Abendmal unter dem Brot der Leib Christi, unter dem Wein das Blut Christi soll zur Vergebung der Sünden gegessen und getrunken werden? Was soll ein Schluck Wein, ein Bissen Brot helfen? So denkt die Vernunft; kann es auch nicht anders denken. Aber Gott will es darum nicht ändern. Will es die Vernunft nicht glauben noch annehmen, so mag sie es lassen. 9. Also ist es mit der heiligen Taufe auch. Das ein Kind, so nach dem Befehl Christi in das Wasser getaucht, oder damit begossen wird, soll von Sünden abgewaschen, aus des Teufelsreich in Gottes Reich gerückt werden; wie reimt sich das? Wie kannst du es glauben, wenn du das Wort nach hinten setzen willst, und die Sache mit der Vernunft messen und begreifen? Dann wäre es wohl zu glauben, wenn die Sünde ein schwarzer oder roter Flecken wäre; aber weil die Sünde im Herzen, im Mark und in den Beinen steckt, scheint es, daß Wasser werde langsam hineinkommen und sie abwaschen. Also hätte auch Abraham denken können, da er den Befehl von der Beschneidung bekam:. Lieber, was soll mir das zur Seligkeit helfen, daß ich alter Mann mich beschneiden lassen soll? Was sollte es einem Kind helfen? Oder was ists besser nach der Beschneidung denn zuvor? Hätte Gott den Leib anders haben wollen, er würde ihn wohl so gemacht haben, daß man nichts davon hätte schneiden dürfen. Vernunft hätte so gesagt; kann auch nichts anderes sagen noch denken, wenn sie am klügsten sein will. 10. Aber wenn man an die Frage kommt:. Warum Gott dies oder anderes befohlen habe, so hat der Teufel schon gewonnen; wie man sieht an der Eva im Paradies. Die hatte den Befehl, sie sollte von dem verbotenen Baum nicht essen. Da sie aber solchen Befehl aus den Augen ließ, und hörte dem Teufel zu, warum doch Gott solches sollte verboten haben; da ging sie dahin, fiel in den greulichen Ungehorsam, an dem wir noch alle tragen müssen. 11. Darum sollen wir aus solchem Befehl von der Beschneidung fleißig lernen, uns danach richten:. Wenn Gott etwas heißt, sagt oder tut, so sollst du dein Maul halten und auf deine Knie fallen, weiter nichts fragen noch sagen, sondern tun, was er dir heißt, hören, was er dir sagt, und dir gefallen lassen, was er tut. Denn Gott will von uns nicht gemeistert sein, die wir von Natur Kinder des Zorns, Sünder und Lügner sind. Darum ist und sein Rat, Wort und Werk viel zu hoch, daß wir es verstehen könnten. Dazu sind wir noch so blinde, vermessene Narren, die denken, daß sie es nicht allein verstehen, sondern auch wohl noch besser machen könnten. Darum sagt Jeremia wohl:. " Des Menschen Herz ist so heillos und tückisch, daß es niemand ausgründen kann ". Weil wir nun solcher Unart von Natur sind, so sollten wir unsere Weisheit bei Seite legen, und in Gottes Sachen und Geboten also denken:. Sieht es mich närrisch an, so ist es in Wahrheit keine andere Ursache, denn daß ich ein großer Narr bin, der die göttliche Weisheit nicht verstehen noch fassen kann; denn meine Torheit und Blindheit hindert mich. 12. Also ist nun die alte Beschneidung ein Beispiel eines feinen Glaubens, daß Abraham und seine Knechte über solchem Befehl sich nicht entsetzt, sondern demselben sofort nachgekommen sind. Haben nicht gedacht:. Ei, es ist ein närrisches Ding, wenn wir Alten uns beschneiden lassen, Gott wird es nicht so meinen, es muß einen anderen Verstand haben (wie die Sakramentsschänder von der Taufe und dem Abendmal geredet haben). Was will Gott an dem närrischen Ding haben, daß man den Leib beschneiden soll? Wofür sollte doch dasselbe gut sein? Solches aber haben sie nicht gedacht; sondern sind dem Befehl nach gekommen, und beschlossen:. Weil es Gott so befohlen und so haben will, es sei so närrisch es immer will, so werde ich nicht selig, ich folge denn seinem Befehl, wie er geheißen hat. Das also die Beschneidung ein feines Beispiel ist eines festen und rechtschaffenen Glaubens, welchen Abraham und seine Knechte gehabt haben; daraus wir lernen sollen, daß wir dergleichen auch tun, uns unsere Weisheit und Vernunft vom Wort Gottes nicht verführen lassen. 13. Dieses sei von der alten Juden Beschneidung geredet, die nicht länger stehen soll denn als das Gesetz, das ist, bis auf Christus, der es mit dem Gesetz ein Ende gemacht hat. Wie solches fein in dem angezeigt ist, daß die Kinder am achten Tag beschnitten sein mußten. Denn die Schrift hält die Ordnung daß nach sechs Tagen der Sabbat ist, und der Tag, so auf den Sabbath folgt, ist der achte Tag, da eine neue Woche anfängt. Denn unser lieber Herr Christus hat mit der Beschneidung angefangen zu erfüllen die Predigt, die von ihm gesagt war, daß er sollte sein ein Heiland und ein Licht für die Heiden, der nicht im kleinen Winkel des Judentums sein Regiment allein führen, sondern in aller Welt durch sein Evangelium regieren, uns von allen Sünden frei machen, da ist er beschnitten worden, und mit seiner Beschneidung der vorigen ein Ende gemacht hat. 14. Ich habe aber am Anfang gesagt, wenn man von der Beschneidung Christi recht wollte reden, so müsse man ja so einen weiten Unterschied zwischen der Beschneidung Christi und der Juden machen, als zwischen Himmel und Erde. Denn hier sind die Personen ungleich, ob es wohl einerlei Werk ist. Die Beschneidung, eben wie das Gesetz, war denen gegeben, die Sünder und des ewigen Todes schuldig waren. Nun aber ist Christus ohne alle Sünde und ein Herr des Gesetzes, mit dem das Gesetz nicht zu schaffen hat; denn es hat allein mit den Sündern zu schaffen. Er aber ist kein Sünder. Daß er nach dem Gesetz eben wie nun ein ander sündig Kindlein beschnitten wird, im selben vergreift sich das Gesetz an ihm, muß deswegen seine Strafe leiden und aufhören. Wenn es Christus hätte tun wollen, so hätte er das Gesetz wohl mit Gewalt können abschaffen und aufheben; denn er ist ja ein Herr des Gesetzes, mit dem das Gesetz nicht zu schaffen hat, darum, daß er ohne alle Sünde ist. Aber er hat es nicht wollen tun mit Gewalt, sondern mit Liebe und Demut. Solches geschieht nun uns zu gut, daß wir es annehmen und uns trösten sollen. 15. Denn für seine Person hat es unser lieber Herr Christus nicht bedurft; ebensowenig er es für seine Person wegen bedurft hat, daß er Mensch geworden ist oder an das Kreuz sich schlagen ließ. Er tut es um unseretwillen; denn wir bedürften eines solchen Mannes, der ohne Sünde wäre, und für uns das Gesetz erfüllte und also den Zorn Gottes stillte. Wegen dieser Ursache hat er sich unter das Gesetz getan, schenkt solchen Sieg, den er am Gesetz erlangt hat, uns, daß wir sein brauchen und genießen sollen, und fortan all das Recht zum Gesetz durch ihn haben, daß er zum Gesetz hat, daß es uns nicht mehr verdammen noch fangen. Denn wer sich an Christum mit rechtem Glauben hält, der soll durch ihn von solcher Verdammnis erlöst sein. 16. Darum merke diesen Unterschied wohl; denn da ist alles an gelegen. Abraham mußte unter das Gesetz und sich beschneiden lassen; denn er ist ein Sünder, und deswegen hat das Gesetz einen Anspruch an ihn. Christus aber ist kein Sünder, er darf deswegen nicht unter das Gesetz; dennoch tut er sich unter das Gesetz, auf das alle, die sich an ihn mit Glauben halten, durch ihn vom Fluch des Gesetzes frei und ledig sein sollen. 17. Deswegen ist das Fest der Beschneidung Christi ein sehr tröstliches Fest, da man Grund hat Gott zu loben und zu danken, daß ob wir gleich dem Gesetz durch unsere Sünden verfallen sind, dennoch solches an unserer Seelen Seligkeit uns nicht schaden, sondern wir durch Christus von dem Fluch des Gesetzes frei und ledig sein sollen, der um unseretwillen den Fluch des Gesetzes getragen und sich dem Gesetz unterworfen hat. 18. Daß es aber Not gewesen sei, daß wir von dem Gesetz los und frei werden, lehrt Paulus, 1. Korinther 7,19. " Die Beschneidung ist nichts, sondern Gottes Gebote halten ". Das sind sehr stolze Worte, den Juden nicht lieb; denn es ist so viel gesagt:. Keiner, der beschnitten ist, erfüllt Gottes Gebot oder hält das Gesetz. Was ist aber das anderes, denn, die beschnitten sind, sind nicht beschnitten; oder, daß ich es noch deutlicher sage:. Durch die Beschneidung erfüllt niemand das Gesetz; niemand wird auch dadurch von Sünden frei. Denn obgleich die Juden sich beschneiden lassen haben, steht gleich wohl noch Gottes Gebot und Befehl da:. " Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und ganzem Gemüt ". Da gib mir einen Menschen, der sich rühmen könne, daß er es getan habe oder tun könne. Das Gesetz spricht:. " Du sollst dich nicht gelüsten lassen ". Gibt mir einen Menschen, der sich könne rühmen, daß er es getan hat oder tun könne. In der Summe:. Nimm ein Gebot vor dich, welches du willst, so mußt du bekennen, daß niemand sei, der es vollkommen gehalten habe. 19. Was gehört aber für ein Urteil auf solche Leute, die Gottes Gebot nicht halten, ob sie gleich beschnitten sind? Das zeigt Paulus an aus dem fünften Buch Mose, da also steht:. " Verflucht sei jeder Mann, der nicht bleibt in alle dem, daß geschrieben stehet in diesem Buch des Gesetzes, daß er es tue ". Schließt deswegen, daß alle die, so mit des Gesetzes Werken umgehen, sind unter dem Fluch. Ursache, sie können es nicht halten. Denn so man das Gesetz könnte halten, so hätte es nicht Not. Weil man es aber nicht halten kann, so folgt, daß das Gesetz uns verklagt, würgt, dem Teufel gibt, und in die Hölle stößt. 20. Darum muß man eine höhere und bessere Predigt haben, die uns mehr gebe, denn das Gesetz, welches mir nicht kann, denn daß es gebietet:. Wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben, unseren Nächsten, wie uns selbst, auch wenn er uns Leid tut und wir uns gern rächen wollten. Da wird aber nichts aus. Die Natur regt sich mit Zorn, Unwillen, Ungeduld, Haß, Leid, Hoffart. Darum ist niemand, der solche Predigt könne Folge tun. Und ob man schon so viel tut, als möglich ist, so können wir doch damit vor Gott nicht bestehen. 21. Daß ist nun die Ursache, daß ein Höhrerer und Größerer kommt, nämlich Christus, der Sohn Gottes; der ist ohne alle Sünde, läßt sich dennoch beschneiden wie andere Sünder, gibt sich also in aller Demut unter das Gesetz, daß er es gar aufhebe und uns davon freimache, die wir nicht konnten solche Last tragen, mußten deswegen unter dem Fluch und Zorn Gottes bleiben. Wie denn nicht allein unserer Erfahrung, sondern auch der Heiligen Propheten Zeugnis am Tag liegt. Denn was hätte sonst den heiligen Propheten David Not getan, da er sagt dem 19. Psalm, 13:. " Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehler ", da ich nichts von weiß; also Psalm 143,2: " gehe nicht in das Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein lebendiger gerecht "; also, Psalm 130, 3: " so du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? " 22. Solche und andere mehr Sprüche zeugen genügend, daß es unmöglich ist, daß ein Mensch könne sagen, er habe dem Gesetz genug getan, und sei seiner Werke wegen dem Zorn Gottes entgangen. Weil nun das Gesetz uns dermaßen gefangen hält und läßt uns nicht vor Gott, sondern hindert viel mehr solche Zuversicht, die wir zu Gott haben sollten: so folgt, wo wir vor Gott wollen, daß wir etwas Höheres denn die Gesetzes Predigt haben müssen, nämlich die Predigt des heiligen Evangelium, in welcher unser lieber Herr Christus den Juden und uns verkündigen läßt, daß wir unserer Sünden wegen verdammt sind. Und hilft die Juden nichts, daß sie beschnitten sind; denn solche Beschneidung macht nicht von Sündern frei; wie die Propheten sagen, ob sie gleich am Leib beschnitten sind, daß doch das Herz unbeschnitten und unrein sei. Das aber entledigt uns, daß das Evangelium weiter predigt, wie unser lieber Herr Christus, welcher dem Gesetz nicht schuldig, sondern ohne Sünde war, dennoch sich unter das Gesetz gegeben und sich beschneiden lassen habe, auf das er eine Ursache zum Gesetz gewinne, und zu ihm sagen kann:. Hörst du, Gesetz, du machst mich zum Knecht, so ich doch dein Herr bin; darum mußt du mir wieder dienen, mein Knecht und Gefangener wieder sein. 23. Das Recht nun, daß unser lieber Herr Christus zum Gesetz hat seiner Person wegen, daß schenkt er mir und dir; und nimmt dem Gesetz sein Recht, daß es wider uns, als die armen Sünder, hat; spricht uns davon frei und los. Doch nicht darum, daß wir nichts tun, und leben sollen, wie wir wollen; sondern also, daß wo wir nicht getan haben, was wir sollen, solches uns vergeben und nicht zugerechnet und an unserer Seligkeit nicht schaden soll. 24. Deswegen dürfen die, so an Christus glauben, nichts von der Beschneidung. Denn sie sind nicht allein von solchen und anderen Beschwerungen des Gesetzes befreit, sondern haben Vergebung aller Sünden und Verheißung des ewigen Lebens durch Christum. Darum können sie rühmen und sagen:. Das Gesetz hilft mir nicht, die Beschneidung auch nicht; das aber hilft, daß ich glaube, daß Christus beschnitten ist; denn solches ist um meinetwillen geschehen, daß ich einen Bürgen habe, der für mich die Schuld trägt, welcher Schuld mich das Gesetz, meiner Sünden wegen, überweisen kann. Darum will ich seiner Unschuld mich trösten und sprechen:. Das Gesetz ist eine Zeitlang gleich wie ein Herr im Himmel gewesen; denn es hat uns Menschen vor Gott verklagt; das haben wir müssen also leiden. Uns geschah auch nicht Unrecht, weil wir die Sünden nicht leugnen konnten. Aber jetzt ist es umgekehrt, weil wir durch die Beschneidung von Christi von der Beschneidung und dem Fluch des Gesetzes erlöst sind. 25. Mit meiner Beschneidung, mit meiner Liebe zu Gott und zu den Menschen, mit meinem Gehorsam ist es nicht ausgerichtet, da will ich nicht drauf hoffen, noch mich darauf verlassen. Alle meine Zuversicht aber, Trost und Trotz soll das sein, daß Christus gehorsam, unschuldig und heilig ist. Solche Zuversicht und Hoffnung wird mir nicht fehlen; denn es ist ein gewisser Trost und fester Schirm. Ehe ich den hatte, meinte ich, ich müßte dran und das Gesetz erfüllen, oder verdammt sein. Nun aber weiß ich, daß es eine unmöglich Ding ist, mir und allen Menschen, die wir solche Last nicht können tragen. Christus aber hat sie von uns auf sich genommen, sich unter das Gesetz geworfen und daselbst mit der Beschneidung angefangen, auf das er es erfüllt und nichts zurück ließe, daß Gott uns armen Sündern zum Gehorsam aufgelegt hat; solches ist mein Herz und Trost. 26. Ich soll wohl meinen alten Adam zähmen und dahin halten, daß er tue, was er soll, denn sonst wäre ich ein ungehorsames Kind. Aber es läuft über die maßen viel Ungehorsam bei mir. Wir tun viel, daß wir lassen sollten; lassen viel, daß wir tun sollten; häufig fallen wir auch noch in grobe, schreckliche Sünde. Hier es kein anderer Trost, denn daß wir fliehen unter diesen Schirm, der da heißt:. " Christus hat sich unter das Gesetz getan "; und sollen uns trösten, was unserem Gehorsam mangelt, daß es Christus erfüllt habe. Denn mit uns wird es nie dahin kommen, daß wir alles tun, was wir sollen, wie Paulus sagt:. " Ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inwendigen Menschen; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, daß da widerstrebt dem Gesetz in meinem Gemüt, und nimmt mich gefangen in der Sünden Gesetz, welches ist in meinen Gliedern ". Das ist so viel gesagt:. Ich muß tun, was das Fleisch will; aber nach dem Glauben tue ich es nicht, sondern es ist mir leid, bin nicht so gern gefangen. 27. Also wird nun die christliche Gerechtigkeit ganz, daß ich mich erkenne für einen armen Sünder, der ich dem Gesetz nie genug tun kann. Aber darum verzweifle ich nicht. Denn hier sehe ich, daß mein Herr Christus sich meiner angenommen, und für mich unter das Gesetz gegeben und dem Gesetz genug getan hat. Darum folgt weiter, daß ein solches Herz sagen muß:. Ei, hat das mein Gott um meinetwillen getan? Sollte ich denn nicht auch solchen gnädigen Gott lieb haben? Sollte ich mich seines Willens nicht von Herzen fleißigen und wiederum auch tun, was ihm lieb ist? Also wird man lustig und freundlich gegen Gott, und folgt die rechte Erfüllung des Gesetzes, die nicht gezwungen, sondern willig ist. Ob nun gleich solche Erfüllung, des Fleisches wegen, noch nicht ganz und unvollkommen ist, so läßt es sich Gott doch gefallen, um des Glaubens willen an Christus. Denn was noch unrein und unvollkommen daran ist, daß gehört unter den Deckel und unter den Schirm der Vergebung der Sünden. 28. Also ihr Lieben, habt jetzt von zweierlei Beschneidung gehört. Die erste hat Gott geboten, und bis auf Christus haben die Juden sich unter solche Beschneidung, eben wie unter das Gesetz, mit dem Gehorsam müssen geben. Aber damit sind sie noch nicht selig geworden. Denn niemand hat jemals dem Gesetz können genug tun. Darum, obwohl die Beschneidung da gewesen ist, so hat doch nichts desto weniger das Gesetz alle Juden verklagt und vor Gott verdammt. Dadurch aber wird man selig und heilig, daß man Christus hat, der sich unter das Gesetz gegeben und den Fluch von uns genommen hat. Die Juden nun, so solches geglaubt und ihre Seligkeit auf den verheißenen Samen gestellt haben, denen ist die äußerliche Beschneidung ein Siegel gewesen, daß sie vor Gott gerecht sind, nicht der Beschneidung, sondern des Glaubens wegen an Christus. 29. Darum ist das Fest von der Beschneidung Christi ein tröstliches Fest, an welchen wir lernen, wenn wir vor Gott kommen sollen, daß wir sagen: Herr, du hast den Juden die Beschneidung geboten; den Juden und uns allen hast du geboten, wir sollen dich von ganzem Herzen lieb haben, unseren Nächsten wie uns selbst: aber, lieber Herr, ich habe es leider nicht getan, und kann es auch nicht tun, daß ich darum nach meinem Verdienst, verloren und ewig verdammt sein müßte. Aber das ist mein Trost und Schirm, dahinter fliehe ich mich: Dein lieber Sohn Christus Jesus, mein Herr, hat sich unter das Gesetz gegeben, und sich beschneiden lassen, ein anderer Sünder, und also deinen Willen vollkommen getan; denn sonst hätte er sich nicht, wie ein anderes Kind, am achten Tage beschneiden lassen. Solches ist um meinet-und aller Sünder willen geschehen, und uns geschenkt und zu eigen gegeben. Denn seiner Person wegen hätte er es nicht bedurft. Darum nehme ich mich dieses an, und bitte dich, lieber himmlischer Vater, wollest mir um seinetwillen gnädig sein, und mich seiner Frömmigkeit und Heiligkeit genießen lassen. Das also jedermann lerne auf die Heiligkeit und Unschuld unseres lieben Herrn Christus vertrauen; so fahren wir gewiß, und wird weder Sünde noch Tod gegen uns siegen. Daß verleihe uns unser lieber Herr Christus, Amen.